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U-Ausschuss bringt Öllinger in Bedrängnis

14.10.2009 | 18:24 |  MARTIN FRITZL (Die Presse)

Grün-Mandatar und Polizist widersprechen sich. Für ÖVP und FPÖ ein Beweis dafür, dass Öllinger die Unwahrheit gesagt habe. Die FPÖ will eine Anzeige wegen Falschaussage einbringen.

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Wien. Bisher haben die Grünen im U-Ausschuss die Themen vorgegeben, am Mittwoch saßen sie selbst quasi auf der Anklagebank. Es ging um die angebliche Bespitzelung von freiheitlichen Abgeordneten durch den Grünen Karl Öllinger.

FPÖ-Chef Heinz-Christian Strache, dem Öllinger-E-Mails zugespielt worden waren, bezeichnete das im Juli im Parlament als den „größten Spitzelskandal der Zweiten Republik“. Das war zwar eine offensichtliche Fehleinschätzung, aufklärungswürdig blieb aber immer noch die Frage: Hat Öllinger den Linzer Polizisten Uwe Sailer dazu angestiftet, Informationen über Verbindungen der FPÖ zur rechtsradikalen Szene zu sammeln und weiterzugeben? Öllinger bestritt diesen Kernvorwurf: Er habe Sailer als Datenforensiker und Experten für die rechtsextreme Szene kennengelernt und mit ihm Informationen ausgetauscht. Es habe aber keinen Auftrag an Sailer gegeben. Und vor allem: Er habe nicht gewusst, dass Sailer Polizist ist.

Sailer, der zur Überraschung aller trotz laufender Verfahren öffentlich vor dem U-Ausschuss aussagen wollte, widersprach dem in einem ganz wichtigen Punkt: Er habe Öllinger sehr wohl davon informiert, dass er bei der Kriminalpolizei ist. Für ÖVP und FPÖ ein Beweis dafür, dass Öllinger die Unwahrheit gesagt habe. Beide Parteien überlegen nun eine Anzeige gegen den Abgeordneten wegen falscher Zeugenaussage. Polizeiliche Informationen will Sailer übrigens keine weitergegeben haben, auch wenn ein Bericht des Büros für Interne Angelegenheiten eine derartige Weitergabe in drei Fällen festhält. In diesen Fällen handle es sich, so Sailer, um öffentlich zugängliche Infos aus dem Internet, die er in einem Bericht an die Verfassungsschützer weitergegeben habe. Mit der weiteren polizeilichen Bearbeitung habe er dann nichts mehr zu tun gehabt. Die Grünen bringen in dieser Causa übrigens auch eine Anzeige ein: gegen die FPÖ, die in ihrer Anzeige gegen Öllinger manipulierte Beweismittel verwendet habe.

 

Opposition will blockieren

In der Causa Öllinger waren FPÖ und Grüne auf Konfrontationskurs, gegen die Regierungsparteien sind sie sich dagegen einig. Da weiterhin die Ladungen der betroffenen Minister abgelehnt werden, wird demnächst der Antrag auf eine Sondersitzung des Nationalrats eingebracht. In dieser wird eine dringliche Anfrage an Justizministerin Claudia Bandion-Ortner gestellt. Weitere Sondersitzungen könnten folgen. Die Opposition hat aber noch ein Drohpotenzial in der Hand: So lange es keine Ministerladungen für den U-Ausschuss gibt, will sie mit den Regierungsparteien auch nicht über Gesetze verhandeln, bei denen eine Zweidrittelmehrheit notwendig ist. Die Koalition benötigt in diesen Fällen die Zustimmung von zumindest einer Oppositionspartei.

("Die Presse", Print-Ausgabe, 15.10.2009)

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18 Kommentare

Neomarxistischen ChaotInnen

Man stelle sich einen Staat vor, in dem diese neomarxistischen ChaotInnen mehr als nur eine exotische Bereicherung der Politszene wären...

7 0

Wird damit etwa die selbst eingebildete

Unfehlbarkeit und Tadellosigkeit und völlige Transparenz der Grünen in Zweifel gezogen? Zeit wäre es.

Gast: Gast
15.10.2009 10:06
2 0

Verführer...

...vor den Vorhang!

Das ist doch System bei den Grünen: Beamte (ziemlich dumme) werden eingekocht und ausgequetscht. Stasi Methoden bei den Grünen- toll!

cybercon
14.10.2009 22:39
17 1

Typisch

ganze Affäre wird im linken STANDARD totgeschwiegen.

Re: Typisch

Sie meinen das Zentralorgan der neomarxistischen ChaotInnen ?

Jenem Blatt, das die große Meinungsfreiheit predigt, solange sie redaktionskonform ist ?


Antworten Frotzel
15.10.2009 06:20
9 0

Re: Das ist dort standard;-)


Antworten Gast: Gast
15.10.2009 06:17
5 0

Re: Typisch

Und die Presse Zensur müht sich auch redlich...

Antworten Heike P.
14.10.2009 23:47
0 0

aber mitnichten,

auch die Postings dort sind schon etwas ältlich. Das alberne Öllinger-Skandälchen gibt aber de facto nicht viel her.

Opposition blockiert Zweidrittel-Beschlüsse
"Causa Öllinger" am Programm

http://derstandard.at/fs/1254311399873/Opposition-blockiert-Zweidrittel-Beschluesse

DerÄtzer
14.10.2009 20:46
6 0

Sich wechselweise Anzeigen zukommen lassen entspricht dem in Österreich gültigem Partei - Sittenbild!

Was redliche Bürger von Politikern halten wird nun öffentlich bestätigt.

myzypresse
14.10.2009 20:07
2 12

Die anderen kriegen Millionenhonorare

und gute Abfertigungen(Graf) und empören sich dann über überall bestehende Querverbindungen. Auch die ÖVP läßt nicht die Gauner verfolgen, sondern die Aufdecker. Die ganze Buberlpartie und die ÖVP - Kacke muss als erstes motzen. Lächerlich. Schaut lieber wo die Milliarden hinrinnnen damit nicht noch mehr Arbeitsplätze verloren gehen.

6 0

Kommunistenspitzel raus !


Gast: trainingsraum
14.10.2009 19:06
8 0

*

sperrt's ihn ein
was sich der öllinger im lauf seiner "karriere" erlaubt hat, geht ja in kein hundesackerl mehr.

modestus
14.10.2009 17:55
12 0

fides

für tiefgläubige kommunisten heiligt der zweck die mittel

rblum
14.10.2009 17:30
10 1

Rücktritt fällig

Herr Öllinger, wann treten Sie endlich zurück. Lügen und Wahrheitspflicht ist kein vorbildliches verhalten.
Ich erwarte mir auch klare Aussagen der Grünen Spitzenfunktionäre.
Auf http://www.unzensuriert.at ist die Causa Öllinger gut aufbereitet dargestellt.

Gast: pour le merite
14.10.2009 17:02
16 0

Unglaublicher Skandal!

Da bespitzeln Österreichische Kriminalbeamte und gerichtlich beeidete Sachverständige Politiker in Stasi Manier und

der grüne "Auftraggeber" Öllinger lügt dem Untersuchungsausschuß auch noch frech ins Gesicht,

aber anstatt sich darüber zu empören, schweigt der ORF und die übrige Presse diese Schweinerei beharrlich tot.

Man darf sich gar nicht ausmalen, sollten derartig miese Gestalten, wie Öllinger und Co. ans Regieren kämen.


komajo
14.10.2009 16:12
0 1

Die Wahrheit ist ein Kind der Zeit

Das meint wohl, dass man zu gewissen Zeiten Teile eines Sachverhaltes in Erfahrung bringen kann. Scheinbar aber nie die ganze Wahrheit. Daher weg mit unnötiger Geheimnistuerei in der Verwaltung und bei Gerichten. Nur die volle Wahrheit kann vor Korruption und Machtmissbrauch schützen.

roger
14.10.2009 16:06
13 1

Da lachen ja die Hühner

Öllinger über Uwe S.: "Mir war nicht bekannt, dass er ein Beamter des Innenministeriums war."

Und ich nehme an, Herr Uwe S. war nicht bekannt, dass Herr Öllinger ein grüner Abgeordneter war.

Da scheinen sich ja die zwei Richtigen getroffen zu haben.

Antworten Gast: Gott Kupfer
14.10.2009 16:53
1 0

Öllinger hat sich gedacht, dass

es sich bei Hr. Uwe S. um einen Humpti-Dumpti handelt :)

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