Formel 1: Ferrari lästert im Reifenstreit über Red Bull

17.05.2013 | 12:46 |   (DiePresse.com)

Viele Boxenstopps seien nichts Neues, manche Teams hätten eben nur ein "schlechtes Erinnerungsvermögen". Auch Lotus über Reifentausch verärgert.

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Ferrari hat im Reifenstreit seinen gefürchteten Pferdeflüsterer zu Wort kommen lassen und indirekt Rivale Red Bull attackiert. "Es sind schwere Zeiten für Leute mit schlechtem Erinnerungsvermögen", schrieb der Formel-1-Rennstall in einer Kolumne auf seiner Homepage. In keiner Zeile erwähnte der sogenannte "Horse Whisperer" zwar Titelverteidiger Red Bull oder Weltmeister und Spitzenreiter Sebastian Vettel: Dennoch war klar, an wessen Adresse die bissigen Kommentare gerichtet waren.

Vor allem von Red Bull war zuletzt die Kritik an den Reifen und den vielen Boxenstopps groß. Vettel hatte beim Großen Preis von Spanien viermal seine Pirelli-Pneus wechseln müssen und als Vierter das Podest verpasst. Den Sieg hatte - ebenfalls mit vier Stopps - Ferrari-Pilot Fernando Alonso gefeiert.

Ferrari erinnerte nun - auch hier ohne explizit Namen zu nennen - daran, dass vor zwei Jahren beim Spanien- und Türkei-Rennen fünf der sechs Podiumsfahrer ebenfalls viermal an der Box gewesen waren - beide Grand Prix hatte Vettel gewonnen. Nach der Kritik von Red Bull und unter anderem auch Mercedes will Pirelli beim übernächsten Rennen überarbeitete Reifen liefern.

Strafe für Teams, die besseren Job machen

Wie erwartet ist auch bei Lotus wenig Freude darüber aufgekommen, dass Hersteller Pirelli schon für den Grand Prix in Montreal und damit mitten in der Saison neue Reifen liefern soll. Das würde jene Teams, die bisher einen besseren Job gemacht haben bestrafen, und den anderen entgegenkommen, wird Teamchef Eric Boullier auf der Website des Rennstalls zitiert.

"Stellen Sie sich einen Moment lang vor, dass die Dimension eines Spielfeldes zur Halbzeit verändert wird, weil eine Fußball-Mannschaft nicht so schnell laufen kann wie die andere", meinte Boullier. Er könne nur hoffen, dass die Änderungen nicht zu extrem ausfallen werden.

Lotus-Pilot Kimi Räikkönen (FIN) wurde am Sonntag im WM-Lauf von Barcelona Zweiter hinter dem Spanier Fernando Alonso im Ferrari, der Finne ist auch Zweiter der Gesamtwertung nach fünf Rennen hinter dem Deutschen Sebastian Vettel im Red Bull.

(APA/Reuters)

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5 Kommentare

geteilter Meinung

auf der einen Seite gebe ich Lotus recht auf der anderen Seite hat die derzeitige Situation mit den Reifen nichts mehr mit Rennfahrern zu tun!

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"Stellen Sie sich einen Moment lang vor, dass die Dimension eines Spielfeldes zur Halbzeit verändert wird, weil eine Fußball-Mannschaft nicht so schnell laufen kann wie die andere"

der gute Boullier bringt da was durcheinander. dzt. gewinnt jene mannschaft die langsamer laeuft und dadurch vermeidet, dass sich die einheitsschussstiefel aufloesen.
mit racing, wo die schnellste kombination auto-fahrer gewinnen sollte, hat die F1 heute sicher nichts mehr zu tun. Namensaenderung auf F Pirelli waere angebracht.
schon die pflichtverwendung von 2 reifenmischungen ist schwachsinn. wie schoen waren die zeiten als ein (relativ harter) slick von verschiedenen lieferanten, die versuchten sich in der haltbarkeit zu ueberbieten, die angemessene rolle spielte.

---man muss sich einfach damit als motorsportfan abfinden---

---das schnellere Team soll und darf halt auch eine WM nicht gewinnen dürfen.

Die motorsport-politisch einflussreichsten Teams machen sich das unter sich aus, ob man das unterstützt oder auch nicht.

Nach dem Motto: was mit Geld nicht zu regeln ist, gibt es nicht - oder wird mit zukunftsperspektiven einfach zugekauft. Wie seltsam auch immer diese aussehen könnten.

Schade, Lotus hätte es sich verdient!
(Und ich komme aus jenigem Land, welches den roten Stier füttert...:)

Man könnte auch einen Vergleich

mit Fußball anstellen: Wenn der Ball während des Spiels ausgetauscht wird, tritt sich der sicher etwas anders, eine Katastrophe ist das aber auch nicht.

Vergleich mit dem Spielfeld

lieber Herr Boullier,

im Moment haben wir ein so kleines Spielfeld, dass die Autos gar nicht zur vollen Leistung kommen können. Das ist die Situation!

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