11.02.2012 09:50 | Meine Presse Merkliste0

Wer will schon „Migrant“ sein?

14.05.2010 | 18:26 |  Von Ingrid Thurner (Die Presse)

Sie bauen unsere Häuser, putzen unsere Wohnungen, versorgen uns mit Obst. Warum fällt es uns so schwer, diese Menschen als Bereicherung zu empfinden? Fremdsein in Österreich: ein Zustandsbericht.

Artikel drucken Drucken Artikel versenden Senden Merken AAA Textgröße Artikel kommentieren Kommentieren

Ich bin Österreicher. Ich bin hier geboren. Warum nennt man mich Migrant?“ So oder ähnlich steht es in Foren, Chats, Blogs und Leserbriefen, geschrieben von Staatsbürgern, männlich und weiblich, denen gesellschaftlich nicht ohne Weiteres zugestanden wird, Österreicher zu sein, obwohl sie es belegen können, schwarz auf weiß und amtlich gestempelt.

Stattdessen nennt man sie Migranten, Zuwanderer, Ausländer, Fremde, Gastarbeiter. Das ist inhaltlich falsch, mindestens fragwürdig. Trotzdem liegen sie in dieser Schublade, ob sie wollen oder nicht. Und leicht ist es nicht, da herauszukommen. Inzwischen ist die Zuschreibung Migrant eine Wertung geworden. Denn sie basiert auf biografischen Details der so bezeichneten Personen, auf ihrer Herkunft, Kultur und Religion, auf ihren familiären und daher genetischen Wurzeln. Deren gemeinsames Merkmal ist, dass sie außerhalb Österreichs liegen und meist eher südlich davon. Für solche Herkunftswertung gibt es ein Wort: Rassismus.

Wen überrascht es da noch, dass auch der Migrationshintergrund von denen, die ihn haben sollen, schon längst nicht mehr gewollt wird? Sie wollen nicht jemand mit Migrationshintergrund sein. Sie wollen einfach nur Mensch sein. Zudem tauchen die Begriffe in öffentlichen Diskursen fast ausschließlich im Zusammenhang mit negativ konnotierten Themen auf, mit Verbrechen, irgendwelchen Unannehmlichkeiten, Beschränkungen, Vorwürfen. Allmählich muss man in Erwägung ziehen, die Worte „Migrant“, „Migrationshintergrund“, „Zuwanderer“ als diskriminierend abzulehnen.

Es ist verständlich, wenn Kinder, die zweisprachig aufwachsen, Sprachdefizite aufweisen. Aber woher stammen die Sprachdefizite der Poster auf den Internetplattformen, die gegen „Asylanten“ und „Mohammedaner“ wettern?

Man werfe einen Blick auf die Kommentare in den Online-Ausgaben der Zeitungen zu Themenkomplexen wie Islam, EU-Beitritt der Türkei, Asylwerber, Integration. Sie offenbaren nicht nur einen ideologischen Abgrund, von dem man einmal glaubte, er wäre überwunden, sondern auch ein intellektuelles Niveau, das erbärmlich ist. Die Sprachkompetenz derer, die glauben, sie hätten das Recht gepachtet, hier zu sein, ist nicht höher als die Sprachkompetenz derer, denen sie dieses Recht absprechen. Bloß die Syntaxfehler, die sie machen, sind verschieden.

Wenn also alle nicht Deutsch können, weder die einen noch die anderen, dann müssen die Sprachdefizite gesellschaftliche Ursachen haben. Dann wäre die Bildungspolitik gefordert. Man könnte die sprachlichen Mängel gleichzeitig mit jenen der Gesinnung bekämpfen.

Bei den Kindern muss man ansetzen. Der Schweizer Sozialwissenschaftler Jörg Stolz, Lehrstuhlinhaber an der Universität Lausanne, erkennt in seiner „Soziologie der Fremdenfeindlichkeit“, dass Letztere mit steigendem Bildungsniveau abnimmt. Stolz plädiert auch für gleiche Rechte, für das aktive und passive Wahlrecht. Denn Wähler müssen umworben werden, man muss sie ernst nehmen, ihre Interessen berücksichtigen. Das würde ihren sozialen Status erhöhen: Wähler sind Bürger. Leider hat das anscheinend nur eine Partei erkannt, jene die polarisieren und nicht ausgleichen will. Bisher sind in Österreich ganze Gruppen von Bewohnern, Hunderttausende von Menschen, nur als Arbeiter und als Konsumenten erwünscht, nicht als Nachbarn, schon gar nicht als Mitschüler für die eigenen Kinder.

Dabei läge in den jungen Jahren die größte Chance, die Kulturträger einander näherzubringen. Bekanntlich ist die Schule nach dem Elternhaus die wichtigste Einflussgröße für die Eingliederung in die Gesellschaft. Auf der anderen Seite brauchen wir soziale Aufsteiger, die Ansehen genießen. Das kann nur über Bildung passieren. Leute mit Namen, die anders klingen, müssen Führungspositionen bekleiden in Politik, Wirtschaft und vor allem in den Medien. Nicht in der Migrantenecke und in der Migrantensendung sollen sie Migrantennischen für sich und einander schaffen, das ist nur eine raffinierte Form der Ausgrenzung und fördert Parallelgesellschaften. Normale, geachtete Stellen soll man sie bekleiden lassen.

Vorerst gibt es solche Identifikationsfiguren fast nur in der Kunst und im Sport. Niemand fragt eine Anna Netrebko, einen Ilija Trojanow, einen Ivica Vastic nach Vater oder Großvater. Wir akzeptieren sie, sie sind ein Beweis dafür, dass wir nicht xenophob sind. In Wirklichkeit machen wir sie zu unseren Vorzeigezuwanderern, unseren Modellmigranten, was wieder nur eine Fremdzuschreibung ist. Sie sind die guten Fremden, die, die wir mögen, denn sie haben etwas geleistet.

Wir schäkern an der Supermarktkassa, wenn die Schlange besonders lang ist, mit den Kleinkindern der anderen Wartenden, selbst wenn sie ein bisschen anders aussehen als wir selbst. Auch damit beweisen wir, dass wir nicht gegen Fremde sind. Wir freuen uns, dass wir so nett sind, und verlassen beglückt den Laden. Wir haben auch nichts gegen Abwechslung in der Küche und in der Kunst, zwischendurch ein Kebab, garniert mit einem Schuss Rai, Rap oder Hiphop.

In Wien fängt der Balkan an, sagt man in Wien, und das war immer die Stärke der Stadt. Das ist kein Plädoyer für Kulturrelativismus und auch nicht für Multikulti, im Gegenteil, die Kulturen bestehen nicht nebeneinander, sondern ineinander und tragen Verantwortung füreinander. Wenn Menschen sich mehr als einer Kultur zugehörig fühlen, entwickeln sie doppelte, hybride Identitäten, wie dies in der postkolonialen Theorie ausgeführt und auch in ihrer Galionsfigur Homi Bhabha repräsentiert wird, der selbst qua Herkunft und Beruf zwischen den Kulturen, den Lehrstühlen und den Kontinenten pendelt.

Sie fühlen sich als europäische Muslime, als türkischstämmige Österreicher, als arabische Wiener, als österreichische Ägypter, Türken, Muslime. So vielfältig wie die Individuen sind auch die Konstruktionen ihrer Identität. Manche fühlen sich überall fremd, in der alten wie in der neuen Heimat. In der Studie „Türkische Migranten in Österreich“, die im Vorjahr erschien, durchgeführt von Turgut Gümüsoglu und anderen, sagten zwei Drittel der Befragten, dass sie sich in Österreich fremd fühlen. Interessant auch, dass sie sich eher als Europäer fühlen denn als Österreicher.

Eine ebenfalls kürzlich erschienene Untersuchung („Muslims in Europe: A Report on 11 EU Cities“) vom Londoner Open Society Institute zeigt ähnliche Ergebnisse, besonders auch für Deutschland. Sie sind überzeugte Berliner und Hamburger. Nicht ganz so gern sind sie Deutsche, und noch weniger sind sie der Meinung, von Deutschen als Deutsche betrachtet zu werden. Warum fällt es so schwer, diese Menschen als Bereicherung zu empfinden? Sie bauen unsere Häuser, putzen unsere Wohnungen, kümmern sich um die innerstädtische Lebensmittelversorgung, bewahren bedrohte Gewerbe vor dem Aussterben, sind Schneider, Schuster, Bäcker, sind die Fleischhauer, die die besten Lammkoteletts liefern. Sie räumen Kanäle aus und Schnee weg, erhalten also das Getriebe am Laufen. Ohne sie würden wir mitsamt der Zivilisation, auf die wir so stolz sind, im eigenen Dreck verkommen. Zunehmend betreuen sie auch unsere Kranken, unsere Alten, unsere Eltern.

Ihnen gebührt Respekt, der Respekt, der einer anderen Kultur gebührt, und die Achtung, die jenen Menschen gebührt, die uns das Leben erst lebenswert machen. Und kein Neid auf ihre Arbeitsplätze, die ohnedies kein Alteingesessener haben will, kein Neid, wenn sie erkranken und ärztliche Hilfe in Anspruch nehmen müssen, wofür sie ohnedies vorher Beiträge bezahlt haben.

Ich stelle mir vor: Meine Eltern oder Großeltern sind ausgewandert nach Djibouti, Uttar Pradesh, in die Innere Mongolei oder sonst wohin. Ich bin geboren und aufgewachsen in diesem Land, dessen Verfassung sich auf die Menschenrechte beruft, das seinen Bürgern freie Religionsausübung garantiert. Das Gotteshaus, das meine Gemeinde dazu gern bauen würde, wird abgelehnt, nicht vom Gesetz, aber von Teilen der Bevölkerung, weil es angeblich das Landschaftsbild verunziert. Zu den langen Kitteln, die ich gerne trage, erklären mir meine Nachbarn und auch Leute an der Supermarktkassa, die ich gar nicht kenne, sie seien unpraktisch und zu heiß.

In meiner Kultur ist es üblich, den Körper in der Öffentlichkeit zu bedecken und sich nicht vor aller Welt zu entblößen. Ich trage daher auch zum Schwimmen entsprechende Kleidung. Von dieser wird nun behauptet, dass sie die Wasserpumpen verstopfe, dass ich damit zu viel Wasser aus dem Becken hinaustrage. Zugegebenermaßen muss meine Kleidung im Bad für die, die sich die Einheimischen nennen, komisch wirken, denn sie tragen selbst fast gar nichts. Ich habe aber den Eindruck, dass diese technischen und ökonomischen Details bloß ein Vorwand sind und dass man mich eigentlich nicht sehen will. Deswegen gehe ich dort nicht mehr hin.

In meiner Religion ist Sexualität außerhalb der Ehe verboten, in meiner Umgebung aber ist Sexualität, wie mir scheint, so etwas wie ein Hochleistungssport geworden. Da ich meine Tochter solchen Anfechtungen nicht aussetzen will, lasse ich sie nicht auf Schulausflüge mitfahren. Trotz dieser angeblich so freien Sexualität wollen Eltern aber nicht, dass ihr Sohn meine Tochter heiratet. Noch weniger wollen sie, dass ihre Tochter meinen Sohn heiratet.

Da es in unserer Gemeinschaft wesentlich mehr Männer als Frauen gibt, muss mein Sohn sich in unserer alten Heimat nach einer Frau umsehen. Abgesehen von den unendlichen behördlichen Schwierigkeiten, die dabei zu überwinden sind, glauben jetzt unsere Nachbarn, man habe das Mädchen gezwungen, meinen Sohn zu heiraten. Sie beherrscht die Landessprache noch nicht ausreichend, um zu erklären, dass sie die Ehe freiwillig eingegangen ist. Dabei sieht man den jungen Leuten auf den ersten Blick an, dass sie verliebt sind, bloß unsere Nachbarn sehen es nicht.

Das Allermerkwürdigste aber ist, dass unsere Nachbarn sehr gerne ins Land unserer Vorfahren auf Urlaub fahren, sie sagen, dort sei alles so billig, die Landschaft so schön, es gebe kulturell so viel zu besichtigen und die Leute seien so freundlich. Wenn ich aber die Zeitung aufschlage, dann lese ich von irgendwelchen Verbrechen, die die Angehörigen meiner Religion begangen haben, verabscheuungswürdige Verbrechen, die in jeder Zivilisation, die diesen Namen verdient, verboten sind, ich lese, dass man Zuwanderungsbeschränkungen braucht, nahezu täglich steht da etwas Negatives über mich, kurz, ich lese, dass man mich hier nicht haben will. Ich lese nicht mehr oft Zeitungen. Man wirft mir jetzt vor, dass ich mich nicht integrieren will.

Ja, so wäre das, irgendwo, aber nicht hier in Österreich natürlich, denn wir sind ja eine europäische Wertegemeinschaft, seit Jahr und Tag versichern uns dies Politiker in ihren Sonntags- und Wahlreden, und wir glauben ihnen, denn darin sind sich alle Parteien einig. ■

("Die Presse", Print-Ausgabe, 15.05.2010)

Testen Sie "Die Presse" 3 Wochen lang gratis: diepresse.com/testabo
Als Gast kommentieren

...oder einloggen um als registrierter Benutzer zu kommentieren (Vorteile dieser Variante)


Mit dem Absenden Ihres Kommentares erklären Sie sich mit den Forenregeln einverstanden.

*... Pflichtfelder

Sicherheitscode
(Was bringt das?)*


Schwer lesbar?
Neuen Code generieren

Verbleibende Zeichen

37 Kommentare
 
1 2
Gast: husgus
10.11.2010 19:42
0 0

gut erkannt

Danke lieber gott dass es noch menschen gibt die dinge so sehen wie sie sind.
Danke für ihren beitrag Frau Thurner.So sehe ich das auch

Gast: gast
14.08.2010 13:58
0 0

Migrant na und?

sorry, bin migrant und sehe das anders. aber wir werden nicht gefragt? nur solche migranten die politisch korrekt denken, und die gleich meinung haben wie bestimmte pol. korrekte medien..aber diese sind die minderheit unter uns...aber wen interssiert das...

Orator
26.05.2010 21:03
0 1

Pauschalierung

Dieser Artikel eine einzige" Schwarz-Weiss" Malerei.

Aber beim ORF, arbeiten ja auch nicht gerade die klügsten.


Antworten Orator
26.05.2010 21:09
0 1

Re: Pauschalierung

Jetzt habe ich die Dame doch glatt mit Ingrid
Thurnher vom ORF verwechselt.Das, die Meinung dieser Dame zu einseitig ist, ist aber offensichtlich und zeigt wenig Klugheit.

Gast: Dr. Hansjörg Kremser
21.05.2010 23:02
1 1

Nur Ungebildete gegen zu viel Einwanderung?

Ich muß die Autorin dieses Artikels bitter enttäuschen. Ich bin gebildet, und gerade deshalb ist mir die Bewahrung der christlichen,
abendländischen und deutschen Identität meiner österreichischen Heimat eine wichtiges
Anliegen, ja eine Herzenssache.

0 0

Re: Nur Ungebildete gegen zu viel Einwanderung?

Ich habe jedoch eher das Gefühl gehabt, dass Sie werter Herr, eher (ein)gebildet zu sein scheinen?

Antworten Gast: Dr. Hansjörg Kremser
22.05.2010 17:30
0 0

Korrektur

.,,, ein [nicht "eine"!] wichtiges Anliegen,
... ja eine Herzensache.

Gast: Kevin Raudaschl
21.05.2010 22:57
0 0

Sorgen haben manche Leute!

Ob Österreich von Weißen oder Farbigen, Christen oder Moslems, Deutschsprachigen oder Fremdsprachigen bewohnt und beherrscht wird, ist mir doch scheißegal. Wichtig ist nur, dass es mir gut geht, dass ich einen leichten Job und viel Zaster hab.

Mswati 3
18.05.2010 18:40
0 0

Auf Migranten Status stolz sein

meine Erfahrung ist (nach 15 Jahre Migranten Ehe, Islam):
1) die oesterreichischen Behoerden waren IMMER korrekt und freundlich, vor allem wenn man die geforderten Unterlagen bringt und einigermassen Deutsch spricht)r
2) Die oesterreicher meistens freundlich, wenn man Anstrenungen macht, sich zu assimilieren
3) es gab nur wenige daemliche Raunzer, denen muss man ueber den Mund fahren (meistens sind diese aus der unteren Bildungsschicht und koennen sich ohnehin nicht artikulieren)

Fazit: Der Migrant sollte auf seine Herkunft stolz sein, sich aber in Oesterreich assimilieren und seiner neuen Heimat Respekt entgegenbrigen. Der Grossteil (90%) tut das auch, und die Minderheit der Stoerenfriede (Hassprediger, Kriminelle u.ae) sollte man entsperechen behandeln (d.h. nicht einbuergen bzw. abschieben)

Antworten Arethas
18.05.2010 21:25
0 0

Re: Auf Migranten Status stolz sein

Ich gebe Ihnen zum Teil recht, muss aber anmerken, dass selbstverständlich allein die schiere Masse der Einwanderer, Asylanten und Scheinasylanten schon von mir als problematisch empfunden wird. Ich schließe da von mir auf andere: Fände ich in der Fremde eine große deutschsprachige Gemeinschaft, würde ich auch bevorzugt Deutsch sprechen (wobei hinzukommt, dass ja Deutsch wie nur wenige andere Sprachen eine Kultursprache ersten Ranges ist, die Verwendung einer anderen Sprache daher allenfalls nützlich oder amüsant sein kann, aber nicht denselben Aufstieg darstellt, den zB. ein Türke erfährt, der gut Deutsch lernt.)

Gast: gast
17.05.2010 23:22
1 0

Danke!

für die gelungene Entlarvung von Rassismus! Als "AusländerIn" konnte man zumindest noch hoffen, dass man mit Erhalt der österr. Staatsbürgerschaft wirklich "dazu" gehört; als Angehörige der "2. GEneration" davon träumen, dass dieses Glück den eigenen Kindern zuteil wird - mit "Migrationshintergrund" ist endgültig klar, dass man -egal, wie sehr man sich "integriert" und wie wenig man sich im anderswo als in Ö zuhause fühlt - immer fremd und anders bleibt.

Gast: Clemens Wenzel Lothar Fürst von Metternich-Winneburg
17.05.2010 20:16
1 0

Was ich wirklich gesagt habe

Sagt "man" in Wien wirklich, "in Wien beginnt der Balkan"? Nun, ich habe anno 1830 scherzhaft gemeint: "Hinter dem Rennweg beginnt für mich der Balkan!" Der Rennweg, wo mein Palais gestanden ist, war ja die alte Wiener Stadtgrenze. Aber wenn mich schon jemand im Zusammenhang mit der Nationalitätenfrage zitiert, sollte er auch eine Aussage von mir bringen, die ich durchaus ernsthaft gemeint habe. Anno 1847 habe ich zum preußischen Gesandten in Wien gesagt: "Österreich ist ein Reich, das unter seiner Herrschaft Völker von verschiedener Nationalität umfaßt, aber als Reich ist es deutsch – deutsch durch die Geschichte, durch den Kern seiner Provinzen, durch seine Zivilisation." Dem Kern der Provinzen des ehemaligen Kaisertums Österreich entspricht ungefähr die jetzige Republik Österreich, die 1918/19 unter dem bezeichnenden Namen
"Deutschösterreich" gegründet wurde.

Antworten Arethas
18.05.2010 21:26
0 0

Re: Was ich wirklich gesagt habe

Ein recht geschälter Kern, Exzellenz...

Antworten Antworten Gast: Metternich
20.05.2010 23:11
0 0

Re: Re: Was ich wirklich gesagt habe

Sie haben völlig recht: Sudetenland, Südtirol, Kanaltal, Untersteiermark,
Ödenburg, Preßburg und andere deutsche Randgebiete fehlen vom Kern!

Gast: Gast
17.05.2010 18:53
0 0

Bravo!

Endlich spricht es einmal jemand aus: Jene, die in den diversen Online-Foren (viel mehr als hier natürlich auf denen diverser reißerischer Kleinformate) am lautesten über Migranten schimpfen können meist selbst nicht richtig Deutsch. Was wohl mit deren Bildungsstatus zusammenhängen dürfte.

Gast: ceterum censeo
17.05.2010 13:11
2 1

Jetzt verbreitet die Thurnherr hier auch schon ihren Mist


Wenn Ihr wirklich etwas erleben möchtet, bereitet Euch doch mal auf ein Abenteuer vor, wie Ihr es
Euch niemals hättet vorstellen können:
Gehen Sie illegal nach Pakistan, Afghanistan, Irak, Marokko oder die Türkei.
Sorgen Sie sich nicht um Visa, internationale Gesetze, Immigrationsregeln oder ähnliche, lächerliche
Vorschriften.
Wenn Sie dort angekommen sind, fordern Sie umgehend von der lokalen Behörde eine kostenlose
medizinische Versorgung für sich und Ihre ganze Familie.
Bestehen Sie darauf, dass alle Mitarbeiter bei der Krankenkasse Deutsch sprechen und dass die
Kliniken Ihr Essen nur so vorbereiten, wie Sie es in Deutschland gewohnt sind.
Bestehen Sie darauf, dass alle Formulare, Anfragen, und Dokumente in Ihre Sprache übersetzt werden.
Weisen Sie Kritik an Ihrem Verhalten empört zurück indem Sie ausdrücklich betonen: "Das hat mit meiner
Kultur und Religion zu tun; davon versteht Ihr nichts".
Behalten Sie unbedingt Ihre ursprüngliche Identität. Hängen Sie eine Fahne von Ihrem westlichen Land
ans Fenster (am Auto geht es auch, vergessen Sie das nicht).
Sprechen Sie sowohl zu Hause als auch anderswo nur Deutsch und sorgen Sie dafür, dass auch Ihre
Kinder sich ähnlich verhalten.
Fordern Sie unbedingt, dass an Musikschulen westliche Kultur unterrichtet wird.
Verlangen Sie sofort und bedingungslos einen Führerschein, eine Aufenthaltsgenehmigung und was
Ihnen sonst noch einfallen könnte.
Lassen Sie sich nicht diskriminieren, bestehen sie auf Ihr gutes Recht, verlangen Sie Kind

Antworten Gast: tom
17.05.2010 22:50
1 0

Re: Jetzt verbreitet ...

ihre argumentation - wenn man das überhaupt als solche bezeichnen kann, denn von einem argument würde man zumindest erwarten, dass irgendwo ein wenig rationale vernunft durchscheint - ist schlichtweg absurd.
1. Illegal in einem land zu sein, impliziert bereits kein (legales) aufenthaltsrecht zu besitzen. von diesem punkt aus gesehen, ist es egal ob ich mich illegal in österreich oder illegal in pakistan aufhalte. dass auch ein 'illegaler mensch' das recht auf eine angemessene behandlung hat (medizinische notversorgung, faire strafrechtliche behandlung, etc.) sollte für jeden menschen und jeden staat eine selbstverständlichkeit sein. wenn das in anderen ländern weniger der fall ist als in österreich, dann ist das mitnichten ein grund sich an diesen ländern zu orientieren.
2. die einstellung "weil sie das nicht machen, mach ich das auch nicht" ist infantil und eines moralisch verantwortlich denkenden menschen nicht würdig.
3. anscheinend ist ihnen (vielleicht bewusst) entgangen, dass der artikel sich mit der situation von migranten beschäftigt und nicht mit illegalen. migranten haben gesetzlich das recht sich hier aufzuhalten, sie zahlen steuern und sie haben u.a. ein recht auf medizinische versorgung.
4. migranten, die schließlich die österreichische staatsbürgerschaft erhalten, sind trotz verschiedener kultur, anderer muttersprache und sonstiger unterschiede vollständige österreicher wie sie und ich.

Antworten Antworten Gast: ceterum censeo
18.05.2010 00:53
1 0

Re: Re: Jetzt verbreitet ...

@tom: Ihnen unterlaufen in ihrer Replik einige schwere Fehler:
a) Es ist nicht meine Argumentation - ich gebe hier einen erhaltenen Text weiter.
b)Wenn ich mich illegal in einem Land befinde ( egal, ob A, TR, Afghanistan..), habe ich eine Gesetzesübertretung begangen und unterliege der Strafjustiz dieses Landes. Was die von ihen sogenannte "faire Behandlung" angeht, übt diese sicher einen osmotischen Druck (ist ihnen hoffentlich ein Begriff) für Leute aus Ländern aus, in denen diese lt. ihrer Diktion "weniger der Fall ist". Für diese Leute ist es ein Schlaraffenland, in dem Milch und Honig fließt. Als moralisch verantwortlich denkender Mensch können sie uns sicher erklären, wie man bei uns mit der überbordenden Flut kulturell und materiell zu
Rande kommt. Bei der Osmose kommt es bei Druckgleicheit auf beiden Seiten des Systems zum Stillstand. Im Falle der Immigration, die unterstützt von
Elementen wie ihnen, jegliche Einwanderung als legal erklärt (Siehe Fall Zogaj)nimmt der von außen kommende Druck überhand.Dies wird letztendlich zur Explosion auf einer ( der unseren) Seite führen, mit allen ihren tragischen Konsequenzen, für die man dann Leute mit ihrer Denkweise (hoffentlich) zur Verantwortung ziehen wird.

Antworten Antworten Antworten Arethas
18.05.2010 21:19
0 0

Re: Re: Re: Jetzt verbreitet ...

Sehr richtig, doch leider in den Wind gesprochen, solche Leute wie "tom" verstehen das ohnehin nicht.

Gast: Denker
17.05.2010 09:15
4 0

"Ich bin Österreicher"

"Österreicher" wird man nicht "schwarz-weiss" auf einem Papierl und nicht durch "amtliche Stempel", sondern durch Anpassungswilligkeit und -fähigkeit sowie durch eine Identifizierung mit dem Land, die über die Inanspruchnahme materieller Vorteile hinausgeht.

Arethas
16.05.2010 23:02
1 1

Vorschlag

"Zu den langen Kitteln, die ich gerne trage, erklären mir meine Nachbarn und auch Leute an der Supermarktkassa, die ich gar nicht kenne, sie seien unpraktisch und zu heiß."

Ziehen Sie sich ein fesches Dirndl an, Frau Thurner, und marschieren Sie damit zB. durch die Mariahilferstraße. Erleben Sie die Toleranz bestimmter Personengruppen hautnah.

Das wäre ein "Am Schauplatz" wert...

Arethas
16.05.2010 18:21
2 0

Verharmlosung

"Dabei sieht man den jungen Leuten auf den ersten Blick an, dass sie verliebt sind, bloß unsere Nachbarn sehen es nicht."

Die Betreuerinnen in den Frauenhäusern sehen es dann schon, Frau Thurner, wie leidenschaftlich die Liebe unter Migranten sein kann. Manchmal sieht es auch der Notarzt.

Antworten Gast: mia
17.05.2010 23:03
0 0

Re: Verharmlosung

... als ob manche österreichischen männer anders oder auch nur im geringsten besser wären ...

Antworten Antworten Arethas
18.05.2010 21:30
0 1

Re: Re: Verharmlosung

Seit wann weist das linke Gesindel ständig auf die ach so enorme Bereicherung durch österreichische Männer hin?
Sie können sicher sein, wäre die Kriminalitätsrate bei Ausländern durchschnittlich niedriger als bei Österreichern, wir läsen das jeden Tag in der Zeitung.

Gast: Guenter Huemer
16.05.2010 15:26
2 0

?

Geschätzte Frau Thurner, wenn Sie Ihre Tochter von Schulausflügen ausgrenzen, sie nicht teilnehmen lassen, dann sind SIE Teil eines Systems, das SIE so eben großteils zurecht kritisiert haben.

Gast: sammy
16.05.2010 14:08
0 0

'Bei den Kindern muss man ansetzen'

diesen satz kann man wohl nicht oft und deutlich genug sagen. ich verstehe nicht, warum so viele menschen (und v.a. politiker) nicht begreifen, dass eine fundierte bildung und erziehung unserer kinder - ob in- oder ausländischer herkunft - entscheidend ist für den zusammenhalt einer gesellschaft.
die gefestigte meinung und ignoranz erwachsener menschen gegenüber allem, das sich außerhalb ihrer wohlfühlzone aus gewohnheiten, vorurteilen und unwissen befindet, zu ändern, gleicht einer sisyphos-aufgabe. aber kinder in einer gewissen neugier und einer rationalen (aber nicht naiven) offenheit gegenüber neuem zu bestärken, würde relativ leicht fallen.
unser bildungssystem sollte stärker die verantwortung dafür übernehmen, sozial mündige und vernünftige menschen hervorzubringen. dazu müssten auch die schulen sowie die pädagogen, denen wir die bildung und ausbildung unserer kinder anvertrauen, einen deutlich höheren stellenwert in unserer gesellschaft einnehmen.

einen menschen unanbhängig seines äußeren, seiner herkunft, seiner kultur, seiner gewohnheiten und seiner ansichten als teil unserer gesellschaft zu respektieren könnte dann vielleicht eine selbstverständlichkeit werden.

 
1 2

Top-News