„offiziell bin ich glücklich“

Einsam, zerbrechlich, überfordert: Ekaterina Heider erzählt von jungen Frauen.

Ein Abgrund, der nicht gähnt

Ferdinand Raimund oder: Endlich startet die historisch-kritische Ausgabe – mustergültig.

Nichtung, Lichtung

Ein Mann kauft ein verfallenes Haus im Wald. Dort lebt er abgeschieden mit seiner Tochter und für seine Tochter, mit der Vergangenheit und für die Vergangenheit. „Im Wald“: Marcel Mörings großer, „nächtig“ beeindruckender Roman.


Wer ist der wahre Herrscher über Prag?

Der Leser ist geneigt, die Fiktion bei einiger Zuspitzung als treues Abbild der realen Zustände im postsozialistischen Tschechien zu akzeptieren: Michael Vieweghs Politthriller über Prags hausgemachte Mafia – so ironisch wie glaubwürdig.

Versuche über das Zwischen

Wie denken, erinnern, fühlen wir? Siri Hustvedt sucht in ihrem brillanten Essayband „Leben, Denken, Schauen“ nach interdisziplinären Antworten und findet das „Zwischen“-Reich.

Was hinter den Tagen steckt

Das überraschende Buch, hier ist es: Hermann Peter Piwitts autobiografische Fetzen.

Das Quietschen der Matratze

Was macht einen „amerikanischen Roman“ aus? Tanguy Viel hat die Ingredienzien analysiert, gemixt und eine Persiflage darauf fabriziert: „Das Verschwinden des Jim Sullivan“ – eine Humoreske.

Was ist ein gutes Leben?

Ist die gegenwärtige Wirtschaftsordnung alternativlos? Giacomo Corneo, Professor für Volkswirt-schaftslehre an der Freien Universität Berlin, geht der Frage nach, ob eine „Bessere Welt“ möglich ist? Eine aufregende Reise durch ökonomische Systeme.

Geld und Gefühle

Im Roman „Die Chance“ erweist sich Stewart O'Nan erneut als feiner und unaufdringlicher Erzähler von Schicksalen der US-Mittelschicht. Diesmal muss sich ein Paar mit den Folgen der Rezession von 2008 herumschlagen.


Das Gackern der Hühner im Kopf

Souveränes Prosadebüt: Laura Freudenthalers bemerkenswerte „Paargeschichten“.

Stümper gegen Versager

Am 25. Juli 1934 versuchten die Nazis, Österreich in Besitz zu nehmen. Die Ermordung des Kanzlers stand aber nicht auf der Agenda, so Kurt Bauer in seiner Untersuchung „Hitlers zweiter Putsch“. Dass Dollfuß bei der Aktion erschossen wurde, war nur eine von unzähligen Pannen.

Schon früh begabt für den Tod

Dunkelgrau: August Schmölzers Heimkehrergeschichte in Form eines „Kriminalliebesromans“.

Die Last der Heimat

Slowake, Österreicher oder doch Deutscher? In „Steiners Geschichte“ erzählt Constantin Göttfert sehr ambitioniert, wie Karpatendeutsche nach dem Zweiten Weltkrieg im Marchfeld Fuß fassen.

Was ich lese: Gerald Szyszkowitz

In der Weihnachtszeit habe ich wochenlang in einem einzigen Roman gelesen, in Krieg und Frieden von Leo Tolstoi (Deutscher Taschenbuch Verlag, München).

Mit Zange und Revolver

Drei junge Männer stoppen einen Zug von Belgien nach Auschwitz und verhelfen 119 Insassen zur Flucht: Das ist einer von bisher noch kaum untersuchten Fällen einer „Flucht von Juden aus Deportationszügen“, die Tanja von Fransecky nun gründlich erforscht hat.

Leben, das sich auslebt

Der Mensch nach dem Menschen? Wissenschaftler in herkömmlicher Gestalt überbieten sich publizistisch in neumenschlichen Inszenierungen. Ihr Ziel: Das bisherige Subjekt der Geisteswissenschaften soll für tot erklärt werden. Eine kritische Betrachtung – aus Anlass eines Buches der Philosophin Rosi Braidotti.

Der Gestank von totem Fisch

Authentisch: Nach dem Tsunami von 2011 findet Ruth Ozeki am Strand das Tagebuch eines japanischen Schulmädchens. Das Heft gibt der Autorin Anlass, die Hintergründe zu recherchieren.

500 Jahre im Staub kriechen

Wie eng Kunst und Literatur mit-einander verknüpft sind, zeigen die unter dem Titel „Museum der Träume“ publizierten hochkarätigen Texte zu Kunstwerken. Fesselnd, auf welch unterschied-liche Weise Autorinnen und Autoren sich Bildern sprachlich zu nähern vermögen.

Gefressen vom Süßwasserhai

Trashig: Christian Futschers Persiflage auf das Genre des großen Abenteuerromans.

Meist mystet Mutter

Der im Jänner verstorbene Bild- und Sprachspieler Dominik Steiger widmete sich in „spuk & geflunker“ der erschöpfenden Kurzdarstellung der verborgenen Welt des Dingsbums – „mittels der drüse kinderspiel“.

Vom Schließen der Knöpfe

Alexander Widners funkelnde Posen, Possen und Pointen.

Nagelbett, günstig, rostfrei

Ein Ikea-Schrank mit integriertem Fakir unterwegs nach England. Zum Glück befreien afrikanische Migranten den Inder aus dem Kasten. Eine Szenerie, bei der man nicht weiß, ob man sich in einem Reise-, Schelmen- oder Gesellschaftsroman befindet. Romain Puértolas' Überraschungsbestseller aus Frankreich.

Einäugige Katze, hinkender Hund

Facettenreich, manchmal auch etwas langatmig: Rüdiger Görners Erzählung „Klam“ über einen kauzigen Verneiner.


In einer Welt voller Unsinn

In Kindergeschichten muss es nicht realistisch zugehen. Da fliegen Mäuse über den Ozean, schlemmen Kater in der Konditorei oder spielen weiße Kaninchen Psychiater. So entsteht ein Cross-over aus Pu der Bär, Pippi Langstrumpf und Alice im Wunderland. Ein Überblick.

Wollust in Mord und Tod

Wiederentdeckt: Ludwig Winders biografischer Roman über den Thronfolger Franz Ferdinand. Über sein „undurchdringliches“ Antlitz, seine Jagdtollheit, seinen Kampf gegen den Onkel und dessen „Mumienkabinett“.

Zu jung für eine Feministin

Der erzählerische Twist in „Nachkommen.“ besteht darin, dass Marlene Streeruwitz sich die Stimme einer 40 Jahre jüngeren Frau angeeignet hat: Nelia Fehn. Die ist Debütantin auf der Buchmesse in Frankfurt. Dort wird sie als hübscher Aufputz des Betriebs wahrgenommen. Böse und witzig.

Lebenskunst eines Monomanen

Thomas Bernhard neu lesen: Hans Höllers Plädoyer gegen festgefahrene Lektüreklischees.

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