26.05.2012 11:48 | Meine Presse Merkliste 0

"Heute"-Miteigentümer soll SPÖ sanieren

08.10.2011 | 17:48 |  von Ulrike Weiser (Die Presse)

Der 73-jährige Miteigentümer der Gratiszeitung "Heute" Günther Havranek soll die SPÖ sanieren. Der Schuldenstand der Partei beträgt dem Bundesgeschäftsführer zufolge immerhin fünf Millionen Euro.

Artikel drucken Drucken Artikel versenden Senden Merken AAA Textgröße Artikel kommentieren Kommentieren

Günther Havranek war schon bisher ein sehr viel beschäftigter Mann. Der fotoscheue 73-jährige Wirtschaftstreuhänder vertritt das Bundeskanzleramt im Vorstand der Albertina, er sitzt in der Stiftung „Rettet den Stephansdom“, ist Gründer der „Tierschutz-Stiftung“ und leitet den Aufsichtsrat-Vorsitz der Merkur GmbH (die Teile des SP-Parteivermögens enthält). Vor allem aber ist er offizieller Miteigentümer der Wiener Gratis-U-Bahn-Zeitung „Heute“, über deren Verbindungen zur SPÖ und zur „Kronen Zeitung“ heftig spekuliert wird. Seit ein paar Monaten hat Havranek, wie das Magazin „Profil“ in seiner Montagsausgabe berichtet, nun auch einen neuen Job: Er soll die SPÖ sanieren.

Und zwar, wie Bundesgeschäftsführer Günther Kräuter der „Presse“ bestätigt, auf direkten Vorschlag von Bundeskanzler Werner Faymann. Allerdings, schränkt Kräuter ein, sei Havranek nur einer von mehreren externen Experten (außer Havranek lässt man sich noch von einer Steuerberatungskanzlei beraten), deren Know-how man für eine Organisationsveränderung zugekauft habe. Die Strukturreform, so Kräuter, sei schon länger geplant gewesen und werde nun in der wahlfreien Zeit umgesetzt. Der Partei geht es finanziell nämlich nicht besonders: Der Schuldenstand beträgt dem Bundesgeschäftsführer zufolge immerhin fünf Millionen Euro.

Umbau in der Löwelstraße. Schuld daran ist der vergangene Wahlkampf, aber auch die Kürzung der Parteiförderung (heuer um 3,6 Prozent, nächstes Jahr um 5,6 Prozent) würden, so Kräuter, zur angespannten Lage beitragen. „Wir haben einfach zu hohe Personalkosten“, so Kräuter zur Löwelstraße, wo es etwa 60 hauptberufliche Mitarbeiter gibt. Drei prominente müssen – dem Vernehmen nach eher unfreiwillig – gehen: Der leitende Sekretär für Finanzen Helmut Fiala und Sonja Artner, die Leiterin der Rechts-und Personalabteilung, die bereits aufgelöst wurde, sind definitiv weg. Reinhard Buchinger, der langjährige Organisationschef der SPÖ-Zentrale, wird laut Austria Presseagentur bis Jahresende weichen.

Die Aufgaben des Trios werden aufgeteilt, mit Manfred Lamplmair, so heißt es, soll sich künftig ein Vertrauter von Co-Bundesgeschäftsführerin Laura Rudas um die Organisationsfragen kümmern. Gerüchte, dass die Umstrukturierung vor allem Mitarbeiter von Kräuter (und nicht von Rudas) betreffe, bestreitet dieser. Der Strukturumbau sei ein gemeinsames Projekt.

„Heute“ als Inseratenkaiser. Die aktuellen Maßnahmen hängen, wie Kräuter sagt, zwar „nur zum Teil“ direkt mit Empfehlungen Havraneks zusammen. Trotzdem ist der Zeitpunkt, zu dem Havraneks Beratungstätigkeit publik wird, für die SPÖ unangenehm. Die Meldung platzt mitten in die „Asfinag-ÖBB-Inseraten-Affäre“ rund um Bundeskanzler Faymann. Wie die „Presse“ in den vergangenen Tagen berichtete, belegen etwa interne Aktenvermerke der Asfinag aus dem Jahr 2007, dass zahlreiche Kooperationen mit Tageszeitungen vom Büro Faymann vereinbart, abgeschlossen und kontrolliert wurden. „Heute“ wiederum ist eine jener Zeitungen, die besonders stark von politischen Inseraten profitiert: Laut dem Media-Focus-Werbebarometer erhält „Heute“ 15,5 Prozent der Politikwerbung. Insgesamt stammen 28 Prozent ihrer Inserate von Parteien, öffentlichen Institutionen und staatsnahen Firmen.

Wer steht hinter Havranek? Was auch die seit der Gründung der Gratiszeitung laufende Debatte um ihre Eigentümer anheizt. Die Eigentümer-Konstruktion ist nämlich einigermaßen verwirrend: Laut Firmenbuch gehört „Heute“, das von Eva Dichand herausgegeben wird, über den AHVV-Verlag einerseits zu 74 Prozent dem Fidelis Verlag, der wiederum zu 51 Prozent Havranek gehört, und anderseits zu 26 Prozent der Periodika Privatstiftung, der er mit Wolfgang Jansky („Heute“-Geschäftsführer und früherer Pressesprecher von Werner Faymann, als der noch Wiener Wohnbaustadtrat war) vorsteht.

Was Havranek, wie „Profil“ folgert, zum Mehrheitseigentümer macht. Eigentlich. Tatsächlich wurde seit jeher spekuliert, ob Havranek seine Anteile treuhänderisch für jemand anderen hält: entweder für die „Kronen Zeitung“, der kurz vor der „Heute“-Gründung von der WAZ ihr eigenes Gratisblatt abgedreht wurde. Oder aber dass die SPÖ hinter der Konstruktion stecke, immerhin war auch SP-Staatssekretär Josef Ostermayer von 2003 bis 2004 Vorstand der Urbania Privatstiftung, die damals indirekt am AHVV-Verlag beteiligt war. Havranek selbst hat beide Varianten stets heftig dementiert. Trotzdem ist es kein Wunder, dass „Heute“ im Zuge des Medientransparenzgesetzes auch zum Zankapfel in der Koalition geworden ist. Die ÖVP will unbedingt die Eigentumsverhältnisse von Medien – Treuhand-Konstruktionen inklusive – offenlegen, die SPÖ nicht.

Havranek, der schon mit Helmut Zilk ein enges Verhältnis pflegte und den Alfred Worm einmal, gar nicht so unpassend, „rote Eminenz“ nannte, hat indessen schon wieder andere Dinge zu tun: Neben seinem Sanierungsjob widmet er sich der neuen Privatstiftung QMM, einer Periodika-Tochter, die etwa die SPÖ-nahe Mieterzeitung „Fair Wohnen“ produziert. An deren Relaunch arbeitete, wie der „Falter“ zuletzt recherchierte, Martina Ludwig-Faymann, Ehefrau des Kanzlers, mit.

("Die Presse", Print-Ausgabe, 09.10.2011)

Testen Sie "Die Presse" 3 Wochen lang gratis: diepresse.com/testabo
Als Gast kommentieren

...oder einloggen um als registrierter Benutzer zu kommentieren (Vorteile dieser Variante)


Mit dem Absenden Ihres Kommentares erklären Sie sich mit den Forenregeln einverstanden.

*... Pflichtfelder

Sicherheitscode
(Was bringt das?)*



Schwer lesbar?
Neuen Code generieren

Verbleibende Zeichen

119 Kommentare
 
1 2 3
0 0

Einfach jedes HEUTE auf den Boden legen und mal draufsteigen,

wetten die Reichweite sinkt?

Gast: OÖ
10.10.2011 14:43
1 0

heute die "sexy" gratiszeitung...

wieso darf eigentlich so ein menschenverblödentes spö pamphlet an jedem mittelkleinem bahnhof verteilt werdn?Das ist schon richtige manipulation der massen!Aber frau dichant und ihre "sexy" tageszeitung mit ihren "sexy" infos sind ja sooo geil!!!kann es kaum "erwarten" mir morgen die neue heute zu holen!

census
10.10.2011 13:29
1 0

Die zahlen ihren Zeitungsjungs die Grati aus!


Gast: zensuriert doch mal wen anderen
10.10.2011 12:23
0 0

BAWAG Milliarden

was, die BAWAG Milliarden sind schon wieder verprasst?

0 0

"Heute"-Miteigentümer soll SPÖ sanieren


Bislang lief es nach allem was man so liest ja eher umgekehrt.


Gossert
10.10.2011 11:07
2 0

SPö raubt BürgerInnen aus

da gibt's Steuergeld in Form von Presseförderungen jedes noch so erbärmliche Schundblatt, um SPÖ freudlich zu berichten

0 0

Kann man die Löwelstrasse Internet Polizei nicht sperren?

Was da unten über Gäste rein kommt ist mehr als haarsträubend!

Allerdings, wir wollen uns doch nicht auf Stadard-Niveau begeben ...

;-)

Gast: little_brother_is_watching_you_too!
10.10.2011 02:39
0 9

Die Raiffeisen-Medienmafia hat aber viel Geld für


ihre Berufsposter übrig.

Peinliche Bande ...

Antworten Wa. Serro_
10.10.2011 08:36
9 0

Re: Die Raiffeisen-Medienmafia hat aber viel Geld für

Wusste gar nicht, dass ich für die Raiffeisen-Mafia arbeite.

Ich vermute hinter Ihnen einen Berufsposter, dem die Argumente ausgegangen sind.

Kein Wunder: Denn augenscheinlicher kann man ja einen zu vermutenden Finanzverschub ins Parteisäckel gar nicht anlegen.

Oder gar Sie, Herr Bundeskanzler? Dann nütze ich hier gerne die Gelegenheit, an Sie zu appellieren, dass SIE ENDLICH ZURÜCKTRETEN, um uns Steuerzahler nicht länger am Säckel zu hängen.

Wa. Serro_
09.10.2011 22:32
5 0

Boooaaah - "Heiliger Verschiabnix" schau oba:

Günther Havranek ist Mehrheitseigentumer und - man spricht, dies in Strohmannfunktion - von "Heute", welches vergangenes Jahr vom Steuerzahler für Annoncen für Faymann

35 Mio € erhielt.

Der Rest des Boulevard-Blattes (Heute) gehört einer SPÖ nahen Stiftung.

Und nun werkt Günther Havranek in der Kassa der SPÖ.

Na ja, "eine Bawag" hat die SPÖ ja keine mehr zu verscherbeln und ihre anderen Unternehmen sind auch zugrunde gegangen.....

Wa. Serro_
09.10.2011 22:29
1 0

Boooaaah - "Heiliger Verschiabnix" schau oba:

Günther Havranek ist Mehrheitseigentumer und - man spricht, dies in Strohmannfunktion - von "Heute", welches vergangenes Jahr vom Steuerzahler für Annoncen für Faymann

35 Mio € erhielt.

Der Rest des Boulevard-Blattes (Heute) gehört einer SPÖ nahen Stiftung.

Und nun werkt Günther Havranek in der Kassa der SPÖ.

Na ja, "eine Bawag" hat die SPÖ ja keine mehr zu verscherbeln und ihre anderen Unternehmen sind auch zugrunde gegangen.....

Gast: Orange-in-Wien
09.10.2011 16:09
7 0

die Zeitung Österreich dürfte da auch mitmachen:

Hier die neueste LÜGEN-MASCHE:
Fünf blaue (und später orange) Ex-Minister der Wenderegierung unter Schüssel stehen unter ­Korruptionsverdacht. Die Staatsanwaltschaft ermittelt gegen Gorbach, Scheibner & Co.
http://madonna.oe24.at/thema/Claudia-Haider-zeigt-ihr-neues-Leben/42541452?

Meine Klarstellung:
Ja Gorbach und Scheibner sind frühere blaue und später Orange gewesen.
UND WER SIND DIE ANDEREN 3?
*stille*
Ach also sinds doch nur 2 und nicht 5!
Dann sagt es doch gleich.

*Grasser war FPÖ dann ÖVP Mann
Nach der Nationalratswahl 2002 trat Grasser aus der FPÖ aus und wurde im neuen Kabinett Schüssel als parteiloser Finanzminister angelobt. Obwohl er kein Parteimitglied war, wurde Grasser daraufhin von österreichischen Leitmedien, wie etwa der Austria Presse Agentur als ÖVP-Minister bezeichnet, weil er im Bundesvorstand der ÖVP tätig war, und damit eine Spitzenfunktion in dieser Partei ausübte.

*Reichhold war immer FPÖ-Mann

*Der 5.te der hier tituliert wird ,übrigens Ernst Strasser WAR uns IST immer ÖVP-Mitglied gewesen:
Wie ein Video belegt, hat der ehemalige EU-Delegationsleiter der ÖVP in Brüssel gegen Geld Gesetzesinitiative angeboten. Strasser musste als EU-Mandatar zurücktreten, formal ist er auch kein ÖVP-Mitglied mehr.(Quelle SN)

Übrigens noch was liebe FPÖ/ÖVP die sich an uns Orange abzuputzen wollen.
"Wos wor mei Leistung"-Meischi war auch nie bei uns daheim:
Meischberger ist ein österreichischer Unternehmer und ehemaliger Politiker der FPÖ.
(Quelle wiki)

at.spam
09.10.2011 15:58
3 0

... müssen gehen ....

sollte das nicht umbenannt werden in "werden in parteienfreundlichen Unternehmen untergebracht"?!?

poldionkel
09.10.2011 15:58
12 0

sparen bei der spö

kostenloser tipp an die spö. seht einmal in der löwelstrasse, so zwischen 9 und 10 die eingangstüre genauer an. genau um diese zeit trudeln horden von lackierten parteitussis, entschuldigung, sekretärinnen und sachberarbeiterinnen dort ein. ja wirklich schon um diese sehr frühe stunde werken diese mäuschen emsigst. die partei ist doch nur mehr ein aufgedunsener funktionärs und mitarbeitermoloch zur unterbringung der inzuchtkinder

6 0

Re: sparen bei der spö

Aber da tun sie doch eh. Alleine bei den Inseratenkosten wurden immense Summen eingespart... ;-)

Gast: Bademeisterin
09.10.2011 15:42
5 0

Ich habs schon immer g'wusst,

die Genossen verstehen was vom Geld und vom Gschäft, die kennen sich aus.....

8 0

Quantität vor Qualität

... das ist offenbar das Motto des SPÖ-lastigen Schundblattes "HEUTE"!!

5 0

Quantität vor Qualität

... ist offenbar das Motto des SPÖ-lastigen Schundblattes "HEUTE"!

Antworten fireone
09.10.2011 18:56
1 0

Re: Quantität vor Qualität

Solche Jubelblätter gibt es mehrere, speziell in Wien.

Gast: gast22
09.10.2011 14:14
13 0

"Gerüchte, dass die Umstrukturierung vor allem Mitarbeiter von Kräuter (und nicht von Rudas) betreffe, bestreitet dieser."

Es sollte mich nicht wundern, wenn dem so wäre.

Die Protektion für die Rudas-Umgebung reicht ja weit über Faymann hinaus, bis ins Wiener Rathaus, zu Häupl.


32 0

Presse, Kurier und Co, bitte bleibt an HEUTE und ECHO dran,

Ihr wisst garnicht wie sehr ihr damit ins Nest stecht! Wenn ihr weitermacht, helft ihr nicht nur der Republik unendlich sondern auch euch gewalltig!

Wundert Euch nicht, wenn wir auf Bestechung, Parteienfinanzierung und Bereicherung wichtiger Personen stosst.

A propos, warum schweigt der Heinzi in der Hofburg schon wieder???

Antworten Gast: Altkater1
09.10.2011 14:40
11 0

Re: Presse, Kurier und Co, bitte bleibt an HEUTE und ECHO dran,

"A propos, warum schweigt der Heinzi in der Hofburg schon wieder??? "

Wieso "schon wieder"?

Eher: noch immer!

Außerdem ists eh besser - was sollt er denn als "Unparteiischer" schon viel gegen seine Genossen sagen können?

Antworten Gast: ASVG-Sklave
09.10.2011 14:18
1 14

Und wer bleibt an Presse, Kurier und Co "dran"?


Lustig, wie sich die Raiffeisen-Jünger aufregen müssen, wenn sich eine Medium ihrem Einfluss entzieht.

Antworten Antworten Gast: apfelmännchen
10.10.2011 13:18
0 0

Re: Und wer bleibt an Presse, Kurier und Co "dran"?

@asvg-sklave - der Haken sass ;)

Antworten Antworten Gast: SVA - Liebling
09.10.2011 15:19
0 0

Re: Und wer bleibt an Presse, Kurier und Co "dran"?

Klatscher!

29 0

Wie lange noch, darf der Kanzlerdarsteller sein schmutziges Geschäft mit den Boulevardmedien betreiben?

Dieser Möchtegern gehört schleunigst entfernt aus der österreichischen Politik, denn er hat dem Ansehen Österreichs bis dato nur geschadet und er vernichtet zusätzlich hart erarbeitetes Volksvermögen um sich und seine Günstlinge zu bedienen.

Außenpolitische Agenden schwänzt er Kanzlerdarsteller, zum Gipfeltreffen in Warschau hat er einen Staatssekretär geschickt. Wofür bezahlen wir diese Marionette?

 
1 2 3

Mein Parlament