19.06.2013 16:00 Merkliste 0

Connect-Netztest: 3 schiebt sich knapp an A1 vorbei

01.12.2011 | 11:25 |   (DiePresse.com)

Österreichs Netze sind die besten im gesamten deutschsprachigen Raum. Orange fiel auf den letzten Platz zurück. Die Zunahme an Datendiensten macht den Umstieg auf die neue Funktechnik LTE nötig.

Artikel drucken Drucken Artikel versenden Senden Merken AAA Textgröße Artikel kommentieren Kommentieren

Österreichs Handy-Telefonierer können sich freuen. Durch den gnadenlosen Wettbewerb sind die Netze der Betreiber hierzulande besser als im restlichen deutschsprachigen Raum. Die Nase vorn haben derzeit 3 und A1, erstmals auch in dieser Reihenfolge mit insgesamt 476 beziehungsweise 472 von 500 möglichen Punkten im Connect-Test. Deutlich zurückgeblieben ist Orange mit 382 Punkten. Der Betreiber konnte im letzten Netztest noch den zweiten Platz bei Datendiensten erreichen. Inzwischen liegt das Unternehmen in drei von vier Kategorien auf dem letzten Platz hinter T-Mobile mit insgesamt 399 Punkten.

Teurer Netzausbau

Im internationalen Vergleich steht Orange aber noch gut dar. Bei den Smartphone-Datendiensten sogar noch vor T-Mobile. Das bescheinigt auch die Wertung des Tests. Anders als die restliche heimische Konkurrenz stockt der Netzausbau allerdings. 3 etwa hatte zusammen mit seinem chinesischen Partnerunternehmen ZTE im Vorjahr 1,2 Milliarden Euro in die Verbesserung seines Netzes gesteckt. Entsprechend süffisant kommentierte 3-Chef Jan Trionow die sehr knappen Ergebnisse: "Wir gratulieren A1 zum zweiten Platz." Dennoch konnte A1 in der Kategorie Smartphone-Datendienste punkten. Hier kommt der Marktführer laut Test vor 3.

"Cordoba-Effekt" für heimische Netze

Während 3 sich vollmundig als Testsieger feiert, ist der wahre Profiteur der Handy-Kunde. Derartige Netzqualitäten gab es zu solchen Preisen bisher noch nie. Und der Abstand zwischen A1 und 3 beträgt in allen Kategorien weniger als fünf Punkte. T-Mobile und Orange liegen auch noch recht nahe bei einander und nähern sich 400 Punkten. Die beiden letztplatzierten deutschen Betreiber O2 und E-Plus kommen auf nicht einmal 300 Punkte. Den österreichischen Vorsprung vor Deutschland bezeichnet Trionow (selbst gebürtiger Deutscher) als "Cordoba-Effekt".

LTE-Ausbau noch stockend

Datendienste werden in Zukunft eine noch größere Rolle spielen. Schon jetzt wickeln die Betreiber in Österreich 18,1 Petabyte über ihre Netze ab. In Deutschland gab es bereits Berichte über Ausfälle aufgrund Datenüberlastung. Hier hoffen die Unternehmen auf die neue LTE-Technologie. Bis auf Orange haben alle Betreiber bereits ihre Netze aufgerüstet und bieten in manchen Städten erste Produkte an. Für den ländlichen Ausbau mangelt es aber an den richtigen Frequenzen. Im September 2012 werden die dafür besser geeigneten alten TV-Frequenzen versteigert. Mit diesen kann besser über lange Strecken gefunkt werden. Das würde den LTE-Ausbau beschleunigen und verbilligen.

(db)

Testen Sie "Die Presse" 3 Wochen lang gratis: diepresse.com/testabo

Mehr aus dem Web

11 Kommentare
Gast: LTE Junky
27.12.2011 12:23
0 0

LTE in Österreich...

... das ist so eine Sache, denn auch wenn die Masten LTE tauglich sind, so müssen die Glausfaser Leitungen noch verlegt werden und dann kann dauer, denn das hat die Telekom mal wieder sauber verschwitzt, wenn man bedenkt, dass erst vor wenigen Jahren die Strecke Linz - Wien komplett neu verlegt wurde. Naja, so haben wenigsten die Telekom-nahen Baufirmen bald wieder einiges zu tun, ganz nach dem Motto, fördert die Wirtschaft mit Steuerngeldern in der Krise.

Quelle: http://www.lte-longtermevolution.de/lte-ausland/lte-oesterreich" target="_blank">http://www.lte-longtermevolution.de/lte-ausland/lte-oesterreich

kaum aussagekräftig

Der Test ist doch kaum aussagekräftig. Es wurde nur im Auto und nur auf Hauptrouten in und zwischen den fünf größten Städten des Landes getestet. Dabei wurde natürlich mit den Drei-Handys auch im A1-Netz geroamt. An städtischen Hotspots wurde getestet, wie sehr dort die Qualität schlechter wird. Kein Wunder, dass da A1 schlechter abschnitt als Drei. A1 hat ja auch wesentlich mehr Kunden. Hätte man außerdem wirklich "am Land" getestet, hätten T-Mobile und A1 vermutlich viel besser abgeschnitten. Drei-Kunden können nur im GSM-Netz von A1 funken. Wo also A1 ein UMTS-Netz hat und Drei nicht, ist der A1-Kunde besser dran.

Sollte Drei allerdings wirklich mit Orange fusionieren, dann wird mit großer Sicherheit das Roaming im A1-Netz vorbei sein. Die Netzabdeckung von Orange ist aber um nichts besser als die von Drei, was bedeutet, dass es dann ganze Landstriche und Bahnstrecken ohne Drei geben wird.

3 1

endlich

Nutzer erfahren es seit jahren am eigenen leib...jetzt ists endlich offiziell, dass die Mogelkom nicht das beste Netz hat!


Antworten Gast: Der Steuerzahler
02.12.2011 09:25
0 0

Re: endlich

Die (unabhängigen) Messungen widersprechen Ihrem subjektiven Empfinden aber...

Hintergrund des Ganzen ist, dass sich die "Drei" vor kurzem die komplette Core- und Access-Infrastruktur vom chinesischen Ausrüster ZTE um einen Spottpreis austauschen liess. Der möchte unbedingt in den europäischen Markt und nirgends in Europa ist der Wettbewerb kompetitiver als in Österreich.

Die "Drei" freut es ... ;)

Blöd für A1

A1 hat jahrelang Wucherpreise für "das beste Netz" verlangt. Womit sie wohl jetzt den gewaltigen Preisunterschied rechtfertigen werden...?

Antworten Gast: wissen
01.12.2011 12:34
1 2

Re: Blöd für A1

A1 ist der größte Netzbetreiber Österreichs, weshalb die Regulierungsbehörde vorschreibt, dass dieser preislich nicht unter dem Mitbewerb sein darf.
Das ist der Grund, weshalb A1 immer teurer sein muss und als Reaktion die Billigmarke Bob ins Leben gerufen hat.

Man muss sich halt schon Gedanken machen, ob die Fusion mit der Telekom nicht am raschen Sinken der Qualität schuld ist ...

Antworten Antworten Gast: eak
01.12.2011 14:18
4 0

Re: Re: Blöd für A1

will auf keinen fall für A1 in die Presche springen, aber "Sinken der Qualität" ist schlichtweg falsch. 40 Punkte mehr als im Vorjahr und dass bei verschärftem Testsetup bedeutet eine massive Qualitätsverbesserung - wie auch bei allen anderen Netzbetreibern. Also bezüglich Preis u. Qualität dürfts in Österreich kein Raunzen geben - dass es trotzdem so ist, ist vermutlich ein ur-eigenes österreichisches Spezifikum...

Re: Re: Re: Blöd für A1

genial geschrieben!

Re: Re: Blöd für A1

"Man muss sich halt schon Gedanken machen, ob die Fusion mit der Telekom nicht am raschen Sinken der Qualität schuld ist ... "

Insider würden das wohl bestätigen...

Antworten Antworten Gast: du nix wissen
01.12.2011 13:51
0 1

Re: Re: Blöd für A1

mobilfunk ist in Ö nicht reguliert.

7 3

Re: Blöd für A1

A1 ist die grösste abzockerfirma in der brabche - knapp gefolgt von t-mobile..