„Im Kreise seiner Familie“

04.07.2011 | 18:38 |   (Die Presse)

In der „Villa Austria“ waren alle sieben Kinder zugegen. Nach dem Tod der Ehefrau im Vorjahr hatte sich Otto zurückgezogen. Die Todesnachricht kam nicht gänzlich unerwartet.

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Pöcking/Hws. Die Nachricht vom Ableben Ottos von Habsburg kam am Montagmorgen von der Habsburg-Biografin und Pressebetreuerin Eva Demmerle. Der Sohn des letzten österreichischen Kaiserpaares war in der Nacht auf Montag nach langer Krankheit im Kreise seiner Kinder friedlich eingeschlafen. Er war 98Jahre alt.

Die Todesnachricht kam nicht gänzlich unerwartet. Das Ableben seiner Gattin Regina (Prinzessin von Sachsen-Meiningen) im Februar des Vorjahres hatte Otto sehr mitgenommen. Seit 1951 waren sie verheiratet, hatten sieben Kinder, 22 Enkelkinder und zwei Urenkel. Nach Reginas Beisetzung zog er sich aus der Öffentlichkeit zurück.

Die Organisation der Beisetzungsfeierlichkeiten liegt nun in den Händen seiner beiden Söhne Karl und Georg. Am Samstag, dem 16.Juli, findet ein Requiem im Stephansdom statt, das Erzbischof Kardinal Christoph Schönborn halten wird. Anschließend ist die Beisetzung in der Wiener Kapuzinergruft geplant. Denn Otto von Habsburg war der letzte Thronfolger der Monarchie, Erzherzog und Kronprinz von Ungarn, Böhmen etc. Seit Ottos Tod lebt nur noch ein Sohn des Kaiserpaares, der Zweitgeborene Felix, 1916 ebenfalls als Erzherzog zur Welt gekommen. Er wohnte in Mexiko, weil er sich weigerte, eine Verzichtserklärung abzugeben. Erst der Beitritt Österreichs zur EU machte diese Landesverweisung obsolet.

In die Kapuzinergruft, die traditionelle letzte Ruhestätte der Habsburger, werden auch die sterblichen Überreste von Ottos Gattin Regina überführt. Sie war im Vorjahr vorübergehend auf der Veste Heldburg in Südthüringen beigesetzt worden.

Insgesamt sind vier Requien geplant: an diesem Samstag in Pöcking am Starnberger See, am Montag in München, am Mittwoch in Mariazell und schließlich am Samstag in Wien. Es tue dem Land gut, betonte Kardinal Schönborn, „im Gebet und in Dankbarkeit dieses großen Habsburgers zu gedenken“.

("Die Presse", Print-Ausgabe, 05.07.2011)

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