FPK-Duell: Nur Ragger auf Stimmzettel

18.04.2013 | 17:52 |  MARTINA LEINGRUBER (Die Presse)

Zwei Tage vor der Kampfabstimmung sind die Fronten verhärtet. Herausforderer Krenn fühlt sich benachteiligt. Sein Name steht nicht auf dem Stimmzettel.

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Klagenfurt. „Sollte sich ein Gegenkandidat melden, würde mich das freuen. Für die demokratische Entwicklung der Partei kann das nur gut sein.“ Dies sagte der geschäftsführende FPK-Parteichef Christian Ragger am 28.März im Interview mit der „Presse“. Seit dem 10.April ist klar, dass Ragger mit dem Bürgermeister von Bad Kleinkirchheim, Matthias Krenn, einen Konkurrenten bei der Obmannwahl auf dem Parteitag am Sonntag in St. Veit/Glan bekommt. Freude ist allerdings keine spürbar.

Ganz im Gegenteil. Ragger hat sich im Vorfeld des Landesparteitages ein Schweigegelübde auferlegt. Freundliche Worte waren aus der FPK in den letzten Tagen ohnehin nicht zu vernehmen. Viel mehr war von innerparteilichen Streitereien, Schreiduellen und gar von „Meuchelmord“ ob Krenns Kandidatur die Rede.

Krenn hat in den vergangenen Tagen nicht geschwiegen. Er warf Ragger vor, seine Kandidatur massiv zu behindern. Im Parteivorstand sei er, Krenn, wegen seines Antretens beschimpft worden. Weder könne er die Liste mit den Namen aller stimmberechtigter Delegierter einsehen und kontrollieren, noch scheine sein Name auf den Stimmzetteln auf.

Dort wird tatsächlich nur jener von Christian Ragger zu finden sein. Und eine leere Zeile. Wer Krenn wählen möchte, muss dessen Namen in diese Zeile schreiben. Ragger wies vor seinem Schweigegelübde alle Vorwürfe von sich. Krenn habe es verabsäumt, eine Mitteilung über seine Kandidatur einzubringen, so Ragger. Deswegen scheine dessen Name auch nicht auf. Seit der Wahlniederlage liegen die Nerven bei der FPK-Spitze blank, in der Basis rumort es. Ragger sollte die Partei via „Generalvollmacht“ befrieden. Allein, das ist ihm nicht gelungen. Weil der ehemalige Landeshauptmann Gerhard Dörfler, Finanzlandesrat Harald Dobernig und Hannes Anton nicht auf ihre Landtagsmandate verzichten wollten, drohte gar der Verlust des Klubstatus.

 

Hinter Ragger steht Scheuch

Diesen konnte Ragger zwar abwehren, die Skepsis an der Basis gegen den Anwalt aus Wolfsberg wuchs jedoch. Bei einfachen Parteimitgliedern ist Ragger nicht sonderlich beliebt, er gilt als Statthalter und guter Freund der Scheuch-Brüder. Eine Erneuerung mit Ragger sei aufgrund dieser Freundschaft lediglich eine vorgegaukelte, ist aus FPK-Kreisen zu vernehmen.

("Die Presse", Print-Ausgabe, 19.04.2013)

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8 Kommentare

Da würde ich schon aus Protest den Krenn wählen

Wo kommen wir denn hin, wenn der Wahlverlierer Ragger, dessen Einführung des Pflegeregresses die Wahlniederlage mitverschuldet hat, jetzt jeden innerparteilichen Konkurrenten ausschalten will, nur damit er und die Scheuchs nach wie vor das Sagen haben und noch mehr Unheil anrichten können?

Herr Ragger, Sie haben die Wahl verloren, es ist Zeit zu gehen!

so wie in der Tiroler Häusel-Demokratie

Tiroler Landeshauptmann ließ für Parteitag Stimmzettel vordrucken,
Delegierte stimmten am WC gegen ihn

.... war doch der Name Günther Platter zur Sicherheit auf den Stimmzetteln vorgedruckt - damit die Delegierten auch wissen, wen sie wählen sollen. Die Partei geht auf Nummer sicher. Dennoch schafften es immerhin sieben Funktionäre, gegen Platter, der als EINZIGER für den Landesparteiobmann kandidierte, zu stimmen.
"Das ist ganz einfach", erklärte ein aufmüpfiger Delegierter: "Du gehst aufs Klo und streichst ihn durch."

Auf dem Klo gegen Platter
http://derstandard.at/1363707312587/Am-Klo-gegen-Platter

:-)

herrlich

die fpk zerstritten, die fpö am sand und dann rittert noch der strohsack um die restliche klientel.

die müssen froh sein, dass österreich das andernorts angesprochene alkoholproblem hat. sonst gäbs ja gar keine geneigten wähler mehr.

3 0

Einfach abschauen

Wären die FPK-ler etwas pfiffiger, könnten sie von der Obernosterer -VP einiges abschauen. Dieser hat sich darangemacht und getraut Altlasten hinter sich zu lassen - und das Wahlergebnis hat ihm Recht gegeben. Wie es scheint hat diese Männertruppe seit dem 3. März nichts dazu gelernt.

Blaues Demokratieverständnis

Zuerst wird die Demokratie durch Blockieren des Landtags monatelang mit Füßen getreten, jetzt wird sie auch innerparteilich torpetiert. Und Strache heuchelt weiter etwas über mehr Demokratie. Aber so gesehen ist er vielleicht doch ein geeigneter Nachfolger für Häupl: "Wasser predigen. Wein trinken." - dürfte das Motto von beiden sein.

demokratie

das ist echte Demokratie der Jörg dreht sich im Grab um. weniger Burschenschafter mehr Strache.

Re: demokratie

Mehr Strache?

Sehr gut, denn noch mehr Strache und die FPö gibt es schon vor den Wahlen nicht mehr.

Die FPK ist bereits Geschichte.


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