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Türken-Urteil: Ohne Umsetzung drohen hohe Zahlungen

13.05.2012 | 18:25 |  PHILIPP AICHINGER (Die Presse)

Laut Innenministerium könnten Türken die Republik klagen, wenn man bei den Integrationspflichten bleibt. Auf der Hand liegt, dass in der Integrationspolitik Fehler passiert sind.

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Wien. Deutsch vor Zuzug, die Integrationsvereinbarung oder strengere Regeln beim Nachzug von Angehörigen. All das sind Maßnahmen, die Österreich in den vergangenen Jahren getroffen hat, um eine bessere Integration von Zuwanderern zu gewährleisten. Doch für Türken gelten die neuen Regeln nicht, wie Urteile des EU-Gerichtshofs und des Verwaltungsgerichtshofs zeigten. Grund ist ein vor Jahrzehnten geschlossenes Abkommen zwischen der EU und der Türkei, nach dem sich die Bestimmungen für Türken nicht verschlechtern dürfen. In Österreich haben die Gesetze für Türken nicht strenger zu sein als beim EU-Beitritt 1995.

Das Innenministerium habe bereits die Behörden angewiesen, die strengeren Regeln für Türken nicht mehr anzuwenden, erklärte beim letztwöchigen „Rechtspanorama am Juridicum“ Peter Webinger von der Rechtssektion des Innenministeriums. Es bleibe nichts anderes übrig, denn „sonst werden wir ein blaues Wunder erleben“, sagte der Jurist. Betroffene Türken könnten sonst nämlich nicht nur das Recht einklagen, ins Land zu kommen. Sie könnten auch von Österreich die Beträge fordern, die sie bereits hier erwirtschaftet hätten, wenn man sie zeitgerecht ins Land gelassen hätte.

 

Absichtlich bei Test durchfallen?

Im Zusammenhang mit den Sprachtests (die Österreich nun von Türken vor dem Zuzug nicht mehr verlangen darf) machte Experte Wolfgang Kratky auf ein Phänomen aufmerksam. So habe sich etwa in Deutschland gezeigt, dass manche Frauen absichtlich bei dem Sprachtest durchgefallen sind, um Zuwanderung und Zwangsheirat zu entgehen. Eigentlich war Kratky aber auf dem Podium, um über das von ihm geleitete „Hippy Hausbesuchsprogramm“ zu berichten. Dieses Projekt wendet sich auf freiwilliger Basis an bildungsbenachteiligte Familien, die oft aus dem migrantischen Bereich stammen. Es gilt vor allem, Kinder bereits vor dem Schuleintritt zu fördern. Bei dem Projekt erhält die Familie einmal pro Woche Besuch von einem Betreuer, der Lern- und Spielmaterial bringt. Mit dessen Hilfe sollen Eltern ihr Kind auch unter der Woche fördern. Kratky sprach von einem Erfolgsprojekt: „Hippy-Kinder haben einen höheren Bildungsgrad und sind seltener arbeitslos.“

Auf der Hand liegt, dass in der Integrationspolitik Fehler passiert sind. Lange Zeit habe eine linksliberale Kultur ohne Verpflichtungen geherrscht, analysierte Soziologe Kenan Güngör. Damals habe man Probleme ausgeblendet. Und dann hätten die Rechten das Thema übernommen, aber „mit einer anderen Geisteshaltung, mit starker Fremdenfeindlichkeit“. Der Integrationsexperte sprach sich für einen „klugen Mix“ aus Maßnahmen bei der Migration aus.

„Komplexe Situationen sind nicht durch einfache Lösungen zu bewältigen“, sagte auch Hildegard Weiss, Soziologin an der Uni Wien. Und Richard Potz, Vorstand des Instituts für Rechtsphilosophie, Religions- und Kulturrecht an der Uni Wien, erinnerte daran, dass Österreich und Europa zunächst ungeplant zu einer Gegend für Einwanderer wurden: „Lange hat man gesagt, wir sind kein Einwanderungsland. Jetzt marschieren wir auf amerikanische Verhältnisse zu“, analysierte der Professor.

("Die Presse", Print-Ausgabe, 14.05.2012)

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64 Kommentare
 
12
Gast: gast Türke
15.05.2012 00:09
1 0

schön

die Republik klagen machen wir WENN SEIN MUS!! nicht immer von Griechen absocken lassen:))

Antworten Gast: Sockenzocker
18.05.2012 17:32
3 0

Re: schön

Ein Deutschkurs wäre dringend zu empfehlen!

Antworten Gast: Nichtig T
15.05.2012 08:09
1 2

Re: schön

Made im Speck?

Gast: Lokaltalent
14.05.2012 23:20
7 0

Nix mit Multikulti

Nationalisierung von Arbeitsplätzen:
Gestern in Arab News:
Nationalization of jobs uplifts value of citizenship, boosts local economy

Khaldoun Tabari, CEO, Drake & Scull International
By ARAB NEWS
Published: May 13, 2012 01:56 Updated: May 13, 2012 01:57
One of the foundations for ensuring the prosperity and development of any nation is the investment into human resources and the nurturing of local talent.
Saudization is thus an important national and social undertaking that empowers citizens in the Kingdom to participate in the growth and progress of their country.
Und die Europäer schaffen ihr Ego ab...


Re: Nix mit Multikulti

Tja, die haben ja auch das Pech nicht in der EU zu sein und einen eigenen Menschengerichtshof sein eigen zu nennen.

Denen kann daher auch keiner sagen, was sie zu tun, zu denken und zu machen haben....

Antworten Antworten Gast: DieFrage
16.05.2012 17:03
0 0

Re: Re: Nix mit Multikulti

"Denen kann daher auch keiner sagen, was sie zu tun, zu denken und zu machen haben.... "

Wie war das nochmal mit der Meinungsfreiheit in der Türkei?

Gast: Erik Berg
14.05.2012 19:46
13 0

Abkommen

Das Völkergewohnheitsrecht erlaubt die Kündigung internationaler Verträge. In Anbetracht der demographischen Entwicklungen wäre es eventuell angebracht, wirtschaftliche Interessen etwas hintanzustellen - vielleicht sind die Kosten einer Aufhebung oder Anpassung des Assoziierungsabkommen zwischen Union und Türkei geringer als jene einer ungebremsten Zuwanderung. Adressat solcher Wünsche wäre dann aber natürlich die Kommission, nicht unsere nationale Regierung.

22 0

Unbeschreiblich

wie wir deppert sind !

Re: Unbeschreiblich

Stimmt !

Türken

Zurück in die Türkei !
Sollen doch die Kinderreichen Ösis selbst ihre Pensionen retten ;D
Wir waren lang genug hier,ich finde wir sollten den lieben Nachbarn aus dem Osten das Feld überlassen.
(die kümmern sich dann auch fürsorglich um die Tascherln der Pensionisten, auch um die Autos,die Juweliere,die Banken etc. schließlich sind dass auch brave Christen,und nicht so schlimme Muslime wie wir Türken ;D)

Antworten Gast: Sockenzocker
18.05.2012 17:38
1 0

Re: Türken

Ich finde, unsere Nachbarn aus dem Osten passen allemal besser zu uns! Unter denen sind bestimmt auch nicht mehr Kriminelle als unter zugewanderten Türken und in der zweiten Generation ist die Integration vollzogen.

Lassen Sie sich also nicht aufhalten und machen Sie sich keine Sorgen um uns! Wir kommen schon zurecht.

Antworten Gast: gast45
15.05.2012 14:53
2 0

Re: Türken

ja eh, und in der türkei warten sie alle auf euch um euch bei einer arbeitslosenrate jenseits der 30% einen job zu geben, obwohl ihr nicht mal ordentlich türkisch könnt :-)

Antworten Gast: Meinungsfreiheit?
14.05.2012 15:48
3 0

Wieder mal von der "Wahrheit" beleidigt.

Null Selbstkritikfähigkeit.

Das einzig Schade daran ist, dass du es leider nicht ernst meinst.

Gast: Erbträgl S
14.05.2012 14:03
17 0

Laut Innenministerium könnten Türken die Republik klagen, wenn man bei den Integrationspflichten bleibt

Sofort den Vertrag ändern!!

Shortly without von Delay!

Wenn es nichts nützt: Not "unfit to fly", sondern "fit to fly"!!

21 1

Danke speziell auch der Grünen Korun,

der bis jetzt offensichtlich noch niemand klar machen konnte, dass sie im Nationalrat sitzt und für Österreich zu arbeiten!

24 0

Forderungen?

Man möchte hier doch beinahe (etwas polemisch) fragen: Von welchen Beträgen ist hier die Rede die "sie erwirtschaften hätten können" und nun zurückforden könnten? Sind etwa die Sozialleistungen gemeint? Klingt vielleicht krass, aber genau diese Zuwanderergruppe befindet sich überproportional oft in der sozialen Hängematte - und das wird nun also noch weiter erleichtert.

Besonders dumm finde ich in diesem Zusammenhang immer Sprüche wie "Islam ist Teil Europas", "Österreich ist ein Zuwanderungsland", usw, getätigt von den üblichen Verdächtigen. Beide Aussagen sind nicht korrekt.
1. Der Islam wurde (nach dem Aufschwung) von dummen Politikern zu einem Problem Europas gemacht. Mechanismen wie die amerikan. Greencard hätten das verhindert.
2. Ein Einwanderungsland ist abhängig von Zuwanderung. Deshalb sucht sich dieses Land geeignete mit entsprechenden Qualifikationen ausgestattete Migranten aus. Hürden verhindern eine sofortige Abwanderung ins Sozialsystem und schrecken jene ab, die genau darauf aus sind. Beides trifft auf Österreich eindeutig NICHT zu (was nur gelernte politisch korrekte Politiker zu ignorieren vermögen)

Werden diese Probleme nicht schleunigst gelöst, muss man sich leider auf Unruhen und Gewalt gefasst machen. Das stimmt traurig.

Gast: Meinungsfreiheit?
14.05.2012 11:06
23 0

Das Interessant dabei ist...,

...dass die Türken, welche dieses Recht von Österreich einfordern, selbiges in der Türkei niemals zulassen würden.

Die Türken regen sich über den österreichischen Nationalismus auf, aber die eigene, türkisch rassistische Haltung, ist für sie nur "gesunder" Patriotismus.

Sozusagen sind diese blind gegenüber ihrem eigenen engstirnigen Nationalismus.

Aber Hauptsache die anderen sind schuld.

Antworten Gast: TürkAusGERMANY
16.05.2012 22:19
0 2

Wir leben in einer GLOBALEN WELT


... falls es bei einigen noch nicht angekommen sein sollte.

DIE Zeiten, wo jedes Völkchen für sich alleine und von der Welt abgeschottet zu leben versuchte, sind längst vorbei.

Die Welt ist überall global anzutreffen. Und dank Internet ist jeder Mensch an jedem Ende der Welt vernetzt.

IN der Türkei ist jeder Mensch HERZLICH WILLKOMMEN. Ob nun aus Alaska, Japan, Australien, Sibirien oder dem Nordpol, alle diese Menschen werden in der Türkei offen empfangen.

Kann man das auch von Österreich sagen?

Mal gut, das die Mehrheit der Österreicher menschlich und weltoffen sind.

Wenn man sich hier die Kommenater durchliest, kommt man sich wie an einem Stammtisch der Braunen vor. Wirklich erbärmlich.

Antworten Antworten Gast: Meinungsfreiheit?
24.05.2012 11:02
0 0

Re: Wir leben in einer GLOBALEN WELT

Versuch mal die armenische bzw. christliche Vorgeschichte der Türkei in der Türkei aufzuarbeiten, dann wirst du die "Freundlichkeit" kennenlernen.

Dagegen sind deine "braunen" österreicher richtig weltoffen.

Das ausländische Touristen die Geld bringen willkommen sind ist ja klar...

Was aber wenn sich ein paar tausend "Australier" in der Türkei niederlassen wollen würden und ihre eigene infrastruktur aufbauen wollen würden?

Antworten Antworten Antworten Gast: TürkAusGERMANY
25.05.2012 15:46
0 0

Das osmanisch-türkische Reich war das TOLERANTESTE in Europa und darüber hinaus


Die Überschrift sollte reichen.

Die heutige Türkei war vorher ein Vielvölker-Reich. JEDER durfte seine Religion ausüben.

Warum stehen denn wohl WELTWEIT nur in der Türkei Moscheen, Kirchen und Syngagogen FRIEDLICH seit JAHRHUNDERTEN Seite an Seite ???
Wegen der historischen Toleranz der Türken.

Und zu den türksichen Armenier während des Osmaischen Reiches:
Sie hatten ein gutes Leben im Reich. Waren sogar Minister und hatten öfters gute Positionen im Reich. Weshalb sie auch z.B. von den Griechen (im Reich) schlecht angesehen bis abgelehnt wurden (Griechen-Neid gegenüber den Armenieren).

Diese Aussage stammte von US-Amerikanischen Historikern.

Antworten Antworten Antworten Antworten Gast: Meinungsfreiheit?
29.05.2012 14:43
0 0

Beantworte mir einfach diese Frage mit Unabhängigen Quellen.

Wenn diese achsoso tolerant waren...

...wo befinden sich die Armenier & andere damalige christliche Minderheiten denn jetzt?

In der Türkei wurde sie, durch nationalistisch geschührten Hass, abgeschlachtet, vertrieben, enteignet & Waisenkinder wurden zu islamischen Türken umerzogen.

Unter Toleranz stelle ich mir was anderes vor.

Du etwa nicht???

Re: Das Interessant dabei ist...,

Es ist keine emotionale Forderung vielmehr eine Rechtliche.Der Staat beschäftigt sicherlich hochkarätige Juristen die jene Verträge unterschriftsreif überprüft haben oder doch nicht?

Antworten Antworten Gast: Geheimrat
14.05.2012 15:09
6 1

Re: Re: Das Interessant dabei ist...,

Ich bitte Sie, diese hochkarätigen Juristen bringen nicht einmal einfache österreichische Gesetze zustande, die nicht bei der ersten Beschwerde vom VfGh wieder aufgehoben werden.
Wirklich großartig!

Wenn sich morgen 10 Millionen Türken, oder mehr, dazu entscheiden nach Österreich zu ziehen, dann haben wir das hinzunehmen! Ist ja toll!!!

Antworten Antworten Gast: Meinungsfreiheit?
14.05.2012 13:38
0 0

Re: Re: Das Interessant dabei ist...,

Und das macht was besser?

Gast: Hubertus
14.05.2012 10:58
17 0

Volksabstimmung in Österreich

Da werden ein paar Juristen sagen, das geht nicht. Das sind völkerrechtliche Verträge mit der EU. Die müssen wir einhalten. Komisch, bei der nobail out rule war das nicht so. Wurde glatt gebrochen. Beim Statut der EZB war das auch so. Wurde glatt gebrochen, um marode Staaten zu finanzieren. Da kommt es doch auf einen Rechtsbruch mehr oder weniger nicht an, noch dazu in einer solchen causa minima, die aber direkt die Demokratie in österreich außer Kraft setzt.

Gast: visumvia
14.05.2012 10:54
12 0

Dann eben kein Visum, das gab es vor dem Beitritt. Außerden soll man nicht so tun, als ob man Gesetz nicht ändern und Verträge nicht kündigen kann!

Nicht der EuGH ist in der EU der Gesetzgeber, sondern er ist höchstens ein Interpret und wenn ein Gesetz oder Abkommen von einem Gerichtshof sukzessive so massiv erweitert wird, zu dem, was ursprünglich eigentlich damit beabsichtigt war, dann obliegt es dem Gesetzgeber zu handeln und zwar rasch!

Im Übrigen gilt dies auch umgekehrt.

http://de.wikipedia.org/wiki/Assoziationsrechtliche_Aufenthaltsrechte_f%C3%BCr_t%C3%BCrkische_Staatsangeh%C3%B6rige_(Beschluss_Nr._1/80_des_Assoziationsrats_EWG_%E2%80%93_T%C3%BCrkei)

http://de.wikipedia.org/wiki/Soysal-Entscheidung


 
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