Rapid: Tägliches Brot zum Zähneausbeißen

04.03.2013 | 18:13 |  WOLFGANG WIEDERSTEIN (Die Presse)

Bei Rapid ist nichts im Entstehen, Trainer Schöttel will darum zu einem defensiveren Fußball zurückkehren. Damit drehen sich die Hütteldorfer wieder einmal im Kreis.

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Wien. Rapid hatte noch in der Winterpause große Pläne, mit der Bestellung eines neuen Sportdirektors dachten die Verantwortlichen, dass man den Trainer endlich entlastet, ein wenig den Druck nimmt. Geworden ist es ein klassischer Fehlstart, die Hütteldorfer sind seit fünf Runden sieglos, im Frühjahr hat man ganze zwei Punkte gemacht. Der Rückstand auf Spitzenreiter Austria ist auf 20 Zähler angewachsen, auf Salzburg fehlen fünf Punkte, wobei der Konkurrent zwei Spiele weniger ausgetragen hat. Rang zwei wäre heuer mit der Berechtigung, in die Qualifikation zur Champions League einzusteigen, verbunden. Eine vorerst einmalige Chance.

Weniger Tore als Ried erzielt

Die Rapid-Fans sind wütend, sie lassen vor allem im Internet gehörig Dampf ab. Schließlich hat sich die Mannschaft von Peter Schöttel im dritten Saisonduell mit Aufsteiger WAC die dritte Niederlage eingehandelt – diesmal sogar nach 1:0-Führung und dann auch noch gegen neun Mann. In die Verantwortung genommen wird der Trainer, als Spieler ein grün-weißes Urgestein und geliebt, als Betreuer jedoch nicht überzeugend. Wenn Rapid einmal weniger Tore als Ried erzielt (das Verhältnis lautet 38:40), dann stimmt für viele die Relation nicht mehr.

Die Hütteldorfer haben sich ein Problem eingehandelt, finden aber keinen Ausweg mehr. Rapid ist mittlerweile nur in der Lage, sich gegen die Wiener Austria und gegen Salzburg in einer ansehnlichen Art und Weise zu präsentieren. Zwei Gegner, die der Spielweise des Rekordmeisters entgegenkommen, weil sie selbst daran interessiert sind, mit spielerischen Mitteln zum Erfolg zu kommen. Austria und Salzburg geben der Schöttel-Truppe regelmäßig den notwendigen Raum, den sie offenbar auch braucht, um Erstliga-Fußball zu zeigen.

Die Meisterschaft aber besteht nicht nur aus Schlagerspielen, Rapid beißt sich am täglichen Brot die Zähne aus. Die Mehrzahl der Gegner richtet sich nach der Art und Weise, wie Rapid agiert. Das drückt sich in der Regel in einer gewissen Passivität – um nicht zu sagen Destruktivität – aus. Damit können die Hütteldorfer wenig bis gar nichts anfangen. Dass solche Duelle zumeist nicht zum Anschauen sind, das gehört bereits zum Liga-Alltag. Das höchste der Gefühle ist dann ein Arbeitssieg.

Peter Schöttel wurde aus Wr. Neustadt geholt, dort musste er sich aufgrund der mannschaftlichen Schwächen auch taktisch nach der Decke strecken. Bei Rapid aber sind die Anforderungen ganz andere, nur findet der Trainer kein Konzept, das die Mannschaft auch erfolgreich umsetzt. Wenn Peter Schöttel argumentiert, sein Team hätte in Kärnten verloren, weil es zu wenig Einsatz gezeigt habe, dann irrt er. „Es fehlt der letzte Wille“, sagt er. „So nachlässig zu agieren ist schwach.“

Schwach grenzt an Untertreibung, wer gegen neun Gegenspieler nicht zumindest einen Punkt holt, dem fehlt es an Spielintelligenz. Rapid ist immer noch unendlich abhängig von Steffen Hofmann, daran hat sich auch mit der Verpflichtung von Branko Boskovic – der auch nicht jünger geworden ist – wenig geändert.

Abenteuer macht Pause

Die Abwehr ist löchrig, darum wird Trainer Schöttel zu seinem alten System zurückkehren. Die offensivere Variante wird eingemottet, damit wächst die Gefahr, dass das Abenteuer ganz Pause macht. Wenn das passiert, dann hat der WAC nicht nur drei Punkte gewonnen, sondern auch den Kampf um die Fußball-Philosophie.

tipp3 Bundesliga 24. Runde

1. Austria
2. Salzburg
3. Rapid
4. Sturm Graz
5. Ried
6. WAC
7. Mattersburg
8. Innsbruck
9. Admira
10. Wr. Neustadt

Nächste Runde: Samstag: Wr.Neustadt–Austria Wien, Rapid–Mattersburg, Admira–WAC, Ried– Sturm Graz. Sonntag: Innsbruck–Salzburg.

("Die Presse", Print-Ausgabe, 05.03.2013)

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6 Kommentare

Defensivfußball ankündigen?

Das wird die unzufriedenen Rapidfans sofort besänftigen.

wie kann sich ein zahnloser die selbigen ausbeissen?


seine vertragsverlängerung hat er gut gemacht das wird wieder teuer


ich hab schon vor einem jahr gesagt...

....schöttel ist eine fehlbesetzung.... hansi hat auch rapid vergangenheit und andere, sind sie deshalb gute trainer????

rapid braucht frisches blut, baba ex-finanzminister, baba peda,.....

Rapid hat einen entscheidenden Fehler........

...sie können nicht Fussballspielen und der Schöttel ist ein selbstverliebter Gockel! Da besteht höchster Handlungsbedarf, ausser man fühlt sich in der 2. Liga auch wohl!

nix neues im westen

die abwehr ist löchrig und immer für ein hoppala gut. die brauchbaren mittelfeldspieler werden so schnell ein angebot kommt verkauft. ein ausfall oder formtief und der laden steht. am besten wird wirklich sein sie mauern und lassen angreifen. die internationalen spiele sind der spiegel der möglichkeiten.

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