Grodek – und kein Ende

Die zwei wichtigsten neuen Bücher zum Jahr des Georg Trakl: Rüdiger Görner legt eine Studie zum „Dichter im Jahrzehnt der Extreme“ vor, Hans Weichselbaum aktualisierte seine Biografie.

Die Furcht vor der Furcht

Judith N. Shklars Analyse „Ganz normaler Laster“ und ihre politischen Auswirkungen.

Geil kichernde Männer am Balkon

Marlene Streeruwitz schlüpft für „Die Reise einer jungen Anarchistin in Griechenland“ in die Haut einer jüngeren Autorin – und bleibt sich doch treu.

„Mit Putin kann man reden“

Europa kann sich seine Nachbarn nicht aussuchen, meint Julia Kissina. Ein Gespräch über Russland, die Ukraine, Deutschland, Israel, ihre Beziehungen untereinander und darüber, wie Medien Propaganda machen.


Bit für Bit: Terror in New York

In „Bleeding Edge“ führt uns Thomas Pynchon nach Manhattan, zu seinem Homeground. Der vielschichtige, funkelnde Roman ist Krimi, Familiengeschichte, Satire übers junge Internet. Und er steuert auf 9/11 zu.


Das Nilpferd auf der Hacienda

Alles scheint abzustürzen in Juan Gabriel Vásquez' Roman „Das Geräusch der Dinge beim Fallen“: die Ehe des Protagonisten, das Land Kolumbien und natürlich die Flugzeuge der Drogenbarone. Das schwermütige Porträt einer Gesellschaft im Bürgerkrieg.

Ich habe es nicht so erlebt, als ich es erlebte

Franz Xaver Hofer hat wie kein anderer die verschwundene bäuerliche Kultur des oberen Mühlviertels gespeichert. Nun erscheint Prosa aus dem Nachlass.

Attentat auf einen Hengst

Karge Kunst: Anmerkungen zu Rodrigo Rey Rosas doppelbödiger Novelle „Stallungen“.

Ecstasy, nur ohne Euphorie

Tao Lin publiziert üblicherweise im Internet. In seinem Roman „Taipeh“ lässt er seinen Helden Paul, einen Endzwanziger, auf der Suche nach Gefühlen durch die Staaten irren. Leider ist ihm alles zumindest „vage“ oder „diffus“.

Der Geist von Wien

Sieger und Besiegte sind untaug-liche Begriffe. In einer Friedenskonferenz spricht man über den Frieden und nicht über den vorhergegangenen Krieg. Das war das Geheimnis des Erfolgs beim „Wiener Kongress“, der vor 200 Jahren festlich eröffnet wurde.

Cool und unendlich jung

Er war die schillerndste Figur der „Wiener Gruppe“: Konrad Bayer, der Dandy der österreichischen Literatur. Vor 50 Jahren nahm er sich das Leben. Aus diesem Anlass erscheint sein Montageroman „der kopf des vitus bering“ in der „Reihe Österreichs Eigensinn“.


Boleros hören, Rum trinken und gut essen

Leonardo Padura rechnet mit der kubanischen Revolution ab: „Ketzer“ – ein amüsanter Roman über eine hedonistische Gene-ration, die genug hat von Parolen.

Der Anschein von Ordnung

Ist Sprache angeboren oder anerzogen? Diese Frage beschäftigt die Menschheit schon Jahrtausende. Der Erzähler in John Burnsides Roman „Haus der Stummen“ will – wie manche vor ihm – das Rätsel experimentell lösen. Ein Feldversuch an lebenden Menschen, zugleich das Porträt einer psychotischen Persönlichkeit.

Das Recht auf den Liebesakt

Bis zur Aufklärung verfuhr man im christlichen Abendland nicht anders als muslimische Extremis-ten bis heute. In „Lust und Freiheit“ schildert der Oxfordhistoriker Faramerz Dabhoiwala die Befreiung englischer Männer und Frauen aus den Zwängen mittelalterlicher Kirchenzucht.

Der Weg zur Quelle

Der 1964 in London geborene Sadakat Kadri ist Autor und Menschenrechtsanwalt. Auf diesen zwei Beinen fußt sein Buch „Himmel auf Erden“, eine detailreiche Geschichte des islamischen Rechts, der Scharia.


Eine Politik des Schweigens!

Redselig plädiert Byung-Chul Han für Modelle gegen eine neoliberale Psychopolitik.

Wall Street, wir haben ein Problem

Selten wurde gesellschaftlicher Wandel so einfühlsam, verständlich und packend beschrieben wie in George Packers Buch „Die Abwicklung“. Der Journalist erzählt darin anhand von einem Dutzend Porträts über Veränderungen im US-amerikanischen Alltag.

Hauptstadt der Spione und der Subordination

Mit spitzer Feder: Johann Kaspar Riesbecks streng subjektive Beschreibungen einiger mitteleuropäischer Städte vor der Französischen Revolution.

Michelangelos Schneemann

Aphoristisch: Clemens J. Setz' „Gedichte“, die keine sind.


Die Furcht vor dem Fremden

In seinem Roman „Pfaueninsel“ erzählt Thomas Hettche das Märchen von einer Zwergin, die eine Königin erschreckt. In dem Moment, da die Kleinwüchsige als Monster und Bedrohung gesehen wird, hört die Geschichte auch auf, ein Märchen zu sein.

Abhängig von der Schönheit

Wolfgang Herles' Roman aus der Welt der High Society.

Das raue Leben als Stiefkind in den Bergen

Ein Männer- und ein Frauenschicksal aus dem vorigen Jahrhundert: Kurzromane von Robert Seethaler und Isabella Feimer.

Wo die Pausen die Story ausmachen

Der totale Roman: Lucas Cejpek erzählt auf radikale, verblüffende und avantgardistische Weise sein Leben. Eines der wichtigsten Bücher des Jahres.

Autos kommen nicht weit ohne Straßen

Der Staat als Investor sollte auch an den Erträgen beteiligt werden, so Mariana Mazzucato.

Ein Drehbuch für Charlie?

In Michael Köhlmeiers Roman „Zwei Herren am Strand“ stehen zwei Ikonen des 20. Jahrhunderts im Mittelpunkt: Charlie Chaplin – Prototyp des sozialen Aufsteigers – und Premier Winston Churchill, dem das politische Abseits droht.

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