Grünen-Website: Hacker veröffentlichen Nutzerdaten

Hacker verschafften sich Zugriff auf insgesamt 13.000 Login-Daten. Die Sicherheitsbehörden wurden informiert. Anonymous Österreich distanziert sich von dem Angriff

Symbolbild Anonymous
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(c) APA/KMA (KMA)

Nach FPÖ und SPÖ sind nun auch die Grünen Opfer von Hackern geworden. Die Bundespartei teilte am Donnerstag mit, dass ihre Webseite Ziel eines Hacker-Angriffs war. Dies habe Anonymous via "versteckter Nachricht" auf dem Grünen Webserver bekanntgegeben, die man am Mittwochabend gefunden habe, hieß es. Der Österreich-Ableger der Hackergruppe hat sich über den Twitter-Account @AnonAustria von dem Angriff distanziert. Die tatsächlichen Täter fühlen sich der Gruppe dennoch zugehörig und haben ebenfalls eine Stellungnahme und einen Auszug der von ihnen gekaperten Daten veröffentlicht. Der Link zu dieser Stellungnahme wurde Gulli.com zugespielt.

31 Datensätze veröffentlicht

Die Hacker verschafften sich Zugriff auf insgesamt 13.000 Login-Daten von Admins und Usern und haben zudem die Daten von Unterstützern öffentlich zugänglicher Online-Petitionen illegal kopiert. Die Datensätze enthalten Namen, E-Mail-Adressen, Telefonnummern und verschlüsselte Passwörter. Veröffentlicht wurden 31 Datensätze mit der Erklärung, dass keine weiteren Nutzerdaten online gestellt werden. Die Täter erklären in ihrer Stellungnahme, dass sie die Grünen grundsätzlich unterstützen. Grund für den Angriff ist offenbar ein Antrag der Grünen auf Internetsperren im Falle von Kinderpornografie, auf den in der Stellungnahme der Täter verlinkt wird. Diese Sperren sind umstritten, da auf dafür notwendigen Blacklists unter Umständen auch "unschuldige" Angebote landen können.

Es sei nicht auszuschließen, "dass ein oder mehrere Mitglieder von AnonAustria an dieser Aktion beteiligt waren", erklären die Inhaber des Twitter-Accounts @AnonAustria. Es liege in der Natur des Anonymous-Kollektivs, dass sich jede Person zu jeder Zeit als "Anonymous" bezeichnen und unter diesem Namen agieren könne. 

 

Grüne erstatten Anzeige gegen unbekannt


Die Grünen haben eigenen Angaben zufolge bereits begonnen, die betroffenen User zu informieren und darauf hinzuweisen, dass die betreffende Username/Passwort-Kombi nicht mehr für andere Logins verwendet werden sollte. Bis auf weiteres steht der Login-Bereich auf www.gruene.at nicht zur Verfügung: "Wir werden alles Nötige tun, um das System sicher zu machen", kündigte Bundesgeschäftsführer Stefan Wallner an. "Der Diebstahl von persönlichen Daten ist zu verurteilen." Die Sicherheitsbehörden wurden informiert und Anzeige gegen unbekannt bei der Staatsanwaltschaft Wien erstattet.

 

(Red. )

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