Der mildtätige Müller und das Waisenkind

Die „Landnovellen“ Ippolito Nievos, eines früh verstorbenen Mitkämpfers Garibaldis, beschwören empathisch Freud und Leid des einfachen Lebens.

Partisanen des Lebens

„Die Unamerikanischen“: Für Molly Antopol sind das nicht nur verfolgte Linke in den USA, sondern auch Opfer des Stalinismus in der ČSSR oder Überlebende des Holocaust in Israel. Illusionslose Zwischenexistenzen eben. Ein Debüt, in dem Erzähltalent und Welthaltigkeit verschmelzen.

Wie wird man Scherge?

Wie kann ein widerständiger Mensch in Zeiten der Diktatur seine Würde bewahren? Das ist die Kernfrage in Ilija Trojanows Roman „Macht und Widerstand“. Ein Gespräch über Herkunft und Nationalismus, Karrierismus undIdealismus, Gewalt und das Böse, Freiheit oder Sicherheit.

Was ich lese

Der Sommer ist die Zeit des rauschhaften Lesens, und so fröne ich dieser wunderbaren Sucht und benutze als Ausrede für meine Maßlosigkeit, die andere „Wichtigkeiten“ zurücksetzt, meine Vorbereitung auf das „spätsommer.spiel“ am Thalhof.

„Nu, wie fühlst du dich?“

An Offenheit und Selbstergründung schwer zu überbieten: Gary Shteyngarts Autobiografie „Kleiner Versager“ über seine Emigration, seine brüchige Identität und ein Leben zwischen den Kulturen.

Das Schiff der letzten Reise

Alban Nikolai Herbsts beinahe fröhlicher Roman über das Sterben: „Traumschiff“.

Bei der Sexpuppe

„Expedition Europa“ im tiefen, dunklen Graubünden.

Die Freiheit von und zu

Freiheit als das Grundproblem der Moderne: Otfried Höffes kritische Theorie unter der Leitformel eines aufgeklärten Liberalismus – zugleich eine Anleitung zur Lebenskunst.

Über die Dörfer

Gehen und Schreiben, von Ljubljana bis ans Meer.


Wie tot ist Hans?

Lautlose Gewalt, subtile Grausamkeit: die junge Wienerin Magda Woitzuck über eine Dreiecksbeziehung in der Provinz.

Madonna mit Kippe

Vier junge Menschen suchen im „Swingin' London“ der 1970er-Jahre Glaube, Liebe, Hoffnung: „Jahre wie diese“, Sadie Jones' bittersüßer Roman.

Hoffen auf Mekka

Islam-Reform: unrealistisch – aber unvermeidlich! In ihrem Buch „Reformiert euch!“ sieht Ayaan Hirsi Ali die in Medina entstandenen, mehr von Aggression geprägten Teile des Korans als Wurzel gegenwärtiger Probleme.|22 Kommentare

Ist denn Israel wirklich an allem schuld?

Über Emotionen, Halbwahrheiten,Falschmeldungen: eine Streitschrift zu der Frage, warum der Judenstaat so gehasst wird.

Was ich lese: Helmut Schmidinger

„Auf meinem Rade tummle ich mich lustigherum – es ist der einzige Sport (außer componiren), den ich hier treibe“, schreibt Gustav Mahler 1896 an Anna von Mildenburg.

Das verflixte siebte Jahr

Insel ohne Technik und Mensch mit Natur: Margit Schreiners großartiger neuer Roman, „Das menschliche Gleichgewicht“, verhandelt Grundsätzliches.

Gleisfehler, Kontaktstörung

Isabella Straubs Roman über die Verbiegungen einer Erfolgsfrau.

Island, du hast es schwerer

Zerklüftet, ungebändigt, fesselnd: „Der Junge, den es nicht gab“, Sjóns neue nordische Prosa.

Proud to present: Mr. Kraus

Jonathan Franzen will dem US-Publikum einen Österreicher nahebringen: „Das Kraus-Projekt“ präsentiert zwei Essays des Altmeisters mit opulenten Randnotizen von Franzen. Ebenfalls am Projekt beteiligt: Daniel Kehlmann und Paul Reitter.

Arbeit am Kuss, stundenlang

Patricia Brooks schrieb eine meisterhafte Paarstudie.

Die Angstsaat

Fremdheit hier wie dort, Leben in zwei Sprachen, Österreich als Land der „Ibermenschen“, Kindheit als Überforderung. „Die Farbe des Granatapfels“: der Debütroman der 1973 in Zagreb geborenen und in Klagenfurt lebenden Anna Baar.



Lola läuft und liebt

Die Figuren in Mirna Funks Roman „Winternähe“ sind alle ein bisschen exzentrisch. Trotzdem vermittelt er ein realistisches Bild vom modernen Leben in Europa und in Tel Aviv mit den sozialen Netzwerken, dem Antisemitismus und dem Leben unter Raketenbeschuss. Fesselnd und aktuell.

Undine begräbt ihre Träume in Schächtelchen

„Nausikaa oder Die gefrorenen Wellen“: Rüdiger Görners melancholische Spaziergänge durch eine verloren gegangene Welt.

Und nicht nur Austausch digitaler Daten

Hermann Petz prognostiziert: Die Zeitung bleibt – und sie bleibt das Medium der Klugen.

Auf dem Elefanten Richtung Wien

Sufis, Harems, religiöse Eiferer: Rund um Jahan, einen Schüler des genialen Baumeisters Sinan, entwirft die türkische Autorin Elif Shafak ein prächtiges Gemälde der Blütezeit des Osmanischen Reichs.

Vom Aufreißen alter Wunden

19 Reportagen über Schauplätze des Zweiten Weltkriegs.

Was ich lese

Claudia Rapp, Byzantinistin an der Universität Wien, Wittgenstein-Preisträgerin 2015, liest: "Hild" von Nicola Griffith.

Die Rache einer Tochter

Evelyn Grill streut in ihre neun Erzählungen über Formen struktureller Gewalt in Paarbeziehungen oder im Familienverband ihre kleinen, aber befreienden Bosheiten ein. „Fünf Witwen“: Variationen über die alltäglichen Kränkungen.

Klassik

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