Internet der Dinge: TU Graz forscht an sicherer Vernetzung

Das "Internet der Dinge" ist längst nicht mehr graue Theorie. Die Verlässlichkeit von Sensoren und Sicherheit noch nicht ausgereift. Darum will sich die TU Graz in den kommenden drei Jahren kümmern.

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(c) TU Graz/ BIG SHOT Foto+Film KG, Graz

Die Vernetzung der Welt hat bereits begonnen. Im wirtschaftlichen Sektor ist IoT (Internet of Things) längst angekommen. Analysten gehen davon aus, dass bis 2020 mehr als 50 Milliarden Dinge wie Kaffeemaschinen, Glühbirnen und viele andere Alltagsgegenstände mit dem Internet verbunden sein werden. Dadurch wird vieles leichter, aber auch störungsanfälliger. Die TU Graz soll sich in den kommenden Jahren intensiv mit dem Thema "Verlässlichkeit des IoT" beschäftigen. Über zwei Millionen Euro Forschungsgelder werden dafür aufgewendet.

In nicht allzuferner Zukunft könnte es nämlich in unserem Alltag von intelligenten, sich selbst steuernden Objekten wimmeln, die mit Hilfe miniaturisierter Computer drahtlos miteinander kommunizieren. Darin steckt nach Meinung von IT-Experten viel Potenzial zur Veränderung des Alltags: Mistkübel werden den Entsorgungsunternehmen Bescheid geben, dass sie gelehrt werden müssen, Kühlschränke in Eigenregie Lebensmittel per Internet bestellen und Duschkabinen den Notdienst verständigen, wenn ihre Benutzer darin stürzen.

Wetterresistente Sensoren

Der Komfort berge aber auch einige Risiken, weiß Kay Römer, Leiter des Instituts für Technische Informatik an der TU Graz: "Die Systeme sind teilweise sehr widrigen Bedingungen ausgesetzt". So müssten beispielsweise Sensoren, die in Straßen, Fahrzeugen oder Fassaden integriert sind, bei unterschiedlichen Witterungen funktionieren. Zudem seien gezielte Attacken und Sabotagen eine ernst zu nehmende Gefahr. "Insgesamt ist das IoT schwer zu schützen, weil es aus unzähligen einzelnen Geräten besteht - und jedes einzelne das Gesamtsystem verwundbar macht", schilderte Römer die problematische Ausgangssituation.

An der TU Graz hat sich unter seiner Leitung eine interdisziplinäre Gruppe von zehn Forschern - Informatiker, Elektrotechniker bis hin zu Biomedizinischen Technikern - zusammengefunden, die in den folgenden drei bis sechs Jahren Methoden finden wollen, die eine Minimierung der Risiken des IoT ermöglichen sollen.

IoT in allen Lebensbereichen

Immer smarter werden auch die Fahrzeuge, die nicht nur mit der benutzten Infrastruktur, sondern auch miteinender kommunizieren sollen, um ihre Lenker von gefährlichen Verkehrssituationen zu warnen: Lkw sollen beispielsweise dank der Vernetzung selbstständig im Konvoi fahren - wobei nur im ersten Fahrzeug ein Lenker sitzen muss. Für diese spezielle Zukunftsanwendung wurde an der TU Graz bereits ein Testlabor aufgebaut, um verschiedene Störszenarien durchzuspielen. Wir entwickeln lernende Modelle der Realität, die auch gefährliche Situationen antizipieren können und 'lehren' die Geräte damit, Bedrohungen zu erkennen und sich selbstständig anzupassen oder im Extremfall vom Netz abzukoppeln", schilderte Römer, das Forschungsvorhaben der nächsten Jahre.

Das Projekt "Verlässliches Internet der Dinge" ist das erste sogenannte Leadprojekt der TU Graz. Über diese neue Projektschiene sollen multidisziplinäre Projekte im Bereich der Grundlagenforschung die bereits bestehende Spitzenforschungsbereiche weiterentwickeln. Die Fördermittel - im aktuellen Fall zwei Millionen Euro - werden auf maximal drei Jahre zur Verfügung gestellt, eine Folgeförderung ist möglich.

(APA/Red. )

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