Ein kleiner Schritt, ein falscher

Schon der Titel verrät, wo Hans Platzgumers Protagonist Gerold Ebner steht: „Am Rand“. Und vor ihm: der Abgrund. Er blickt zurück auf sein Leben, in dem selbst kleine Entscheidungen in die Katastrophe führten.

Das Kind wird zum Monster

„Das Gift“: Samanta Schweblins knapper, luzider Horrorroman über mütterliche Urängste.


Ein Leben als ewiger Prolog

Auf kalkulierte Weise lässig zu sein, darauf käme es an, doch diese Technik der Täuschung beherrscht Hannah nicht. Sie wird zermahlen und sie vereinsamt. „Traurige Freiheit“: Friederike Gösweiners Roman ist todtraurig. Aber ein exzellentes Debüt.

Ungnädig gegenüber der Partei

Respektvoll: Gunter Hofmanns Biografie über den im Vorjahr verstorbenen deutschen Altkanzler Helmut Schmidt.


Dem Kosmos einen Tritt

„Dada ist kein Rüpelspiel“, schrieb Hans Arp rückblickend. Zu Beginn war das „Mouvement“ Ausdruck der Verzweiflung über den Krieg und die damit verbundene Sprachverluderung. Dada oder: Der kurze Frühling der Anarchie.

Nur wer etwas wagt, der lebt

Im multiperspektivischen Roman „In der freien Welt“ versucht der Erzähler, Näheres über den Tod seines jüdischen Freundes John in Erfahrung zu bringen. Indem er drei schicksalhaft aufeinander bezogene Welten entfaltet, betritt Norbert Gstrein erzählerisch zum wiederholten Mal historisch vermintes Terrain.

Männer ohne festen Wohnsitz

„Mesopotamien“, so nennt Serhij Zhadan seine Heimat Ukraine und will uns ihre jüngste Geschichte auf dem Umweg über neun unverbundene Porträts einzelner Menschen begreifbar machen. Er erzählt vom belanglosen Alltag in Zeiten des Krieges und von der Normalität mitten im Wahnsinn.

Schau'n Sie sich das an!

Zwei Bände mit Texten und Bildern zu Karl Farkas begleiteneine Ausstellung in St. Pölten.

Soll man Banken retten?

Sein Spezialgebiet beim Studium war die große Depression in den 1930ern. Das half dem ehemaligen US-Notenbankchef Ben Bernanke, die Krise von 2008 zu verstehen. In seinen Erinnerungen „The Courage to Act“ blickt er nun zurück auf diese schwere Zeit und auf seine europäischen Vorfahren.


Madrid, Machos, Mädchen

Den Spanischen Bürgerkrieg, eine klassische Männergeschichte, alternativ anhand dreier Liebespaare zu erzählen, dokumentarisch genau, elegant geschrieben, emotional aufbereitet. Das gelingt Amanda Vaill mit „Hotel Florida“.

Ein Land ohne Länder?

Thomas Winkelbauer hat für seine „Geschichte Österreichs“ ein prominentes Historiker-Team zusammengestellt. Im Gegensatz zum geplanten „Haus der Geschichte“, das eher willkürlich mit 1848 beginnen soll, setzt seine kompakte Historie in der Zeit der Völkerwanderung an.


Geselle mit Empathie und Bleistift

Jochen Jungs mitreißende Autorenporträts aus 40 Jahren als Lektor, Verleger und Autor.


Kafkas Klassen, Bernhards Motorsäge . . .

„Bauer Bernhard, Beamter Kafka“: Janko Ferks vergnügliche Essays über die „Zweitberufe“ bekannter österreichischer Dichter.

Der Mond als fette Zitrone am Himmel

Rainer Wielands unterhaltsame Hommage ans Unterwegssein in die Ferne.

Who the fuck is Inge?

Auf den Spuren von Ingeborg Bachmanns Wiener Jahren: Joseph McVeigh versucht, die letzten Schleier um das „Phantombild“ der jungen Dichterin zu lüften.

Den Wörtern kündigen

Ein 72-jähriger Mann meldet sich in einem Online-Suizid-Forum an. Nach dem Verrat seines Freundes denkt er, nicht mehr weiterleben zu können. Martin Walsers spielerischer Roman „Ein sterbender Mann“.

Wo Flutlicht ist, ist auch Schatten

Philip Kerr beleuchtet die dunklen Seiten des Fußballs.


Eine tödliche Liebe

Es beginnt mit einer harmlosen Alter-Mann-trifft-junges-Mädchen-Geschichte, die sich am Rande eines Mordfalls entspinnt. Zülfü Livanelis Roman „Schwarze Liebe, Schwarzes Meer“ oder: Wenn man allein mit Büchern lebt.

Das ungelebte Leben

Eine Lebens- und Schaffenskrise des britischen Schriftstellers E. M. Forster (1879 bis 1970) steht im Mittelpunkt von David Galguts Roman „Arktischer Sommer“. Zentrales Moment: Forsters über lange Zeit nicht gelebte Homosexualität. Ein innerer Thriller.

Das Aroma der Kolonie

Bei ihm sind sie alle versammelt: weltmännische Gentlemen, kauzige Kolonialbeamte, einfältige Offiziere, skurrile Ingenieure, exzentrische Ladys, scharfzüngige Witwen und schnöselige Dandys. Vor 150 Jahren wurde Rudyard Kipling, der Autor des „Dschungelbuchs“, geboren.

Was ich lese

Dramaturgin, Kuratorin und Intendantin des Wiener Theaters brut.

Die beste Mistgabel der Welt

So politisch seine Interventionen wirkten, ihr Kern war Theatralik, getragen von hoher Musikalität und sprachartistischem Vermögen. Zum Erscheinen der letzten zwei der auf 22 Bände angelegten Werkausgabe zu Thomas Bernhard: Gedichte, frühe journalistische Arbeiten, Zeitschriftenbeiträge, Reden.

Die Streif und die Achte

Clemens Hellsbergs nicht nur philharmonische Einsichten.

Ungarn, anders

Eine besondere Ausgabe der Zeitschrift „Literatur und Kritik“.

Klassik

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