Kleine Budgets als Chance

Dem Procedere nach ähnelt er einem Bachmannpreis der Architektur: der deutsche Erich-Schelling-Preis. Bei der Vergabe sind nicht nur architektonisch, sondern auch gesellschaftlich relevante Planungskonzepte gefragt. Heuer mit Nominierten aus Mexiko und den Niederlanden und einem Sieger aus Belgien.

Verrottung der Zustände

Wien, am 29. November 1866. Der seit einem Jahre zurückgedämmte Strom der Erbitterung ist, nun ihm im niederösterreichischen Landtage die Schleusen geöffnet wurden, mit vernichtender Gewalt über die freie Bahn hereingebrochen.

Glanz in der neuen Zeit

Die Wiener City leidet am modernen Goldrausch, ihre Dachlandschaft an unsensiblen Erwei-terungen. Es geht aber auch anders, so man guten Willens ist: zu entdecken in der Herrengasse Nummer 19 und 21.

Theatralisches aus Berlin

15. November 1866. Eine Nation wären wir Norddeutschen nun und hätten damitnach Lessing den ersten Schritt zu einem National-Theater gemacht.

Haus ohne Trubel

Eine neue Schicht Gegenwart kann Unternalb im Retzer Land gut brauchen: In einem ehemaligen Gutshof werden Gästezimmer für den Urlaub am Biobauernhof geboten. Der Umbau erfolgte in Kooperation von Caritas-Klienten und Studenten der TU Wien.

Verderbliche Langsamkeit

Wien, 8. November 1866. Die „Wiener Abendpost“ theilte die Grund-Ideen mit, nach welchen das österreichische Armeewesen reformirt werden soll.

Weil im Grunde alles Umbau ist

„Manchem erscheint es vielleicht hausbacken, den ,bloßen‘ Komfort des Benützers für einen gedanklichen Inhalt der Architektur zu nehmen. In Wahrheit muss sich gerade, wer dazu nicht bereit ist, einen inferioren Architekturbegriff vorwerfen lassen.“ Hermann Czech zum 80. Geburtstag: eine Textcollage.

Architekt wie aus dem Buche

Peter Zinganel, Architekt, Mitgestalter der „Grazer Schule“, Leiter des Architekturreferats im Forum Stadtpark in Graz, kunst- und musikinteressiert: Nachruf auf einen Umtriebigen.


Hin und weg

Kampfzone Denkmalpflege: zwei Beispiele aus Wien, eine Buchhandlung in der Innenstadt und die Villa Beer in Hietzing. Wo schaut das Denkmalamt in dieser Stadt hin, und wo schaut es weg?

Die allgemeine Wehrpflicht

Wien, 25. October 1866. Nur die Banknotenpresse arbeitet in Oesterreich mit Energie, denn, wie eine uns Berichtigung meldete, es werden täglich eine Million Gulden Staatsnoten gedruckt.

Gut Ding braucht nicht viel Geld

Kostengünstiges muss nicht billig aussehen. Trotz geringen Budgets gelangen den PPAG Architekten für ein Caritas-Wohnprojekt in Wien Räume, die mehr bieten als nur Unterschlupf.

Der unbegrenzte Wille

Wien, 19. October 1866. Se. Majestät der Kaiser hat heute Früh die Reise in die vom Feinde am schwersten bedrängten Provinzen angetreten.

Abschaffung der Sklaverei

Wien, 12. October 1866. Die neuesten Berichte aus Newport lassen eine Beilegung des Conflictes zwischen dem Präsidenten und dem Congresse, zwischen den Conservativen und den Radicalen hoffen.

Künstlich? Natürlich?

Die Synthetische Biologie erschafft biologische Systeme, die nicht in der Natur vorkommen. In Form von Designprojekten stellt Spekulatives Design dazu künstlerische und gesellschaftliche Fragen.

Berlin: Parlaments-Langeweile

Aus Berlin, 4. October 1866. Wir haben jetzt heidenmäßig Langeweile: mehr, als Geld. Krieg, Landtag, Siegesfeier: die Ereignisse gingen im Sturmschritte vor den erregten Geistern vorüber.

Happy End für ein Haus

Im Jahr 1938 beauftragte der Unternehmer Josef Volman in Čelákovice östlich von Prag zwei junge Architekten mit dem Bau seiner Villa. Aufgrund der Kriegswirren und der Emigration der Familie stand die Villa viele Jahre leer, dem Verfall preisgegeben – bis eine neue Eigentümergesellschaft die Instandsetzung anordnete.

Ist das schon gut genug?

Kann die Aufstockung zweier schwacher Bestandsbauten zu einem starken Resultat führen? Am Karlsplatz wird man sich dieser Frage stellen müssen.

Ein Kindermärchen

Wien, 29. September 1866. Mit Scharfsinn und einiger Freiheit der Discussion könnte man Kant's „Kritik der reinen Vernunft“, „das Leben Jesu“ von Strauß und die „Shakspeare-Studien eines Realisten“ von Rümelin in einen sonderbaren Zusammenhang bringen, dessen leitender Faden die heilige Dreieinigkeit wäre.


Lasst die Kinder frei!

Welche Haltung gegenüber unseren Kindern verrät die heimische Spielplatzkultur? Welche Art von Erwachsenen wird einmal aus den Kindern, für die keine Spielplätze, sondern Hochsicherheitszonen geplant werden? Ein Appell.

Zierden der Gegend

Den historischen Bestand nicht überformen, sondern mit heutigen Mitteln weiterbauen: Gut Hochreute in Bayern und Gut Gasteil in Niederösterreich, ländliche Idylle und städtisch-bürgerliche Baukultur im Einklang – bis heute.


Der ideale Bauherr

Versuch einer Charakterisierung: Was sind die Voraussetzungen, die zu einer geglückten Beziehung zwischen Bauherren und Architekten führen – und zu guten Bauwerken?



Die Stadt als Objekt

Eine Stadtplanung, die mehr ist als der geschickte Umgang mit Sachzwängen und Interessen: Ist so etwas überhaupt vorstellbar? Die Wiener Architektenkammer lädt mit einem „Strategiepapier zur Stadtentwicklung“ zum Dialog ein. Man darf auf die Antworten gespannt sein.

Die Kirche im Dorf

Viel neuer Platz in Wien und Niederösterreich: Pointner/Pointner Architekten zeichnen verantwortlich für die Sanierung der Pfarrkirche Wien-Essling sowie für das neue Pfarrheim der Kirche Großebersdorf.

Gustav Freytag und die Wiener

Wien, 23. August 1866. Er ist in gutemAndenken bei euch, Wiener, der Verfasser von „Soll und Haben“, der „Verlorenen Handschrift“ und der Abende, welche euch durch die „Journalisten“, „Die Valentine“ und den „Grafen Waldemar“ im Burgtheater geworden!


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Gartenkralle

  • 03.12.2016 Mispeln im Sturm
    Ute Woltron
    Letzte Ernte. Die seltsamsten und spätesten unter den heimischen Früchten reifen erst nach dem Frost und wachsen auf einem der hübschesten Bäume, die man in den Garten holen kann. ?
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