Habsburg: Menschenschlangen vor der Kapuzinerkirche

15.07.2011 | 21:58 |   (DiePresse.com)

Mehr als 10.000 Menschen kondolierten bis zum frühen Abend in der Kapuzinerkirche. Kränze von der Bundesregierung und des Bundespräsidenten befinden sich an den Särgen.

Drucken Versenden AAA
Schriftgröße
Kommentieren

Tausende Menschen nahmen am Freitag, dem zweiten Tag der Aufbahrung von Otto Habsburg-Lothringen (Otto von Habsburg) und seiner Gemahlin Regina in der Kapuzinerkirche am Neuen Markt in Wien, die Gelegenheit wahr, sich vom Sohn des letzten Kaisers der Donau-Monarchie zu verabschieden. Ein Vertreter des Ordnungsdienstes schätzte die Zahl der Menschen, die sich bis zum frühen Abend an den Särgen verabschiedet hatten, auf mehr als zehntausend.

Gegen 20 Uhr standen etwa 300 Menschen geduldig Schlange, um in die Kirche eingelassen zu werden. Sie kamen aus allen Altersklassen, ältere Menschen waren genauso darunter wie junge Familien mit Kindern. Die Organisatoren trugen dem Zustrom Rechnung: Die Möglichkeit des Kondolierens für die Öffentlichkeit, die Donnerstag und Freitag ursprünglich von 10 Uhr bis 22 Uhr angesetzt war, wurde am Freitagabend bis Mitternacht ausgeweitet, hieß es seitens der Organisatoren.

Kränze vom offiziellen Österreich

An der Aufbahrungsstätte, der linken Seitenkapelle des Gotteshauses (Kaiserkapelle), erwies die Republik Österreich dem Kaisersohn ihre Reverenz. Zur Linken der Särge war ein Kranz der Bundesregierung aufgestellt, an der rechten Seite ein fast identisches Blumengebinde des Bundespräsidenten. Eine zweifache Ehrung in Rot-Weiß-Rot - rote und weiße Blumen, rot-weiß-rote Schleifen. Dahinter standen auf beiden Seiten Blumenkreuze der Kinder und Enkelkinder des verstorbenen Habsburger-Paares. Acht uniformierte Mitglieder von Traditionsverbänden hielten Ehrenwache.

Gegen Abend kam der Apostolische Nuntius Peter Zurbriggen in die Kapuzinerkirche, um an den Särgen ein Gebet zu verrichten. Der Botschafter des Vatikan zollte dem verstorbenen Europa-Politiker aus dem Hause Habsburg Anerkennung. Die Menschen sehnten sich nach "Politikern, die zu den Grundwerten stehen", sagte Zurbriggen.

Tausende Trauergäste erwartet

Der Stephansdom wurde unterdessen für das feierliche Requiem vorbereitet, zu dem rund tausend Trauergäste aus dem europäischen Hochadel, der Politik und der großen, in ganz Europa verstreut lebenden Familie Habsburg erwartet werden. So wurde im Kirchenschiff die Bestuhlung aufgestockt, auf dem Stephansplatz, wo am Samstag nach dem Requiem der Kondukt aufgestellt wird, wurden Sperrgitter deponiert.

Rund 300 Medienvertreter aus Österreich, Europa, den Vereinigten Staaten und Japan haben sich laut Auskunft aus dem Pressezentrum für das Großereignis akkreditieren lassen. Darunter sind auch etliche Fernsehteams. Etwa ein Drittel der Berichterstatter kommt aus dem Ausland, von Italien, Frankreich, Spanien, den Niederlanden, Ungarn, Kroatien bis zur Slowakei.

(Ag.)

Testen Sie "Die Presse" 3 Wochen lang gratis: diepresse.com/testabo

Mehr aus dem Web

199 Kommentare
 
12 3 4 5
Gast: WFL
18.07.2011 09:42
0

hervorragend

Hr. Fleischhacker,
hervorragender Kommentar. Sie bringen
es perfekt auf den Punkt.
PS: "Charles James Fox": Ist das der neue "Tom93"?

Gast: das motto des otto
17.07.2011 18:11
2

Und die Europa

angeblich fehlende "kulturelle Kohäsion" soll jetzt durch den - trotz massiver Arbeitslosigkeit unvermindert anhaltenden - Massenimport von vor allem moslemischen und anderen Kulturfremden nach Europa künstlich hergestellt werden, im Sinne der vom Paneuropa-Gründer coudenhove-kalergi herbeivisionierten "braunen Mischrasse"?
Möge er in Frieden ruhen, der überzeugte Paneuropäer und Hochgrad-Freimaurer otto h. - sofern sein Gewissen ihn lässt.

Wenn man diese haßerfüllten Kommentare hier verfolgt,

wundert es nicht mehr, welche Figuren heute an die Spitze des Staates gewählt werden!

Kohäsion

Meiner Erfahrung nach interessieren sich die Menschen an der EU Peripherie nicht wirklich für eine "große Erzählung" a la Habsburg. Ihnen geht es einzig und allein um Verbesserung ihrer Lebensverhältnisse. Wenn dabei "Habsburg" hilft, dann gut so. Was "kulturelle Kohäsion" betrifft, sind die Interessen der Menschen in Polen, der Ukraine, Moldavien etc. sogar mehr als konträr zu so einer paneuropäischen Erzählung. Um das zu erkennen, hilft ein Blick nach Ungarn. Auf Bedürfnisse dieser Peripherie antworten EU Kohäsionsfonds viel adäquater, zumindest theoretisch, denn: Achtung Koruption!

Antworten Gast: gast gast
16.07.2011 22:14
0

Re: Kohäsion

Na die Ungarn sind aber ein schlechtes Beispiel. Die gehen prinzipiell ihren eigenen Weg, egal was dabei draufgeht. Geht's nicht direkt,indirekt geht's sichelich. Eljen!

Gast: Aufdecker
16.07.2011 21:34
0

Alles Lüge !! Otto Habsburg lebt - die Bande hat sich selbst verraten !

"Ein sündiger sterblicher Mensch" hat Einlaß in die Kapuzinergruft begehrt - der war also noch gar nicht wirklich tot, sondern noch sterblich - und man hat ihn hineingelassen.
Aber die Show war gut !

Das Zeitalter der Monarchie ist vorbei - möge der Kaisersohn in Frieden ruhen

Ausnahmslos jeder Monarch ohne Parlament war ein Diktator - meist auch ein Tyrann. Die Habsburger waren keine Ausnahme. Wiederstand wurde gnadenslos niedergemacht und die Familie lebte in Schlössern in Saus und Braus.

Österreich hat der Familie Habsburg zwar einiges zu verdanken (nette Bauwerke und für die damalige Zeit erstaunlich Reformen), jedoch wäre die geschichtliche Entwicklung wahrscheinlich für Österreich wesentlich positiver verlaufen hätten wir die Demokratie schon ein paar Jahrhunderte früher eingeführt.

Das ändert nichts daran, dass (Dr.) Otto Habsburg eine herausragende Persönlichkeit war und zeitlebens für demokratische Werte eingetreten ist.

Ein großer Österreicher ist von uns gegangen - möge er in Frieden ruhen!

Tja, nachdem Karl ..

... ein Parlament hatte passt er wohl nicht in Ihre Diktator-Definition.
Auch Franz-Jofef hatte ein Parlament. Es gab auch einen nö Landtag, in dem z.B. Herr Adler saß.

Re: Tja, nachdem Karl ..

Ok, stimmt

Mir ist selbst die schlechteste Demokratie lieber als die beste Monarchie.

Die wirklich großen Völkermörder ...

... waren Republikaner (Lenin, Stalin, PolPot, Mao) und wurden teilweise sogar gewählt (Hitler, Mussolini).
Die Frage nach einer Demokratie stellt sich gerade dieser Tage.
Ich warte z.B. auf die versprochene Feymannsche Volksabstimmung.
Brüssel greift gerade in die Grundrechte der Menschen ein. Ich behaupte, gegen deren Willen.
Ich denke, dass der Staat unter keinem Monarchen soviel Macht hatte, wie in der Demokratie.
Glawischnig schlägt gerade vor, uns unsere Kleinkinder wegzunehmen.
Nein! Wenn das die Demokratie ist, her mit der Monarchie!

Re: Die wirklich großen Völkermörder ...

Ich kann keinen Diktator oder Monarchen brauchen - die Leute sollen selbst bestimmen wer sie vertritt. Funktioniert es nicht, dann ab in die politische Versenkung.

Der Kaiser hat sich noch fester an den Tron gekrallt als heutzutage Gadaffi...

Ich frage mich was heutzutage noch jemanden bewegt eine Monarchie zu wollen? Was soll daran besser sein?

Heutzutage hat selbst ein Sozialhilfeempfänger einen höheren Lebensstandart als die gehobene Mittelschicht zur Kaiserzeit.


WAs ...

... eine Errungenschaft der Industrialisierung und nicht der Sozialisten ist, obwohl sie es gern so hinstellen.
Dafür gibt es genug Beispiele.
In einer Monarchie gab es genug Widerstand durch die verschiedenen Bevölkerungsgruppen. Heute darf man Eltern sogar die Kinder wegnehmen, wenn man den Gott "Demokratie" erwähnt.
Da pfeif ich drauf. Man sieht es ja auch daran, dass diese "Demokratie" nur mit Gewalt durchsetzbar ist. Die DDR hätte mit unserem Wiederbeätitungsgesetz, der Volksverhetzung und vor allem der derzeitigen Datenspeicherung ihre helle Freude gehabt.

Antworten Gast: gast gast
16.07.2011 22:04
0

Re: Das Zeitalter der Monarchie ist vorbei - möge der Kaisersohn in Frieden ruhen

..hätten wir die Demokratie schon ein paar Jahrhunderte früher eingeführt....

Ja das sieht man an den speziellen Blüten von denen wir uns regieren lassen müsen, weil das sie das begabte österr. Wahlvolk ja so überlegt gewählt hat!

Re: Re: Das Zeitalter der Monarchie ist vorbei - möge der Kaisersohn in Frieden ruhen

Stimmt unsere Regierung ist derzeit nicht unbedingt effizient...

Gast: petra07
16.07.2011 18:25
0

Fleischhackers Kommentar...

... ist wohl sicher ironisch gemeint!

Dass es auch ein paar (gaaanz wenige) Europäer gibt, die nicht Fleischhackers Sichtweise auf diese Habsburger-Komiker haben (und diese auch nicht herbeischreiben lassen wollen) ist der Redaktion doch wohl hoffentlich bekannt?

In Westeuropa weiss man erschreckenderweise von Habsburg so gut wie nichts und in Osteuropa sind "Schwabos" eher übelbeleumdet. Monarchisten-Kreise ausgenommen.

Gast: das hirn
16.07.2011 16:22
2

prammers zeichen

michael fleischhacker stupst die nase der wahrer der sozialistischen orthodoxie in unnachahmlicher weise in das lulu der zeichensetzer. bei jungen hunden führt das manchmal zu einem erzieherischen erfolg. ich darf daran erinnern, dass einstens bruno kreisky jede menge kronprinzen hatte und unter andere auch einen lord lanc. nicht zu vergessen die zahlreichen ladies die unser land immer wieder aufs neue hervorbringt. da fält mir die feststellung ein : reich kann er - sie- noch werden, fein nimmermehr.

Antworten Gast: Ifrogamoi
16.07.2011 21:44
0

Re: wieso Fleischhacker ?


Gast: Papst
16.07.2011 16:13
1

der volksverhetzer

hoffentlich bekomme ich auch ein staatsbegräbnis da ich immer meine steuern bezahlt habe hingegegen die habsburger nur steuern genommen und davon gelebt beziehungsweise davon leben -wie blöd ist die menschheit

bezeichnend

Erstaunlich wie sich die meisten negativen Kommentare mit der im Artikel oben kritisierten Geisteshaltung decken!

Gast: Gerda, Ärztin
16.07.2011 15:40
3

Unetrräglich, dass wir soviel Geld für diesen Möchtegern ausgeben.



Mir war Habsburg bislang egal.
Jetzt sind mir diese lächerlichen Habsburgs widerlich geworden!

Re: Unerträglich, dass wir soviel Geld für diesen Möchtegern ausgeben.

Das sind die Ärztinnen, die erst die soziale Kompetenz in die Medizin eingebracht haben!

Wenn sich ...

... einige tausend Fußballproleten in der Innenstadt versammeln sich gegenseitig Schlägereien liefern und andere nichtbeteiligte Mitmenschen ängstigen und gefährden, rücken Polizisten aus.
Wenn die Linken den Ring für ihre Demonstrationen sperren, rücken Polizisten aus.
Wenn aber aus der ganzen Welt tausende Menschen (anders als die "Friedensaktivisten") tatsächlich friedlich von einem Menschen Abschied nehmen und eben auch wie eine Demonstration im ersten Bezirk eien Trauermarsch veranstaltet, reden wir über die Kosten?
Wie klein und erbärmlich doch Menschen sein können ...
Das Geld, das diese Werbeveranstaltung einbringt (wird im gesamten deutschsprachigen Raum ausgestrahlt) nehmen Sie aber schon?
So wie Sie die Erlöse aus dem geraubten Privatvermögen dieser Menschen nehmen?
Klar! Sie sind, wie sie sind.

Antworten Gast: strenger Mann
16.07.2011 15:53
1

Re: Unetrräglich, dass wir soviel Geld für diesen Möchtegern ausgeben.

Weshalb wir den Klamauk mit einigen 100.000,- Euro Steuern noch mitfinanzieren, ist mir auch nicht klar.

Die Habsburger soll das selbst bezahlen!

Den Ertrag, der aus diesem ...

... Geschenk für den österreichischen Tourismus kommt, werden Sie aber schon nehmen?
Und die Kosten für die diversen Ringsperren bei den linken Demonstrationen dürfen wir - bitteschön - schon mitzahlen?

Antworten Antworten Antworten Gast: Hinweiser
16.07.2011 21:38
0

Re: Den Ertrag, aus dem Tourismus ist doch geringer als er Schäden anrichtet


Welche Schäden

Feyman, Prammer oder Heinisch-Hosek anrichten sehen wir gerade.
(Apropos: Werden dies Flintenweiber auch einen Antrag auf Änderung der Europa-Hymne einbringen? "Tochter aus Elysium").
Aber welche Schäden hat Otto angerichtet (es ist doch etwas pietätlos, von ihm im Präsens zu posten).

 
12 3 4 5

Mein Parlament

AnmeldenAnmelden