46 Namen für das Namenlose

„Mit Hass würde ich mich nur selbst quälen.“ Das KZ-Außenlager Sankt Aegyd, seine Opfer und sein letzter Überlebender: Rajmund Pajer. Begegnung im niederösterreichischen Voralpin.

In Sankt Aegyd ist alles von allem nur ein paar Schritte entfernt. Nur ein paar Schritte sind es vom Gemeindeamt zum Wirtshaus, nur ein paar Schritte von der Hauptschule zur Trafik, nur ein paar Schritte vom Gemeindearzt zum Friedhof. Und auf diesem Friedhof wiederum sind es nur ein paar Schritte vom Kriegerdenkmal zu einem kleinen, eingeheckten Geviert mit wuchtigem Holzkreuz in der Mitte. „80 unbekannte KZ-ler Kriegsopfer 1940–1945“ sollen hier begraben sein, lässt eine steinerne Tafel vermuten. Und was immer mit dieser sonderbaren Inschrift („KZ-ler Kriegsopfer“?) genau gemeint sein kann – dass sie in Mauthausener Marmor gemeißelt ist, stellt gleich die richtigen Bezüge her: Hier, im schönsten niederösterreichischen Voralpin, hatte das KZ Mauthausen eine seiner 52 mörderischen Dependancen – das KZ-Außenlager Sankt Aegyd.

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("Die Presse", Print-Ausgabe, 17.11.2012)

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