Vom Gebrauch der Güter

Eigentum war gestern. Das Ende des Kapitalismus naht, behaupten Jeremy Rifkin und Paul Mason. Aber die Welt, die sie beschreiben,gibt es nicht. Ein Faktencheck.

Das Ich und das Nichts

Sven Hillenkamp beschreibt in einem auf vier Bände angelegten Projekt die Moderne als „Sturz ins Nichts“. Wir haben Nein zur Welt und Nein zu uns selbst gesagt, in der Hoffnung auf ein anderes. Doch das will sich nicht einstellen. Ein Theoriesturm.


Überall ist Vater

Kann man als Sohn eines SSlers glücklich werden? Der Schatten des Vaters verlässt den 1945 in Ostdeutschland geborenen Protagonisten in Christoph Heins Roman nicht. Doch er stellt sich – im Gegensatz zu seinem Bruder – der Vergangenheit. Und wird zum „Glückskind mit Vater“.

Musste es so kommen?

1943 veröffentlichte die Britin Ernestine Amy Buller ihr Buch „Darkness over Germany“. Darin gab sie Gespräche wieder, die sie von 1934 bis 1938 auf Reisen durch Deutschland und Österreich geführt hatte. Sie wollte verstehen, was dort vor sich ging. Jetzt wurden ihre Aufzeichnungen wiederentdeckt und übersetzt.


Im klebrigen Zustand der Nähe gefangen

Ein idealer Ehemann? Fürsorglich,sensibel, rücksichtsvoll. Doch in der Liebe will es nicht klappen. Michael Kumpfmüllers satirische „Erziehung des Mannes“.

Bob und der Pop

Er hat einflussreich wie kaum ein anderer ein halbes Jahrhundert die Geschichte der Popmusik geprägt: der in Duluth, Minnesota, geborene Robert Zimmerman, der als Bob Dylan am 24. Mai seinen 75. Geburtstag feiert.

Lieber ein Haus als Freiheit

Originell: Lydie Salvayres Auto-Bio-Doku-Fiktion aus dem Spanischen Bürgerkrieg.

Der Held unserer Zeit

Der Literaturwissenschaftler Daniele Giglioli fragt in seinem provokanten Buch „Die Opferfalle“, warum es heute so attraktiv zu sein scheint, als Opfer zu gelten. Seine These: So kommt man leichter zu Aufmerksamkeit, Prestige und Selbstachtung.


Wege aus der Angst

Mit unchristlichen Mitteln lässt sich ein christliches Europa nicht retten, sagt Paul M. Zulehner. „Entängstigt euch!“: ein Plädoyer des Pastoraltheologen gegen die Angst vor Flüchtlingen. Weiters legt er seine Dissertation über das Verhältnis von Arbeiterschaft und Kirche gedruckt vor.

„Habe ich das nicht schon notiert?“

„Vor der Baumschattenwand nachts“: Das sechste Journal Peter Handkes stellt Beobachtungen Betrachtungen gegenüber und führt Erlesenes mit Erlebtem eng.

Vom Outback zum Opernball

Märchenhaft: Phyllis McDuff auf den Spuren der Ankerbrot-Erbin Bettina Mendl.


Wer schützt den Bürger?

Die Freiheit, so Harald Welzer in seiner Analyse „Die smarte Diktatur“, ist heute radikal gefährdet: durch ökologischen Stress, durch räuberische Formationen, durch autokratische Regierungsformen, durch Überwachung und durch Hyperkonsum. Ein Aufruf.

Wir – sind zumindest drei

Thomas Glavinic hantiert in seinem Roman „Der Jonas-Komplex“ mit vertrauten Personen. Der Vorsatz des Ich-Erzählers, „Teflonprosa“ zu vermeiden, gilt auch für den Autor. So mischt sich Mut zum Risiko mit Redundanz.

Kein Interesse an der eigenen Biografie

Lars Gustafssons Roman „Doktor Wassers Rezept“: Der kürzlich verstorbene Autor schildert darin einen Identitätswechsel.

Jeder ist verdächtig

Isfahan im elften Jahrhundert. Dort lebt der Hof-Astronom, Kalenderreformer und Dichter 'Omar Chayyām. Seine Geschichte erzählt Dževad Karahasan in seinem Roman „Der Trost des Nachthimmels“. Ein großes orientalisches Epos – mit vielen Bezügen zur heutigen Welt.

Balkanische Verhältnisse

Wiederentdeckung: Panait Istratis Roman über eine multikulturelle Gesellschaft.

Die Zeit von allen Seiten

Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft: In seinem Panorama der „Zeit“ zeigt Rüdiger Safranski, dass diese vertrauten Vorstellungen auf seltsame Weise schillern. Man kann die Zeit auch als eine „Furie des Verschwindens“ sehen.

Was ich lese: Robert Blöchl

Vor Kurzem habe ich Ein ganzes Leben von Robert Seethaler (Hanser Berlin Verlag) gelesen.

Was, wenn der Feind wir alle sind?

Was haben Flüchtlingsströme mit Immobilienpreisen zu tun? Saskia Sassen legt in ihrer Analyse die Logik systematischer „Ausgrenzungen“ frei.


Einsatz von taktischen Mitteln

Der erste Bundespräsident der Zweiten Republik, Karl Renner, war eine vielschichtige Persönlichkeit, blieb aber stets sozialdemokratischer Konsenspolitiker. Die Biografie Richard Saages erzählt das Leben des Staatsmanns aus linker Sicht, verschweigt seine dunklen Seiten aber nicht.

Mit dem Geruch von Napalm in der Nase

Welche Folgen hat die Zerstörung von Lebensraum? Davon handelt Tom Coopers Roman über das Leben im Mississippi-Delta nach dem Hurrikan und der Ölpest.

Fleiß, Faulheit und Fassade

Für furchtlose Leser: Alexander Widners Kurzroman über Österreich im 20. Jahrhundert.

Das Gefängnis ist kein Ponyhof

„Die Prinzessin von Arborio“: Bettina Balàka erzählt die Geschichte einer Mörderin, deren reales Vorbild vor Jahren den hiesigen Boulevard zum Jauchzen brachte. Ohne Erregungskeule, jedoch mit feiner Klinge.


Porträt: „Sport ist die beste Lebensschule“

Warum der ehemalige Tennisstar Alexander Antonitsch beinahe Eishockey-Spieler geworden wäre und was er von diesem Sport gelernt hat, erzählt er im WirtschaftsBlatt-Interview.


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