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Hutchison schnappt sich Orange um eine Milliarde Euro

13.01.2012 | 17:22 |  von Hedi Schneid (Die Presse)

Die Übernahme des drittgrößten Netzbetreibers ist nach monatelangen Verhandlungen unterschriftsreif. Die Konsolidierung des heiß umkämpften Handymarkts muss aber noch von den EU-Kartellbehörden genehmigt werden.

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Wien. Wochenlang wurde taktiert, lobbyiert, spekuliert – jetzt ist der größte Deal auf dem heimischen Telekommarkt seit vielen Jahren so gut wie fix: Der kleinste Mobilfunker Hutchison („3“) kauft den nächstgrößeren Orange. Bis auf einige offene Details haben sich die Hongkonger Hutchison-Gruppe und die Orange-Eigentümer France Telecom und Mid Europa Partners geeinigt. Der Vertrag soll in den nächsten Tagen unterzeichnet werden, erfuhr „Die Presse“.

Orange-Chef Michael Krammer meinte zur „Presse“ dazu nur: „Das kann ich offiziell nicht kommentieren.“
Der Kaufpreis liegt bei knapp 1,4 Mrd. Euro. Allerdings geben die Chinesen aus kartellrechtlichen Gründen die Orange-Billigmarke „Yesss!“, Frequenzen und Funkstationen an die Telekom Austria („A1“) ab und sollen dafür zwischen 300 und 400 Mio. Euro erhalten. Das heißt, dass Hutchison Orange um knapp eine Mrd. Euro bekommt.

EU muss noch prüfen

Trotz dieses schon ausgehandelten Pakts ist der Vertragsabschluss nur der erste Schritt auf dem Weg zu einem Mobilfunker, der mit rund 3,5 Millionen Kunden und einem Marktanteil von 28 Prozent an die Nummer zwei, T-Mobile, aufschließen würde. Denn die EU-Wettbewerbshüter müssen der Übernahme noch zustimmen. Beobachter gehen davon aus, dass es zu einer vertieften Prüfung kommt – auch wenn der Wettbewerb mit drei großen Mobilfunkern und zwei Billigmarken (neben „Yesss!“ gibt es noch „Bob“ der Telekom Austria) gegeben wäre. Auch der Kauf von Tele.ring durch T-Mobile im Jahr 2005 wurde von Brüssel genau unter die Lupe genommen.

Laut dem jüngsten Telekom-Monitor des Regulators RTR führt „A1“ mit 41,3 Prozent Marktanteil vor T-Mobile mit 30,8 Prozent. Orange kommt auf 18,7 und „3“ auf 9,2 Prozent Marktanteil. Als Nachzügler hat „3“ nie den Anschluss an die etablierten Anbieter geschafft. Das Unternehmen schrieb – auch wegen der hohen Investitionen in das Netz – Verluste. 2010 gab es erstmals ein positives Betriebsergebnis, allerdings wurde das Netz an die China Development Bank verkauft und zurückgeleast.

Ultramodernes Netz

Was den Handyzwerg so interessant macht, ist sein ultramodernes Netz: Es war von Anfang an für den 3G-Standard ausgelegt, der mobiles Internet ermöglicht, und ist für die nächste Technologiegeneration 4G vorbereitet. „3“ hat erst zu Jahresbeginn eine Netzkooperation mit T-Mobile bekannt gegeben. Das wurde in der Branche auch als „Zuckerl“ gewertet, um den Deutschen die Zustimmung zum Zusammenschluss von „3“ mit Orange zu erleichtern.

Prinzipiell wird der Kauf von Orange in der heimischen Telekomszene begrüßt. Der harte Preiskampf hat Österreich zwar die niedrigsten Handytarife in Europa beschert – binnen fünf Jahren sind die Preise für Telefonieren, SMS und Datendienste um rund 60 Prozent gefallen. Aber damit ist angesichts der Marktsättigung auch die Ertragslage stark unter Druck geraten. Deshalb wird die Konsolidierung, die mit dem Tele.ring-Kauf begonnen hat, durchwegs positiv bewertet.

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22 Kommentare
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freier Wettbewerb = Monopol

Etwas, was die Herren in Brüssel noch nicht verstanden (bzw. diejenigen, die es verstehen, haben die Hebel in der Hand und nutzen das kräftig aus) haben ist, dass wenn jede kleine Firma gegen die ganze Welt in Konkurrenz treten muss, dies nur dazu führt, dass der Wettbewerb minimiert wird und nur noch diejenigen übrig bleiben, die am menschverachtestens und umweltschädigsten produzieren übrig bleiben.

Aber der Sinn der EU besteht ja bekanntlich darin, ein paar wenigen Monopolisten, soviel Geld und Wohlstand der Bevölkerung wie möglich zuzuschanzen unter Vorgaukelung einer Demokratie.

Iason
14.01.2012 11:40
5 1

Ich wechsle jetzt zu "3"

Da UPC (Inode) seit Jahren unfähig ist eine vernünftige Breitbandverbindung zur Verfügung zu stellen, wechsle ich jetzt auf das 4G Netz von "3".

Sogar meine Festnetznummer kann ich damit mit Mobilfunk verwirklichen. Das ging früher nicht. Aber "3" ist hier anscheinend flexibler als der Mitbewerb.

Jetzt bin ich dann komplett weg von der langsamen Kupfer Telefonleitung.
Ich freue mich schon.


Antworten Gast: b p
16.01.2012 16:38
0 0

Re: Ich wechsle jetzt zu "3"

schon mal einen anderen isp als upc probiert. so schlimm das ist, aber die damen und herren aus holland sind sowohl was preise als auch was speed betrifft ganz weit vorne dabei in österreich. und wer glaubt, dass das 4G! netz von 3 schneller ist, dem bringt das christkind die geschenke und der hat zu stern den hasen eier legen gesehen.

Antworten cuniculus
15.01.2012 01:35
1 1

Re: Ich wechsle jetzt zu "3"

Freu dich nicht zu früh. Von UPC zu Drei ist vom Regen in die Traufe.

Gast: Yesss! - Kunde
14.01.2012 10:44
0 0

Schade...

Yesss! - Kunde
Schade...
Zuerst war's ONE, dann Orange und jetzt wird's "3", das ONE von Orange geschluckt wurde war noch akzeptabel, das es jetzt "3" wird, damit werden einige Kunden ihre Probleme haben, und irgendwie stört es mich auch wenn Yesss! zu A1 wird, allerdings sind mir keiner von den drei verbleibenden Anbietern sehr Sympathisch!

Bleibt zu hoffen das das die EU Wettbewerber nicht gefällt, nur anderseits, die Sympathie bekommt das eine russische oder eine andere chinesische Firma wird auch nicht größer dann...

1.400.000.000 Euro / 2.100.000 Kunden = 666,67 Euro/Kunde
300.000.000 Euro / 550.000 Kunden = 545,45 Euro/Kunde
400.000.000 Euro / 550.000 Kunden = 727,27 Euro/Kunde
(Die Zahlen stammen aus der diePresse.com und Wikipedia, letztere sind nicht Aktuell, erlauben aber zumindest einen Richtwert!)

Anzumerken, wenn ich meinen dank des Festnetzes sicher nicht sehr hohen Verbrauch rechne, entspricht das etwa dem Umsatz von 4.5 bis 6 Jahre.

Antworten fefe
15.01.2012 05:23
5 0

Re: Schade...

Das ist mir herzlich egal, wem das gehört. Ich bin bei Orange und wenn das jetzt Hutchinson gehört ist mir das genauso recht. Ich will die ja nicht heiraten, sondern nur telefonieren.

Gast: gasti
14.01.2012 09:42
9 0

das kann nur zum nachteil sein der kunden sein

weniger anbieter, höhere preise

0 0

Re: das kann nur zum nachteil sein der kunden sein

Das fürchte ich auch! Vor allem hat jetzt bob seinen Konkurrenten Yesss elegant ausgeschaltet.

El Barato
14.01.2012 00:04
10 0

Häh?

Kann mir jemand erklären, warum die künftige Nr. 3 des Marktes (28%) Frequenzen und eine Marke (!) an den Marktführer (über 41%) abgeben muss?

Antworten Gast: rage4
14.01.2012 13:03
0 0

Re: Häh?

drei hätte nach einer übernahme von orange mehr als 46 % der umts-frequenzen. das dovon aus wettbewerbs-
gründen ein teil davon verkauft werden muss ist logisch (siehe verkauf telering an
t-mobile). nachdem t-mobile keinen bedarf an weiteren frequenzen (und sendern) hat bleibt nur mehr a1 als käufer
übrig.

der verkauf von yesss an a1 ist kein "muss", sondern erfolgt freiwillig.
drei hat keinen bedarf hat den 700.000 yesss-kunden. die wollen nur die umsatzstarken orangekunden. mfg

Antworten Antworten JoeJo
14.01.2012 16:27
1 0

Re: Re: Häh?

Welche umsatzstarken Orange Kunden denn?
Orange ist ja mittlerweile billiger als Telering und Bob und Yesss. 7,50 fü3 1000 Sprachminuten, 1000 Sms und unlimitierte Daten.
Kann sich ja gar nicht rechnen.

Antworten Antworten Antworten Pogusch
14.01.2012 18:52
3 0

Re: Re: Re: Häh?

da können wir danke zum krammer sagen, der hat das telering billigsdorfer konzept über die one drüber g'stülpt und das als orange gebrandet

Antworten fefe
14.01.2012 12:09
1 1

Re: Häh?

Ich verstehe diese Logik auch nicht. Vor allem, weshalb sich die Wettbewerbshüter damit beschäftigen. Das wäre ja nur dann nötig, wenn 3 damit marktbeherrschend werden würde. T-Mobile und A1 haben da offenbar ein paar Freunde sitzen.

Antworten Antworten scf
15.01.2012 17:01
0 0

Re: Re: Häh?

Im Artikel steht auch, dass bei der Übernahme von tele.ring durch T-Mobile das ganze ebenso streng untersucht wurde.

0 0

Re: Re: Häh?

Das europäische Wettbewerbsrecht (Art 101 ff AEUV) hat nicht die Verhinderung von marktbeherrschenden Stellungen zum Ziel, sondern einerseits die Verhinderung des Ausnützens einer solchen und zum anderen (sogar nur potenzielle) Beeinträchtigungen des Wettbewerbs durch zB Vereinbarungen - lesen Sie Art 101!

Antworten Gast: Yesss! - Kunde
14.01.2012 10:21
0 1

Re: Häh?

Hinter Yesss! steht ja auch noch eine andere Firma, gut denkbar das hier auch entsprechendes Mitspracherecht besteht, und dieser Partner eher zu jenen gehört die besser bei A1 aufgehoben sind, weil nicht Pflegeleicht!

Antworten Antworten Gast: palazzo1150
14.01.2012 17:57
1 0

Re: Re: Häh?

Yesss! ist ein 100 %iges Tocherunternehmen der Orange Austria Tele- communication GmbH

Gast: uno-due
13.01.2012 23:11
12 0

yesss+bob = a1 = kein wettbewerb

wenn jetzt yesss zu a1 kommt...wo sehen sie da noch einen wettbewerb zu bob?
bitte um erklärung ...schlaue redaktion
.

0 0

Re: yesss+bob = a1 = kein wettbewerb

ich traue mir zu behaupten, dass das in Brüssel nicht durchgehen wird; interessant wird, ob davon der gesamte Deal abhängt oderob sie es trennen!

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Re: yesss+bob = a1 = kein wettbewerb

Vermutlich gibt es Auflagen, dass Yesss als Marke bestehen bleiben muss.
Ist aber trotzdem nur Augenauswischerei. Bestehen bleiben heißt ja nicht, dass nicht die Konditionen angeglichen werden können.

Antworten Antworten fefe
15.01.2012 05:19
0 1

Re: Re: yesss+bob = a1 = kein wettbewerb

Die Aufgabe der Wettbewerbshüter dürfte darin liegen, A1 an 1. Stelle und T-Mobile an zweiter Stelle zu halten. Es ist ja schlicht absurd, dass man 3 prüft und A1 - die eh schon die Größten sind - noch was zuschanzt.

Gast: Stiftung Netznutzer
13.01.2012 20:16
5 6

Mobilfunker Hutchison ist für seine ausgeklügelten Kundenbarrieren berüchtigt.

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