Eine Halskette aus New York

Einfühlsam: Iris Wolffs Roman über Siebenbürger Sachsen.

Der Mystiker mit dem Hammer

In seinen Schriften, von Gerhard Wehr herausgegeben und kundig erläutert, zeigt sich Thomas Müntzer – erst Mitstreiter, später Gegner Martin Luthers – wehrhaft und kontemplativ.

Unter der Fuchtel der Hormone

Männer sind ein einziger Quell weiblichen Elends. Jedenfalls bei Gertraud Klemm. In ihrem Roman „Aberland“ fühlt sich eine Frau, die Designerware trägt, Personal befehligt und für ihre Dissertation gecoacht wird, ausgebeutet. Was wird uns hier als feministisch verkauft?

Eine furchtbar nette Familie

Lange war Maria Lazar vergessen, nun ist die heimische Autorin neu zu entdecken. In ihrem erstmals 1920 erschienenen Roman „Die Vergiftung“ kämpft ihre junge Heldin Ruth tapfer gegen ihre großbürgerliche Herkunft.

Der Hasardeur

Wegen Waterloo hätte Napoleon nicht zwingend abdanken müssen. Doch der arrogante Spieler war nicht imstande, sich von der Alleinherrschaft über Frankreich zu distanzieren. Damit war die Partie schon zwei Monate vor Waterloo verloren. Neues von der Mutter aller Niederlagen.



Im Model ist der Wurm drin

„Ich in Gelb“: Olga Flor setzt ihre Romanheldin, die Bloggerin nextGirl, als eine Art investigative Journalistin auf die Spur übler Vorkommnisse in der medial so ausgiebig gehypten Modebranche.

Das schuldige Opfer

Brasilien 1964: Militärputsch. Der Protagonist von Beatriz Brachers Roman „Die Verdächtigung“ wird gefoltert. Aber er verrät nichts, ist somit für den Tod seines Freundes nicht verantwortlich. Den am Leben Gebliebenen ist er trotzdem verdächtig. Die Hintergründe einer Lebensgeschichte.

Konzept des guten Lebens

Kein Leuchtturm mehr: In Lateinamerika ist der Drang zur Utopie verloren gegangen.

Der Arzt von Wolkersdorf

Ina Roberts Erinnerungen sind ein wichtiges Zeitzeugnis wie auch private Lebensgeschichte.


„Du blödes Mensch!“

Christian Futscher ist ein Chronist der noblen Sorte. In seiner Wiener Vorstadtballade „Frau Grete und der Hang zum Schönen“ begleitet er seine Figur – ohne zu urteilen.

Einen Stiefel reden

Warnung! Die Lektüre von Texten Friedrich Achleitners kann Ihren Umgang mit Sprache verändern. Auch in „wortgesindel“ grenzt das Philosophische an das Groteske und umgekehrt. Am 23.Mai feiert der Dichter und Architekt seinen 85. Geburtstag.

Die Stille der Stadt ist nie nur still

Betörend und betäubend: Rüdiger Görner wandelt durch die englische Hauptstadt und macht sich so seine Gedanken.

Cousin heiratet Cousine

Ausgangspunkt ist die Sorge einer Großmutter, dass ihr Enkel keine passende Frau mehr abbekom-men könnte. Weshalb sie die Sache selbst in die Hand nimmt. Die Fabulierfreude von Vea Kaiser kennt keine Grenzen. „Makarionissi oder Die Insel der Seligen“: ein griechisch-niederösterreichisches Degustationsmenü.

Fremde, Feinde und falsche Freunde

Beunruhigend: Veronika Seyrs 33 fiktive Briefe über das Ende von Titojugoslawien. „Forellenschlachten“: eine Erinnerung.

Und dann sang er weiter, der Leiter

Festschrift für Klaus Amann: profunde bis launige Beiträge zur Literaturgeschichte.


Die schiefe Frau

Dörte Lyssewski, beliebt als Schauspielerin, überrascht im Erzählungsband „Der Vulkan oder die heilige Irene“ mit vier souverän verfassten Geschichten, in denen drei Frauen und der Tod eines Hundes im Zentrum stehen.

Hölle und Nacht auf Erden

Purer Faktenreport oder sanft angewandte Literarisierung? Antonia Barboric untersucht die Bandbreite der autobiografischen Berichte von KZ-Überleben- den anhand der Bücher von Udo Dietmar und Elie Wiesel.


Das Land der Ikonen und Küchenschaben

Startschuss für das 100-Jahr- Jubiläum der Russischen Revolution? Orlando Figes' Band über „Russland und das 20. Jahrhundert“ ist kein Kracher.

Na und?

„Zur frohen Zukunft“: Egon Christian Leitner konfrontiert Adolf Holl mit seinen Widersprüchen, ohne das Recht auf diese Widersprüche infrage zu stellen. Für alle an Philosophie, Religion, Politik und nicht zuletzt an Holls Denken und Leben Interessierten eine Fundgrube.

Einheit und Freiheit

Nach dem Krieg war Österreich bestrebt, die Lösung seiner Probleme von der deutschen Frage abzukoppeln. Adenauer wollte die Besatzungstruppen im Land haben, Raab wollte sie draußen haben. Michael Gehler analysiert akribisch das Verhältnis der „verfreundeten Nachbarn“ von 1945 bis zum Staatsvertrag.

Zum Kindsein nicht geschaffen

Hilary Mantel befreit sich von Geistern – in einer geistvollen, grandiosen Autobiografie.

Herz und Leber roh

Sohn, Vater und Großvater fahren jedes Jahr in ein entlegenes Gebiet, um nach Hirschen zu jagen. Statt eines Tiers erlegt der Sohn aber einen Wilderer. „Goat Mountain“: David Vanns Roman über eine von Gewalt geprägte Familie.

Schönheit und Schrecken

Wie weit ging die Verstrickung Werner Heisenbergs und Martin Heideggers in den Nationalsozialismus? Damit beschäftigen sich zwei Bücher auf unterschiedliche Art. Jérôme Ferrari nähert sich Heisenberg literarisch, Silvio Vietta verteidigt Heidegger sachlich-philosophisch.

Flucht in Ketten

„Der leichteste Fehler“: Die kanadische Autorin Lisa Moore bedient souverän gleich mehrere Genres. Roadmovie, Krimi, Seefahrtsroman bündeln sich zu einer amüsanten Verfolgungsjagd.

Nicht schauen, sondern tun

Appell an die Menschlichkeit: Beate Winklers kleine Ermutigung „Unsere Chance“.

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