Nachdem sich die Salzburger Landeshauptfrau Gabi Burgstaller (SPÖ) am Mittwoch im Landtag unter Tränen zum Finanzskandal geäußert hatte (mehr dazu ...), war sie am Abend in der "ZIB 2" zu Gast. Es sei ihr ein "Herzensanliegen", sich bei der Salzburger Bevölkerung zu entschuldigen, erklärte sie im Gespräch mit Armin Wolf. Einmal mehr betonte Burgstaller, dass niemand in der Landesregierung "vorsätzlich oder grob fahrlässig" gehandelt habe.
Sie habe die Affäre in den letzten Tagen unterschätzt, räumte Burgstaller ein. Ursprünglich habe sie geglaubt, dass sich relativ schnell zeigen werde, ob ein Schaden entstanden ist. Nun zeige sich aber, dass die Sache komplizierter sei und die spekulativen Geschäfte seit über zehn Jahren an der Regierung und am Landtag vorbei getätigt worden seien: "Manche meinen, es wird Jahre dauern, bis diese Geschäfte wieder abgewickelt sind".
Sie selbst habe von den riesigen Spekulationsverlusten am 3. Dezember von Finanzlandesrat David Brenner erfahren. Darauf angesprochen, ob sie einen Rücktritt in Betracht zieht, meinte die Landeshauptfrau: "Jetzt zu gehen, würde heißen, sich vor der Verantwortung zu drücken". Sie könne außerdem "jetzt nicht als erstes Köpfe rollen lassen". Zunächst müsse die Landesregierung den Fall aufarbeiten.
Die Frage, ob sie als SPÖ-Spitzenkandidatin antritt, falls es vorgezogene Neuwahlen gibt, konnte Burgstaller nicht klar beantworten. Die ÖVP hatte vor wenigen Tagen für den 16. Jänner einen Neuwahlantrag angekündigt, den die Sozialdemokraten derzeit ablehnen. Burgstaller sagte in der "ZIB 2", es sei jetzt in der Politik vor allem wichtig, zusammenzuhalten, um dem Land Salzburg nicht zu schaden.
(Red.)
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