Waliser Bale: "Schönste Niederlage meines Lebens"

Wales' Gareth Bale and teammates celebrate after they qualified for Euro 2016 following their qualifying soccer match against Bosnia in Zenica
Wales' Gareth Bale and teammates celebrate after they qualified for Euro 2016 following their qualifying soccer match against Bosnia in Zenica REUTERS
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Die erste EM-Teilnahme Wales' ist seit Samstag auch rechnerisch fix. Kroatien hofft noch auf sein Ticket.

Beinahe jeder Spieltag in der EM-Qualifikation schreibt sein eigenes Fußball-Märchen. Nach Island und Nordirland hat sich am Samstag Wales mit der Qualifikation für Frankreich 2016 seinen großen Traum erfüllt. Im ganzen Trubel fast untergegangen ist die ebenfalls fixierte EURO-Teilnahme von Gruppengegner Belgien und Pool-H-Spitzenreiter Italien.

Trainer Chris Coleman flog durch die Luft, die Spieler schmückten sich mit Nationalflaggen und posierten vor den mitgereisten Fans auf dem Rasen für ein spontanes Mannschaftsfoto: 58 Jahre des Wartens sind für die Fußballnation Wales vorbei. Das Team um Superstar Gareth Bale ließ sich in seinem Jubelsturm nicht mehr bremsen und feierte die erste EM-Teilnahme des Landes. Seit der WM 1958 in Schweden hatten die Waliser an keinem großen Turnier mehr teilgenommen, bei der Europameisterschaft 2016 in Frankreich sind sie nun dabei.

Weil auch Zypern 2:1 in Israel gewann, durften die Waliser feiern, die 0:2-Niederlage in Bosnien-Herzegowina geriet so in der roten Jubeltraube vollkommen zur Nebensache. "Das ist wahrscheinlich die schönste Niederlage meines Lebens, wenn ich ehrlich bin. Am Ende des Tages zählt die Qualifikation, und wir haben es geschafft", jubelte Bale, der sechs Tore in neun Quali-Spielen erzielte.

Mit dabei war auch Sturm-Graz-Legionär Anel Hadzic, der bei den Siegern über die volle Spielzeit zum Einsatz kam. Der Mittelfeldspieler könnte mit einem Erfolg auf Zypern am Dienstag seine zweite Endrunden-Teilnahme nach Brasilien 2014 buchen.

Bei den walisischen Nationalhelden machten sich Freude, Stolz und Euphorie breit. "Schon als kleiner Junge habe ich davon geträumt, bei so einem großen Turnier zu spielen. Es geschafft zu haben, ist ein Traum, aber wir hören jetzt nicht auf. Auf uns wartet noch eine Aufgabe in Frankreich", kündigte Bale an. Der Flügelspieler lobte vor allem den "großartigen Zusammenhalt und die Brüderschaft" in der Mannschaft - eine Erfolgskomponente, die schon die Auswahlen Islands, Nordirlands oder Österreich auszeichnete.

Nach England und Nordirland löst Wales als dritter Verband des Königreichs das Ticket für die EM 2016. Eine Sensation, wie etwa die Qualifikation von Nordirland oder Island, ist das Direkt-Ticket für Wales aber nicht. Neben dem alles überstrahlenden Superstar Bale hat das Team weitere gestandene Profis aus der englischen Premier League, darunter Aaron Ramsey vom FC Arsenal und Joe Allen vom FC Liverpool.

In souveräner Manier fixierten auch Gruppengegner Belgien und Italien in Gruppe H ihre EM-Teilnahmen. Für beide geht es am letzten Spieltag noch um den Gruppensieg - und eine gute Ausgangsposition für die Auslosung der Endrunde im Dezember in Paris. "Ein positives Ergebnis (gegen Norwegen) und damit in der topgesetzten Gruppe zu sein, ist sehr wichtig für uns", sagte El Shaarawy, der den entscheidenden Treffer der Italiener zum 2:1 gegen Aserbaidschan in Baku erzielt hat.

Italien-Coach Antonio Conte kritisierte das für die Auslosung maßgebliche Ranking, es sei "bizarr", so Conte. "Kroatien ist im FIFA-Ranking vor uns, aber wir sind in der Qualigruppe vor ihnen. Ich habe Schwierigkeiten damit, dieses System zu verstehen", sagte Conte.

Im Kampf um den Platz dahinter scheint die kroatische Ausgangssituation die leichtere zu sein. Während Norwegen in Rom auf den Platz muss, gastiert die Truppe von Neo-Teamchef Ante Cocic auf Malta. Der 3:0-Erfolg gegen Bulgarien brachte neues Selbstvertrauen. "Mit dieser Leidenschaft könnten wir aber auch in die Play-offs mit guter Stimmung gehen", meinte Cacic, der erst vor wenigen Wochen den entlassenen Niko Kovac beerbt hatte.

(APA)

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