10,0

In drei Turnbewerben gewann die „olympische Lolita“ 1976 Gold, Silber und Bronze. Die Rumänin Nadia Comaneci wurde weltberühmt. Lola Lafon macht aus dem Leben der Turnerin einen Roman, der zwar berührt, sie aber auch instrumentalisiert.


Als hätte der Tod einen Schlüssel

In seinem Debütroman bemüht sich der junge israelische Autor Ron Segal, für das Grauen der Shoah und die Erinnerung daran eine neue literarische Darstellungsform zu finden. Es bleibt beim Versuch.

Genosse oberster Schüler

Lange war Mao von Zuschüssen aus Moskau abhängig. Alexander Pantsov und Steven Levine haben russische Akten durchforstet und ihre Mao-Biografie eingebettet in die bilateralen Beziehungen. Zutage tritt eine tyrannische Persönlichkeit, die sich von Stalin viel abgeschaut hat.

Die Essenz des Menschen

Welche Formen des Glaubens sind angemessen? Wo verletzen sie den gesellschaftlichen Moralkodex? Ian McEwan umkreist in seinem Roman „Kindeswohl“ Fragen der Beziehung von Staat und Religion und verteidigt das Recht, seinem Glauben zu folgen.

Die Verräter von Österreich

Hans Kitzmüllers Roman über die Schauspielerin Nora Gregor, die Ehefrau Starhembergs.

Dabei wäre alles ganz einfach

Die Bildungsreform und dazu das halb intellektuelle Plauderwelsch ihrer „Experten“. Konrad Paul Liessmann über Gefahren und Möglichkeiten zur Überwindung der finsteren „Geisterstunde“ in unseren Bildungsstätten.

Eine Houllebecq-Verteidigung: Europa schafft sich ab

Michel Houellebecqs Roman „Unterwerfung“ ist keine geschmacklose Islam-Provokation,sondern eine beeindruckend kluge, traurige Abrechnung mit Europa. Eine Verteidigung.|16 Kommentare

Ehr und Reichtum treibt und bläht

Er ist heute nicht viel mehr als ein Name der deutschen Literaturgeschichte: Von Matthias Claudius kennt man gerade noch sein „Abendlied“. Doch er war nicht nur als Zeitungsredakteur, sondern auch als Lyriker Vorreiter. Zum 200. Todestag eines Vergessenen.


Aufhören, Feinde zu sein

Grenzüberschreitend: Bernd Schuchters Roman über eine ungewöhnliche Freundschaft.

Schwimmbäder, Fischbilder und riesige Zwerge

Gelehrig, witzig, nicht ganz neu: Teresa Präauers kleine Kunde des Kunstbetriebs am Beispiel zweier sehr unterschiedlicher Künstler.

72 Kilometer Leiden

Bevor er sich auf die Reise durch sechs Staaten machte, studierte der Publizist Uwe Rada eingehend die historischen und kulturellen Zusammenhänge des Küstenraums. „Die Adria“ ist deshalb weniger Reportage als reichhaltige Kulturgeschichte.


Tanz auf goldener Kugel

Peter Roseis sehr österreichisches Satyrspiel „Die Globalisten“ ist als heimische Weltkomödie angelegt. Die Welt ist hier alles, was zwischen Café Imperial und dem Grundlsee liegt. Besser: dem Abgrundlsee.

Bis nach Amerika sehen

Zwölf geschliffene Prosastücke von Judith Nika Pfeifer.

Rache, nicht Recht

Ein Mann nimmt das Gesetz selbst in die Hand. „Zeig dich, Mörder“: Es ist ein altes Western-Thema, das Louis Begley in seinem Roman anpackt. Überzeugend ist aber mehr der Einblick in die Welt der Staranwälte als der Aufruf zur Lynchjustiz.

Gesunde Verhältnisse!

Der Medizinjournalist Matthias Martin Becker legt Wert auf den sozialen Aspekt der Vorsorge.

Ehe und Eigentum

„Die geführte Familie“: Anhand fünf ausgewählter Länder zeichnet Paul Ginsborg ein anregendes Panorama des Privaten unter diktatorischen Verhältnissen. Anschaulich, aber wenig analytisch.

Weltkunst für daheim

André Malraux, Autor, Résistance-Kämpfer und Politiker, legte mit seinem „Musée imaginaire“ eine „Weltkunstgeschichte“ vor. Der deutsche Kunsthistoriker Walter Grasskamp würdigt den späteren Kulturminister de Gaulles.

30 Jahre Neid

Sechs Halbwüchsige, die in einem New Yorker Sommercamp die Exklusiven geben. Sie sind verliebt in sich selbst, halten das für Ironie und geben sich deshalb den Namen „Die Interessanten“. Meg Wolitzers Roman über eine US-amerikanische Elite mit hohem Standesbewusstsein, aber geringem Kontakt zur Außenwelt.

Am schwersten lügt sich's mit Musik

Wer war Oskar Baum? Eine Sammlung von Kritiken, Porträts und Artikeln erinnert an den blinden Prager Musikkritiker und Literaten.


Otto Jaus: Was ich lese

Vorweg möchte ich Ihnen sagen, dass ich kein belesener Mensch bin, in meinem Leben nicht wirklich viel gelesen habe und auf dieses Buch durch meinen Fernseher aufmerksam gemacht wurde.

Weiter leben

Überdiagnostik und Übertherapie auf der einen Seite, Sterbehilfetourismus auf der anderen. Wie geht "Selbstbestimmt sterben", fragt der Palliativmediziner Gian Domenico Borasio. Und der Stadtarzt Günther Loewit verweist auf ökonomische Verwerfungen.

Stracks ins Museum?

Als Kunstform ist die Oper quicklebendig, aber im Zuschauerraum fehlt der Nachwuchs. Künstler und Wissenschaftler haben sich deshalb in Graz zusammengefunden, um über „Die Zukunft der Oper“ nachzudenken. Das Ergebnis: keine Einigkeit.

Glitzernd bis ins alte Europa

Zum 10. Todestag von Susan Sontag: das legendäre „Rolling- Stone“-Interview, ungekürzt.

Kalifen, Scheichs, Sultane

Albert Hourani (1915–1993) war ein englischer Orientalist. Sein Grundlagenwerk „Die Geschichte der arabischen Völker“ erscheint nun in einer um die aktuelle Entwicklung bis zum Arabischen Frühling erweiterten Fassung. 14 Jahrhunderte islamische Welt: differenziert und kompakt.

Nur die Preußen brauchten lange

Hazel Rosenstrauch zeigt in „Congress mit Damen“, wie diese 1814/15 in ihren Salons hinter dem Rücken der Diplomaten und gekrönten Herrscher die Fäden zogen. Gräfin Fuchs galt gar als „Königin“ des Kongresses.


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