23.05.2013 08:27 Merkliste 0

Die Wahrheit hinter 16 Lügen

Ich kenne Friedrich Zawrel seit 1979. Damals war das Spiegelgrund-Opfer zum zweiten Mal in die Fänge des NS-Euthanasiearztes Heinrich Gross geraten. Dieser Tage hat man Zawrel ein Goldenes Ehrenzeichen überreicht. Eine unerwartete Geste. Das Böse, das man ihm angetan hat, werde ich dieser Republik dennoch nie verzeihen.

Maßlos, mit Dackel

Seine Erfolge feierte er zwar als Schriftsteller, doch sein eigentliches Talent war das Malen und Zeichnen: Franz Hrastnik, Bohemien – und unberechenbares Original. Erinnerung an einen Freund.

Seitenspringe, wer kann!

Tugend wider Willen? Ein Spam-Filter – und (noch) keine Affäre. Im Grunde sind wir doch alle Verhinderte. So glücklich (oder so fantasielos) kann einer gar nicht in seiner eigenen Haut sein, dass er sich nicht manchmal wünschen würde, in der eines anderen zu stecken.

Richard Wagner: Wir hören

Der Fluss, der gefangen nimmt. Der Fluss, der kein Ende nimmt. Der Fluss, der alles nimmt. Zur Musik des Richard Wagner, der vor 200 Jahren geboren wurde.


Zickzack mit Aussicht

250 Höhenmeter, 50 bis 70 Prozent Neigung – und jede Menge Geschichte. Der Nasenweg auf den Leopoldsberg: zur Karriere einer Wiener Gehenswürdigkeit.

Ich, Partisanin Maja Händerlat

Die Wirklichkeit der Schatten. Mein Kärnten: Begegnungen mit einem österreichischen Tabu.

Der Atem der Kirche

Kubas katholischer Klerus steuert die Revolution zur sanften Landung.

Ja, sprechen wir es aus!

Meine sehr geehrten Damen und Herren, ich möchte Ihnen heute an dieser Stelle, und wenn ich an dieser Stelle sage „heute“, dann meine ich auch heute, denn heute ist ein besonderer Tag. Es ist ein Tag, der in die Geschichte eingehen wird. Eine Versöhnungsrede.

Was Österreich sein kann

Sind wir wieder bereit wegzuschauen, wenn sich Dinge wiederholen, die uns an die Judenhetze der Dreißigerjahre erinnern sollten? Vor 75 Jahren brannten Bücher auf dem Salzburger Residenzplatz. Ein aktuelles Gedenkblatt.

Wir, ratlos

Bewegen wir uns? Wir bewegen uns. Nein, nicht hin zu neuen Ufern. Die verspricht jeder Reiseprospekt. Sondern immer im Kreis herum.

Avram Burg: Familienaufstellung

Rede zur Eröffnung der Ausstellung „Familienaufstellung. Israelische Porträts“ im Jüdischen Museum Hohenems

Die Frage nach Heimat

Asli Erdoğan: Atomphysikerin, Schriftstellerin, Menschenrechtsaktivistin aus der Türkei. Für ein Jahr hat sie als Asylschreiberin in Graz Aufnahme gefunden.

Das Wetter und die Krise

Zur Integraldifferenz zwischen Südmensch und Nordmensch. Das Wetter, das Wetter – gibt es denn wirklich kein anderes Thema als das Wetter?

Anders sehen

Wie Kunst Blinde und Sehende verbindet. Nachschau im Bundes-Blindenerziehungsinstitut in der Wiener Leopoldstadt und in einer außergewöhnlichen Sammlung im Benediktinerstift Admont.

Woher die guten Ideen kommen

In jedem ökonomischen Lehrbuch steht zu lesen, es sei der Wettbewerb, der Innovationen hervorbringt. Die Wirklichkeit lehrt uns anderes. Doppelte Buchführung, Darwin und das World Wide Web: Hinweise zu einer Geschichte des Innovativen.

Symbole im Gepäck

Wir sind vollgestopft mit Bildern des schiitischen Gottesstaats. Doch unter der offiziellen Welt einer islamischen Gesellschaftsordnung scheint eine ganz andere Welt durch, die mit der des Korans recht wenig zu tun hat. Reisenotizen aus Teheran.

„Ich war 1234/XX“

Der belgische Rechtsanwalt Simon Gronowski sprang vor 70 Jahren als Bub aus dem Todeszug, der ihn nach Auschwitz bringen sollte. Heute engagiert er sich für die Versöhnung. Ein Gespräch.

Was man sagen darf

Wie „politisch korrekt“ muss Sprache sein? Über Fräulein und Frau, Roma und Zigeuner, anders Begabte und Behinderte: Österreichs Autorinnen und Autoren (AutorInnen? Autorinnen? Schreibende?) geben Auskunft.

Wenn die richtig Guten gut sind

Michael Häupl, Christian Konrad und das „Wiener Bezirksblatt“ oder: „Essen für die Gruft“. Es gibt sie noch, die guten Menschen. Die richtig guten, die, die wirklich und wahrhaftig Gutes tun.

Wenn man tot sein will

Bitte sehen Sie davon ab, Leuten mit Migräne ständig Ratschläge geben zu wollen. Sie haben keine Ahnung, wie mühsam das für uns ist. Sie haben, mit Verlaub, überhaupt keine Ahnung. Migräne: eine Selbsterfahrung.

Wo wagnert Wien?

Die reiche Richard-Wagner-Sammlung des Nikolaus Johannes Oesterlein ging Ende des 19. Jahrhunderts an Eisenach. Und sonst? Vier Gedenktafeln, ein Platz in Ottakring, kein Denkmal: Wagner und Wien – eine Spurensuche.

Der Verführer

Philosophia liessmannia oder: Der Denker auf dem Präsentierteller. Über Philosophie und Öffentlichkeit in Zeiten der Internetforen – nebstbei für Konrad Paul Liessmann zum 60. Geburtstag.

Man wünscht sich ein Schwein, kein Kind, wissen Sie

„Argumente eines Winterspaziergängers“, aus einem unveröffentlichten Fragment zu „Frost“.

Raus aus der Autofalle!

Je schneller man sich bewegt, desto leichter verliert man den Überblick. Wer wahre Mobilität sucht, wird sie nur in autofreien Städten finden. Ein Aufruf.

99,7 Prozent

Scheindemokratische Plebiszite dienten dem Hitler-Regime nicht nur zur Machterlangung, sondern auch zur Mobilisierung breiter Teile der Bevölkerung und deren Einschmelzung in einen nationalen Konsens. Zur „Anschluss“-Volksabstimmung am 10. April 1938.

H. C.

Wie sollte man so einen vergessen können? Gedenken ohne Gedenktag: H. C. Artmann. Nein, er hat oder hätte keinen Geburtstag, auch der Sterbetag wiederholt sich grad nicht, es gibt kein Datum, an das zu erinnern wäre, und wenn doch, dann ist es eben vergessen. Wie der ganze Artmann.

„Null Komma nix“

„Sie wissen eh nicht, was sie tun sollen, weil keine Leute mehr da sind“, sagt der alte Herr. „Aber wenn man sich anschaut, was sie so treiben, dann könnt man fast meinen, es sind noch immer zu viele da.“ Wenn ein Pfarrer keiner mehr sein darf: eine katholische Begegnung, anderswo in Österreich.

Unter Männern

Männer bringen's angeblich nichtmehr. Das brauchen sie auch gar nicht. Frauen hingegen bringen's. Es nützt ihnen nur wenig. Für einen Weg ins Freie, raus aus dem Geschlechterkonstrukt: zu befreiter, eigensinniger Weiblichkeit und Männlichkeit.

Verstehen Sie Bahnhof?

Hochhausfieber und kein Ende: Jetzt ist Salzburg dran. Nächst dem Bahnhof will man dem Hochhauszeitgeist Jahre nach seinem Beginn nachhecheln. Über Investorenwillkür und Planungskulturlosigkeit: Versuch einer Aufklärung.

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