Wenn Vögel herrschen

Allerlei Seltsames: hereinschwir-rende Papierflieger, verwirrte Omas, herrschsüchtige Vögel, Terror in der Kirche, gepiercte Geigen, eiserne Haie, Wale in der Donau, Liebe mit Sommersprossen. Lektüre für Kinder, wenn der Sommer Pause macht.

Wo Messer zu guten Freunden werden

„Das grüne Rollo“: Heinrich Steinfest verbindet in seinem überbordenden Science-Fiction-Roman Reales und Fantastisches und verliert sich in grünen Welten.

Der Wind zerrt am Hemd

„Bora“, der Titel von Ruth Cerhas Roman, ist eigentlich ein kalter Fallwind aus dem Karst, der „die Leute verrückt macht“. Doch in diesem Buch der heimischen Autorin herrschen lindere Lüfte und Sommergefühle.



Das mährische Füchslein

Das Opernschaffen im Zentrum: Michael Fütings lesenswerte Biografie über Leoš Janáček.

Dem Treiben der Müllmänner zuschauen

In Nicholson Bakers Essays geht es um alles, nur nicht um Sex. „So geht's“: der Kraut-und-Rüben-Glücksfall eines Buches über die Welt, wie sie wirklich funktioniert.


Jeder hier ist käuflich

„Überfluss an Geschichten und Mangel an kreativen Refugien“. Teju Cole staunt im Reise-Essay „Jeder Tag gehört dem Dieb“ über die Zustände in seinem früheren Heimatland Nigeria nach 15 Jahren in den USA.

Die Dichter lügen

Dreimal Schnitzler: die Familie, die Liebschaften und die Zweifel. Drei Bücher über den Dichter, der einem österreichischen Namen Weltgeltung verschaffte, bringen Alt- und allzu Bekanntes, aber auch einiges Neues.

Ich halte nur die Feder

Als Christine Lavant endlich Anerkennung zuteil wurde und sie Preise bekam, war sie längst verstummt. Sie hat nicht aus, viel eher gegen Verstörung, Verzweiflung und Vereinsamung geschrieben. Zum 100. Geburtstag der großen österreichischen Dichterin.

Immer schön brav bleiben!

Gegenwartsdiagnose: Thomas Raabs satirisches Roman-Experiment „Netzwerk-Orange“.

Gut, böse, besser

Ein Arzt überfährt in Israel einen Flüchtling aus Eritrea. Und wird dabei von dessen Frau beobachtet.Eine klare Sache? Ayelet Gundar-Goshen stellt mit ihrem großen erzählerischen Vermögen ethische Gewissheiten infrage. „Löwen wecken“: eine literarisch sehr ergiebige Verunsicherung.

„Verirrt in einem dunklen Wald allein“

Rechtzeitig zum 750. Geburtstag Dante Alighieris erscheint eine wunderbar poetische Neuübersetzung der „Göttlichen Komödie“.

Bis zur nächsten Blase

Schulden, so der ehemalige Banker Wolfgang Schröter in „Der große Schulden-Bumerang“, sind nur die Kehrseite von Guthaben, und Schuldenkrisen sind per se Guthabenskrisen. Eine Krise aber, die nicht aufhört, ist keine Krise, sondern ein scheiterndes System.

Werte? Nur mehr Blutwerte!

Ilija Trojanows Essay „Der überflüssige Mensch“ und das Manifest „Freunde des Wohlstands“: über die wachsende soziale Kluft.


An Batterien lutschen und kein Sex

Selbstreflexiv: Tex Rubinowitz schreibt mit „Irma“ einen Roman über sich selbst – oder auch nicht.

Ade Tantchen, innigst Dein Karl

Auch wenn's oft nicht so aussieht: Doch, es gab auch – leider fast vergessene – Menschen bei uns, auf die man stolz sein kann. Heimo Halbrainers ergreifendes Gedenkbuch über die Opfer der NS-Justiz in Graz – und das Davonkommen der Täter.

Gehen auf Messers Schneide

Vor 50 Jahren starb Martin Buber. Wie aktuell das Werk des 1878 in Wien geborenen Religionsphilosophen ist, beweist Karl-Josef Kuschel in seinem Panorama über Bubers Werk. Darin finden sich sehr gegenwärtige Fragen nach der Rolle der Religionen angesichts globaler Krisen.

Der Hunger nach Welt

Michael Glawoggers fabelhaftes Buch „69 Hotelzimmer“ sollte zur literarischen Hausapotheke jedes Reisenden gehören. Es vereint witzige, traurige, skurrile, grüblerische, immer sinnenstarke und welthaltige Geschichten, die zum staunenden Innehalten verleiten.


Die Kunst des Unfertigen

„Setzkasten“: Friedrich Hahns skurril-lyrische Episoden eines geträumten Lebens.

Hin und wieder ein Mann

Harriet Burdens Erfolglosigkeit als Künstlerin lässt sie auf Rache sinnen. Sie will die „sexuelle Voreingenommenheit“ des Publikums dingfest machen und sie ihm ins Gesicht schleudern. Wer war Harriet Burden, fragt Siri Hustvedt in ihrem vielstimmigen Roman „Die gleißende Welt“.

Kugelblitz

Er war emsig auf verschiedenen Gebieten tätig, von der Geldwerttheorie bis zur Moraltheologie: Otto Neurath, Programmautor des Wiener Kreises. Günther Sandners profunde Biografie zeichnet seinen Weg zum Universalintellektuellen und Demokraten nach.

Das Luder hinter der schönen Maske

Von der Lovestory zum Krimi: Fabian Eders filmischer Roman „Das Gesicht der Anderen“.


Seltsames Orakel im Keller des Hotels

Der Brite Will Wiles ironisiert in seinen Romanen die Absurditäten und Brutalitäten des Alltags. Weil die Menschheit jedoch noch zu wenig Feinde hat, gesellen sich bei ihm Holzböden und Messebesuche dazu.

Die Liebe ist eine Katastrophe

Verworrene Leidenschaften, unklare Bedürfnisse: A. L. Kennedys Erzählband „Der letzte Schrei“.

Wiener Kreis, Zentrum, Tangente

Karl Sigmund beleuchtet in „Sie nannten sich Der Wiener Kreis“ die weltweit wohl einflussreichste Denkergruppe des beginnenden 20. Jahrhunderts, in der sich Naturwissenschaftler und Philosophen zusammenfanden.

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