Google veröffentlicht detaillierte Karte von Nordkorea

29.01.2013 | 12:59 |   (DiePresse.com)

Auf der von Nutzern angefertigten Karte sind Internierungslager und Atomforschungsanlage eingezeichnet.

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Wenige Wochen nach einem umstrittenen Besuch von Google-Chef Eric Schmidt in Nordkorea hat der US-Internetkonzern eine detaillierte Karte des abgeschotteten, stalinistisch geführten Landes veröffentlicht. Die verwendeten Daten seien über mehrere Jahre von Hobby-Kartografen zusammengetragen worden, schrieb Jayanth Mysore, ein leitender Mitarbeiter des Dienstes Google Map Maker, in einem Blogeintrag.

Zu erkennen sind unter anderem Krankenhäuser, Schulen, Parks und U-Bahn-Stationen in Pjöngjang. Außerhalb der Hauptstadt ist die Karte weniger detailliert. Zu sehen sind mehrere größere Städte und Flughäfen. Zudem ist eine Chemiefabrik eingezeichnet sowie eine Atomforschungsanlage. Mehrere grau eingefärbte Bereiche, jeweils von der Größe einer Stadt, werden als Internierungslager bezeichnet. In nordkoreanischen Straflagern sind Schätzungen zufolge etwa 200.000 Menschen inhaftiert.

Wichtige Infos für Exil-Nordkoreaner

Nach Ansicht von Mysore sind die neuen Daten "besonders bedeutend für Menschen in Südkorea", deren Vorfahren aus Nordkorea stammten oder die dort noch Verwandte haben. Dagegen werden die allerwenigsten Nordkoreaner die Karte zu Gesicht bekommen: Das Land verfügt lediglich über eine Art Inlands-Intranet mit einer sehr geringen Zahl an Nutzern. Auf das Internet kann Experten zufolge nur die Elite des Landes von wenigen hundert bis maximal tausend Menschen zugreifen.

Pyöngyang vorher und nachher


Bewegen Sie die Maus über das Bild, um den Unterschied zu sehen.

Das südkoreanische Ministerium für Wiedervereinigung begrüßte am Dienstag die Initiative von Google. Sie stelle eine Möglichkeit für die Welt dar, mehr über Nordkorea zu wissen, aber auch für das Land, sich zu öffnen.

Google-Chef Schmidt hatte Anfang Jänner drei Tage in Nordkorea verbracht. Dabei erklärte er nach eigenen Angaben, das Land werde sich nicht entwickeln, sollte es nicht für die Internet-Freiheit eintreten. Schmidt war zusammen mit dem früheren US-Botschafter bei den Vereinten Nationen, Bill Richardson, unterwegs. Das US-Außenamt kritisierte die Reise als "nicht konstruktiv". Mit offenen Drohungen gegen den mit Südkorea verbündeten politischen Erzfeind USA hatte Nordkorea vor wenigen Tagen einen dritten Atomwaffentest und neue Raketenstarts angekündigt.

(APA/AFP)

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3 Kommentare

Bitte vor dem Posten denken

Ich wünsche zwar niemanden, auch ihnen nicht, in einem nordkoreanischen Lager einzusitzen, aber ich bin sicher danach würden Sie diese witzlosen Vergleiche lassen.

Aber ich verstehe auch dass es Menschen gibt die ihren Kopf doch nur als Regenschutz herumtragen.

interessante Information!

"In nordkoreanischen Straflagern sind Schätzungen zufolge etwa 200.000 Menschen inhaftiert."

Das bedeutet konkret, dass in den Vereinigten Staaten von Amerika in Relation zur Bevölkerungszahl in etwa ebensoviele Menschen in Gefängnissen, Umerziehungslagern, etc. einsitzen wie in Nordkorea.

Den in Amerika einsitzenden Häfenbrüdern und -schwestern wird ein Tritt von den Bütteln der "Kapitalistenschweine" deren Privilegien sie anzukratzen ebenso schmerzen wie den in Nordkorea einsitzenden Häfenbrüdern und -schwestern ein Tritt von den Bütteln der roten Bonzen deren Privilegien sie anzukratzen versuchten ...

Es geht in beiden Fällen um nichts Anderes!

1 0

Re: interessante Information!

Aha


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