Frau Kreisky trägt keinen Hut

„Seien Sie mir nicht böse“, sagte Leopold Gratz einst leise, „aber der einzige Journalist ohne Krawatte ist einer aus Ihrem Blatt!“ Und heute? Was heißt da „over-“, was „underdressed“? Über Bügelfaltokratie, Nadelstreifsozialismus und die Frage, ob die „Eleganz“ je zurückkehren wird.

Denken oder feiern?

Vor fünf Jahrhunderten warf Martin Luther der katholischen Kirche seine Thesen gegen den Ablasshandel vor die Tür. 31. Oktober: Reformationstag. Über protestantisches Profil und ökumenischen Geist.

Porträt eines sichtbaren Feindes

Hier ist nichts privat. Hier ist jede Information öffentlich, nämlich wichtig für die öffentliche Sicherheit. Wir reden von Leuten, die auf „Security Lists“ aufscheinen. Die Akte gibt Aufschluss: über das Leben der Beschatteten wie der Beschatter. – Fotografin, Spionin, Ausspionierte: über Mrs. Edith Tudor-Hart, geborene Suschitzky aus Wien. Eine Nachschau.

Bitte herbei, Pariser Mai!

In der Serie „Expedition Europa“: Sarkozy an der Côte d'Azur.

Den Mythos malen

Im Jahr 1848 erhielt Leopold Kupelwieser den Auftrag, die Geschichte Österreichs bildnerisch darzustellen. Ein heikles Unterfangen, denn wann beginnt diese Geschichte, was genau ist dieses Österreich, und wer hat die Deutungshoheit? Überlegungen ohne Ablaufdatum.

Gerede, goschert

Unser "LandderBerge" ist, man mag sagen, was man will, tatsächlich ein kleiner Hymnus und kein Kampflied. Immerhin. Ein internationaler Vergleich fördert einschlägig ganz anderes zutage. Über Hymnen und andere Ärgernisse.|8 Kommentare

Heimkehr nach Wien

Nun sind sie also wieder in Wien, die zwei Gemälde von hans Canon. Die Familie Askonas aber, die sie in die Emigration egerettet hat, sie hat den Weg zurück nicht mehr geschafft. Eine Begegnung in London - und wie es dazu kam.

Alles regional?

Schottland war gestern, Katalonien folgt morgen - und was kommt dann? Über die Sehnsucht nach Selbstbestimmung im neuen Europa.

Klara lernt, Nein zu sagen

Während die österreichische Politik, befeuert vom bildungsgläubigen Mittelstand, ruhmlos Schulreformen debattierte, prüfte meine Tochter die Praxis. Vom Versinken in Entenhausen oder: Klaras erstes Schuljahr.|46 Kommentare

Dieses gewisse Klick

Von Wiens „Interessantem Blatt“ bis zu „Look“ und „Life“: wie die Bilder in die Zeitung kamen. Über den Aufstieg des Fotojournalismus – und seinen Untergang zwischen Kätzchenschnappschüssen und Selfie-Manie.

Schlafen nach dem Holocaust

Meine Eltern haben mich nicht zum Konformisten erzogen. Aber sie empfahlen Gelassenheit, wo nichts zu ändern war. Die Gnade der Verdrängung: Erinnerungen an meinen Vater, Kurt Rothschild, der vor hundert Jahren geboren wurde.

Frauenrecht und Opferstock

„Expedition Europa“: polizeilich gesucht in Innerrhoden.

die Institute der kl. Vipern

„ich brauche nichts mehr ich brauche niemanden mehr. Nur diesen einen unersetzbaren Menschen dessen Hand. Ich meine dessen Hand mir die Welt erklärt ich meine sobald ich nach der Hand dieses Menschen (taste).“ cahier oder Heftchen – Beginn eines neuen Prosawerks.

Life Begins at Forty

Sophie Tucker und Barbra Streisand: von großen Mädchen, die ihren Koffer allein tragen.

Und Justitia weint

Am Montag wird in Johannesburg das Strafmaß für Oscar Pistorius verkündet. Egal, wie ihre Entscheidung ausfällt, Richterin Thokozile Masipa ist in jedem Fall in einer prekären Situation. Ein Psychogramm aus Südafrika.

Neugierig im „Motel Wien“

Mazedonien? „Existiert nicht.“ In der Serie „Expedition Europa“.

Abschied von der Stadt

Die neue Mariahilfer Straße: so weit derzeit absehbar, ein vergleichsweise gelungenes Stück Fußgängerzone. Doch die grundsätzliche Frage bleibt: Wozu überhaupt Fußgängerzone? Erste Wahrnehmungsübungen zwischen Mariahilf und Neubau.|52 Kommentare

Finnland: Wurst

Die Buchmesse Frankfurt hat Finnland zu Gast. Cool? Nein: Wurst. Mit einer Flut schlampiger, ambitionsloser Übersetzungen, mit verhunzten Meisterwerken wird dem Land der tausend Schreiber ein Bärendienst erwiesen. Schätze aus den Nischen bleiben ungehoben. Ein Einwurf.

Wenn der Fleischer flucht

„Expedition Europa“: von der ziganisch-pakistanischen Liebe.

„Es war zu Hause nie ein Thema“

Sie heißen Denise, Manuel und Koci, ihre Wurzeln reichen vom Burgenland bis nach Ägypten, und alle sind sie Schüler eines Wiener Gymnasiums. Gemeinsam haben sie an einem Projekt des Vereins „March of Remembrance and Hope – Austria“ teilgenommen: einer Reise nach Auschwitz mit Vor- und Nachbereitung.

Das kecke Alter

Wer heute geboren wird, hat gute Chancen, seinen Hunderter zu erleben. Wir entwickeln derzeit ein „Viertes Lebensalter“, und unsere Aufgabe ist es, herauszufinden, was wir in diesem hohen Alter noch lernen und schaffen können. Ein Plädoyer für das Leben.

„Guten Tag, Herr Mister Morton“

Zum 90. Geburtstag am 5. Oktober: Verlobung im Landtmann – Erinnerungen eines Emigranten.|8 Kommentare

What brought you to Sheerness?

„Jemand in der Lage der Depression wird sich zur gewohnten Zeit an die Schreibmaschine setzen, sobald die Ärzte ihm das erlauben; erleben wird er eine umfassende Unfähigkeit, etwas zu Papier zu bringen, mit dem er sich wenden möchte an künftige Leser.“ Uwe Johnsons englische Jahre.

Der Her-Steller (nicht: Hersteller)

Ich weiß auch nicht, wie er das macht. Zu Peter Turrini.

Wem der Unterleib über den Kopf wächst

Ulrich Seidls Film „Im Keller“: von der Normalität unserer sogenannten Perversionen.

Kurzer Stamm, roter Mund

Die Kirschen von Archangelos: doch kein griechisches Krisenfeuilleton. In der Serie „Expedition Europa“.

Schuld sind immer die andern

Scheitert jemand in der Schule, waren die Lehrer eine Katastrophe. Randalieren Jugendliche am Bahnhof, hatten sie eine schwere Kindheit. Gibt es Probleme mit Zuwanderern, fehlt es an einer Willkommenskultur. Über das Ende der Verantwortung.|31 Kommentare

"Herr, verzeih ihnen nicht!"

Peter Handke über sein neues Stück, den Lärmterror und Heckenscheren, über Tabus und warum er sich über Frankreich ärgert und nicht mehr über Österreich.

That's Gänsehaut

Alle, alle sind sie aus Klagenfurt und Kärnten fortgegangen, um Rang und Namen zu bekommen. Auf Dauer disqualifiziert man sich ganz einfach, indem man bleibt. Und warum lebe ich eigentlich noch da?

Elixier der Wiener

Die Wiener verdanken ihm Hochquellenwasserleitung und Regulierung der Donau. Gemeinsam mit dem Geologen Eduard Suess schuf er die Grundlagen für die Modernisierung der Donaumetropole, dessen Bürgermeister er von 1868 bis 1878 war: Cajetan Felder. Zum 200. Geburtstag: über die Anfänge der gründerzeitlichen „Stadtmaschine“.

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