Henriette Alt liebt auswärts

Als Ernst Lothars Roman „Der Engel mit der Posaune“ 1947 erschien, knurrten noch Reste der NS-Sprache aus so mancher Rezension. Der darauf folgende Film verzuckerte die Handlung. Nun wurde die Wiener Familiensaga neu aufgelegt.

Der Heilige im Bademantel

Satirisch: In Klaus Oppitz' Roman „Landuntergang“ wird Österreich zum Polizeistaat.

Ein Bruderzwist im Hause Europa

Der Militärhistoriker Klaus-Jürgen Bremm leuchtet die Hintergründe und den Ablauf der Schlacht von Königgrätz am 3. Juli 1866 aus.

Darf man Tiere essen?

Im Paradies frisst nicht einmal der Löwe Fleisch, argumentiert Kurt Remele und macht die karnivorische Komfortzone ein Stück weit ungemütlicher. „Die Würde des Tieres ist unantastbar“ oder: Unbequeme Vorschläge für eine neue Tierethik.


Das Leben sticht wie eine Distel

Zwei Leuchtbojen, nebeneinander verankert: In neuen Büchern des Epikers Alberto Nessi und über den Lyriker Wulf Kirsten stehen die Landschaften und die „Helden der kleinen Verhältnisse“ im Zentrum.


Gehen, sehen, verstehen

Kleine Kulturgeschichte des Wanderns, Vagabundierens und Flanierens: In der Anthologie „Durch Welt und Wiese oder Reisen zu Fuß“ verweben Ilija Trojanow und Susann Urban poetische Texte von überzeugten Gehern aus zwei Jahrhunderten.

Wo bleibt der Gegensatz?

Mit Überschwang: unbekannte Briefe Gustav Mahlers an Musen und Musiker.

Die verdrängte Scham einer Flüchtlingsfrau

Hermetisch: F. C. Delius verpackt drei Liebesgeschichten in einer. Die Hauptperson begibt sich auf die Suche nach verlorenen Ahnen.

„Sie sind aber lang auf“

Weit gereist: Klemens Renoldner über Salzburg, die Schweiz und den Rest der Welt.

Wer viele Worte macht . . .

Zentrale Figur in Maxim Billers „Biografie“ ist das männliche Geschlechtsteil, in allen Varianten, Größen und Steifheitsgraden. Keine Seite ohne sein Vorkommen. Eine kalkulierte Provokation.


Die Ware der freien Rede

Merkmal des neoliberalen Wirtschaftens ist die Gleichmacherei. Unterschiede zwischen Kapital und Arbeit, Eigentümern und Produzenten, Vermietern und Mietern werden gelöscht. Wendy Brown beschreibt den Verfall des Politischen als Unterordnung unter das Ökonomische.


Die Geopolitik der Angst

Tim Marshall analysiert, wie die Geografie den Lauf der Geschichte mitbestimmt.

Elf Personen suchen eine Autorin

„Unterleuten“: Juli Zehs Idee, unsere komplexe Gesellschaft in einem dörflichen Mikrokosmos zu spiegeln, ist originell, aber problematisch.Sie legt der Romankonstruktion zu enge Fesseln an. So bleibt es beim Dorfkrimi.

Jung-Wien, neu sortiert

An die 200 literarische Zeugnisse der Ringstraßenzeit hat Evelyne Polt-Heinzl einer systematischen Sichtung unterzogen. In ihrem „Porträt einer Epoche“ verweist sie nicht nur auf Verlorenes und Vergessenes, sondern auch auf die Fragwürdigkeit von Kanonisierungen. Eine Revision.


Vom Gebrauch der Güter

Eigentum war gestern. Das Ende des Kapitalismus naht, behaupten Jeremy Rifkin und Paul Mason. Aber die Welt, die sie beschreiben,gibt es nicht. Ein Faktencheck.

Das Ich und das Nichts

Sven Hillenkamp beschreibt in einem auf vier Bände angelegten Projekt die Moderne als „Sturz ins Nichts“. Wir haben Nein zur Welt und Nein zu uns selbst gesagt, in der Hoffnung auf ein anderes. Doch das will sich nicht einstellen. Ein Theoriesturm.


Überall ist Vater

Kann man als Sohn eines SSlers glücklich werden? Der Schatten des Vaters verlässt den 1945 in Ostdeutschland geborenen Protagonisten in Christoph Heins Roman nicht. Doch er stellt sich – im Gegensatz zu seinem Bruder – der Vergangenheit. Und wird zum „Glückskind mit Vater“.

Musste es so kommen?

1943 veröffentlichte die Britin Ernestine Amy Buller ihr Buch „Darkness over Germany“. Darin gab sie Gespräche wieder, die sie von 1934 bis 1938 auf Reisen durch Deutschland und Österreich geführt hatte. Sie wollte verstehen, was dort vor sich ging. Jetzt wurden ihre Aufzeichnungen wiederentdeckt und übersetzt.


Im klebrigen Zustand der Nähe gefangen

Ein idealer Ehemann? Fürsorglich,sensibel, rücksichtsvoll. Doch in der Liebe will es nicht klappen. Michael Kumpfmüllers satirische „Erziehung des Mannes“.

Bob und der Pop

Er hat einflussreich wie kaum ein anderer ein halbes Jahrhundert die Geschichte der Popmusik geprägt: der in Duluth, Minnesota, geborene Robert Zimmerman, der als Bob Dylan am 24. Mai seinen 75. Geburtstag feiert.

Lieber ein Haus als Freiheit

Originell: Lydie Salvayres Auto-Bio-Doku-Fiktion aus dem Spanischen Bürgerkrieg.

Der Held unserer Zeit

Der Literaturwissenschaftler Daniele Giglioli fragt in seinem provokanten Buch „Die Opferfalle“, warum es heute so attraktiv zu sein scheint, als Opfer zu gelten. Seine These: So kommt man leichter zu Aufmerksamkeit, Prestige und Selbstachtung.



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