USA: Webzensur-Gesetz verliert Unterstützer

Der umstrittene Stop Online Pirace Act (SOPA) hat zwei Drittel seiner Unterstützer verloren, darunter Nintendo, Electronic Arts und Sony. Ein Provider zog seine Unterstützung nach einem User-Boykott zurück.

Leere Sesselreihen
Schließen
Leere Sesselreihen
(c) www.BilderBox.com (Bilderbox.com)

Freiheit ist ein Wort, das in den USA gern genutzt wird. Etwas weniger davon könnte dem Internet blühen, wenn der Stop Online Piracy Act (SOPA) umgesetzt wird. Der Gesetzesentwurf sieht vor, dass Inhaber von Urheberrechten die Blockade einer Website veranlassen können, wenn sie glauben, dass ihre Rechte dort verletzt werden. Sie können auch die Zahlungen an diese Seiten einfrieren lassen (mehr Details). Zahlreiche namhafte Webunternehmen, wie etwa Google, Amazon und Facebook, haben bereits ihren Widerstand gegen SOPA angekündigt. Nun scheint es so, als würden selbst die bisherigen Unterstützer kalte Füße bekommen.

Fast zwei Drittel springen ab

Wie Business Insider berichtet, fehlen große Videospiel-Firmen wie Nintendo, Electronic Arts und Sony auf der aktuellen Liste der SOPA-Unterstützer. Auf dieser sind 124 Firmen und Organisationen vertreten. In einer im September veröffentlichten, älteren Liste waren es noch 360. Neben den genannten Technik-Größen sind auch bekannte Sportartikel-Hersteller wie Adidas und Nike nicht mehr vertreten. Auch Harley Davidson unterstützt das Gesetz nicht mehr, dafür aber etwa der Kosmetik-Hersteller L'Oreal und Ruper Murdochs News Corporation.

Boykott hatte Erfolg

Am meisten Aufsehen hatte der Rückzug des Domain-Providers GoDaddy verursacht. Er hatte sich ebenfalls kurzzeitig auf der Liste der Unterstützer befunden. Kurzzeitig, weil dieses Bekenntnis einen Sturm der Entrüstung und einen Boykottaufruf ausgelöst hatte. Wenig später musste GoDaddy klein beigeben und stellte sich öffentlich gegen SOPA. Die Aktion soll den Anbieter tausende Domains gekostet haben.

(db)

Kommentar zu Artikel:

USA: Webzensur-Gesetz verliert Unterstützer

Schließen

Sie sind zur Zeit nicht angemeldet.
Um auf DiePresse.com kommentieren zu können, müssen Sie sich anmelden ›.

Meistgelesen