Um nicht ich zu sein

Eine Nacht lang haben sie geredet und getrunken: Oskar Werner und Michael Degen. Der Jüngere fand seine Ansichten durch den Älteren bestätigt. Jetzt hat Michael Degen ein Buch daraus gemacht: „Der traurige Prinz“ – Dokument einer tragikomischen Begegnung.

Die Zweite von links

In einem Koffer in New York: Alfred Polgars wiederentdeckte Hymne auf Marlene Dietrich.

Knistern auf dem Linzer Schlossberg

Flott und amüsant: In seinem Roman „Die Anatomie der Träume“ stellt Wilfried Steiner genüsslich das Innenleben des Linzer Kulturbetriebs aus.

Wie viele Klafter Holz ist sie wert?

In „Wald“, ihrem dritten Roman, schildert Doris Knecht, wie eine erfolgreiche Karrierefrau aus ihrem gewohnten Leben fällt – und hart aufprallt. Mag die Natur da draußen auch noch so schön sein, Loos-Bar ist sie keine.

Die Heilige Dreisteifigkeit

Peter Strasser hatein Anstandsbuch verfasst: „Lust“ bereitet zumindest beim Lesen Wonne.


Undine in der Kirche

Marlen Schachinger fabuliert, lügt das Blaue vom Himmel herunter, mischt Realität mit Irrealität und hat keine Scheu vor ungeheuerlichen Behauptungen: „Albors Asche“, ein parabelhaftes Märchen im Horrorgewand.


Pizzeria Anarchia

Vladimir Vertlib blickt satirisch auf Phänomene der Gegenwart und erschafft sich dazu ein paar skurrile Originale: vor allem Lucia Binar und den Studenten Moritz. Anfangs verstehen sich die Alte und der junge Mann nicht, bald aber verbünden sie sich gegen den Hausbesitzer. Witzige Szenen versus soziale Abgründe.

Der Dichter als Medium

Es hilft, wenn man die Sprache beherrscht, aus der man einen Text übersetzt. Es schadet auch nicht, wenn man mit dem Kulturkreis, der sie angehört, vertraut ist. Bei Raoul Schrotts Übertragung von Hesiods „Theogonie“ ist nichts davon der Fall.

Zwischen Matura und Midlife-Crisis

Ein Hauch Melancholie: Wolfgang Popps fünf locker verwobene Episoden vom Verschwinden und Wiederauftauchen alter Hirngespinste – „Die Verschwundenen“.

Liebe in Zeiten der Revolution

Kitschig: Almudena Grandes und der Spanische Bürgerkrieg.

Allein mit Hund und Krähe

Leben in Ruinen: ein poetischer Abgesang auf das verfallende Hotel Obir in Bad Eisenkappel.

Mit dem Kanapee im Mund

Milan Kundera, mittlerweile 85, meldet sich nach 15 Jahren mit einem Roman zurück: „Das Fest der Bedeutungslosigkeit“ gestaltet keine Figuren, sondern Gedanken, die in Figuren projiziert werden. Schnörkellos, lakonisch.

Seismografen des Alltags

Im freien Fall: Bernhard Strobel kappt seinen Protagonisten den Faden der Normalität.

Nisht di aygene vienn fun amol

Ein Jugendbuch über die Judenverfolgung? Kann es das geben? Doch! Schon 1940 erschien das erste in New York, auf Jiddisch. „Emil und Karl“ von Yankev Glathshteyn: nach 75 Jahren eine Spätentdeckung auf Deutsch.

Ein Eheleben auf Urlaub und mit Handy

Deutsche Wertarbeit: Stephan Thomes feinfühliger Roman „Gegenspiel“ über ein stinknormales Ehepaar, das getrennte Wege geht und sich doch als Paar versteht.


Golfen in der Nacht

Die in London aufgewachsene Jhumpa Lahiri beschreibt in ihrem Roman „Das Tiefland“ die politischen Krisen und Proteste im Indien der Sechzigerjahre anhand des Lebenswegs zweier hochbegabter Brüder.

Der Bohemien auf dem Hradschin

Der Pressesprecher von Václav Havel, Michael Žantovský, hat kein Heldenepos über den ehemaligen tschechoslowakischenPräsidenten geschrieben, sondern eine Biografie, die Sonn- und Schattenseiten so wahrheitsgetreu wie möglich widerspiegelt.

Die Ahnfrau, exhumiert

Mit Grillparzer in die neue Zeit: Gerhard Hammerschmieds komplexer Beziehungsroman.


Judith vor der Tür mit Uhu

Arno Geiger beschreibt in „Selbstporträt mit Flusspferd“ die melancholische Gefühlslage eines zwischen allen Stühlen sitzenden, allen Gefühlen schwankenden Tierarztes, der unvermutet auf eine frühere Geliebte trifft.

Wedeln als Lebensstil

Gründlich: eine Studie über den Arlberg als Geburtsstätte des modernen Skilaufs.

Von Walther bis Bernhard

Österreich wird als Territorium zwar nie ausdrücklich definiert, doch bezieht der Herausgeber der „Literaturgeschichte Österreichs“, Herbert Zeman, den deutschsprachigen Teil der Donaumonarchie ein. Eine fesselnde Lektüre für Literaturfreunde.

Ein Mann beugt sich über seine Vergangenheit

Meister der Stimmungen: Eine politische Verschwörung im Paris der 1960er-Jahre bildet für Nobelpreisträger Patrick Modiano die Folie für seine Erinnerungsarbeit.

Menschen den Grenzen anpassen

Ende des Zweiten Weltkriegs kam es zu den größten Bevölkerungsbewegungen der Neuzeit. An die drei Millionen „Displaced Persons“ befanden sich in Österreich. In „Der wilde Kontinent“ schildert der englische Historiker Keith Lowe Hunger, Gewalt und Anarchie in den Jahren von 1943 bis 1950.

Cool, Colt, Colter

Adam, T.C. Boyles Held im Roman „Hart auf hart“, fühlte sich schon als Bub von feindlichen Aliens bedroht, auch wenn es nur Mitschüler waren. Nun, als junger Mann, der den Trapper Colter verehrt, ist er ganz von der Rolle – und auf einem tödlichen Trip.

Griechenland muss bleiben!

Marcel Fratzscher hält es für keine Lösung, die Griechen aus dem Euro zu drängen.


Klassik

Sinkothek auf DiePresse.com »

AnmeldenAnmelden