U-Ausschuss: "Der verlängerte Arm der ÖVP"

15.03.2012 | 18:26 |   (Die Presse)

Michael Fischer, einst in der Telekom für Public Affairs zuständig, war im Konzern das Bindeglied zwischen Konzern und ÖVP. Der beurlaubte Manager verbrachte viel Zeit bei Jagdausflügen und an Stammtischen.

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Wien/G. h. „Was haben S' denn erschossen“, fragt Peter Pilz genüsslich und sorgt für Heiterkeit im Budgetsaal des Parlaments. Dort tagte der parlamentarische Untersuchungsausschuss zur Telekom-Korruptionsaffäre. Und nicht der einst mächtige Telekom-Boss Boris Nemšić sorgt am Donnerstag für Spannung, sondern ein smarter, grau melierter Endvierziger namens Michael Fischer. Der war einst in der Telekom für Public Affairs zuständig. In dieser Funktion organisierte er auch mondäne Jagdausflüge. Fischer charterte einen Learjet nach Schottland, wo auf dem Anwesen des Grafen Alfons Mensdorff-Pouilly geschossen wurde. „Fasane und Rebhühner“, beantwortete Fischer die Frage von Peter Pilz.

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Aber der frühere Telekom-Manager und nunmehrige Kronzeuge der Staatsanwaltschaft, Gernot Schieszler, hatte damals weniger Federvieh, sondern seine Gäste im Visier. Markus Beyrer etwa. Der war Generalsekretär der Industriellenvereinigung. Oder den Bauunternehmer Soravia. Bei schottischen Dudelsackklängen wurde vor allem genetzwerkt. Bezahlt wurde die Party von der Valora, jenem Unternehmen des PR-Manns Peter Hochegger, das in den vergangenen Monaten immer wieder im Zusammenhang mit Parteispenden, Druckkostenbeiträgen und ähnlichen verdächtigen Zahlungen genannt wurde.

Markus Beyrer ist mittlerweile ÖIAG-Vorstand und Aufsichtsratschef der Telekom. In dieser Funktion leitet er auch den Kontrollausschuss, der konzernintern die Telekom-Affäre aufarbeiten lässt. In diesem Kontrollausschuss sitzt auch der frühere Siemens-Manager und nunmehrige Telekom-Aufsichtsrat Franz Geiger, ebenfalls Jäger und ebenfalls mit Michael Fischer gut bekannt, wie aus den Akten hervorgeht. Geyer und Beyrer verkehrten unter anderem auch am Jagdstammtisch, an dessen Vereinsspitze Michael Fischer zu finden ist. Dem Grünen Peter Pilz sind verdächtig viele Jagdkameraden nun mit der Aufklärung der Affäre betraut.

„Es entsteht der Eindruck, dass Sie der verlängerte Arm der ÖVP auf Kosten der Telekom waren“, sagt FP-Mandatar Walter Rosenkranz. Martin Fischer wird durch seinen öffentlich gewordenen E-Mail-Verkehr belastet. Darin bemüht er sich etwa um 100.000 Euro für den Wahlkampf der JVP. Kurz nach Bekanntwerden dieser Geldflüsse musste Fischer seinen Schreibtisch in der Telekom räumen. „Suspendiert“ hieß es in den Medien. Das stimme so nicht, so Fischer: „Ich baue Urlaub ab.“

Mittlerweile ermittelt die Staatsanwaltschaft gegen Fischer. Und weil er keine Einsicht in die Akten habe, entschlage er sich sicherheitshalber der Aussage, erklärte Fischer. Vor allem wenn die Rede auf Hochegger und Valora kommt, hat es mit der Redseligkeit ein Ende.

Auch als Rosenkranz fragt, ob Fischer auch finanzielle Wünsche seitens SPÖ, Grünen, FPÖ oder BZÖ befriedigt habe, entschlug sich Fischer der Aussage.

Auch das sage einiges aus, meinte Rosenkranz.

("Die Presse", Print-Ausgabe, 16.03.2012)

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41 Kommentare
 
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und wieder amon - ein neuer övp-skandal !

ÖVP-Chef Michael Spindelegger stellte sich gestern hinter Amon. Im ORF sagte er, wer beschuldigt werde, müsse sich auch verteidigen können. Spindelegger wünscht sich, das "alles restlos aufgeklärt wird".

ein neuer övp-skandal!

bundeskanzler faymann mußte in der inseratenaffäre bereits ende februar bei der staatsanwaltschaft wien aussagen. regierungsmitglieder sind nicht immun.

herr amon als (immuner) övp-abgeordneter will sich vor so einer vernehmung drücken - und attackiert die justiz.

besser könnte der unterschied zwischen spö und övp nicht dokumentiert werden:

die gesamte övp ist durch und durch korrupt !!!

Gast: Glaubwürdigkeit
16.03.2012 09:33
0 0

Galubwürdigkeit

lasst uns weiter uns selber untersuchen --- da ist sicher nichts dran !!

Wie heißen die Herren eigentlich?

Geiger oder Geyer?
Martin oder Michael Fischer?

Ich hoffe nur, der Inhalt des Artikels ist genauer recherchiert als die Namen der betroffenen Personen.

Re: Wie heißen die Herren eigentlich?

Wer soll da überhaupt noch durchblicken? Diese Journalistische Arbeit ist inzwischen mit sicherheit komplizierter als die undruchsichtigen Krisen des Nahen Ostens.

Wenn die Justiz mit denen fertig ist wird man lediglich ums Parlament hohe Stacheldrahtzäune errichten müssen damit die Verbrecher nicht ausbrechen.

Und diese Leute vertreten uns auch noch in der EU und im übrigen Ausland bei dem Gedanken daran wird einem schlecht.

Gast: fulca
16.03.2012 08:23
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Der Verschwender

Wann erhält Schwarz-Blau posthum endlich den Weltkulturerbestatus als letztverbliebener Balkan-Korruptionssumpf?

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Entzug der Staatsbügerschaft!

Nachfolgender § ist im Stafgesetzbuch aufzunehmen:
Politiker (Mitglieder politischer Parteien) die sich durch Korruption auszeichnen, ist die österreichische Staatsbürerschaft zu entziehen.

Nachfolgender § ist im Kraftfahrgesetz aufzunehmen:
Politiker (Mitglieder politischer Parteien) welche sich durch anhaltende Vergesslichkeit nicht an der Aufklärung von Korruptionsfällen beteiligen können, ist mangels der zu erwartendenden Zuverlässigkeit im Verkehr, die Lenkerberechtigung zu entziehen.

Re: Entzug der Staatsbügerschaft!

ausbürgerungen sind aber völkerrechtswidrig, und daher im strafrecht nicht umsetzbar, außerdem wäre eine ausbürgerung sowieso eine viel zu geringe strafe, mir wäre es lieber wenn die betroffenen für lange zeit ins gefängnis wandern würde, und eine saftige strafe aufgebrummt bekommen, sodass sie alles verlieren

es muss endlich jedem dieser verbrecherischen politikern klar gemacht werden, dass sich korruption nicht lohnt

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Was mich an der Telekom auch interessiert,

was aber natürlich nicht Sache dieses Ausschusses ist, sondern die der alten österreichischen Telefonkunden ist: Wer hat über Jahrzehnte jene Milliarden eingesteckt, die uns über unfassbar überhöhte Telefongebühren abgenommen wurden. In jenen Jahrzehnten, als Post&Telefon noch ein totaler Staats- und Monopolbetrieb war und als alle Post&Telefonerer noch präpotente Beamte waren. Und al man in gute Postpöosten nur mit dem Parteibuch kam und dann eine Lebensstellung hatte.
Wer war das, wer hat uns über Jahrzehnte über die dreifach überhöhten Telefontarife gnadenlos ausgenommen. Da muss man der EU schon danken, als sie dieses Postmonopol einer Konkurrenz - zuerst über Handys und schließlich auch über Festnetzalternativen - aussetzte.
Aber das erfahren wir österreichische Bürger natürlich nie, aber wir wissen es ohnehin.

3 0

Re: Was mich an der Telekom auch interessiert,

Was ich noch vergessen habe zu erwähnen: Das ORF-Zwangsgebühren-System ist natürlich auch ein originales und leider weiterlebendes Relikt aus dieser Zeit.

jagdschein

bald mache ich auch meinen jagdschein beim humboldt, um in die erlauchte runde aufgenommen zu werden und ausgesorgt zu haben.

Rotfunk vor Ort

In der ZiB2 hat die die rote Journaille schon wieder mit einem Interview mit dem rot angesiedelten Soziologen zur gegenwärtigen politischen Situation zugeschlagen.

DDR pur!!!

Historischer Hintergrund des Interviewten mit dem man die Österreicher wieder mit einer linken Gehirnwäsche bearbeiten zu beabsichtigte:

Interview mit Hubert Sickinger.

Who is Hubert Sickinger: Google gibt hierzu folgende Auskunft:

"Sickingers Institut für Konfliktforschung im SPÖ-Umfeld

Hubert Sickinger. Die SPÖ half seinem
Institut in der Gründungsphase mit Aufträgen.

Hubert Sickinger selbst ist seit vielen Jahren am Institut für Konfliktforschung tätig, einem „außeruniversitären Forschungsinstitut mit dem Rechtsstatus eines gemeinnützigen Vereins“, das seinerzeit auf Grund von intensivem Lobbying des Wissenschaftlichen Leiters Anton Pelinka unter SPÖ-Wissenschaftsministerin Herta Firnberg in den siebziger Jahren seine ersten Förderungen und Aufträge erhalten hat. Sickinger selbst kam über die Schiene der Liste Kritischer Juristen, einer VSStÖ-Liste ins Umfeld von SPÖ-Günstling Pelinka."

Ich appelliere:

- Privatisiert den Rotfunk (ORF)

- Schafft die postsozialistischen Zwangsgebühren (GIS-Gebühren) ab

Re: Rotfunk vor Ort

es wird zeit für neue visitenkarten!

dort muss unbedingt angeführt werden, dass sie ihre berufung im werfen von nebelgranaten im auftrag der övp gefunden haben.

wird das von den parteifreunden wenigstens anständig entlohnt? oder 'arbeiten' sie für gottes lohn, damit ihre freunde weiter fest abzocken können?

Re: Re: Rotfunk vor Ort

Das sind keine Nebelgranaten, das sind Fakten.

Ein guter Rat: Nehmen Sie ihr rote Brille ab und schalten Sie Ihren Denkapparat ein.

Re: Rotfunk vor Ort

das klingt ein wenig nach:

tötet den überbringer der nachricht!

schön laut einen nebenschauplatz eröffnen, damit der wahre skandal unbeachtet bleibt.

auch nicht gerade seriös

Re: Re: Rotfunk vor Ort

Falsch: Dies ist wieder einmal ein trifftiger Grund, den von Steuern und Zwangsgebühren subventionierten ROTFUNK endlich zu privatisieren.

Denken Sie nicht immer von den anderen, so wie Sie offenbar zu handeln scheinen.

Re: Re: Re: Rotfunk vor Ort

es geht in obigem bericht aber über die övp und ihr lukratives verhältnis zur telekom, kein einziges wort über den orf.
sie mögen teilweise recht haben, was den orf betrifft, allerdings trieft ihr posting vor övp-wehleidigkeit, ist tendenziös und selbst für einen blinden leicht zu durchschauen

ps: ich bin wechselwähler und bilde mir selber ein urteil

Antworten Gast: b754
16.03.2012 04:44
2 0

Re: Rotfunk vor Ort

man fragt sich ernsthaft wie jemand wie du jemals redakter werden konnte du und der schellhorn mit eurer spö paranoia das ist schon krankhaft

Re: Re: Rotfunk vor Ort


Serro hat völlig recht.

Ich habe im ORF noch KEINEN nicht-roten "Experten" gesehen . (Pelinka, Hausjell etc.)

Re: Re: Re: Rotfunk vor Ort

Was hat der Pelinka überhaupt noch am Küniglberg zu suchen?

Re: Re: Re: Re: Rotfunk vor Ort


Nicht der Niko.

Antworten Antworten Gast: gast 5p
16.03.2012 07:24
4 0

Re: Re: Rotfunk vor Ort

Es ist doch amüsant, die Artikel und vor allem die Foren in der Presse zu lesen. Es herrscht echte Bunkerstimmung. Alles harmlos, man wehrt sich ja nur gegen den roten Feind, da sind nun mal alle Mittel Recht.

Moralisch und geistig ist's halt ein bisser finster in diesem Bunker. Aber lustig ists doch.

Re: Re: Rotfunk vor Ort

Ich versteh Ihren Unmut: Die Wahrheit verträgt sich halt so schwer.

Antworten Antworten Antworten Gast: nkel
16.03.2012 10:29
1 0

Re: Re: Re: Rotfunk vor Ort

er will halt so gern von der Korruptionorgie der ÖVP ablenken.

Antworten Gast: krachmandel80
15.03.2012 22:59
3 2

Re: Rotfunk vor Ort

Alles schön und gut aber packen Sie ihre Paranoia wieder ein.
Hier gehts um was anderes und der Rotfunk interessiert hier in Wahrheit zur Zeit keinen.

Re: Re: Rotfunk vor Ort

Worum geht es denn, wenn wir ehrlich sind?

Um Dinge, die jeder Österreicher vorher ohnehin schon wusste, nämlich, dass ohne "Ölen" in dieser Republik nichts weitetrgeht.

Davon sind auch nicht einmal die Medien ausgenommen. Nur jetzt versucht die politische Linke dies alles medienwirksam auf die ÖVP und die Blauen aufzuladen, um weiter am Futtertrog zu bleiben.

Antworten Antworten Antworten Gast: krachmandel80
16.03.2012 09:38
1 0

Re: Re: Re: Rotfunk vor Ort

Worum es geht wenn wir ehrlich sind ?

Es geht zur Zeit und mittlerweile NUR um die Machenschaften der ÖVP.

Alles zu seiner Zeit und das Rotfunkproblem wird schon wieder kommen,hat aber hier nichts verloren auch wenn es das System Österreich zeigt.
Sie werfen Blend und Nebelgranaten.

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