Im Model ist der Wurm drin

„Ich in Gelb“: Olga Flor setzt ihre Romanheldin, die Bloggerin nextGirl, als eine Art investigative Journalistin auf die Spur übler Vorkommnisse in der medial so ausgiebig gehypten Modebranche.

Der Arzt von Wolkersdorf

Ina Roberts Erinnerungen sind ein wichtiges Zeitzeugnis wie auch private Lebensgeschichte.

Das schuldige Opfer

Brasilien 1964: Militärputsch. Der Protagonist von Beatriz Brachers Roman „Die Verdächtigung“ wird gefoltert. Aber er verrät nichts, ist somit für den Tod seines Freundes nicht verantwortlich. Den am Leben Gebliebenen ist er trotzdem verdächtig. Die Hintergründe einer Lebensgeschichte.

Konzept des guten Lebens

Kein Leuchtturm mehr: In Lateinamerika ist der Drang zur Utopie verloren gegangen.

Einen Stiefel reden

Warnung! Die Lektüre von Texten Friedrich Achleitners kann Ihren Umgang mit Sprache verändern. Auch in „wortgesindel“ grenzt das Philosophische an das Groteske und umgekehrt. Am 23.Mai feiert der Dichter und Architekt seinen 85. Geburtstag.

„Du blödes Mensch!“

Christian Futscher ist ein Chronist der noblen Sorte. In seiner Wiener Vorstadtballade „Frau Grete und der Hang zum Schönen“ begleitet er seine Figur – ohne zu urteilen.


Die Stille der Stadt ist nie nur still

Betörend und betäubend: Rüdiger Görner wandelt durch die englische Hauptstadt und macht sich so seine Gedanken.


Cousin heiratet Cousine

Ausgangspunkt ist die Sorge einer Großmutter, dass ihr Enkel keine passende Frau mehr abbekom-men könnte. Weshalb sie die Sache selbst in die Hand nimmt. Die Fabulierfreude von Vea Kaiser kennt keine Grenzen. „Makarionissi oder Die Insel der Seligen“: ein griechisch-niederösterreichisches Degustationsmenü.

Die schiefe Frau

Dörte Lyssewski, beliebt als Schauspielerin, überrascht im Erzählungsband „Der Vulkan oder die heilige Irene“ mit vier souverän verfassten Geschichten, in denen drei Frauen und der Tod eines Hundes im Zentrum stehen.

Fremde, Feinde und falsche Freunde

Beunruhigend: Veronika Seyrs 33 fiktive Briefe über das Ende von Titojugoslawien. „Forellenschlachten“: eine Erinnerung.

Und dann sang er weiter, der Leiter

Festschrift für Klaus Amann: profunde bis launige Beiträge zur Literaturgeschichte.


Hölle und Nacht auf Erden

Purer Faktenreport oder sanft angewandte Literarisierung? Antonia Barboric untersucht die Bandbreite der autobiografischen Berichte von KZ-Überleben- den anhand der Bücher von Udo Dietmar und Elie Wiesel.

Das Land der Ikonen und Küchenschaben

Startschuss für das 100-Jahr- Jubiläum der Russischen Revolution? Orlando Figes' Band über „Russland und das 20. Jahrhundert“ ist kein Kracher.

Na und?

„Zur frohen Zukunft“: Egon Christian Leitner konfrontiert Adolf Holl mit seinen Widersprüchen, ohne das Recht auf diese Widersprüche infrage zu stellen. Für alle an Philosophie, Religion, Politik und nicht zuletzt an Holls Denken und Leben Interessierten eine Fundgrube.

Einheit und Freiheit

Nach dem Krieg war Österreich bestrebt, die Lösung seiner Probleme von der deutschen Frage abzukoppeln. Adenauer wollte die Besatzungstruppen im Land haben, Raab wollte sie draußen haben. Michael Gehler analysiert akribisch das Verhältnis der „verfreundeten Nachbarn“ von 1945 bis zum Staatsvertrag.

Schönheit und Schrecken

Wie weit ging die Verstrickung Werner Heisenbergs und Martin Heideggers in den Nationalsozialismus? Damit beschäftigen sich zwei Bücher auf unterschiedliche Art. Jérôme Ferrari nähert sich Heisenberg literarisch, Silvio Vietta verteidigt Heidegger sachlich-philosophisch.

Herz und Leber roh

Sohn, Vater und Großvater fahren jedes Jahr in ein entlegenes Gebiet, um nach Hirschen zu jagen. Statt eines Tiers erlegt der Sohn aber einen Wilderer. „Goat Mountain“: David Vanns Roman über eine von Gewalt geprägte Familie.

Zum Kindsein nicht geschaffen

Hilary Mantel befreit sich von Geistern – in einer geistvollen, grandiosen Autobiografie.


Nicht schauen, sondern tun

Appell an die Menschlichkeit: Beate Winklers kleine Ermutigung „Unsere Chance“.

Flucht in Ketten

„Der leichteste Fehler“: Die kanadische Autorin Lisa Moore bedient souverän gleich mehrere Genres. Roadmovie, Krimi, Seefahrtsroman bündeln sich zu einer amüsanten Verfolgungsjagd.

Die Sprache der Nacht

Die Traditionalistin, als die sie in den 1960er-Jahren von der Avantgarde angesehen wurde, war Christine Busta in ihrer Lyrik sicher nicht. Ihr 100.Geburtstag könnte ein Anlass sein, nicht nur ihre Wortneubildungen, sondern auch ihre Dialektgedichte zu entdecken.


Kagraner nimmt Platz und redet

Im Café ungestört Zeitung zu lesen – das ist vorbei für den Ich-Erzähler in Gustav Ernsts Roman „Zur unmöglichen Aussicht“. Denn ein Unbekannter verwickelt ihn immer wieder in Gespräche über banale Angelegenheiten.

Vergiss das Gute!

Ein einstiger Starreporter, er nennt sich Robert Kisch, wird Verkäufer in einem Möbelhaus. In seinem Bericht darüber erzählt er von einer Arbeitswelt, in der sich Habgier, Neid und Niedertracht der Menschen bemächtigen und wie Viren die Gesellschaft unterwandern. Eine Entlarvung.

Links reden, rechts leben

Mit dem Links-rechts-Schema kann man vielleicht noch Wahlkämpfe führen, die Gesellschaft lässt sich so nicht mehr beschreiben, meint der deutsche Soziologe Armin Nassehi.

Salut auf den Pelzmantel

Ein literarischer Fund: die Erinnerungen der russischen Schriftstellerin Teffy.

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