Weniger Gefühl als ein Vieh

Dramatisch: Liao Yiwus Interviews mit verfolgten chinesischen Christen.

Engel und andere Bagatellen

Wenn der Wunsch, dass Wunder wahr werden, besonders groß ist: Dann ist Advent. Unheimliche, engelhafte, diebische, kunstvolle, historische, politische, digitale und andere Geschichten zum Vor- und Selberlesen.

Ein Hintern, zwei Pferde

Eduardo Halfons Autofiktion „Der polnische Boxer“ oder: Vom wechselhaften Vergnügen, einen Roman über zehn Runden zu lesen.

Gedanklicher Leuchtturm

Hugo von Hofmannsthals Idee der Salzburger Festspiele: Der Germanist Norbert Christian Wolf entwirft ein bemerkenswertes Zeitbild aus ungewohnter Perspektive.


Ich lebe ich schreibe

Explizitheit und Poesie sind in Friederike Mayröckers Schreiben kein Gegensatz. Ihre Methode ist, das Privateste zu entpacken, indem sie es ästhetisch verpackt. Zu ihrem 90. Geburtstag hat sie uns ein Bändchen geschenkt, das ihre gesamte poetische Existenz enthält: „cahier“.

Friederike, Lehrerin

Nach einer Umfrage unter 333 Personen (im Rahmen der Initiative für wahre Schönheit des Jahrs 2014) sind sich 2 von 3 Befragten in einem einig

Absage an die Anstalt

Wenn einer in flagranti mit wirrem Manuskript in einem Verlag erwischt wird, kann es sich nur um einen Schriftsteller handeln: „Das verschmutzte Denken“ von Ingram Hartinger.

Das Getränk des Unglücks

Nino Haratischwili geht aufs Ganze. In ihrem Roman „Das achte Leben (Für Brilka)“ nimmt sie sich ein ganzes Jahrhundert und eine ganze Nation zur literarischen Erkundung vor. Ein Familienroman aus Georgien: monumental.

Wem die Sinne verrücken

Brisantes Thema, sprachlich verschenkt: Daniela Emmingers Roman über Sterbehilfe.

Alma und kein Ende

Wer war Alma Mahler-Werfel wirklich, wer waren Gustav Mahlers Weggefährten und Freunde? Zwei Bücher versuchen auf diese Fragen – teils abseits gängiger Klischees – Antworten zu geben.

Was ich lese: Christoph Thun-Hohenstein

Wenn ich ein, zwei Wochen keine Zeit für Literatur habe, beginne ich, Kreativität abzubauen. Besonders interessieren mich jüngere Schriftstellerinnen.

Schänder, Scheusal, Stilist

Der Marquis de Sade hat mit seinen besessenen Bohrungen in den Abgründen der menschlichen Natur eine Ästhetik des Schreckens begründet, die bis in die Moderne wirkt. Vor 200 Jahren starb der Marquis im Irrenhaus Charenton in Paris.

Was ich lese: Lucas Cejpek

Ich lese Valeria Luisellis Falsche Papiere (Aus dem Spanischen von Dagmar Ploetz und Nora Haller; Kunstmann Verlag, München), weil mich Titel und Umfang des Buchs sofort angesprochen haben.

Transvestit mit Trachtenhut

In 60 Essays und 60 Zeichnungen äußern sich der Soziologe Manfred Prisching und der Zeichner Franz Yang-Močnik zu einem Potpourri von Trends.

Agent bei vielen Diensten

„Als die Tauben verschwanden“: Auch in ihrem jüngsten Roman befasst sich die Finnin Sofi Oksanen mit der Geschichte Estlands. Edgar, ihr negativer Held, schlängelt sich als Karrierist empor – zuerst unter den Nazis, dann in der Sowjetunion.

Abkehr von den schönen Worten

Der Kunst als gesellschaftlichem Faszinosum verschließt sich auch die Literatur nicht. Besonders interessant sind Texte, die sich als Konzeptkunst lesen lassen.

Was ich lese: Jessica Hausner

Anlässlich der Arbeit an meinem aktuellen Film „Amour Fou“ habe ich mich wieder (seit der Schulzeit) mit Heinrich von Kleists Literatur auseinandergesetzt.

Morden nach Lehrbuch

Das Massaker am Peršmanhof war eines der letzten NS-Kriegsverbrechen an der Zivilbevölkerung in Kärnten. Nun dokumentieren zwei Historikerinnen nicht nur das Geschehen, sondern auch den zögerlichen Umgang der Nachkriegsjustiz mit den Tätern.

Von Gewinnern und Verlierern des Krieges

Erstmals in Buchform publiziert: Gina Kaus' Zeitroman „Die Front des Lebens“ aus dem Jahr 1928. Mit psychologischem Feingefühl.

Der Stoff, aus dem das Kapital ist

Keine Ware verkörpert die Entwicklung und Wirkungsweise des Kapitalismus so sehr wie Baumwolle. In „King Cotton“ holt der Historiker Sven Beckert kulturgeschichtlich weit aus, um den wirtschaftlichen Vorsprung Europas im Zuge der industriellen Revolution zu erklären.

Romane statt Strickmuster

Gespräche über Heimat: Fünf österreichische Autoren fremder Zunge berichten.

All das Schöne, das unerwartet geschieht

„Herkunft“: In einer Art Poetik des Ungefähren erinnert sich Botho Strauß seines „unzeitgemäßen“ Vaters. Eine mitreißende Nach-Schrift, ohne Schwarz-Weiß.

Zwei verirrte Kugeln

Patrick Modiano auf der Suche nach der verlorenen Frau: In „Gräser der Nacht“ erzählt der Nobelpreisträger für Literatur eine irritierende Liebesgeschichte mit trügerischen Identitäten.

Zu dritt auf zwei Füßen

Minuziös vergegenwärtigte sich Andreas Latzko das Grauen, dem er an der Front traumatisiert entronnen war. „Menschen im Krieg“ – ein Novellenzyklus, der bezeugt, was der Krieg wirklich ist: ein einziges Malträtieren, Verstümmeln und Abschlachten.

Teufelskreis aus Gewalt und Verfolgung

Wiederentdeckung: József Holdosis großer Roman über eine ungarische Romafamilie.

Die falsche Schwester

Kunstkrimi: Josef Nyáry geht der Geschichte von Mona Lisas Zwillingsschwester nach.

Was bleibt

„Going East – Going South“: eine Sammlung unglaublicher Geschichten über die Flucht von Österreichern vor den Nazis – nach Asien und Afrika. Ein Buch, das eine Lücke zeitgeschichtlicher Forschung schließt.

Was ich lese: Alma Hannig

Ich lese meistens mehrere Bücher parallel, die ich über die gesamte Wohnung verteile.

Tripel fast ohne Tragik

Überraschend: Joachim Reiber forscht nach Beziehungsdreiecken großer Komponisten.

Klassik

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