Wien-Floridsdorf: Demo gegen Flüchtlingsunterkunft

Polizisten trennten FPÖ-Kundgebung und gegen-Demo (Bild)
Polizisten trennten FPÖ-Kundgebung und gegen-Demo (Bild)APA/HELMUT FOHRINGER
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450 Teilnehmer kamen am frühen Abend zu einer FPÖ-Demo gegen eine Flüchtlingsunterkunft. 500 Menschen protestierten zeitgleich gegen die FPÖ.

Ein Monat nach der Kundgebung gegen ein Flüchtlingsheim in Liesing hat die Wiener FPÖ am Montagabend erneut gegen "Massenquartiere" demonstriert. Rund 450 Menschen nahmen laut Exekutive an der Kundgebung in Floridsdorf teil. Etwa 500 Demonstranten protestierten zeitgleich gegen die FPÖ. Im Anschluss an die Kundgebung nahm die Polizei drei Teilnehmer der FPÖ-Demo fest.

Die Teilnehmer der Kundgebung und der Gegendemo waren durch polizeiliche Absperrungen voneinander getrennt, die Kundgebungen selbst verliefen ohne Zwischenfälle. Erst als sich die FPÖ-Demo auflöste und die Teilnehmer unter "Nieder mit der FPÖ"-Rufen Richtung U-Bahn gingen, kamen die beiden Gruppen einander näher. Drei Teilnehmer der FPÖ-Kundgebung wurden wegen Widerstand gegen die Staatsgewalt und tätlicher Angriffe gegen Beamten festgenommen, sagte Polizeisprecher Thomas Keiblinger. Rund 300 Polizisten waren im Einsatz.

Gegen Notquartier in der Siemensstraße

Die Kundgebung der FPÖ richtete sich gegen das Notquartier in der Siemensstraße. Laut Fonds Soziales Wien ist die Unterkunft für rund 600 Personen ausgelegt, derzeit befinden sich 290 Menschen dort.

Der Wiener Vizebürgermeister Johann Gudenus und FPÖ-Bundesparteichef Heinz-Christian Strache wandten sich in ihren Reden gegen die rot-grüne Stadtregierung, deren Flüchtlingspolitik und die Aufnahme von Flüchtlingen. "Nein, wir schaffen das nicht und wir wollen das auch nicht schaffen", rief Gudenus. "Wir brauchen keine Willkommenskultur, wir brauchen eine Rückkehrkultur", meinte auch Strache. FPÖ-Präsidentschaftskandidat Norbert Hofer nahm zwar nicht an der Kundgebung teil, die Wahl am kommenden Sonntag war trotzdem Thema: Sowohl Strache als auch Gudenus riefen dazu auf, Hofer zu wählen und damit "einen Schutzherrn für uns Österreicher sicherzustellen", so Strache.

Gegendemo: "Zeichen gegen die rassistische Hetze"

Die FPÖ-Kundgebung startete um 18.00 Uhr am Franz-Jonas-Platz bei der S-Bahn- bzw. U-Bahnstation Floridsdorf. Bereits eine halbe Stunde vorher versammelte sich die Gegendemo, die von der "Offensive gegen Rechts" und der "Plattform für eine menschliche Asylpolitik" organisiert worden war, um "ein starkes Zeichen gegen die rassistische Hetze" zu setzen, wie ein Vertreter der "Offensive gegen Rechts" betonte. Kurz nach 20.00 Uhr hatten sich beide Demos aufgelöst.

(APA)

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