„Nimm dir ein Beispiel am Achi“

Alles begann in einem Klassenzimmer der Salzburger Gewerbeschule 1945. In der vierten Reihe: Johannes Gsteu, Wilhelm Holzbauer, Hans Puchhammer – und Friedrich Achleitner. Und in der zweiten Reihe: ich selber. Architekt, Dichter, Architekturkritiker: Friedrich Achleitner zum 85. Geburtstag.

Edles Volk, strenger Führer

Das Ende des britisch-amerikanischen Krieges 1815 hatte vor allem einen Verlierer: die Indianer. Doch während die reale Welt der „Rothäute“ unterging, begann der Mythos um den Wilden Westen zu wuchern. Über Winnetou, Karl May und die Tecumseh-Bände des Erhard Wittek alias Fritz Steuben.

Kriegserklärung an Österreich: Das sterbende Kamel

Vor hundert Jahren, am 23. Mai 1915: Italien erklärt Österreich-Ungarn den Krieg. Eine Geschichte von Fehleinschätzungen und Verwirrspielen, unfreundlicher Nachbarschaft, „Tücke und Treulosigkeit“ und „sacro egoismo“.|12 Kommentare

Wer bist du?

Die zauberhafte Katastrophe. Die unzumutbare Beglückung. Über das Leben mit einem behinderten Menschen, über das Leben mit einer Tochter mit Down-Syndrom. Ich spreche aus 50 Jahren Erfahrung.|11 Kommentare

Modern sein und nur nicht scheinen

Technische Neuerungen wurden in ein historisierendes Kleid verpackt, die dahinterstehenden Innovationen blieben so gut wie unsichtbar. Wiens Ringstraße: wie man die Moderne camoufliert.

Alter Wein und keine 20 Worte

„Expedition Europa“: was von Frankreichs Flamen übrig ist.

Suppe aus Gras

Frühling 1945. Unser Flüchtlingstransport Richtung Westen kam nur schleppend voran. Schließlich, nach viereinhalb Tagen, die Endstation: Seeshaupt, Bayern. Wir waren Flüchtlinge, Eindringlinge, für manche Schmarotzer. „Die haben uns gerade noch gefehlt!“, las ich in den Gesichtern. Erfahrungen eines Elfjährigen.

Alles paletti, oder?

Ich bin nur ein einfacher Gymnasiallehrer in diesem Land. Der in vier Maturaklassen unterrichtet. Mir persönlich reicht es, ich werde so nicht weitermachen. Und meine Maturanten kann ich nur um Entschuldigung bitten.|110 Kommentare

„Gibst du mir Mann?“

Die erste Pflegerin hieß Maria, und für Gerhard K.s Mutter hießen auch die folgenden 16 Pflegerinnen Maria, weil sie sich die Namen nicht mehr merken konnte. Ein Fallbeispiel aus der Hauskrankenpflege.

Nur nicht stolpern!

Als russisch-jüdischer Immigrant war ich oft mit Vorurteilen gegenüber Russen und Juden konfrontiert. Am „Tag des Sieges“ jedoch hatte ich das Gefühl, dass „wir“ zumindest den Krieg gewonnen haben. Mein 9. Mai: vom Leben und Erleben zwischen Sankt Petersburg und Österreich.

Im Plattenbau der Liebe

„Expedition Europa“: der Partisan, 90, zwei Stock über mir und die Gunst seiner Enkelin.

Architekt, Erfinder, Philosoph

Vor 150 Jahren geboren: Max Fabiani – Architekt zwischen Kultur und Politik der alten Monarchie.

„Ich will, dass man hinschaut“

„Migration ist die ganz große Aufgabe. Die europäischen Regierungen stellen sich dem Thema nicht.“ Die Regisseurin Jacqueline Kornmüller über Ute Bock, dokumentarisches Theater – und über den Aufführungsort ihrer nächsten Inszenierung: das Wiener Jörgerbad.

Alles Ramsch!

Wir alle werden eines Tages verramscht sein, und dieser Tag ist nahe. So also machen wir weiter. Über Schreibramsch, Weltramsch – und ein Quäntchen Trost namens Geist.

Prosecco und schwarzes Gold

„Expedition Europa“: über die Ölmänner von Aberdeen.

Ein weiser alter Jude ohne Gott

An Rückkehr hat er nie gedacht. Er kam immer nur auf Besuch, wenn er eingeladen wurde. Nun hat sich der Kreis geschlossen, und er ist gestorben, wo er geboren wurde: in der verlorenen Heimat Wien. Zum Tod des großen Frederic Morton.

Für die Fische

EU, vegetarisch: Tiergefühle und andere Streitbarkeiten. In der Serie „Expedition Europa“.

Alles smart

Wo auf Wiens Stadtplanung die Sprache kommt, ist neuerdings viel von „Smart Urban Logistik“, „Global Urban Future“, „Smart Mobility“ zu hören. In welchem dieser Begriffe kommt noch der Mensch vor? Und: Ist die Stadt zum Selbstbedienungsladen der Immobilienwirtschaft geworden?|9 Kommentare

Zwei Mäntel unter dem Dach

Bald nach dem Krieg hat meine Mutter öffentlich erklärt, wie leid es ihr tue, in diesem NS-Propagandafilm mitgespielt zu haben. Ich habe mir den Film als Erwachsene angeschaut. Danach habe ich gesagt: „Ich brauch einen Schnaps.“ Über „Heimkehr“ und meine Eltern, Paula Wessely und Attila Hörbiger.

Macht macht Sprache

Es lebe die Krise, die hält auf Trab! Wider die Zumutungen des vernebelungstaktischen Begriffsmülls unserer Finanzkünstler: ein Wortschwall als Antwort.

Eine Illusion von Schnee

Vor Kurzem eröffnete die Schneeerlebniswelt in der Seestadt Aspern: ein garantiertes Skivergnügen für 365 Tage im Jahr. Doch bereits 1927 gab es in Österreich die erste ganzjährig nutzbare Skipiste. 150 Tonnen Kunstschnee wurden in der Halle des Wiener Nordwestbahnhofes aufgetürmt.

Wer die Täter enttarnt

Er hat Hunderte Male erzählt, dass alle vom Mord am Spiegelgrund und vom Mord in den Altenanstalten wussten. Und dass diese Hunderten Mitwisser aus Medizin, Pflege und Justiz schwiegen und untätig blieben: vor 1945, nach 1945. Friedrich Zawrel, 1929 bis 2015: eine Trauerrede.|6 Kommentare

Vom Bewahren und vom Auspacken

Geistiges Österreich? Unsere kulturelle „Tradition“: über Last, Wucht, Bruch und Zukunft.

Letzte Strophe

„Expedition Europa“: Hien, 20, und die ungarische Seele.

Ein Polygon namens Ring

Jede Gesellschaft formt ihre Räume, und so hat jede Generation die Pflicht, auf ihr Erbe zu achten– und gleichermaßen die Räume zu schaffen, die sie braucht. Vom Bauen und vom Weiterbauen: Vor 150 Jahren wurde die Wiener Ringstraße eröffnet.

Die andere Geschichte der Roma

Gibt es hier wirklich nur von Elend und Verfolgung und von sonst gar nichts zu berichten? Reden wir doch einmal von Gelungenem und Geglücktem, vom Heraustreten aus dem Verborgenen und von zunehmender Selbstvergewisserung. Die Roma: Europas größte Minderheit.

Gras & Glas & Frühlingsluft

Vom Rausch: eine Begegnung im Wiener Stadtnebel.


Schritte. Immer mehr Schritte.

Erst stieg ich über Spitzes, Eisiges, Glitzerndes, dann in Sirenengeheul. Überall Hülle, der Rest ist Fülle. Meine Reise nach Urbo Kune: poetische Annäherung an eine fiktive Idealstadt.

Die Regel: Mord

Sie wurden durch die Straßen getrieben, mit Steinen, Schaufeln, Holzlatten attackiert, mitunter, vor Hunderten Schaulustigen, umgebracht: die Besatzungen abgeschossener alliierter Flugzeuge. 100 Fliegermorde sind allein für das Gebiet des heutigen Österreichs belegt. Vom Ende eines Tabus.|43 Kommentare

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