Auf der Suche nach Nischen des Glücks

Eine Liebe zwischen New York und dem Donaudelta: Catalin Dorian Florescus überbordende Lust an Geschichten.

Kampf um das Bild

Überzeugend: Sabine Grubers Roman „Daldossi oder Das Leben des Augenblicks“ über das private und allgemeine Elend eines Kriegsfotografen liefert gleichsam nebenbei die Ehrenrettung für diesen Berufsstand.

Was ich lese: Bernd Roger Bienert

Wie zu vermuten, lese ich derzeit vor allem Werke der Zeit Mozarts, etwa von Johann Peter Uz.

Taugenichts, Tollpatsch, Tunichtgut

Vergaloppiert: Über tiefe Kalauerlacken führt Marjana Gaponenkos halsbrecherische narrative Kutschenfahrt. „Wir sehen uns am Meer“ – eine Groteske.

Nur Mut und Gewehre

Erich Hackl lässt im Sammelband „So weit uns Spaniens Hoffnung trug“ 46 Zeitzeugen aus dem Spanischen Bürgerkrieg zu Wort kommen, darunter bekannte Autoren, aber auch Arbeiter und Krankenschwestern.

Was ich lese: Werner Auer

Berufsbedingt komme ich derzeit hauptsächlich nur dazu, Sekundärliteratur zu meiner aktuellen Musicalproduktion „Artus“ zu lesen – sprich historisch-biografische Werke rund um die Artus-Legende wie zum Beispiel Norma Lorre Goodrich: Die Ritter von Camelot – König Artus, der Gral und die Entschlüsselung einer Legende (C. H. Beck Verlag) oder Die keltischen Wurzeln der Artussage von Stefan Zimmer (Universitätsverlag Winter).

Die Sinne verwirren

„Die Füchsin spricht“: Sabine Scholls multiperspektivischer Roman über Frauenbilder.

Die Bälle des Lebens

„Die Fotografin“: William Boyd entwirft die fiktive Autobiografie einer selbstbewussten Künstlerin im frühen 20. Jahrhundert. Allen Ratschlägen zum Trotz wandert sie mit ihrer Kamera zwischen Kunst und Dokumentation. Existenzielle Tiefe in einem packenden Plot.

Das radikal Böse und das banal Böse

Bettina Stangneth lädt zu einem Dialog zwischen Kant und Arendt über das Böse ein – mit einer überraschenden Wendung.

Unter die Haut

Im Umfeld von Montessori- und Waldorfkindergärten blühen sie auch bei uns: die Ängste vor der Impfung. Über deren Entstehung und Propaganda sowie über die Mühsal, Dummheit oder bestenfalls Unwissen zu begrenzen, hat Eula Biss „Immun“ geschrieben.

Was ich lese: Marie Rötzer

Die Welt ist groß – dieses Lebensmotto gibt der alte Bai Dan seinem Patenkind Alexandar mit auf die Flucht vom „Rande Europas“ in den Goldenen Westen.

Der Vater tot, das Erbe ruft

Ein Mann wird von drei Frauen geliebt. Aber nicht die drei sind eifersüchtig aufeinander, es sind die Geschwister des Mannes, die um das Erbe fürchten. Sándor Márais 1937 erschienener Roman „Die Eifersüchtigen“: in neuer Übersetzung, aber mit der alten Überfülle an Stoff.

Angst vor großen Tieren?

Alte und neue Heimaten, alte und neue Freunde, alte und neue Eltern. Pädagogisch gewitzte Bilderbücher, unheimliche Graphic Novels, Fantasy mit orientalischem Hintergrund: Vielfalt der Themen und der Genres kennzeichnen die Kinder- und Jugendbücher der Saison.

Diazepam und Hämorrhoiden

Bekenntnisliteratur: Anneliese Mackintosh über die Zumutungen des Lebens.

Was ich lese: Florian Krumpöck

Eine besondere Faszination übt auf mich seit je ein Klassiker der Weltliteratur aus, den ich seit jungen Jahren immer wieder lese.

Henriette Alt liebt auswärts

Als Ernst Lothars Roman „Der Engel mit der Posaune“ 1947 erschien, knurrten noch Reste der NS-Sprache aus so mancher Rezension. Der darauf folgende Film verzuckerte die Handlung. Nun wurde die Wiener Familiensaga neu aufgelegt.

Der Heilige im Bademantel

Satirisch: In Klaus Oppitz' Roman „Landuntergang“ wird Österreich zum Polizeistaat.

Ein Bruderzwist im Hause Europa

Der Militärhistoriker Klaus-Jürgen Bremm leuchtet die Hintergründe und den Ablauf der Schlacht von Königgrätz am 3. Juli 1866 aus.

Darf man Tiere essen?

Im Paradies frisst nicht einmal der Löwe Fleisch, argumentiert Kurt Remele und macht die karnivorische Komfortzone ein Stück weit ungemütlicher. „Die Würde des Tieres ist unantastbar“ oder: Unbequeme Vorschläge für eine neue Tierethik.

Was ich lese: Katharina Stemberger

Als angehende Schauspielerin las ich in einem Roman folgende Antwort einer jungen Frau bei einem Jobinterview auf die Frage: „Und was für Hobbys haben Sie?“

Was ich lese: Claudia Bosse

Im Moment lese ich nur für „Ideal Paradise“, weil ich mitten im Arbeitsprozess stecke.

Gehen, sehen, verstehen

Kleine Kulturgeschichte des Wanderns, Vagabundierens und Flanierens: In der Anthologie „Durch Welt und Wiese oder Reisen zu Fuß“ verweben Ilija Trojanow und Susann Urban poetische Texte von überzeugten Gehern aus zwei Jahrhunderten.

Wo bleibt der Gegensatz?

Mit Überschwang: unbekannte Briefe Gustav Mahlers an Musen und Musiker.

Die verdrängte Scham einer Flüchtlingsfrau

Hermetisch: F. C. Delius verpackt drei Liebesgeschichten in einer. Die Hauptperson begibt sich auf die Suche nach verlorenen Ahnen.

„Sie sind aber lang auf“

Weit gereist: Klemens Renoldner über Salzburg, die Schweiz und den Rest der Welt.

Wer viele Worte macht . . .

Zentrale Figur in Maxim Billers „Biografie“ ist das männliche Geschlechtsteil, in allen Varianten, Größen und Steifheitsgraden. Keine Seite ohne sein Vorkommen. Eine kalkulierte Provokation.



Klassik

Sinkothek auf DiePresse.com »

AnmeldenAnmelden