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Apple: "Vernünftige" 2,5 Milliarden Dollar Lizenzgebühr

14.08.2012 | 08:55 |   (DiePresse.com)

Mit einer letzten Attacke versucht Apple entgangene Verkäufe anzuprangern. Durch Samsung seien zwei Millionen iPhone- und iPad-Verkäufe nicht passiert. Nun gehen die Koreaner in die Offensive.

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Teil eins des milliardenschwerden Patentstreit-Verfahrens zwischen Apple und Samsung ist vorbei. Der iPhone-Hersteller hat in seiner letzten Offensive noch einmal auf die koreanische Konkurrenz eingeprügelt. Indem Samsung das iPhone und iPad kopiert habe, seien Apple zwei Millionen Geräteverkäufe entgangen. In Zahlen ein entgangener Umsatz von 489 Millionen Dollar. Präsentiert wurden die Zahlen von einem Gutachterteam, das von Apple für seine Arbeit rund 1,75 Millionen Dollar erhalten hat. Das US-Unternehmen will zwischen 2,5 und 2,75 Milliarden Dollar von Samsung als "vernünftige Lizenzgebühr".

Teilerfolg für Samsung

Nun sind aber die Koreaner dran. Nach Apple dürfen nun sie ihre Sicht der Dinge ausführlich präsentieren. Richterin Lucy Koh hat den Samsung-Anwälten bereits einen kleinen Erfolg beschert. Die Android Smartphones Galaxy S, Galaxy S2 und Galaxy Ace dürfen nicht mehr als Teil des Verfahrens behandelt werden. All diese Geräte wurden nicht direkt von Samsung in den USA verkauft, sondern von diversen Mobilfunkbetreibern in unterschiedlichen Ausführungen. Die Richterin sah es als unbegründet an, diese Geräte im Verfahren zu behandeln.

Insgesamt wirft Apple Samsung bei mehr als 20 Geräten Patentverletzungen vor. Eine recht umfangreiche Tabelle listet die fraglichen Patente und Namen der Geräte auf. Die vier Betreibervarianten des Galaxy S2 machten aber zusammen mit 4,1 Millionen verkauften Stück den Löwenanteil von verkauften Samsung-Smartphones in den USA aus. Nachlese: Apple- und Samsung-Verkäufe im Vergleich >>>

Apple-Technologie nicht innovativ?

Samsung versucht nun zu beweisen, dass Apple gar nicht so innovativ sei, wie das Unternehmen sich nach außen hin gerne gibt. Als Beispiel dafür, dass die im iPhone 2007 erstmals veröffentlichte Touchscreen-Technologie bereits früher existierte, holten die Anwälte des koreanischen Konzerns ein Projekt aus dem Jahr 2001 hervor. Der DiamondTouch Table wurde am Mitsubishi Electronic Research Laboratory (MERL) entwickelt und bot bereits damals Interface-Elemente, die später Apple zugeordnet wurden. Gleiches wollte Samsung für das 2004 entwickelte System LaunchTile beanspruchen. Zwar zeigen die beiden Produkte nicht exakt die Funktionalität von Apples Patenten. Es könnte aber ausreichen, um bei den Geschworenen Zweifel an dessen Originalität zu erregen.

"Kunden verwirrt"-Argument widerlegt

Die wirtschaftlichen Argumente von Apple versucht Samsung nun ebenfalls mit Zahlen auszuhöhlen. Interne Dokumente von Apple selbst zeigen, dass US-Handykunden sich vorrangig deshalb für Android-Geräte entschieden haben, um ihrem aktuellen Netzbetreiber treu zu bleiben. Die Befragung fand 2010 statt, als Android bereits ein ernstzunehmender Gegner für Apples iPhone war. Samsung setzt das Google-Betriebssystem vorrangig auf seinen Smartphones ein. 48 Prozent gaben an, sie haben ein Android-Modell gekauft, weil sie bei ihrem Anbieter bleiben wollten. 36 Prozent sagten, sie vertrauten der Marke Google und 30 gaben an, sie wollten einen größeren Bildschirm auf ihrem Smartphone.

Samsung will mit der Studie Apples Behauptung widerlegen, Kunden seien durch das Aussehen der Galaxy-Smartphones verwirrt gewesen und hätten sie mit dem iPhone verwechselt. Interessant sind auch die Auswirkungen der Studie. Apple führte nach ihrer Auswertung Änderungen durch, die es iPhone-Besitzern erleichterte, den Netzbetreiber zu wechseln.

Android als "Hauptschuldiger" für Apple

Seit über einem Jahr bekriegen sich Apple und Samsung aufgrund diverser Patente und Designmuster. In Deutschland erlitten die Koreaner eine herbe Niederlage, als die Tablets Galaxy Tab 10.1 und Galaxy Tab 7.7 ein Verkaufsverbot erhielten. Sie seien dem iPad zu ähnlich, hieß es im Urteil. Samsung will in Berufung gehen. Der Hersteller kämpft in Wahrheit einen Stellvertreterkrieg für Google. Dessen Android-Betriebssystem ist Apple seit Jahren ein Dorn im Auge. Insofern beobachtet auch Google den Ausgang des Verfahrens mit Spannung. Der Prozess könnte bereits nächste Woche zu Ende gehen.

(db)

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21 Kommentare
Gast: Pear
17.08.2012 18:56
1 0

Für wen halten die uns...?

"...Kunden seien durch das Aussehen der Galaxy-Smartphones verwirrt gewesen und hätten sie mit dem iPhone verwechselt."

Hmm..., bei jedem Samsung-Handy steht groß über dem Display "Samsung". Wer das verwechselt, dem ist sowieso nicht mehr zu helfen.
Aber es spricht Bände darüber, was Apple den Nutzern zutraut...

Antworten Gast: kaf
18.08.2012 21:46
0 0

Re: Für wen halten die uns...?

Deswegen mag ich Alle nicht: diese Firma verkauft alle (vor allem ihre Kunden) für ganz saublöd!

Ich verstehe die Prozessiererei auch nicht wirklich

Andere erfinden etwas, Apple fügt das gut zusammen, ergänzt ein paar Features und das, was herauskommt, verwende ich gerne. Ob Samsung das nun plumper oder offensichtlicher macht, indem gleich ganze Systeme nachgemacht werden, erscheint mir genauso offensichtlich. Schade, dass gerade eine amerikanische Firma nicht dem Markt vertraut. Natürlich sind Apple dadurch Einnahmen und Gewinne entgangen, aber so ist das nun einmal, vor allem in der Elektronikindustrie.

Sie versuchen jetzt, ihre Art der Kombination schützen zu lassen, was ihr Recht ist, aber ich bezweifle, dass sie damit durchkommen werden. Ein Produkt wie ein Smartphone, ein MP3-Player oder ein Tablet haben einen Lebenszyklus: Einer macht es vor und casht groß ab, denn machen es andere nach und irgendwann geht die Gewinnmarge gegen Null. Der iPod ist in Phase drei, das iPhone in Phase zwei und das iPad in Phase eins.

Apple soll einfach dann, wenn das iPad von Phase eins in zwei übergeht, was Neues bringen und alle sind happy.

apple, die sympathischste firma der welt.....


Gast: Chris S.
14.08.2012 12:34
26 2

Langweilig

Und das schon seit Beginn des Streits. Südkoreaner kopieren halt, produzieren dann billiger und schmeißen hundert verschiedene Modelle auf den Markt. Amerikaner bekommen ein Sache ganz toll hin und verklagen dann alles was ihnen am Markt in den Weg kommt. Dann kommen die User und hauen gegenseitig aufeinander ein und checken gar nicht, dass sie als angehörige des von Marketing geblendeten Proletariats wie Schafe entweder von diesem oder jenem Unternehmen geschoren werden. Jetzt bekomme ich ganz viele rote Bewertungen, da sich irgendwie jeder von der Wahrheit angegriffen fühlt. Kann los gehen ich bin sowieso weg ;)

Antworten Gast: zgzg
15.08.2012 23:50
1 0

Re: Langweilig

Das hört sich eher nach China an... aber trotzdem: Huawei hat den UMTS-Stick erfunden...

Antworten Gast: fkb20
14.08.2012 15:55
6 8

Naja, Apple

kopiert auch wie wild. Schon von Beginn an.

Antworten Antworten Gast: Chris S.
14.08.2012 22:26
8 3

Re: Naja, Apple

Ihrer Logik nach kopiert wohl jeder Computerhersteller von Konrad Zuse. Und den Vorläufer der mobilen Telefonie haben wir der Deutschen Reichsbahn 1926 zu verdanken. Würde man jedes mal das Rad neu erfinden müssen und nicht für Weiterentwicklung anerkannt und bezahlt werden, wären wir wohl noch in der zweiten Hälfte des 18. Jahrhunderts. Ich möchte mich wirklich auf keine Seite stellen, sondern den Unterschied zwischen Samsung und Apple rein sachlich betrachten: Apple bemüht sich stets um Innovationen ob nun ein gewagtes Design wie der Lampen iMac oder die kommerzielle Vermarktung eine Telefons, welches man fast ausschließlich mittels Touchscreen bedient, auch Tablets von vor 10 Jahren haben mit einem iPad nichts gemein, denn die Idee musste erst weiterentwickelt werden um einen kommerziellen Nutzen daraus ziehen zu können - das war nun mal Apple. Samsung baut bewährtes nach und fährt damit sehr gut - das kann doch keiner verleugnen? - obwohl ich ihnen zutrauen würde dass sie eigene Ideen umsetzen und vermarkten könnten, wollen vielleicht das Risiko nicht eingehen. Nichts gegen Samsung, sie bauen echt gute gegenwärtige Geräte von TV-Geräten, Waschmaschinen bis hin zu den elektronischen Kleinteilen die auch Apple braucht. Ein fleißiges Unternehmen. Samsung weiß, dass sie kopieren, seht euch die Dokumente an aus einem der letzten Artikel - verstehe nicht warum die User es nicht auch verstehen und einfach einsehen. Ihre gekauften Geräte werden dadurch ja nicht schlechter...

4 0

Re: Re: Naja, Apple

Das rote Stricherl muss mir mal jemand erklären.
Endlich macht sich jemand die Mühe, dass alles nieder zu schreiben.

Antworten Antworten Antworten Antworten Gast: Kamibi
15.08.2012 23:33
1 3

Leider kann man nur ein Stricherl vergeben.

Für diesen Schmonzes aus der Apple-Desinformationsabteilung hätten 1000 rote Stricherl besser gepasst. Apple und Innovation - das passt einfach nicht. Apple war noch nie innovativ und hat nachweislich sehr oft geklaut.

Antworten Antworten Antworten Antworten Antworten Gast: Chris S.
16.08.2012 12:05
1 1

Re: Leider kann man nur ein Stricherl vergeben.

"Wow, Kamibi hat einen geistreichen und informativen Kommentar gepostet", würde ich jetzt vielleicht sagen wenn Sie tatsächlich gute Argumente in diese sinnlose Diskussion eingebracht hätten. Mit "Apple war noch nie innovativ" haben Sie sich leider selbst ins Aus katapultiert und als Spinner abgestempelt, der sich leider auch bloß auf eine der Seiten stellt und wie wild mit Unwahrheiten um sich schmeißt als gäbs kein Morgen mehr.

1 1

Re: Leider kann man nur ein Stricherl vergeben.

Wie meinen? Selten so einen Blödsinn gelesen! Tiefer gehts wohl wirklich nicht mehr! Echt traurig! :-(

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Re: Re: Re: Naja, Apple

Ein Samsung-Fanboy ... genau so beschränkt wie Apple-Fanboys. die schenken sich nichts.

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Re: Langweilig

so ganz einfach wie du das hier schilderst ist das bei weitem nicht. das entspricht nur dem weltweitem glischee das wir haben. ich würde keinem der beiden unternehmen ein komplettes recht zusprechen.
vor ca. 10 jahren hat microsoft bereits einen tablet pc vorgestellt (doch wer brauchte damals ein tablet mit win xp???) nokia und andere firmen entwickelten ebenso lange vor dem ipad und iphone ähnliche produkte. also apple als innovationskraft hinzustellen halte ich als schlichtweg falsch! aber samsung wird sich auch das eine oder andere abgekuckt haben. apple hat eine riesige rechtsabteilung die was sowieso bezahlt wird, da ist's ganz normal hin und wieder ein verfahren zu führen. auch wenn man bereits weiß das man nur teilrecht hat

Antworten Antworten Gast: nichtlw
15.08.2012 23:52
0 0

Re: Re: Langweilig

Ich habe mir bei der Vorstellung vom Tablet gesagt 'Wer brauch das?' und bei der Vorstellung vom iPad genauso.

2 1

Re: Re: Langweilig

Das ändert leider alles nichts daran, dass Samsung zugibt Apple kopieren zu wollen und nicht ein Gerät aus dem
19. Jahrhundert!

Antworten Antworten Antworten Gast: Treibmeier
15.08.2012 23:39
0 4

Wichtig ist, was drinnen steckt. Also die Technologie.

Und Samsung entwickelt nunmal seit 1991 Mobiltelefone, Apple seit 2010. Samsung hat also ca 20 Jahre mehr Know-How als Apple ....

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Re: Wichtig ist, was drinnen steckt. Also die Technologie.

Stichwort Nokia! Wo sind die jetzt mit ihrem Know-How?

Antworten Antworten Gast: Newton
14.08.2012 20:15
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Re: Re: Langweilig

iPad und iPhone kann man aber eher mit dem Newton vergleichen, der bereits 1993 eine Touchscreen-Oberfläche hatte und eine Art Apps. Davon gab es auch einen Prototypen im iPad-Format den Newton XL.

Und die waren von Apple, lange vor Microsofts TabletPC.

Antworten Antworten Antworten Gast: Otka
15.08.2012 23:51
0 1

Sie meinen wohl das Apple MessagePad.

Newton war nämlich das Betriebssystem. Das MessagePad war aber nur ein primitiver PDA. Das war's. Apps??? Sie belieben zu scherzen.

1 0

Re: Re: Re: Langweilig

Am Newton kann man ganz klar erkennen, dass es keine runden Ecken braucht ... :-)))