Mehr als 40.000 Minderjährige pflegen Angehörige

21.12.2012 | 11:20 |   (DiePresse.com)

Pflegende Kinder sind im Schnitt 12,5 Jahre alt. Sozialminister Hundstorfer verspricht Unterstützung.

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Rund 3,5 Prozent der Kinder und Jugendlichen zwischen fünf und 18 Jahren, das sind österreichweit etwa 42.700 Minderjährige, pflegen regelmäßig chronisch kranke Familienmitglieder. Das geht aus einer Studie des Instituts für Pflegewissenschaften der Universität Wien hervor, die am Freitag präsentiert wurde.

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SP-Sozialminister Rudolf Hundstorfer kündigte an, er werde im kommenden Jahr mit Experten an der Einführung neuer Unterstützungsformen arbeiten und das bestehende Angebot zu optimieren. Im "Ö1-Morgenjournal" sagte er, man prüfe unter anderem, inwieweit bestehende Beratungsstellen für pflegende Angehörige kindgerecht seien. Bereits im Frühjahr soll es zumindest ein ambulantes Angebot geben, auch über die Einrichtung einer Homepage wird nachgedacht. Generell sollte die Zahl der pflegenden Kinder reduziert werden, erklärte der Minister. Dafür wünscht er sich einen Ausbau der mobilen Pflegedienste.

Pflegende Kinder meist weiblich

Das durchschnittliche Alter der pflegenden Kinder beträgt laut der Studie 12,5 Jahre. 69,8 Prozent sind weiblich. Weder der Wohlstand, noch die Herkunft oder die Anzahl im Haushalt lebender Erwachsener haben einen signifikanten Einfluss auf die Pflege bzw. unterstützende Haushaltsarbeit und Geschwisterbetreuung durch Kinder.

An negativen Auswirkungen zeigte sich, dass pflegende Kinder deutlich öfter als ihre Altersgenossen unter Müdigkeit, Schlafproblemen, Rückenschmerzen und Kopfschmerzen leiden.Den Aussagen "ich mache mir oft Sorgen" und "ich bin oft traurig" stimmten pflegende Kinder deutlich öfter zu als nicht pflegende Kinder.

In einem zweiten Studienteil wurden ehemalige "Young Carers" interviewt. Genannt wurden dabei negative Auswirkungen körperlicher, sozialer und psychischer Art, die von übersteigertem Kontrollbewusstsein bis hin zu Schuldgefühlen und Verlustängsten reichten. Oft wurde die Pflegeerfahrung aus aber auch positiv assoziiert.

Zentrale Punkte zur Verbesserung der Situation sind aus Sicht der Autoren die Bewusstseinsbildung, Enttabuisierung und Entstigmatisierung der Thematik. Außerdem solle das Angebot familienorientierter Unterstützungsmaßnahmen verbessert werden.

Für die Studie wurden mehr als 7000 Kinder an 85 Schulen in Wien und Niederösterreich befragt.

(APA/Red.)

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24 Kommentare

ziemlich flacher, reisserischer artikel...

der presse nicht würdig!

bevor man über das thema dikutieren kann, müsste erstmal geklärt werden, was in der befragung unter pflege verstanden wurde:

lesen die kinder der sehschwachen oma was vor? oder müssen sie pflegebedürftige geschwister wickeln, heben usw. gibt es solche und solche? wurde differenziert?

der artikel ist eine reisserische zusammenfassung ohne aussage...

Ist Kinderarbeit nicht schon längst verboten?

Gibt's hier einen Anwalt der eine Sammelklage gegen die Republik Ösistan auf den Kopf stellen kann?

Jetzt verstehe ich endlich, ...

... warum immer noch Leute die Grünen wählen: Die täuschen Pflegebedürftigkeit vor, um in den Genuss von Pflegegeld zu kommen.

Sozialstaat a la SP/VP. UNSER Geld verzocken; evtl. "nur so" in die eigenen und die Parteikassen umleiten.



wichtig

jeder soziale Kontakt muß von Experten untersucht und vom Staat mit einer Leistung abgegolten werden...

bekommen die Kids nun das Pflegegeld???

die fast 2 Millionen Österreicher die pflegebedürftig sind werden jeden Tag mehr....

danke

müssen wieder einmal die leser geschützt werden?

tja un schulschwänzer werden dann staatlich vefolgt

und viele von denen sind psychisch überlastet weil sie die verantwortung für die angehörigen tragen müssen

sozialmißbrauch

Bei den Asylanten Mißbrauch stoppen und dafür österreichischen Kindern,Familien,Alten und Kranken helfen.

runder Tisch

Liebe Kinder,
besetzt doch bitte eine katholische Kirche. Dann kommt gleich ein runder Tisch mit Ministern und Experten und allen, die sich dafür halten. Aber lasst euch nicht auf die Caritas ein. Die ist nur für Scheinasylanten da. Den Katholiken seid ihr völlig wurscht.

Re: runder Tisch

so logisch es wäre was sie da vorbringen, aber im gegensatz zu den verhätschelten scheinasylanten haben diese kleinen helden sicher nicht die zeit für diesen schwachsinn.

xxx

ihr regt euch über Geld auf.
Denkt ihr auch an die Kinder ohne Kindheit. Egal was es kostet diesen Kindern gehört geholfen.

Re: xxx

dass hier geholfen werden muß, finanziell und auch durch körperlichen beistand in person einer pflegerinn oder betreuerin, ist ausser jeder diskussion. dieser zustand ist nicht erst seit heute bekannt, aber leider drängt die politik in die medienwirksame hilfe aller aussenstehenden, sei es nach griechenland oder sonstwohin oder zu wem. bei den armen jugendlichen, welche hier betroffen sind handelt es sich um "unsere" und die wären vorrangig vor allem anderen, denn diese sind unsere zukunft und haben schon bewiesen, bzw. beweisen gerade dass sie zu leistungen fähig und willens sind. herr sozialmisnister ruck zuck und nicht wieder lauwarme ewigdauernde expertenpalavereien.- und welch zufall herr minister es stehn ja wahlen vor der tür.

Re: xxx

nein warum auch. mama und papa waren vielleicht keine produktiven mitglieder der gesellschaft. sie haben ihren richtigen platz gefunden....(ironie off)

und ja wir sind alle gleich, niemand hat es schwerer. ihr kinder des goldenen käfigs..

Die armen Kinder!

Eine Bekannte von mir mußte sich auch als Kind und Jugendliche jahrelang um ihre taube und alkoholkranke Mutter kümmern!

Dachte, dies sei ein Einzelfall....

10

Hundstorfer verspricht Unterstützung

Also neue Steuern.

Wieviel Geld hat der eigentlich Österreich schon gekostet.

Re: Hundstorfer verspricht Unterstützung

nein, solche leute müssen wir nicht unterstützen. es ist wirklich wichtiger, dass sich ihr kind einen bmw kauft, sie sind ja ein leistungsträger.

pfui teufel, mehr will ich dazu nicht sagen. gehens einfach nur.....

mein tiefster respekt vor diesen menschen. mitleid will ich nicht sagen, das wäre abwertend und das ist bei gott nicht damit gemeint. ich werde mit meinem steuergeld solche leute immer gerne unterstützen, komme was wolle.

Re: Hundstorfer verspricht Unterstützung

Dafür zahl ich sehr gerne Steuern, dass Kindern, die ihre Angehörigen Pflegen, Hilfe bekommen!

p


Pflege und Zuwendung innerhalb der Familie ist das älteste Zeichen menschlicher Kultur und Zivilisation

Wer darüber hinaus Hilfe braucht, erhält sie auch. Es geht wohl eher um die Erschließung neuer Tätigkeitsfelder der Barmherzigkeitsindustrie.
Kinder sind traurig und schwach, weil die Mutter krank ist, und nicht, weil sie ihr helfen.

Re: Pflege und Zuwendung innerhalb der Familie ist das älteste Zeichen menschlicher Kultur und Zivilisation

Das sehe ich auch so.
Selbst musste ich als Kind auch anpacken, habe damals selbstverständlich den jüngeren Geschwistern bei den Hausaufgaben geholfen und natürlich in Haus, Hof, und Garten meinen Beitrag geleistet, wasin den 60er Jahren völlig normal und zur Erziehung dazu gehörte, verantwortliche menschen hervorzubringen.

Natürlich gibt es Grenzen, etwa wirkliche Pflegebedürftigkeit!

Dann wird ein Kind seelisch überfordert mit der Aufgabe.

generell müßte herr Hundsdorfer über häusliche Pflege nachdenken, wie sie bewertet wird und pflegende Angehörige nicht nötigen, zusätzlich zum AMS zu gehen und dort sinnlose Kurse zu besuchen.

p


Nicht nur Minderjährige, noch mehr Erwachsene in der Familie pflegen und pflegten ihre alten Eltern

Und haben dabei auf Versicherungsjahre verzichtet, wodurch vor allem Frauen die nötigen Jahre für eiin enormale, kleine Rente zusammenbringen, halt ein paar Hunderter im Monat, und dem Mann hat dann die Frau Minister Fekter und dieser Hundsdorfer haben den Alleinverdienern und Alleinrentnern den Freibetrag gestrchen, der eigentlich für Einkommens- und Staatspensionsmillionäre gedacht war. Und die Fekter und die selbsternannten Rotschwarzen Pensionsvertreter sagen, auch die Rentner und Kleinverdiener müssen ihr Opfer für das Sparpaket bringen. Mögen sie alle in der Versenkung verschwinden oder so verschwinden, wie die Milliarden in Salzburg, Niederösterreich und Wien und bei der PVA.

Hallo?! 40.000 Arbeitsplätze, die der Sozialmafia entgehen?

Das sind fedes Jahr Milliardenwerte, die den klassen und tollen staatssubventionierten Leichenfledderern entgehen und auch das Finanzamt und die Sozialversicherungen - die Leichenflederer Nr.1 , die gehen leer aus!

DAS Untersuchungsdesign möcht ich kennen...


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