„Wissenschaft macht unser Leben leichter“

Forschung genießt einen hohen Stellenwert und soll weiter gestärkt werden, so eines der Ergebnisse im jüngst veröffentlichten „Wissenschaftsmonitor“. Wissenschaftsthemen zählen zu den beliebtesten Themen in Medien.

Welches Bild haben die Österreicher von der Wissenschaft? Das Wissenschaftsministerium (BMWFW) interessierte dazu die aktuelle Meinung der Öffentlichkeit. Daher beauftragte man Politikwissenschaftler Peter Filzmaier mit einer Studie. Erhoben wurde im Vorjahr in zwei Wellen, befragt wurden insgesamt knapp über 2000 Österreicher.

Die Ergebnisse zeigen eine breite Zustimmung der Öffentlichkeit für die Wissenschaft: 92 Prozent der Befragten beurteilten diese als sehr wichtig oder eher wichtig für die Arbeitsplätze in Österreich und den Wirtschaftsstandort insgesamt. Die Einschätzung der Bedeutung für das internationale Ansehen, Wohlstand und das tägliche Leben in Österreich fiel ähnlich hoch aus (siehe Grafik). Insgesamt 86 Prozent stimmten der Aussage, dass Wissenschaft unser Leben leichter macht, sehr oder eher zu.

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(c) Die Presse

Zugleich sehen die Befragten ein zu geringes Budget als negative Entwicklung in der Wissenschaft: Rund 50 Prozent sind dieser Meinung. 53 Prozent finden daher auch, Österreich sollte mehr Geld für Forschung ausgeben, unter den Studierenden sogar 76 Prozent.

Übernehmen solle das in erster Linie der Staat – dort wird die Verantwortung für die Finanzierung von Wissenschaft und Forschung klar gesehen. Immerhin sicherte das BMWFW den heimischen Unis – kurz nach der Befragungswelle und noch vor Vorliegen der Ergebnisse – im Sommer zusätzliche 615 Millionen Euro zu.

Können sich die Menschen vorstellen, auch privat Geld für Wissenschaft und Forschung zu spenden? Das schreckt eher ab. Aber immerhin stimmen acht Prozent sehr und 28 Prozent eher zu.

Die Unabhängigkeit der Forschung unterstützen 40 Prozent der Befragten, unter den Studierenden sogar mehr als die Hälfte: Man könne nie von vorneherein wissen, welchen Nutzen bestimmte Forschungsergebnisse haben werden, daher solle die Wissenschaft möglichst frei forschen.

 

Wichtiger als Wirtschaft

Die Menschen informieren sich auch gerne über Forschung: Nach regionalen und lokalen Ereignissen – 85 Prozent interessieren sich sehr oder eher dafür –, geben 74 Prozent an, sich in Medien für Themen aus diesem Bereich zu interessieren. Dahinter rangieren etwa Wirtschaft, Politik oder Sport.

Spontan wird mit Wissenschaft am häufigsten Medizin und Krebsforschung assoziiert. Die Frage nach dem bekanntesten Wissenschaftler stellte man diesmal nicht. In einer Umfrage 2007 war der ehemalige Journalist und Politiker Josef Broukal dazu gekürt worden.

("Die Presse", Print-Ausgabe, 17.01.2015)

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