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Erstes TV-Duell: Romney sticht Obama aus

04.10.2012 | 08:13 |   (DiePresse.com)

Bei der ersten von drei Fernsehdebatten ging es vor allem um Steuern und Obamas Gesundheitsreform. Die Überraschung: Der US-Präsident wirkte müde, sein Herausforderer angriffslustig.

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Das Urteil der Kommentatoren über den US-Präsidenten war wenig schmeichelhaft: Barack Obama wirke müde, unelegant und spreche in zu akademischer Sprache und zu vielen Details. Sein Herausforderer Mitt Romney hingegen komme überraschend sympathisch rüber, rede nuanciert und wirke angriffslustiger als Obama. Die erste TV-Debatte der Präsidentenbewerber endete in der Nacht auf Donnerstag klar zugunsten Romneys. Das sehen nicht nur die Analysten so. Für 67 Prozent hat Romney die Debatte besser gemeistert. Das geht aus einer - allerdings nicht repräsentativen - Umfrage von CNN/ORC hervor. Auch in der entscheidenden Gruppe der unentschlossenen Wähler sahen 46 Prozent einen Sieg des Republikaners. Nur 22 Prozent fanden, dass sich der Amtsinhaber besser geschlagen hat (Quelle: CNN/ORC).

--> US-Reaktionen: "Romney rocked it"

Dabei befand sich der Republikaner Romney über weite Strecken der Debatte in der Defensive. Schon in der ersten Viertelstunde kam es zu einer Konfrontation beim Thema Steuern, bei dem der Republikaner mehrmals dazu gezwungen wurde, abzustreiten, dass er die Steuern für Gutverdiener senken werde und insgesamt fünf Billionen US-Dollar an Steuern kürzen wolle.

Der Präsident griff Romney dabei direkt an: "Gouverneur Romney denkt, wenn wir Steuern für Reiche senken und Regulierungen zurückfahren, dann geht es uns besser. Ich bin anderer Ansicht". In seiner Angriffslinie über Steuersenkungen knüpfte der Präsident an Bemerkungen Romneys an, in denen er sich über die "47 Prozent" der US-Bürger mokierte, die keine Einkommenssteuer nach Washington entrichten.

Staatlicher Scheck für private Versicherung?

Heikel für den Ex-Gouverneur von Massachusetts war auch das Thema Medicare: Die Krankenvorsorge für Pensionisten ist in den USA ein von beiden Parteien hochgelobtes Regierungsprogramm. Während die Demokraten Medicare mit kleinen Einschnitten zur Finanzierung der Gesundheitsreform beibehalten wollen, treten Romney und sein Vize-Präsidentschaftskandidat Paul Ryan für einen Umbau in ein Voucher-System ein. Dieses soll es möglich machen, mit einem staatlichen Scheck eine private Versicherung abzuschließen.

"Das Problem ist, die Pensionisten würden mehr bezahlen, die Versicherungsfirmen würden profitieren", erwiderte Obama. Am Ende würden die gesunden Senioren das öffentliche System verlassen, und eine Katastrophe auslösen: "Das System würde kollabieren."

Romney will Gesundheitsreform kippen

Zu der Gesundheitsreform Obamas erklärte Romney, das gegen den Widerstand der Republikaner durchgesetzte Programm sei zu teuer und uneffektiv. "Unsere Aufgabe ist: Wir müssen die Kosten für die Familien senken", kündigte er vor Millionen von TV-Zuschauern an. Dies könne die Privatwirtschaft viel besser als der Staat bewirken.

Obama erwiderte, die Reform sei noch längst nicht abgeschlossen. "Wenn Obamacare komplett umgesetzt ist, werden wir die Kosten senken", versprach der Präsident. Die Krankenversicherungsbeiträge würden nun bereits so langsam steigen wie seit 50 Jahren nicht mehr. Die noch nicht voll umgesetzte Reform zeige bereits Erfolge, verkündete Obama. Romney hatte im Wahlkampf unter Amerikas Konservativen viel Unterstützung für die Ankündigung erhalten, die Reform zu kippen, falls er Präsident werden sollte.

"Schicksalsentscheidung" für Mittelschicht

In seiner Abschlusserklärung bezeichnete Romney die bevorstehende Wahl als "Schicksalsentscheidung für die Mittelschicht" seines Landes. "Ich bin beunruhigt über die Richtung, die Amerika in den vergangenen vier Jahren eingeschlagen hat". Wenn er Präsident sei, werde er dabei helfen, zwölf Millionen neue Jobs im Land zu schaffen, mit höheren Löhnen, versprach Romney.

Obama erinnerte in seinem Schlusswort daran, wie schwer die Wirtschaftskrise zur Zeit seines Amtsantritts vor vier Jahren war. Seine Zuversicht in die amerikanische Zukunft sei allerdings ungeschmälert, wegen der großartigen Menschen im Land. Er habe damals angekündigt, jeden einzelnen Tag für die Menschen in Amerika zu kämpfen. "Ich habe das Versprechen gehalten. Wenn Sie mich wählen, so versichere ich Ihnen, auch in der zweiten Amtszeit so hart zu kämpfen", sagte Obama.

Das Aufeinandertreffen leitete die heiße Phase im Wahlkampf ein - zwei weitere Fernsehdebatten sind für den 16. und 22. Oktober geplant. Für Romney geht es darum, im Rennen um das Weiße Haus wieder an Boden gut zu machen: Jüngsten Umfragen zufolge hat Obama in dem zuletzt noch knappen Rennen die Nase vorn.

(APA/sda/AFP/dpa)

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60 Kommentare
 
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Also keine "g'mahte Wiesn" für Obama.....

Aber auch wenn er im TV-Duell (angeblich) nicht ganz so überzeugend war wie üblich:

Trotzdem würde ich auf jeden Fall lieber von ihm als von Mitt Romney einen Gebrauchtwagen kaufen ;-)

Oh, welch „Überraschung“...

Den US-Medien geht es wie in jedem Wahlkampf nur darum, die Sache möglichst spannend erscheinen zu lassen und, unabhängig vom tatsächlichen Geschehen, eine „Geschichte“ zu inszenieren. Nur deshalb hat Romney jetzt plötzlich wieder „sein großes Comeback“...

Gab letzte Woche einen ganz interessanten Artikel dazu: http://www.bloomberg.com/news/2012-09-28/political-scientists-are-killing-the-campaign-narrative-.html

Re: Oh, welch „Überraschung“...

Zum Link: Hört sich plausibel an.

Die bewusste Steuerung von Meinungsumschwüngen in Wahlkämpfen, nur um die Spannung am Köcheln zu halten, ist aber ein unfaires und verantwortungsloses Spiel von medialen Trendsettern.

So eine self-fulfilling-prophecy, einmal in Gang gekommen, ist nämlich schwer zu stoppen. Armer Barack!

Gast: Sekundant
04.10.2012 19:20
2 2

Obama ist ohne Teleprompter hilflos wie ein Fisch auf dem Trockenen

Das kann er nur mehr seine auswendig gelernten Platitüden zum besten geben.
Auf youtube existiert ein Video bei dem ihm der Teleprompter während eine Wahlkampfrede ausfällt...
"obama teleprompter breaks"

Gast: xxxyyyzzz
04.10.2012 18:15
3 1

Romneys Steuerpläne entlasten die reiche Oberschicht überproportional und nicht, wie von ihm erlogen, die Mittelschicht und die KMUs



Gast: Poldi Grausam
04.10.2012 17:56
2 3

Romney hat trotzdem keine Chance. Gründe:

Ca 90% der Schwarzen werden Obama wählen. Bei einem Bevölkerungsanteil von 17% ergibt das einen Vorsprung von ca 15 ProzentPUNKTEN!

Ca 2 Drittel der Hispanics werden Obama wählen, weil Obama der Immigration aus Südamerika kaum Riegel vorsetzt. Das sind weitere 10 ProzentPUNKTE.

47 Millionen Amerikaner bekommen Essensmarken. Die werden einen Teufel tun, Romney zu wählen.

Die Demokraten haben sich durch Immigration und Abhängigmachen eines großen Teils der Bevölkerung vom Sozialstaat ihren Wahlsieg auf lange Zeit gesichtert. Schlusspunkt ist nur der finanzielle und sicherheitspolitische Zusammenbruch. Bis dahin regieren Demokraten.

Re: Romney hat trotzdem keine Chance. Gründe:

wenn sie Essensmarken und die alten Leute die Sonntags in den Mall's arbeiten um ihre Medikamente zu bezahlen als Sozialleistungen sehen dann haben sie recht.

Gast: Wasserlaeufer
04.10.2012 16:56
0 2

Die Amerikanische Seele

ist mit europaeischem Verstand schwer zu
erfassen.

zum Beispiel:

Da war die Zeit wo die Cathalytic-Converters
in den Autos unausgereift waren und
staendige suendteure Reparaturen erforderten.

Nach den von den Demokraten verabschiedeten
Gesetzen waeren die horrenden Kosten fuer solche
Reparaturen den Besitzern zugefallen
und nicht den Autoherstellern.

Viel Autofahrer haben nun nach immer
wiederkehrenden teuren Raparaturen
einfach den Rat des Mechanikers
befolgt, und das ganze Emission Control
System samt Converter (der den Auspuff in 5 Monaten verrosten liess) einfach ausgebaut.

Soches wird aber mit einer Strafe von
40000 Dollars bedroht.

Ohne Auto geht in den U.S.A. ueberhaupt nichts,
weil die Oeffis nicht geradelinig fahren sondern in jede noch so kleine Seitengasse einbiegen um
Pasagiere aufzunehmen. Dann ist dann noch so
eine Hebevorrichtung fuer Rossstuehle eingebaut.

Die Demokraten draengten nun viele Autofahrer
mit ihren Gesetzen in die illegalitaet
anstatt die Autokonzerne zu Rueckholaktionen zu
vergattern.

Der Umweltschutz muss leistbar bleiben
sonst ist er wertlos.

Die Autokonzerne (Republican) hatten aus Profit-Margin-Gruenden an solchen Rueckrufaktionen kein Intersse und die United-Autoworkers, den Demokraten nahestehend, fuerchteten bei
einem Verlust ihres Konzerns den Verlust
ihrer Pensionen.
So ist halt alles mit allem verbandelt.
Im Bible-Belt heult man dann eben mit
den Kirchen die einem Opportunity bieten
und noerdlich davon e

Obama ja.

Wer <a href = "http://www.tagesschau.de/ausland/vergewaltigung100.html" target = "_bank">solche Aussagen</a> unterstützt, brauch nicht Präsident werden. Ich bin der Meinung, dass 1 Busch genug war, für die nächsten 100 Jahre.

Antworten Gast: einBeobachter
04.10.2012 16:05
1 2

Re: Obama ja.

... also 200 Jährchen ohne Kriegshetzer wären bestimmt auch nicht schlecht

Gast: einBeobachter
04.10.2012 15:38
1 0

Ein Königreich ...

... für die Gedanken der beiden beim Shakehands ;-)

Rudy Giuliani

wäre die beste Wahl gewesen vor 4 Jahren

Antworten Gast: Rudolf der Zauberer
04.10.2012 15:39
2 2

Re: Rudy Giuliani

Ein fettes LOL von mir für dich!

Romney der Prediger ...

vielleicht hat er ja schöner und einfacher geredet, aber das ist ja nicht so schwer, wenn man auf Fakten und die Realität einfach verzichtet.
Romney hat gut geübt, wie er behauptet, dass er für alles einen magischen Plan hat, wie es gehen soll, sagt er lieber nicht.

Gast: McCulla
04.10.2012 15:19
1 2

TV-Debate

Stronach gegen Stonach!

Gast: Vishinskiy
04.10.2012 14:38
3 4

OBAMA - 4 one-term president...


romney und obama

Häupl oder pröll

3 4

Re: romney und obama

genau es ist voellig egal wer praesident wird!! der letzte praesident der es gewagt hat sich in die politik einzumischen war jfk und wir wissen ja was dem passiert ist

bin anderer meinung

"Barack Obama wirke müde, unelegant und spreche in zu akademischer Sprache und zu vielen Details."

im gegensatz zu romney hat er detailreich den sinn von obamacare erklärt. romney war in der rolle des unkonstruktiv kritisierenden - gegenvorschläge hat er nicht gebracht. und sudern kann jeder, eigene ideen und alternativen hat er nicht aufgezeigt.

für das "normale" wahlvolk war obama zwar wohl zu detailreich, ist zu sehr in die komplexe materie eingetaucht und hat den durchschnittlichen wähler überfordert.

Antworten Gast: einBeobachter
04.10.2012 16:07
0 1

Re: bin anderer meinung

"zwar wohl zu detailreich, ist zu sehr in die komplexe materie eingetaucht und hat den durchschnittlichen wähler überfordert." ... wie bei uns der Stronach ;-)

Gegen die Erwartung vieler --> Obama wird abgewählt ...

.. und zwar trotz der "Linken Propaganda-aktion" .... (Trotz des "Flieger mit offenen Fenstern und Obamawähler sind Schmarrotzer" Sagers)

Antworten Gast: einBeobachter
04.10.2012 16:09
3 2

Re: Gegen die Erwartung vieler --> Obama wird abgewählt ...

"Obama wird abgewählt ..." - NEIN, wird er definitiv nicht. Jede Wette. Er ist bestimmt nicht der Beste, aber Romney ist nur peinlich und wäre eine Gefahr für die Menschheit in der Position des Präsidenten der USA.

9 5

Re: Gegen die Erwartung vieler --> Obama wird abgewählt ...

unterschreib ich

2 2

Re: Re: Gegen die Erwartung vieler --> Obama wird abgewählt ...

unterschreibe ich auch.

Antworten Antworten Antworten Gast: Unparteiischer
04.10.2012 14:30
2 3

Re: Re: Re: Gegen die Erwartung vieler --> Obama wird abgewählt ...

Was könnte die 47 %, die keine Steuern zahlen dazu bewegen Romney zu wählen?

Gast: Warth
04.10.2012 12:20
4 5

Wähler

Die allgemeinen Sätze von Romney reichen für eine Stimme nicht aus. Die Blockadepolitik der REP in den lezten Monaten ist die Grundlage der Entcheidung. Die USA hätte schon weiter sein können in der Krisenbewältigung

 
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