Ski-WM: Maier verteidigt Kritik als "Denkanstoß"

14.02.2013 | 10:28 |   (DiePresse.com)

Hermann Maier hält die Reaktionen auf seinen Blog-Eintrag für dünnhäutig, ihm gehe es einzig "um die Zukunft des Skisports in Österreich".

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Hermann Maiers Gedanken in seinem Online-Tagebuch vom vergangenen Montag haben bei der Ski-WM mächtig Schnee aufgewirbelt. Der "Herminator" kann die Aufregung nicht nachvollziehen. "Das war eine Bilanz der ersten WM-Woche und ein Denkanstoß. Mir geht es um die Zukunft des Skisports in Österreich", meinte der 40-jährige Doppel-Olympiasieger am Mittwochabend bei einem Schladming-Besuch. So manche Reaktion auf seinen Blogeintrag bezeichnete Maier als "dünnhäutig".

Nach Maiers Ansicht haben seine Worte bereits Wirkung gezeigt. "Ich habe mir dadurch erwartet, dass Druck von der Mannschaft genommen wird. Und scheinbar hat's schon gewirkt", meinte der Salzburger schmunzelnd mit einem Blick auf den Medaillenspiegel. Am Dienstag fuhr Romed Baumann zu Bronze in der Super-Kombination, am Mittwoch folgte dann Gold im Teambewerb.

"Keine Wirthauskritik, sondern konstruktiv"

"Das war ja keine Wirtshauskritik, das war eine konstruktive Kritik", sagte Maier, der ein Hinterfragen des Umfelds, der Funktionäre und des Trainerstabs angeregt hat. Denn durch die übertriebene Erwartungshaltung für die aus ÖSV-Sicht so enttäuschend verlaufenen Speed-Bewerbe sei ein unnötiger Druck entstanden.

Die ÖSV-Spitzenfunktionäre wie Peter Schröcksnadel oder Hans Pum hatten in ihren Reaktionen gemeint, dass sie sich ein persönliches Gespräch mit dem langjährigen Aushängeschild wünschen würden.

Und dazu ist Maier sehr gerne bereit. "Aber erst nach der WM. Jetzt sollte der volle Fokus dem Rest der WM gelten. Meine Anregung ist langfristig gedacht, was man besser, anders, frischer machen könnte", erklärte der dreifache Weltmeister und vierfache Gesamt-Weltcup-Sieger.

Für Maier ist einer der entscheidendsten Fehler, dass stets die Vergangenheit mit den goldenen Jahren und Seriensiegen "herausgekramt" wird. Von einer ähnlichen Verherrlichung wie im Fußball beim Thema "Cordoba 1978" wollte Maier aber nicht sprechen. "Ganz so schlimm wie Cordoba ist es nicht. Aber man darf keine Scheuklappen aufhaben. Die anderen Nationen haben aufgeholt."

(APA)

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8 Kommentare

Das Beste was dem ÖSV passieren könnte...

...wäre wohl eine persönliche Mitgestaltung der Zukunft des Skisports von Hermann Maier.

Vielleicht kann er ja etwas wirklich konstruktives im Verband bewegen?

Re: Das Beste was dem ÖSV passieren könnte...

dem Maier ist 100 % beizupflichten. Schröcksnadel sowieso und besonders auch Pum sind bei all ihren Erfolgen langfristig auch die Sargnägel de Systems. So abgehoben und dem eigenen Ego ergeben betreiben sie weiterhin Versklavung der Sportler unter dem ÖSV. Ähnlich wie Maier, der als Systemgünstling das Sgt, hätten andere, denen diese menschenrechtsverachtenden Ma**a über lange Jahre das Lben schwer machte, nur weil sie nicht den Hintern des Schröcki oder des Pum putzen wollten.

ich glaube, ein Kilian Albrechte wüsste auch viel dazu zu sagen. Den haben sie irgendwie den Mund verbogen. Er war über Jahre durch Pum bewusst benachteiligt worden. Vielleicht landet ein Fall einmal beim EUGH, dann wäre der Spuk un die Hype um Schröcki und Pum vorbei. Die FIS und das Olympische Komitee kann man ruhig in Atemzug mitunter FIFA nennen. Es stinkt gewaltig.

Re: Das Beste was dem ÖSV passieren könnte...

Dass wird Maier aber höchstwahrscheinlich nicht machen, um seinen Nimbus als "Herminator" nicht zu gefährden.

Er wahrt lieber seinen Mythos, kritisiert von außen ohne Verantwortung zu übernehmen und riskiert somit nichts. Damit bringt er den ÖSV und den heimischen Skisport aber nicht weiter. Sein "Denkanstoß" enthält ohnehin nichts Revolutionäres und kann nichts verändern.

Entweder soll er Verantwortung übernehmen und diese am besten auch einfordern oder etwas leiser treten.

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Es war jedenfalls der falsche Zeitpunkt für diesen "Denkanstoß"...


Nicht während sondern nach der WM hätte er die Kritik artikulieren sollen. Dann wären die Fakten in Form des Medaillenspiegels auf dem Tisch und die Stimmung nicht unnötig aufgeheizt worden.

Die Aussprache selbst will er aber interessanterweise erst nach dem Ende der WM, da jetzt der Fokus auf der WM liegen soll. So als ob die Kritik einer Ikone wie Hermann Maier nicht den Fokus von den WM gelenkt hätte...

P.S.: Am besten sollte sich Hermann Maier in den ÖSV selbst einbringen anstatt von außen zu kritisieren, aber ich bin überzeugt, dass er dies lieber anderen überlasst, um dann nach Sotschi und anderen zukünftigen Großereignissen, die nicht nach Wunsch verlaufen, wieder schön ohne Verantwortung ohne das lästige operative Geschäft den Schlaumeier spielen zu können.

Hier redet einer 'Tacheles',

der Ahnung von der Materie hat. Bravo, Herr Maier! Weg mit diesen Ski-Paten ins Ausgedinge.

Re: Hier redet einer 'Tacheles',

Bitte den Sportminister gleich mitnehmen !

Re: Re: Hier redet einer 'Tacheles',

Sie erraten meine geheimsten Wünsche.- Aber bevor dessen 'Chef', welcher ihn ja soooosehr mag, nicht abgewählt ist, wird es daraus wohl nichts;-)

Re: Re: Hier redet einer 'Tacheles',

Das wünsch ich mir jeden Tag, ein frommer Wunsch leider, welcher, solange die SPÖ an der Macht ist, wohl so schnell nicht in Erfüllung gehen wird...

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