Facebook: Automatische Personenerkennung auf Fotos

08.06.2011 | 08:32 |   (DiePresse.com)

Facebook erkennt Personen auf Fotos von Freunden automatisch und schlägt den passenden Namen dazu vor. Datenschutzexperten kritisieren die Funktion.

Drucken Versenden AAA
Schriftgröße
Kommentieren

Mehr zum Thema:

Facebook hat die automatische Personenerkennung auf Fotos "in den meisten Ländern" freigeschaltet. Bisher war die umstrittene Funktion nur in den USA verfügbar. Lädt ein Nutzer ein Foto hoch, erkennt Facebook automatisch Gesichter, gleicht diese mit seiner Datenbank ab und schlägt dann Namen von Freunden vor, die der Nutzer darauf markieren soll. Bereits länger erkennt Facebook Gesichter auf Fotos ohne Namen zu nennen und fordert zum Markieren auf. 

Mehr zum Thema:

Privatsphäre-Einstellungen "verwirrend"

Dass der eigene Name vorgeschlagen wird, lässt sich deaktivieren. Dennoch kritisieren Datenschützer die neue Funktion. Wie meistens, müssen sich Nutzer nicht aktiv dafür entscheiden, die Gesichtserkennung zu nutzen ("opt in") - vielmehr muss die Funktion nachträglich deaktiviert werden ("opt out"). Darauf wiederum weist Facebook nicht explizit hin. Mit dieser Vorgehensweise gerät Facebook immer wieder ins Kreuzfeuer der Kritik. "Die meisten Nutzer wissen einfach nicht, wie man die Privatsphäre-Einstellungen sicher wählt und finden das ganze System verwirrend", schreibt Graham Culey vom Sicherheitsunternehmen Sophos. "Es ist noch wesentlich schwieriger, alles unter Kontrolle zu haben, wenn Facebook Änderungen vornimmt ohne darauf hinzuweisen".

Um zu verhindern, dass der eigene Name für neue Fotos vorgeschlagen wird, muss man die entsprechende Einstellung unter Konto > Privatsphäre > Benutzerdefiniert > Freunden Fotos von mir vorschlagen deaktivieren. 

 

(sg)

Testen Sie "Die Presse" 3 Wochen lang gratis: diepresse.com/testabo

Lesen Sie hier weiter zum Thema:

  • Gesichtserkennung: Tarnschminke für Facebook

    Schminke / Bild: (c) ahprojects.com (Adam Harvey) Facebook beginnt automatisch Gesichter auf Fotos zu markieren. Wer das nicht will, könnte sich von der Camouflage-Technik von Kriegsschiffen inspirieren lassen, meint ein IT-Designer.

Mehr aus dem Web

2 Kommentare
Gast: Laaaangweilig
08.06.2011 10:38
1

Wer sich auf F***book registriert,

ist selbst schuld. So einfach ist das.

Die wenigsten wissen, wie man mit FB umgeht - sie verwenden FB nur für ganz gewisse Zwecke, trennen Privat und Facebook sehr genau.

Meine Frau ist bei etwas Ähnlichem dabei - und hat sich selbst blamiert, weil hinter ihrem Rücken Infos weitergegeben worden sind, über die sie nichts wußte. Tja...

Gast: Desinfoterminator
08.06.2011 09:54
1

Niemand muss bei Facebook sein

Abgesehen davon, dass Gesichtserkennung ein Jahrzehnte alter Hut ist - z. B. wenden diverse Sicherheitssysteme die Funktion seit weit über 20 Jahren an und selbst Betriebssysteme wie Windows 7 haben diese Funktion - wirkt der PLÖTZLICHE Aufschrei seltsam.

Wer erkennt, dass Facebook problematisch ist und wer kein Mitglied mehr sein will, der muss eben seinen Facebookaccount löschen. Nun klingt das mit dem Löschen gut, aber das geht gar nicht! Gelöscht können die Daten, die man Facebook mal gegeben hat, nicht werden. DAS ist ein echter Skandal, denn damit werden gegen den Willen von Bürgern Daten gespeichert. Doch dagegen, dass man die Daten bei Facebook gar nicht mehr löschen kann, regt sich niemand auf. Der Grund ist einfach, die meisten wissen das gar nicht!

Das Internet kann vieles, aber vergessen kann es nicht. Auf Straßen gibt es Tempolimits. Wenn jemand ein schnelles Auto hat, darf er das auch nicht ausfahren, wie er will, da es z. B. im Ortsgebiet andere gefährden würde. Nur weil jemand große Rechneranlagen hat, sollte der noch lange nicht beliebig Daten speichern können, vor allem muss sichergestellt sein, dass derjenige der Beobachtet wird, erfährt, von wem er beobachtet wird. Z. B. kann dank Gesichtserkennung und Webcams, die man mit einem speziellen Suchbegriff via Google finden kann, heutzutage jeder gezielt beobachtet werden. Aus Sicherheitsgründen sollte das nur möglich sein, wenn der Beobachter seinen Schleier lüftet und Beobachtete dessen Namen erfahren.

AnmeldenAnmelden