Aufpassen, dass der Körper das Richtige macht

Shida Bazyar, Deutsch-Iranerin, erzählt in ihrem Generationenroman vom Ankommen, von der Integration und den Konflikten der Kinder zwischen den Kulturen.

Offener Hemdkragen

Für Thomas Chorherr schreit die „Entbürgerlichung“ nach einem Aufstand des Bürgertums.

Phallische Frau mit Pistole

In ihrem Roman „Yseut.“ erzählt Marlene Streeruwitz ein Frauenleben nach – weder chronologisch noch annähernd vollständig. Inszeniert ist dieses Abenteuer als unterhaltsames, leicht groteskes, zuweilen komisches Kammerstück.


Definiert durch die Kuh

„Wunderbare Jahre“: Goethe tat es, Handke tut es – also schreibt auch Sibylle Berg über das Reisen. Das ja nicht mehr ganz so toll ist wie früher in der guten alten Zeit. Denn fast überall dräuen, kaum verborgen, üble Gefahren.

Plötzlich in einem fremden Staat

Richard Swartz, von Wien aus operierender Südosteuropa-Korrespondent, legt ein stimmungsvolles wie lehrreiches Buch über einen Landstrich vor, zu dem auch viele Österreicher eine innige Beziehung entwickelt haben: die Halbinsel Istrien.

Einlieferung in dieses Zimmer

Marica Bodrožić' poetischer Roman über einen Komapatienten auf Sprachsuche.

Gottes Länge und Breite

Christoph Markschies hat die leibhaftigen Erscheinungen Gottes durch die vergangenen Jahrtausende gründlich auf sich wirken lassen: „Gottes Körper“ – eine verschmitzte Kulturgeschichte der Gottesbilder.

Die Angst vor den Frauen

Die Gewalttheologie des „IS“: analysiert vom Wiener Islamwissenschaftler Rüdiger Lohlker.

Vier Frauen und ein Beau

Mehr Faction als Fiction: Naomi Woods Roman über die Frauen von Ernest Hemingway.


Als hätte Lila nie existiert

Wer ist Elena Ferrante? Sieht man vom Rummel um die Identität der Autorin ab, entdeckt man eine spannungsreiche Geschichte von zwei Frauen, deren ambivalente Verbindung geprägt ist von sich steigernder Rivalität und wechselseitigen Demütigungen. „Meine geniale Freundin“: eine Chronik der Bitterkeit.

Rechnitz und die Schuld

Kurz vor Kriegsende wurden in Rechnitz 180 Juden bei einem Massaker ermordet. In seinem glänzend recherchierten Buch fragt Sacha Batthyany nach der Mitschuld seiner 1989 verstorbenen Großtante an diesem Verbrechen.


Mit Lust erkennen

Arbogast Schmitt geht es nicht um eine Gesamtdarstellung aristotelischen Denkens. Er zeichnet den Umweg nach, den die Geschichte seiner Philosophie aufgezwungen hat. Ein groß angelegter Vergleich zwischen dem antiken Denker und der „Aufklärungsphilosophie“ des 17. und 18. Jahrhunderts.

Die Erforschung des Dunklen

Um nichts weniger als die essenzielle Frage nach dem Guten und Schlechten geht es in Martin Mosebachs Werk. Das ist soeben um zwei Bände reicher. Eine briefliche Bücherempfehlung.

Ein Frage der Frauen

„Der Fall Meursault“ von Kamel Daoud liefert zu Camus' „Der Fremde“ eine Gegendarstellung. Der alt gewordene Bruder des Toten erzählt einem Doktoranden seine Version. Zentrales Thema: Algerien und seine Lethargie.

Afrikanische Apokalypse

Großartiges Stück Literatur: „Tram 83“ von Fiston Mwanza Mujila entwirft die ganze Welt an einem einzigen Ort.


Entführt, gefoltert und verkauft

Der investigative Journalist Óscar Martínez beschreibt schonungslos die lateinamerikanische Wirklichkeit.

Zwischen den Fronten der Familie

„Der letzte große Trost“: Stefan Slupetzky über eine Wiener Familie im Wandel der Zeiten.

Kein Gesicht, keine Gestalt

„Der Vorgang Benario“: Als Komintern-Agentin wird Olga Benario 1936 von den brasilianischen Behörden an die Gestapo ausgeliefert und bringt im KZ Ravensbrück ein Kind zur Welt. Robert Cohen hat die Gestapo-Akte studiert.

Wer bist du? Wer bin ich?

„Have a Nice Trip“: Dieter Sperlsoriginelle Sprach-, Denk- und Beobachtungsreise.

Ausstieg aus dem System Familie

„Sag Du es Deinem Kinde!“: Friedemann Derschmidt rekonstruiert die Spuren der Verstrickung seiner Familie in den Rassenwahn des Nationalsozialismus. Ein paradigmatischer Projektbericht.



Benefize für die Spitze

Globalisierung, technologische Entwicklung, Auflösung üblicher Arbeitsverhältnisse – das sind nur einige Phänomene, die für eine Zunahme der Ungerechtigkeit sorgen. Zwei Ökonomen suchen nach einem sozialen Ausweg.

In der Obhut einer Moschee

„Born on a Tuesday“ des nigerianischen Autors und Anwalts Elnathan John: ein Schlüsseltext zum Verständnis des Erfolgs islamistischer Gruppen.

Was ich lese: Monika Sommer-Sieghart

Ich lese gerne von beeindruckenden Frauen. Gerade das Thema des diesjährigen Forums Alpbach, „neue Aufklärung“, schärft dafür den Blick, denn von Emanzipation war in der Epoche der Aufklärung noch kaum die Rede.

Wer bin ich?

Dmitrij Kapitelman sinnt in dem autobiografisch gespeisten Israel-Reiseroman „Das Lächeln meines unsichtbaren Vaters“ möglichen Identitäten nach: Ukrainer? Jude? Moldauer? Halbjude? Deutscher? Oder einfach „Mängelware“?


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