25.05.2012 20:29 | Meine Presse Merkliste 0

Straches junge Garde auf dem Weg zur Spitze

MARTIN STUHLPFARRER (Die Presse)

Der Führungszirkel, der am Sonntag die Macht in der wichtigsten FP-Landespartei übernommen hat, ist eine eingeschworene Gemeinschaft, die durch Freundschaft und familiäre Bande zusammengeschweißt wurde.

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[wien] Mit dem Sonntag begann in der FPÖ ein neues Zeitalter – nicht nur wegen des Wahlerfolges der Blauen. Eine neue Generation hat die Führung der wichtigsten Landespartei von Heinz-Christian Strache übernommen. Eine eingeschworene Gruppe, die nicht nur ideologisch, sondern auch eng freundschaftlich verbunden ist – auch durch ihr Elternhaus.

Sichtbarstes Zeichen ist der Aufstieg von Johann Gudenus. Der „junge Gudenus“, wie der 34-jährige Sohn von John Gudenus genannt wird, sitzt seit 2005 im Gemeinderat und ist nun Straches Statthalter in Wien. Beim blauen Wahlkampfauftakt in der Lugner City kündigte die Moderatorin das Duo mit den vielsagenden Worten an: „Begrüßen Sie unsere beiden Spitzenkandidaten Johann Gudenus und Heinz-Christian Strache.“

Johann Gudenus übernimmt die Führung der Wiener FPÖ. Und er hat ein Team um sich geschart, wie es in einer Partei selten zu sehen ist: „Das ist kein Führungsteam, das ist ein eingeschworener Kreis, der nicht nur durch politische Gemeinschaft, sondern auch durch enge persönliche Freundschaft zusammengeschweißt wird“, heißt es in der Partei. Was diese Freundschaft so zusammenhält? „Das Elternhaus“, ist eine Antwort. Viele der jungen Garde sind die Söhne und Töchter von altgedienten FP-Politiker, kennen sich seit Kindheitstagen und sind einen langen Weg gemeinsam gegangen.

Zu dieser Gruppe gehört Armin Blind, Sohn von Gemeinderat Kurth-Bodo Blind. Er kandidierte in Penzing und ist ein Vertreter der jungen, aufstrebenden Garde. Ihm wird in der Partei ebenso eine große politische Karriere vorhergesagt wie dem „jungen Kowarik“, also Dietbert Kowarik. Seit 2004 ist er Bezirksparteiobmann der FPÖ in Rudolfsheim-Fünfhaus, dem Bezirk mit dem höchsten Ausländeranteil in Wien. Einem Bezirk, in dem FPÖ-Funktionäre in der Vergangenheit behauptet hatten: „Rudolfsheim-Fünfhaus wird der Bezirk mit dem ersten FPÖ-Bezirkschef.“ Kowarik ist zudem Mitglied des Landesvorstandes der FPÖ Wien und Mitglied der schlagenden Burschenschaft Olympia; so wie Straches Heimatpartei von Burschenschaftern dominiert wird. Laut „Profil“ zählt Straches Liste rund 50Burschenschafter, die meisten von schlagenden deutschnationalen Verbindungen.

 

„FPÖ-Wahlkämpfer Schakfeh“

Insgesamt scheint sich die neue FPÖ in eine Erbdynastie zu verwandeln. In Meidling zieht Alexander Pawkowicz, der Sohn des verstorbenen Ex-FP-Wien-Obmanns Rainer Pawkowicz, die Fäden. Ebenfalls in Meidling aktiv ist Philippa Madejski. Wem der Namen bekannt vorkommt: Sie ist die Tochter von Gemeinderat Herbert Madejski, der diesmal nicht mehr den Sprung ins Stadtparlament geschafft hat, weil er bei der Listenerstellung zu weit hinten gereiht war, also auch den Jüngeren der Partei weichen musste.

Was sich nicht geändert hat, ist der Erfolg der Blauen bei der Wien-Wahl: Die Anti-Ausländer-Linie wurde durch eine Anti-Islam-Linie ersetzt. Die Aufregung um den deutschen Bundesbankvorsitzenden Thilo Sarrazin mit seinem Buch „Deutschland schafft sich ab“ und der Diskussion über mangelnde Integrationswilligkeit von Ausländern hat der FPÖ massiven Rückenwind beschert, wie ein hochrangiger Funktionär der „Presse“ erklärt: „Sarrazin war für uns ein Gottesgeschenk.“ Das zweite „Gottesgeschenk“ war die Forderung von Anas Schakfeh (Präsident der Islamischen Glaubensgemeinschaft) nach einer Moschee mit Minarett in jeder Landeshauptstadt. Dazu ein FP-Funktionär süffisant: „Wir bedanken uns bei unserem Wahlkämpfer Schakfeh für die Hilfe.“

("Die Presse", Print-Ausgabe, 11.10.2010)

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48 Kommentare
 
1 2

Gast: Graf Gudenus, Paris
11.10.2010 17:45
0 0

Straches junge Garde auf dem Weg zur Spitze

Soweit man liest, bereits Mitglied der Spitze.

Frage ist nur welche Spitze. Partei, Wien - schon gegeben.

Gemeinde bzw.Land, ante portas?

Gar Regirung bzw. Staatsspitze?

Gast: gast
11.10.2010 13:26
3 1

geh bitte

der gudenus?

kommen jetzt kondomsteuern?

90 knallchargen, bei den blauen.

Antworten udalricam
12.10.2010 12:18
0 0

Re: geh bitte

dem Schreibstil entsprechend kann es nur der sein......

galli leo
11.10.2010 12:07
4 3

"..das ist ein eingeschworener Kreis, der nicht nur durch politische Gemeinschaft, sondern auch durch enge persönliche Freundschaft zusammengeschweißt wird“


die nächste buberlpartie.
und garantiert wird sie, wenn sie mal die möglichkeit dazu haben sollte, sich wieder so verhalten, wie die bereits erlebte...

Gast: Dynamo
11.10.2010 11:59
4 3

FPÖ

solange im Aufwind, bis sie wieder Regierungsarbeit verrichtet. Dann ist Schluss mit Lustig.
Und wer so naiv ist zu glauben, dass hier "die Anständigen" am Werk sind..dem würde ich empfehlen sich an die Umfärbungen während der Schwarz-Blauen Regierung zu erinnern und an den sagenhaften Postenschacher der Blauen.

Gast: FireFlight
11.10.2010 11:46
0 0

oisi

swolotsch

Gast: leider ein blaues Auge
11.10.2010 10:37
4 1

Familienpanscherl

Liebe Presseredaktion,

wäre es auch möglich Familienaufstellungen f.
SPÖ, ÖVP, Grüne, ORF, AK, WK, AMS, Justiz u. Ähnl.
zu veröffentlichen.

Vielen Dank

Antworten Gast: Graf Gudenus, Paris
11.10.2010 11:26
0 0

Familienpanscherl

Jeder "Zirkel” hat seine Sprach, in den Kreisen in denen man aufwuchs, bedeutet dieses Wort: Seitensprungerl.


Re: Familienpanscherl

Die SP-Familiennetzwerke gab es in der Sonntagspresse vom 10.10.10.

Mir wird ÜBEL ...

Man kann sich vorstellen, was passiert wenn solche Leute an die Macht kommen.

Dagegen ist der rot-schwarze Sumpf aber gar nix.

Antworten Cuchulainn
11.10.2010 12:25
2 1

Re: Mir wird ÜBEL ...

das freut mich aber!

Thonet H.
11.10.2010 10:17
2 1

Es ist bedauerlich,

dass die ÖVP als einzige bürgerliche Alternative, seit Jahren vollkommen versagt, indem sie die unveräußerlichen Werte der Gesellschaft, die nur in den Familien weitergegeben werden können, für politische Beliebigkeiten und egoistischen Interessen preisgibt!
Das erkennen die Menschen und handeln danach, indem sie entweder nicht wählen oder mangels Alternative der FPÖ ihre Stimme geben.
Die ÖVP verkommt damit gerade mit der gegenwärtigen Parteiführung zu einer biedernen Lobbypartei einiger Privilegierten, die das allgemeine Wohl nur als Last empfinden.

Antworten Gast: h
11.10.2010 12:17
1 0

Re: Es ist bedauerlich,

die Wählerstromanalyse stellt gut dar, wie aus ÖVPlern jetzt Freiheitliche wählen. Der Ausschluß des schwarzen Akademikerbundes aus der ÖVP durch Marek, war der erste wichtige Schritt dazu. Die haben jetzt von der ÖVP die Schnauze voll, und das ist schön so.

Gast: gast
11.10.2010 10:15
6 5

gemeinsame wehrsportübungen verbinden!

oder so...

Gast: Biersauer
11.10.2010 05:46
6 3

Wird man zur Feier des Tages doch mit einem..

Maßkrug anstoßen dürfen, den Islamisten bin ich auch einen Pfefferminzteee vergönnt, weil das Fastenbrechen ist ja vorbei.

Gast: gensfleisch
11.10.2010 05:43
1 2

Vor lauter Jubel hat der Lehrling vergessen die Post zu öffnen..

haben die wieder zu viel gefeiert?

doubleg
11.10.2010 00:31
8 6

Kompetenz

Der HC will immer Kompetenz vermitteln, statt dessen werden jetzt lauter brave Parteigänger schön langsam in Position gebracht. Die gleichen Berufspolitiker wie in den anderen Parteien. Da wird sogar offen zugegeben, dass man "zusammengeschweißt ist", sprich eher füreinander arbeitet als für die Wähler. Freunderlwirtschaft wie überall. Was mit dieser Truppe jetzt anders werden soll ist die Frage. Aber sobald die FPÖ Verantwortung übernehmen muss wird sie genauso enden die wie FPÖ von Haider, und der war ein anders Kaliber als der HC. Vom HC würde man sich doch eher erwarten, dass er die besten Köpfe holt, statt dessen Vetternwirtschaft ohne Ende. Die Vorgereihten drängen sich schon an die Futtertröge der Macht.

Antworten PERSIL
11.10.2010 09:49
2 3

Re: Kompetenz


In der FPÖ hat Jeder, der arbeitet eine Chance !

Sie können also gerne Mitglied werden, dann werden Sie, wenn Sie arbeiten auch eines Tages ein Mandat bekommen.

Aber dazu fehlt ihnen sicherlich der Schneid!

Es ist nämlich nicht lustig, sich immer wieder mit linkenRandalierern auseinanderzusetzen !


Antworten Antworten galli leo
11.10.2010 12:20
3 2

"In der FPÖ hat Jeder, der arbeitet eine Chance"


ja, wirklich jeder. sogar nachwuchs-nazis...

beim "supertalent" bekommt auch jeder seine chance, sogar die untalentiertesten.
aber da gibt es wenigstens eine jury, die über ein weiterkommen entscheidet...

Antworten Antworten Antworten doubleg
11.10.2010 12:26
2 1

Re:

Danke

Antworten Antworten doubleg
11.10.2010 11:06
2 3

Re: Re: Kompetenz

Jeder der arbeitet bekommt eine Chance bei der FPÖ? Das ist leider wahr: http://www.youtube.com/watch?v=mQHpkwuwZ3E
Aber an die richtigen Schaltstellen kommen nur Gudenus und Co.

Und ihr Feindbild der linken Randalierer brauchen Sie offensichtlich auch, sonst fehlt was.
Ich bin weder links noch rechts weil ich von Ideologien nichts halte. Ich benutze lieber meinen Kopf statt mich an irgendwelchen Führerideologien zu ergötzen.
Und woher wollen Sie wissen wieviel Schneid ich habe? Ich sage auch nicht, dass sie eine bestimmte Eigenschaft haben oder nicht haben. Was hat das in einer Diskussion verloren? Lernen Sie mal zu argumentieren, dann posten Sie wieder was. Weil ausser Blabla haben sie nichts geschrieben. Sie sind auf nichts von dem eingegangen was ich geschrieben habe. Typisch Politiker, viel reden aber nichts dahinter.

Da wird sogar offen zugegeben, dass man "zusammengeschweißt ist"


Und wo sehen Sie da ein Problem ?

Im Gegensatz zur S, die im Rathaus verhabert/verschwägert/verheiratet ist um sich Posten zuzuschanzen, sind die jungen F-ler eben aufgrund ihrer gemeinsamen Historie so zusammengeschweißt wie sie sind.

Wenn ich mir da das Stutengebeiße, - gezicke, -gekreische der GrünInnen anschaue, da sind mir die zusammengeschweißten aber allemal lieber...

Antworten Antworten doubleg
11.10.2010 09:45
0 1

Re: Da wird sogar offen zugegeben, dass man

Wo das Problem ist? Auch politische Posten sollten entsprechend der Qualifikation besetzt werden, nicht entsprechend der Herkunft.
Die Vergleiche mit anderen Parteien machen keinen Sinn, weil das für alle Parteien gelten sollte. Solange die Leute nur in der Partei Posten haben ist das wurscht, aber die Stellen dann auch Stadträte und dergleichen...

Antworten Gast: Markus Trullus
11.10.2010 09:20
1 0

Re: Kompetenz

Stimmt schon; nur: ohne "Zusammengeschweißte Mannschaft" zerfällt eine Partei wie die Grünen; deren Niedergang hat sicher einen der Gründe in der Inkompetenz in der Parteilinie und der loyalen Mitgänger....

Antworten Gast: speibender regenbogen
11.10.2010 00:35
5 2

Re: Kompetenz

den pawkowicz kenn ich sogar persönlich. ich bin mit ihm in die selbe klasse gegangen. und dumm ist der nicht... und genau solche politiker wünsch ich mir für dieses land, und nicht irgendwelche dahergelaufenen quakeeler, die mutmaßlich vielleicht die matura haben, augenscheinlich aber nichtmal einen hauptschulabschluß. und erst, wenn sich diese generation an politikern genauso unbedarft und mafiös das steuergeld gegenseitig zuschiebt, erst dann hast du das recht, dermaßen über sie zu urteilen.

 
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