Die zehn gefährlichsten Killer der Natur

Insekten fordern am meisten Todesopfer, in vielen Ländern gelten sie aber als Delikatesse. Das Nilpferd ist gefährlicher als der Weiße Hai. Die Kokosnuss hält auf Platz sieben.

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(c) AP (Andre Penner)

Im Dschungel muss man sich nicht vor großen Tieren fürchten. Die Top Ten der gefährlichsten Arten werden von einem kleinen Insekt angeführt.

Killer Nr.1
: Die Anopheles-Mücke: Etwa 2,7Mio. Menschen sterben jährlich an Malaria, die von Anopheles übertragen wird.

Killer Nr.2
: Motorisierte Primaten: Weltweit sterben pro Jahr etwa 1,2 Millionen Menschen bei Verkehrsunfällen.

Killer Nr.3:
Schlangen: Ihre Bisse führen jährlich zu 50.000 bis 100.000 Toten. Fragen Sie nie einen Schlangenexperten: „Was tue ich, wenn mich eine tödliche Schlange beißt?“ Douglas Adams schreibt in „Die Letzten ihrer Art“, dass ein solcher auf seine Frage antwortet: „Sie sterben natürlich.“

Killer Nr.4: Skorpione. In Mexiko, Brasilien und Nordafrika kommt es insgesamt zu 5000 Todesfällen pro Jahr.

Killer Nr.5: Krokodile können dem Menschen besonders in Indien, Afrika, Australien, Süd- und Mittelamerika und Florida gefährlich werden: 1000 Tote pro Jahr.

Killer Nr.6: Elefanten sind nicht so freundlich, wie Benjamin Blümchen das suggeriert. 500 Menschen werden jährlich totgetrampelt oder aufgespießt.

Killer Nr.7:
Kein Tier – aber doch eine Gefahr: Herunterfallende Kokosnüsse töten etwa 150 Menschen pro Jahr.

Killer Nr.8: Das Nilpferd wirkt behäbig, und kann trotzdem sehr gefährlich werden: 100 Tote im Jahr.

Killer Nr.9: Der Tiger ist in Ostasien ähnlich gefährlich wie der Löwe in Afrika: Beiden werden jährlich 50 Todesopfer angelastet.

Killer Nr.10: Im Vergleich dazu ist der viel gefürchtete weiße Hai harmlos. Er und andere Haiarten verursachen gerade mal fünf bis 15Todesopfer pro Jahr.

Das gefährlichste Tier ist also ein Insekt. Ob sich daraus das Verhalten entwickelt hat, Insekten zu verspeisen, um ihre Zahl zu minimieren? Der Verzehr von Insekten heißt Entomophagie und ist in Kolumbien mit der Spezialität „Hormigas Culonas“ (Dicke Hintern Ameisen) ebenso beliebt wie in Thailand geröstete Wasserkäfer und in Korea die Puppen des Seidenspinners. Auch Forscher der Mendel-Universität in Brünn setzen auf Entomophagie, um Ernährungsprobleme der Menschheit zu lösen. Dank des hohen Gehalts an Mineralstoffen, Spurenelementen und Omega-Fettsäuren könnten Insekten sowohl für Senioren und Kranke als auch in Ländern mit Unterernährung für eine besondere Aufwertung der Nahrung sorgen. vers/i.w.

("Die Presse", Print-Ausgabe, 22.01.2009)

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