Obsession, die überwindet

Faszinierend: der Journalist Alan Rusbridger über seine pianistische Leidenschaft.

Fliegt vom spitzen Kopf der Hut

Aktuelle politische Ereignisse schlagen auch in der Kinder- und Jugendliteratur zu Buche: Karate beherrschende Mädchen, Schminkstipps gebende Buben, verdächtigte Migranten, jüdisch-arabische Freundinnen und manch andere Gestalt aus der Zeit des „toleranten Subjektivismus“.

Strauchelnde, Staunende, Suchende

„Die Paradiesmaschine“: Lydia Mischkulnigs erzählerisches Panoptikum des Lebens ist zugleich schräg und vertraut.

Lob der Eliten

Wie schlecht geht's der Demokratie? Ist Bürgerbeteiligung die Lösung? „Die gute Regierung“ des Historikers Pierre Rosanvallon liest sich wie eine detaillierte Reparaturanleitung und unermüdliche Staatsbürgerkunde.


Legale Droge Internet

„Die smarte Diktatur“: Harald Welzer beschreibt, wie anfällig das Internet für die Bildung einer „Hetzmasse“ durch rechtsextreme Demagogen ist. Und weist auf das autoritäre Politikverständnis von Chefs der IT-Branche hin.

Eine Mauer aus Worten

Die Luft ist draußen in Jacobs und Julias bürgerlicher Durchschnittsehe. Sie fliehen ins Schwadronieren. Der Zerfall der Familie spiegelt sich in Jonathan Safran Foers Trennungsroman „Hier bin ich“ in fiktiver Weltgeschichte. Die Verschränkung will nicht so recht überzeugen.

Funkeln im Erdloch

Der letzte Prosaband des Schriftstellers und Philosophen Gerhard Hammerschmied.

Wider die Tyrannei des sanften Geredes

Peter Strassers Plädoyer für einen unachtsamen Umgang mit der „Achtsamkeit“ ist widersprüchlich.

Über Nehmer und Geber

Sprachregelungen spiegeln die Werthaltungen, auf die sich eine Gesellschaft verständigt. Die sind in vielem überaus bedenklich und damit bedenkenswert. „Macht macht Sprache – Sprache schafft Wirklichkeit“. Elisabeth Schrattenholzer nähert sich dem Thema analytisch und leidenschaftlich.

Was ich lese: Almut Tina Schmidt

Erst kürzlich gelesen: ein Roman von 1973. Ausnahmezustand in der Türkei, eine Gesellschaft im Umbruch.

Allahs dunkle Schatten

„Der Geruch des Paradieses“: In Elif Shafaks Roman leidet die Heldin Peri an der Zerrissenheit der Türkei zwischen säkularer Tradition und politisch hochgepeitschter Islamisierung.

Im Beisel zum Roten Faden

Unverkrampft: Tomer Gardis witzige Prosa über Deutsch als Fremdsprache.

Was tun, Peter Rosei?

Gesammelte Essays zu Politik und Ökonomie – samt einer Erzählung, die es in sich hat.

Das Vaterland, eine Fiktion

Ein Venezuela-Roman, in dem sich alles um Hugo Chávez dreht und der ganz ohne Chávez auskommt: „Die letzten Tage des Comandante“ von Alberto Barrera Tyszka.


Was bedeutet Nation?

„The Habsburg Empire“: Pieter M. Judsons erfrischend neue Sicht auf die Vielfalt der Kronländer sowie die Krisen und Erfolge imperialer Integration.

Das Exil warihre Universität

Pionierin der psychoanalytischen Pädagogik: die WienerinHannah Fischer.

Von Suez bis zum Rock 'n' Roll

Martin Luther King und die Bürgerrechte, Chruschtschow und seine Anklage gegen Stalin, Aufstand in Ungarn, Suezkrise, Generationenrevolte. „1956“: Simon Halls spannende Globalgeschichte über ein Jahr des Aufruhrs.

Kaltnadel, Heißherz, Hocherotik

Zwei feine Bände zum 80. Geburtstag des Südtiroler Radierers Markus Vallazza.

Feuer, das in dürren Ästen schläft

Ein Roman, so rätselhaft wie ein buddhistisches Kōan: „Die Toten“ von Christian Kracht ist amüsant, eine zeitlose Totalitarismusstudie und poetische Meditation über das unausweichliche Faktum des Todes. Neben vielen gewitzten Einfällen ist es vor allem die Sprache, die den Roman trägt.

Eisner & Fellner, Thiel & Boerne,Lindholm & Co.

Schuld, Sühne und Pinkelpausen der Ermittler: Zum 1000. „Tatort“ analysiert Alfred Pfabigan die seit 1970 gesendete TV-Krimiserie.

Die Heimat als Fremde

In Essayform durchquert Klaus Nüchtern den „Kontinent Doderer“. Er legt Bezüge zu den Filmen Alfred Hitchcocks offen, analysiert die literaturtopografischen Konzepte in den Romanen und entdeckt die komischen Seiten des Autors.

Was ich lese: Kurt Schwertsik

Seit ich während eines Urlaubs in Sri Lanka im Bücherkasten meiner Herberge Michel Houellebecqs Elementarteilchen gefunden & gelesen habe, konnte ich meinen – aufgrund von Presseberichten entstandenen – Verdacht, dass es sich um einen auf billige Effekte spekulierenden Skandalschriftsteller handelt, gründlich revidieren!

Und immer zu spät dran

Von den ersten Seiten an ist Almut Tina Schmidts Roman „Zeitverschiebung“ eine Reflexion über die Zeit. Und bis zum Ende ist er auch ein Text über das Hand- und Kopfwerk des Schreibens. Mit Könnerschaft und kompositorischem Geschick.

Hausherr mit Faust im Nacken

Heiter bis flockig: Michael Krügers Roman „Das Irrenhaus“.

Sex nur bis zum sechsten Kind

Neues über Freud? Peter-André Alt verspricht in seiner Biografie unveröffentlichtes Material. Entscheidender ist, dass ihm die bisher präziseste Lebensbeschreibung von Freud gelingt.

Der Jihad von Istanbul

Orientalisch ist der Orient nur für Westler. Das ist die Ausgangsthese Mathias Énards in seinem preisgekrönten Roman „Kompass“. Darin führt er eine unerfüllte Liebesgeschichte parallel mit zwei Jahrhunderten europäisch-orientalischer Kunstgeschichte. Ein Sehnsuchtsbuch zwischen Orient und Okzident.

Kalt wie das Weltall

Terézia Moras Band „Die Liebe unter Aliens“ versammelt elf Erzählungen. Nüchtern, ohne Umschweife, treffsicher erzählt sie darin vom versehrten Leben und entwickelt Figuren, die an Ödön von Horváth erinnern.



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