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Asfinag-Inserate: Rechnungen belasten Faymann schwer

07.10.2011 | 17:18 |  von Hanna Kordik (Die Presse)

Kanzler Faymann kommt zusehends in Bedrängnis - wegen Asfinag-Inseraten, die er als zuständiger Minister initiiert hat. Der Vorstand lehnte sich auf, schaltete die Konzernrevision ein und musste gehen.

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Wien. Bundeskanzler Werner Faymann wird seine Vergangenheit nicht los: Hat er in den Jahren 2007 und 2008, als er SPÖ-Infrastrukturminister war, auf ÖBB und Asfinag Druck ausgeübt, in Zeitungen zu inserieren? Ging es ihm dabei in erster Linie um gute Beziehungen zwischen seinem Ministerium und den Zeitungen? Ehemalige Vorstände der Staatsunternehmen behaupten dies jedenfalls, die Korruptionsstaatsanwaltschaft ermittelt gegen Faymann. Und dieser dementiert weiterhin: Vom Ministerium habe es keine Aufträge für Inserate gegeben, wurde der „Presse“ gestern neuerlich mitgeteilt.

Und dies, obwohl Medien Unterlagen zugespielt wurden, die Faymann ordentlich in Bedrängnis bringen. Es geht um die Asfinag. Zur Erinnerung: In dem staatlichen Straßenbaukonzern war es wenige Monate nach Faymanns Amtsantritt 2007 zu heftigen Turbulenzen gekommen – die drei Vorstände Christian Trattner, Franz Lückler und Mathias Reichhold mussten gehen, obwohl ihre Verträge noch bis 2011 gelaufen wären. „Es gab Differenzen über die künftige Asfinag-Strategie“, lautete damals die offizielle Begründung für ihre Verabschiedung. Offenbar hatte man aber gegen sie nichts in der Hand: Zusammen bekamen sie über zwei Millionen Euro an Abfindungen und Bonifikationen.

 

Unkooperative Vorstände

Die Unterlagen, die der „Presse“ vorliegen, zeigen: „Differenzen“ gab es vor allem über die Frage, ob die Asfinag in Zeitungen inserieren sollte oder nicht. Faymann war vehement dafür, die Vorstände dagegen: Als Monopolunternehmen sei dies nicht notwendig, argumentierten sie, daher habe man bisher auch von Inseraten Abstand genommen.

Es wurde trotzdem inseriert – und zwar nicht zu knapp. Wobei das Büro Faymann eine raffinierte Vorgangsweise wählte: Der (unkooperative) Vorstand wurde einfach umgangen, Ansprechpartner in der Asfinag wurde Alois Schedl, Geschäftsführer einer Asfinag-Tochtergesellschaft, und der SPÖ nahestehend.

In einem internen Aktenvermerk, datiert mit 26.Juni 2007, liest sich das so: „Die Unternehmenskommunikation (Marc Zimmermann) wurde vor etwas mehr als zwei Wochen von Alois Schedl ersucht, als Ansprechpartner für Medienkooperationen zu fungieren, die das Kabinett von BM Faymann initiiert [hat] und das Thema Infrastruktur [...] zum Inhalt haben.“ Es werden Kooperationen angeführt, die „seitens des Kabinetts von BM Faymann geschlossen“ wurden: mit „Österreich“, der „Kleinen Zeitung“, „Heute“ und dem Magazin „Gewinn“.

Marc Zimmermann, längst nicht mehr bei der Asfinag beschäftigt, bestätigt das auch der „Presse“ gegenüber: „Herr Schedl hat mich gebeten, Inhalte für die Kooperationen zu liefern. Das war ein ganz normaler Job.“

Als weniger „normal“ empfanden das die damaligen Asfinag-Vorstände: Nachdem recht üppige Rechnungen eingelangt waren, beauftragten sie die Konzernrevision – also das interne Kontrollorgan – mit einer Sonderprüfung. Und die kam in ihrem mit 9. August 2007 datierten Schreiben zu folgendem Schluss: „Diese Art der Auftragserteilung entspricht nicht dem Regelprozess.“ Es seien „auf Eigentümerebene Entscheidungen getroffen worden, die eigentlich mit den zuständigen Vorständen hätten abgestimmt werden müssen“.

 

Inserate trotz Rüffels

Der ziemlich heftige Rüffel seitens der Konzernrevision blieb freilich ohne Konsequenzen. Schon am Tag nach Erscheinen des Revisionsberichts wurde eine neuerliche Kooperation mit der Tageszeitung „Österreich“ um 136.000 Euro intern per Aktenvermerk vermeldet.

Da war den drei Vorständen schon längst mitgeteilt worden, dass ihre Dienste nicht mehr erwünscht seien. Nach ihrem Abgang folgten noch unzählige solcher Kooperationen. Allein im ersten Jahr von Faymanns Ministerschaft schnellten die Ausgaben für Asfinag-Inserate von null auf über eine Million Euro.

Eine Asfinag-Sprecherin sagte der „Presse“ gestern, dass alles seine Richtigkeit gehabt habe. Der seinerzeitige Vorstand sei nicht hintergangen worden, weil die Abteilung Unternehmenskommunikation involviert gewesen sei – und die eigentlich dem Vorstand hätte berichten müssen. Alois Schedl treffe keine Schuld. Er ist übrigens nach dem Abgang der drei Vorstände in die Chefetage gehievt worden.

("Die Presse", Print-Ausgabe, 07.10.2011)

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573 Kommentare
 
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Gast: jedermann
09.10.2011 09:14
0 1

nur leider

wırds in Nıederösterreich mıt der Verwicklung von Medıen und Politik nicht anders seın!

In Niederösterreich

braucht man das gar nicht, da gibt es nur eine Partei, eine Religion, und eine Zeitung. Alle für einen, alle für Erwin!

Re: nur leider

bitte alle roten Bundesländer (z.B. Burgenländerwitz) nicht vergessen!

Allerdings, auf Bundesebene geht es hier bereits zum zig Millionen, das wiegt wirklich!!

Gast: super
08.10.2011 18:01
2 0

mal ehrlich....

das haben doch alle gewußt, zumindest geahnt, dass bei all diesen inseraten eine linke läuft.
und daß alle politiker in zeiten des wohlstands eben nur auf ihren eigenen wohlstand bedacht sind.
also wenn der eine ar.sch geht, kommt der nächste.
wozu aufregen ?

Gast: Wer die Wahrheit nicht weiß, der ist bloß ein Dummkopf. Aber wer sie weiß und sie eine Lüge nennt, der ist ein Verbrecher!
08.10.2011 17:19
7 0

Faymann.....

....verschwind!
Ps: Machtmissbrauch ist eines der grössten Verbrechen, welches es auf Erden gibt!

Antworten Gast: Paul Valéry
08.10.2011 18:03
0 1

ps

'Macht ohne Missbrauch verliert an Reiz'

Gast: Kassandra 2
08.10.2011 17:15
3 0

FRUSTABBAU

Posten ist für den Normalbürger die Möglichkeit seinen Frust über die ungenierte, Millionen Steuereuro teure, Bestechungsmaschinerie abzulassen. Wenn Krone und sein Anhängsel Heute und natürlich die SP-Erfindung Österreich weiter keine Postings zum großen Skandal unserer Zeit zulassen - wird die Empörung nicht weniger.
Das ist dann wie ein Kopf kochendes Wasser, auf das mit aller Gewalt ein Deckel hinaufgehalten wird.
Aber irgendwann haben die vielen hundert Tausend ausgenommenen und für blöd verkauften Österreicher genug. Es wird interessant wie sich dann dieser Zorn Luft machen wird.

Gast: Nemesis
08.10.2011 16:37
12 0

Wie lange lassen wir uns noch von der rotschwarzen Mafia regieren?

Sie verseucht mittlerweilen alle unsere Lebenbereiche.

Gast: Presseleser
08.10.2011 16:26
15 0

So etwas erlebt man nicht alle Tage


Das ist nur in Österreich möglich.

Solche Machenschaften eines Bundeskanzlers.

Und nichts passiert!




Gast: Antideologe
08.10.2011 15:35
20 0

Ein Riesenhoch der Presse!

Selten hat sich eine Zeitung hierzulande staatspolitisch und in Sachen Polithygiene und Entlarvung politischer Machenschaften derart verdient gemacht. Vor allem auch deshalb, weil in den anderen Medien - nicht nur in jenen, die, im Zusammenhang mit diesem ungeheuerlichen Skandal, von Steuergeldern schamlos profitiert haben sondern auch und insbesondere beim linken Staatsfunk ORF - dieser unglaubliche Mißbrauch (in Wahrheit: Raub) von Steuergeldern (es gilt selbstverständlich die Unschuldsvermutung!) auf das Unverfrorenste heruntergespielt wird. Bitte weiter so - und dranbleiben!

Antworten Gast: filia temporis
08.10.2011 18:32
0 0

in Sachen Polithygiene und Entlarvung politischer Machenschaften...

...Genau! Presseförderung und Inserateneinnahmen... sind im Vorhof der Macht nur die halbe Miete -
gekrönt wird letztendlich erst mit einem Österreichischem Ehrenkreuz für Wissenschaft und Kunst I. Klasse.


Gast: KingOfDummies
08.10.2011 15:31
15 0

Unerträglich sein Dauergrinsen

Wer nichts im Hirn hat,
wen seine Coaches inständig bitten besser zu schweigen damit der mühsam aufgebaute Nimbus nicht gleich wieder zerstört wird,
der sollte eigentlich schon längst sein,
wo der Pfeffer wächst.
Jede weitere Sekunde ist unerträglich und unzumutbar.

Faymann, wann bist du endlich eine Fußnote der Geschichte?

Gast: Januskopf
08.10.2011 15:23
18 0

Ein schlechtes Produkt

braucht Werbung, sonst ist es unverkäuflich.
Das hat sich auch Faymann gedacht und wirbt für sich in SP-Heute und Krone.

Gast: check
08.10.2011 15:12
5 3

Warum ist Strache so untätig?


Man kann über Jörg Haider und sein Wirken in Kärnten sagen was man will, aber als Oppositionspolitiker fehlt er in Österreich!

Rot steckt bis über beide Ohren im Korruptionssumpf. Dabei ist Faymann noch gar nichts gegen die Zustände in Wien!

Schwarz wird jedesmal bis über beide Ohren angepatzt, ob sie drinstecken oder nicht. Siehe BAWAG.

Blau ist personell so schwach dass sie zu vergessen sind. Einmal an der Macht wirkt diese Personalschwäche wie ein Selbstbedienungsladen.

Orange ist ein Bucher-Ein-Mann-Zirkus mit Altlasten.

Und Grün ist so auf RorGrün fixiert dass sie sogar einer Sumpfpflanze wie Faymann und Häupl die Mauer machen. Befehl aus dem Rathaus, "wir wollen doch nicht das Koalitionsklima belasten"...

Am laufen gehalten wird dieses korrupte perpetuum mobile dadurch, dass man alle schädlichen AUswirkung auf den Einzelnen mittels immer neuer Schulden kaschiert.

Aber bald ist schluss!

Eine neue Partei wird zu wenig sein, so lange das Netzwerk aus schmierenden und geschmierten Medien mitspielt.

Nur eine dritte Republik könnte Abhilfe schaffen.

Aber die Chance ist höher dass eine EU-Zentralregierung das Ruder übernimmt.

Schlimmer kann es für Österreich damit nicht werden!

Antworten Gast: Orange-in-Wien
08.10.2011 20:38
0 1

Re: Warum ist Strache so untätig?

HC Strache spekuliert auf rote Stimmen wenn er nicht zu tief mit der blauen Klinge zusticht bei den roten.
Drum handelt er nicht.

Positiv: So werden aber viele ÖVP-Wähler die von rot-schwarz genug haben aber zum BZÖ wechseln weil die FPÖ nicht erbittert genug gegen den roten UND schwarzen Sumpf ermittelt.

Gast: karl otto von Wien
08.10.2011 15:09
17 0

Für Faymann gilt die Unschuldsvermutung


Die politische Verantwortung sollte er angesichts der erdrückenden Beweislage aber schon jetzt wahrnehmen.

Auf solche Bundeskanzler können die Österreicher wirklich verzichten.

4 0

Re: Für Faymann gilt


nach allem was mein heute schon belegen kann eindeutig die Schuldvermutung.

Der Citoyen fragt sich wo die Staatsanwälte und deren Verantwortung bei solchen offensichtlichen Malversationen bleiben...

Der gelernte Österreicher kennt die Antwort - leider...

SPÖ baut um, Fayman, Rudas und Kräuter

bauen Kritiker ab und besetzen sie mit Freunderl aus Heute und Standard!

Alles klar?!

Die Wiener Zeitung wurde schon geköpft ...

Es wird eng für Schwarz und Blau!

Gast: Eh klar
08.10.2011 14:59
0 10

Asfinag war ja eine Erfindung von schwarz-blau

Und wo schwarz-blau drauf steht, ist Sumpf drin.

2 0

Re: Asfinag war ja eine Erfindung von schwarz-blau

Die ASFINAG gibt es seit 1984.
Und von 1984 bis 2000 und ab 2008 steht rot drauf.
Und wo rot drauf steht, ist mehr als Sumpf drin!

Re: Asfinag war ja eine Erfindung von schwarz-blau

Mag schon sein, aber inseriert wurde erst ab Faymann. Vorher sah man als Monopolbetrieb offenbar Inserate als das an, was sie auch sind - unnötige Ausgaben... ;-)

Re: Re: Asfinag war ja eine Erfindung von schwarz-blau

Die Faymann Inserate wurden aber von den zuständigen Vorständen abgenickt, vielleich auch zähneknirschend aber doch, oder sie haben davon erst sehr verspätet erfahren, was aber für diese kein Ruhmesblatt ist, da dies auf grobe Organisationsmämgel schließen läst, die sie zu verantworten haben.

Re: Re: Re: Asfinag war ja eine Erfindung von schwarz-blau

Dass die drei Weihnachtsmänner die Idealbesetzung waren, habe ich auch nicht behauptet... ;-)

Gast: Burgenländer
08.10.2011 14:44
10 0

Betreff: Bundespräsident

Durch die Faymanngeschichte hat der Bundespräsident nun vielleicht keine Möglichkeit zu den anderen "unseren Staat bedrohenden Causi" - wie er andernfalls sagen würde - Stellung zu beziehen, ansonsten müsste er die Causa Faymann natürlich einbeziehen, obwohl diese natürlich überhaupt keine ist. Unangenehme, unangenehm, äusserst unangenehm, wenn dem Bundespräsident - der doch ohnehin von unserer Verfassung bloß zur "moralischen Autorität" verdammt ist - nun völlig die "Hände gebunden" sind. Oder ist das jener Fall für den Dr. Heinz Fischer ohnehin am besten vorbereitet ist? Zur Causa selbst: Nun, es sieht so aus als ob es sich hier um eine äußerst clevere Form von kick-back handeln würde. Allerdings ohne Lichtenstein..... oder anderes Ausland, bloß nicht zur privaten Bereicherung, sondern zum Karrierefortschritt, natürlich alles nur für die "Padai". Wir erinnern uns: "Ohne Partei bin nichts."

Gast: Maple Ridge
08.10.2011 14:22
4 0

Wann wird der Österreicher aufwachen??

Tausende Amerikaner besetzen gewaltfrei die Wall Street -- das Zentrum globaler Finanzmacht und Korruption. In Ägypten nahmen die Bürger den Tahrir-Platz ein und stürzten ihren Diktator. In Indien brachte der Hungerstreik eines Mannes Millionen von Menschen auf die Straße und die Regierung zum Einknicken -- und zu wichtigem Handeln gegen Korruption. Seit Monaten protestieren Griechen gegen drastische Sparmaßnahmen im öffentlichen Sektor. In Spanien haben sich tausende “Indignados” einem Demonstrationsverbot vor den Wahlen widersetzt und ein Protestcamp auf dem Sol-Platz errichtet, um sich gegen politische Korruption und die Art, wie die Regierung mit der Finanzkrise umgeht, auszusprechen. Und in Israel haben die Bürger diesen Sommer “Zeltstädte” gebaut, um gegen ansteigende Wohnungspreise und für soziale Gerechtigkeit zu protestieren. Und was passiert in Österreich?? Wie gelähmt N I C H T S!!!


Antworten Gast: Burgenländer
08.10.2011 15:29
1 0

Re: Wann wird der Österreicher aufwachen??

Also der Leidensdruck ist für uns Durchschnittsbürgerinnen und Bürger nicht wirklich hoch genug. Darüber hinaus sind wir obrigkeitshörig sozialisiert, was wir - wie andere Gefühle auch - nicht wirklich zur Kenntnis nehmen, eigentlich verdrängen. Dies wir durch den Umstand, dass eine Unzahl von Funktionären - allein 448 Landtagsabgeordnete, 80 Landesregierungsmitglieder - auch in AK, WK, LK und ÖGB über Jahrzehnte versicherten, sie würden "schon schauen, dass es uns gut geht". Diese viele Schalter umzulegen um zu einer funktionierenden Zivilgesellschaft aufzusteigen erfordert einen höheren Leidensdruck. Dieser wird hoffentlich dann nicht gleich wieder zu jenen unguten Massenphänomenen führen, die ein Deutschland einreisender - in Österreich sozialisierter - Führer hervorgerufen hat. Einige seiner Geisteskinder können wir bereits wieder erkennen, aber die "Systemparteien" machen es ihn allzu leicht.

 
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