Champions League: Ronaldo-Treffer für Real zu wenig

13.02.2013 | 22:56 |  Von Christoph Gastinger (DiePresse.com)

Real Madrid spielte Manchester United beim 1:1 phasenweise an die Wand, muss nun aber um den Aufstieg zittern. Donezk und Dortmund trennten sich 2:2.

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[madrid/Wien] Das Estadio Santiago Bernabeu drohte aus allen Dämmen zu brechen, doch der Mann mit der Gelfrisur stand stoisch auf dem Rasen und verzog keine Miene. Cristiano Ronaldo, der eben den 1:1-Ausgleich (30.) erzielt hatte, verzichtete auf ausgelassene Jubelszenen. Sechs Jahre hatte er voller Stolz das Trikot des Gegners, von Manchester United, getragen. Das Gefühl, seinem früheren Herzensklub zu schaden, kannte er bis dato nicht. Noch heute, dreieinhalbe Jahre nach seinem Wechsel von Manchester nach Madrid, steht der Portugiese beim Anhang der „Red Devils“ hoch im Kurs. Nach einer halben Stunde war es für Ronaldo Zeit, Respekt zu zeigen.

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Der Treffer des Superstars war von besonderer Wichtigkeit, nachdem die Spanier im Achtelfinal-Hinspiel einen frühen Schock zu verdauen hatten. In der 20. Minute hatte Danny Welbeck die Gäste nach einem Eckball von Wayne Rooney in Führung gebracht – Sergio Ramos hatte beim Stellungsspiel versagt, Welbeck konnte unbedrängt einköpfeln. Zehn Minuten darauf bot sich den zwischenzeitlich verstummten Zuschauern ein Spiegelbild dieser Situation: Ronaldo war in der Luft Patrice Evra entkommen. Real, in der nationalen Meisterschaft hinter dem FC Barcelona und Lokalrivalen Atletico nur die dritte Kraft, hatte Blut geleckt.

Viele Chancen, keine weiteren Tore

Die Madrilenen dominierten das Spiel über weite Strecken, durch Fabio Coentrao (60.), Mesut Özil (38.) und Angel Di Maria (53.) fand man auch große Chancen vor. Noch vor dem Halbzeitpfiff hätte es sogar Elfmeter geben müssen:  Phil Jones hatte Di Maria im Strafraum umgestoßen.

Doch die „Königlichen“ vergaßen auf das Toreschießen – und hatten in manchen Momenten auch Glück, nicht sogar als Verlierer vom Platz zu gehen. Robin Van Persies Doppelchance in der 72. Minute ließ vielen im Stadion den Atem anhalten. Die wütenden Angriffe der Iberer sollten nicht weiter belohnt werden, mit dem 1:1 hatte sich Manchester in die Pole Position im Kampf um den Viertelfinalaufstieg gebracht. Im zweiten Spiel des Abends trennten sich Schachtjar Donezk und Borussia Dortmund mit 2:2. Die Ukrainer hatten zweimal geführt, kassierten erst in der 87. Minute den Ausgleich durch Mats Hummels.

Und Geld schießt doch Tore

In den Dienstagspielen verschafften sich Juventus Turin und Paris SG hervorragende Ausgangspositionen. Die Italiener hielten dem schottischen Sturmlauf stand und siegten mit 3:0 bei Celtic Glasgow. Antonio Conte, Trainer der Turiner, zeigte sich ob der 60.000 fanatischen Fans im Celtic-Park dennoch beeindruckt. „Ich habe nicht oft in einer Hölle wie dieser gespielt.“ Die millionenschwere Truppe von Paris SG machte mit einem 2:1 bei Valencia einen großen Schritt Richtung Viertelfinale. „Dieser Sieg war eine Machtdemonstration des Geldes“, meinte Valencia-Trainer Ernesto Valverde. Nur Zlatan Ibrahimovics Ausschluss trübte die französische Freude.

(Die Presse am Donnerstag, 14.01.2012)

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1 Kommentare
2 0

Schön, dass das

Dortmundspiel mit einer so "ausführlichen" Analyse gewürdigt wurde.

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