Sibirischer Forscher will Haare vom Yeti gefunden haben

01.11.2012 | 16:23 |   (Die Presse)

Eine Genanalyse soll eine enge Verwandtschaft des Schneemenschen zu Menschen zeigen. Doch es gibt Zweifel an den Haaren und der Analyse.

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Aus dem fernen Sibirien kommt wieder einmal Kunde vom Yeti, dem Schneemenschen: In einer Höhle in der Region Kemerowo hat Walentin Sapunow vom staatlichen Hydrometeorologischen Institut demnach Haare gefunden, die er in Genanalysen hat auswerten lassen, in drei ungenannten Instituten in Russland und den USA: „Alle diese Weltklasseuniversitäten sagen, dass die Haare zu einem Lebewesen gehören, das enger mit dem Menschen verwandt ist als mit einem Affen“, berichtete Sapunow, der auch ausschloss, dass das Haar irgendeinem regionalen Tier gehörte.

Daran scheiterte etwa die Yeti-Suche des Mount-Everest-Erstbesteigers Sir Edmund Hillary: Er brachte „Yeti“-Haare aus einem Kloster im Himalaya mit, sie erwiesen sich als Haare einer Bergziege. Auch sonst hat sich bisher kein Nachweis der sagenumwobenen Wesen – zwei Meter groß sollen sie sein und völlig behaart – erbringen lassen, obwohl allein aus Russland inzwischen über tausend angebliche Sichtungen vorliegen, allerorten, bis hin zu den Außenbezirken von St. Petersburg.

Immerhin, Sapunow machte seinen Fund am Rande einer Tagung von Kryptozoologen – sie suchen verborgene Lebewesen – in Kemerowo. Aber aus dem Kreis der Teilnehmer kommt Widerspruch: Jeff Meldrum (Idaho State University) – er ist hinter „Bigfoot“, dem US-Pendant des Yeti, her – war mit in der Höhle und hat nichts gesichtet. Und Russlands führender Yeti-Experte Igor Birtsew bezweifelt gar, dass es die Gentests gibt. Sapunow beeindruckt das nicht: „Jede Wissenschaft braucht ihren Yeti.“ Man denke nur daran, wie Fermats letztes Theorem die Mathematik gefördert habe, bevor es nach 350 Jahren bewiesen wurde.   jl

("Die Presse", Print-Ausgabe, 02.11.2012)

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5 Kommentare

Jede Wissenschaft bruacht ihren Yeti...

Der Klimawandel ist auch so ein Yeti! ;)

Gast: Mrs. Bigfoot-Yeti
02.11.2012 23:03
2

Alt aber gut:

Treffen sich zwei Yetis. Sagt der eine: "Ich habe heute den Messner gesehen." Darauf der andere erstaunt: "Gibt's den wirklich?"

Gast: Be-obachter
02.11.2012 20:13
2

Also ich glaub nicht dran

Ein Lebewesen dieser Größe, dass so selten gesichtet wird, müsste eine so geringe Populationsdichte haben, dass ein Fortbestand über mehrere Generationen unmöglich ist.

Wovon lebt das Ungetüm, wo haust es? Allein bei der Nahrungsbeschaffung in dieser ungastlichen Region müsste diese Kreatur ja dutzende von Kilometern zurücklegen - täglich. Darum ist die Seltenheit der (nicht bewiesenen) Sichtungen das beste Indiz für seine Nichtexistenz.

Gast: lavater
02.11.2012 09:35
1

Den Yeti zu früh aus der journalistischen Schublade gezogen ...

...noch ist in der Wissenschaft nicht Saure-Gurken Zeit.

Mit solchen Artikeln kann man Leser gewinnen ....

.... fragt sich nur welche.

und dann kommen noch UFO-Sichtungen

und die ergötzlichen Schilderungen von Untersuchungen an den Geschlechtsorganen der Entführten!

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