Arbeit am Kuss, stundenlang

Patricia Brooks schrieb eine meisterhafte Paarstudie.

Die Angstsaat

Fremdheit hier wie dort, Leben in zwei Sprachen, Österreich als Land der „Ibermenschen“, Kindheit als Überforderung. „Die Farbe des Granatapfels“: der Debütroman der 1973 in Zagreb geborenen und in Klagenfurt lebenden Anna Baar.

Proud to present: Mr. Kraus

Jonathan Franzen will dem US-Publikum einen Österreicher nahebringen: „Das Kraus-Projekt“ präsentiert zwei Essays des Altmeisters mit opulenten Randnotizen von Franzen. Ebenfalls am Projekt beteiligt: Daniel Kehlmann und Paul Reitter.

Island, du hast es schwerer

Zerklüftet, ungebändigt, fesselnd: „Der Junge, den es nicht gab“, Sjóns neue nordische Prosa.


Und nicht nur Austausch digitaler Daten

Hermann Petz prognostiziert: Die Zeitung bleibt – und sie bleibt das Medium der Klugen.

Lola läuft und liebt

Die Figuren in Mirna Funks Roman „Winternähe“ sind alle ein bisschen exzentrisch. Trotzdem vermittelt er ein realistisches Bild vom modernen Leben in Europa und in Tel Aviv mit den sozialen Netzwerken, dem Antisemitismus und dem Leben unter Raketenbeschuss. Fesselnd und aktuell.


Auf dem Elefanten Richtung Wien

Sufis, Harems, religiöse Eiferer: Rund um Jahan, einen Schüler des genialen Baumeisters Sinan, entwirft die türkische Autorin Elif Shafak ein prächtiges Gemälde der Blütezeit des Osmanischen Reichs.

Undine begräbt ihre Träume in Schächtelchen

„Nausikaa oder Die gefrorenen Wellen“: Rüdiger Görners melancholische Spaziergänge durch eine verloren gegangene Welt.

Die Rache einer Tochter

Evelyn Grill streut in ihre neun Erzählungen über Formen struktureller Gewalt in Paarbeziehungen oder im Familienverband ihre kleinen, aber befreienden Bosheiten ein. „Fünf Witwen“: Variationen über die alltäglichen Kränkungen.

Ziemlich beste Feinde

„Judas“: In diesem Roman geht es um Freundschaft und Verrat im ambivalenten Verhältnis zwischen Juden und Christen, Juden und Arabern in Israel. Leider gelingt es Amos Oz nicht, seiner Grundidee eine angemessene literarische Form zu geben.

Was ich lese

Claudia Rapp, Byzantinistin an der Universität Wien, Wittgenstein-Preisträgerin 2015, liest: "Hild" von Nicola Griffith.

Vom Aufreißen alter Wunden

19 Reportagen über Schauplätze des Zweiten Weltkriegs.

Sechs Geiseln haben keine Antwort

In Dave Eggers' Kammerspiel macht ein enttäuschter Mann gefangene Bekannte für seine Sinnkrise verantwortlich.

Schönheit, Fitness, Sexiness

Gleichberechtigung: alles paletti? „Das innere Korsett“ der Frauen, der Zwang zur Selbstoptimierung, ist enger geworden. Meinen Gabriela Häfner und Bärbel Kerber.

Wilder werdende Alpen?

Wasserschloss mit Bettenburgen? Werden die Alpen zum Ergänzungsraum für eine städtische Gesellschaft? Es droht der Verlust der Selbstbestimmung und damit der Diversität, meint der Kulturgeograf Werner Bätzing in seiner Streitschrift „Zwischen Wildnis und Freizeitpark“.

Gärender Sumpf im Glas

Vom Leben der Roma und Juden im Nachkriegs-Ungarn: Krisztina Tóths „Aquarium“.


Chancen auf so ein Kleeblatt?

Bei Arbeiten in Wäldern – da steigt das Risiko, oft vom Blitz getroffen zu werden. Das ist zu verstehen – schwerer ist die Erklärung anderer Ereignisse. David J. Hands Buch über die „Macht des Unwahrscheinlichen“.


Wenn Vögel herrschen

Allerlei Seltsames: hereinschwir-rende Papierflieger, verwirrte Omas, herrschsüchtige Vögel, Terror in der Kirche, gepiercte Geigen, eiserne Haie, Wale in der Donau, Liebe mit Sommersprossen. Lektüre für Kinder, wenn der Sommer Pause macht.

Wo Messer zu guten Freunden werden

„Das grüne Rollo“: Heinrich Steinfest verbindet in seinem überbordenden Science-Fiction-Roman Reales und Fantastisches und verliert sich in grünen Welten.


Der Wind zerrt am Hemd

„Bora“, der Titel von Ruth Cerhas Roman, ist eigentlich ein kalter Fallwind aus dem Karst, der „die Leute verrückt macht“. Doch in diesem Buch der heimischen Autorin herrschen lindere Lüfte und Sommergefühle.

Das mährische Füchslein

Das Opernschaffen im Zentrum: Michael Fütings lesenswerte Biografie über Leoš Janáček.

Dem Treiben der Müllmänner zuschauen

In Nicholson Bakers Essays geht es um alles, nur nicht um Sex. „So geht's“: der Kraut-und-Rüben-Glücksfall eines Buches über die Welt, wie sie wirklich funktioniert.

Ich halte nur die Feder

Als Christine Lavant endlich Anerkennung zuteil wurde und sie Preise bekam, war sie längst verstummt. Sie hat nicht aus, viel eher gegen Verstörung, Verzweiflung und Vereinsamung geschrieben. Zum 100. Geburtstag der großen österreichischen Dichterin.

Immer schön brav bleiben!

Gegenwartsdiagnose: Thomas Raabs satirisches Roman-Experiment „Netzwerk-Orange“.


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