"Pretty in Pink"

Europas führendes Wassertechnologie-Unternehmen BWT ist bei Force India eingestiegen und hat dem Team gleich einem Facelift unterzogen. "Niemand dominiert den Motorsport visuell so wie wir", sagte BWT-Geschäftsführer Lutz Hübner.

Motorsports FIA Formula One World Championship WM Weltmeisterschaft 2017 Grand Prix of Austria 11
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imago/HochZwei

Der Österreich-Faktor in der Formel 1 ist seit heuer noch größer. Europas führendes Wassertechnologie-Unternehmen BWT ist bei Force India eingestiegen und hat dem Team gleich einem Facelift unterzogen. Pink ist die Farbe der Stunde und soll die Produktwelt von BWT auch beim Normalverbraucher verankern. "Niemand dominiert den Motorsport visuell so wie wir", sagte BWT-Geschäftsführer Lutz Hübner.

"Bis zu Vettels Sieg in Melbourne waren wir das meistfotografierte Auto der Welt", illustrierte Hübner den massiven Einschlag, den das Sponsoring bei Force India bewirkt hat. Die Boliden der Fahrer Sergio Perez und Esteban Ocon waren beim Saisonstart in Australien in Schweinchenrosa mit blauem BWT-Logo aufgetaucht. "Ich bin ganz sicher, hätten wir ein graublaues Auto in den Grid gestellt, hätte kein Mensch davon geredet."

Der Deal mit dem britisch-indischen Rennstall ist ein Eckpfeiler der Unternehmensstrategie, die Marke auf der ganzen Welt bekannter zu machen. Kerngeschäft der Aktiengesellschaft, die 2016 610 Millionen Euro Umsatz erwirtschaftete, sind Wasseraufbereitung und Anlagenbau im Business-to-Business-Bereich. Bei pharmazeutischem Wasser ist man laut Hübner Weltmarktführer.

"Wir sind in der Lage technologisch, jeden Schadstoff aus dem Wasser zu entfernen, so dass Sie das Wasser trinken können", erklärte er. Die enorme globale Reichweite der Formel 1, der Deutsche verwies auf eine Milliarde Fernsehzuschauer pro Rennen, soll nun den Absatz im Einzelhandel ankurbeln. "Eine Marke muss vor dem Geschäft, vor dem Regal wahrgenommen werden. Das ist das, was wir versuchen."

Mit Wasserfiltern für Küche, Badewanne oder Swimmingpool und verwandten Produkten wie Magnesium-mineralisiertem Wasser soll vom idyllischen Mondsee aus der Globus erobert werden. Man wolle "vom Keller auf den Esstisch" kommen - so formulierte es Firmengründer Andreas Weißenbacher einmal. Der Nachhaltigkeitsgedanke soll dabei nicht zu kurz kommen. "For You, For Planet Blue" heißt der Slogan.

Pink existiert als Farbcode für Magnesium-mineralisiertes Wasser schon lange. In der Unternehmenskommunikation hat es sich wegen der Signalwirkung zum Blau des BWT-Logos gesellt. Der Ansatz sei gewesen, "ganz anders aufzuschlagen als die anderen", gab Hübner preis.

"Natürlich waren Kommentare da. Aber das ist ja das, was wir wollen", erzählte er, als er nach den Reaktionen auf die rosa Renner gefragt wurde. "Niki Lauda hat das ja in eine ganz andere Richtung gerückt, als er gesagt hat, es ist die Schwulenfarbe und Lesbenfarbe. Das hat das soziale Netzwerk sehr schnell beantwortet, dass es das nicht ist."

Die Sponsoraktivitäten von BWT sind verzweigt und werden laufend intensiviert. Im Motorsport unterstützt die Firma seit 2016 Österreichs DTM-Piloten Lucas Auer, im Formelsport und im ADAC GT Masters das ehemalige Mercedes-DTM-Team von Auer (Mücke Motorsport). Im Winter treten ÖSV-Abfahrer Hannes Reichelt und die tschechischen Skispringer als Werbepartner auf. Der deutsche Fußball-Zweitligist SV Sandhausen heißt seine Besucher seit März im BWT-Stadion willkommen.

Mit der Formel 1 hat der Konzern, der Tochtergesellschaften in mehr als 20 Ländern hat, den technologischen Aspekt gemein. Vor Force India ist man auch an andere Rennställe herangetreten, verriet Hübner. "Aber sie waren die einzigen, die das so gemacht haben, wie wir das brauchten, wollten und konnten." Als Volumen werden 15 bis 20 Millionen pro Saison kolportiert. Die Partnerschaft solle über mehrere Jahre laufen.

Force India ist übrigens nicht der erste Rennstall, der mit rosafarbenen Autos für Aufsehen sorgt. Der britische Ex-Weltmeister Damon Hill feierte mit einem zur Hälfte rosa lackierten Brabham BT60B 1992 sein Debüt in der Königsklasse. In US-Serien wie NASCAR oder IndyCar sind rosa Renner längst keine Seltenheit mehr.

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