26.05.2012 16:48 | Meine Presse Merkliste 0

Orange-Verkauf wackelt trotz Unterschrift

03.02.2012 | 18:22 |   (Die Presse)

„3“ will Orange um 1,3 Milliarden Euro kaufen. Davon profitiert auch Marktführer A1. Kritiker fürchten das Ende der billigen Preise. Für die Wettbewerbshüter ist eine Zustimmung nur „schwer vorstellbar“.

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Wien/Auer. Österreichs Mobilfunkmarkt verliert seinen vierten Anbieter: Was „Die Presse“ bereits vor Wochen berichtete, wurde am Freitag offiziell. Österreichs kleinster und jüngster Handynetzbetreiber „3“ kauft den zweitkleinsten Anbieter Orange für 1,3 Mrd. Euro. Durch den Deal rückt aber nicht nur „3“ auf den dritten Platz vor, auch der Branchenprimus A1 (Telekom Austria) legt zu. Denn für 390 Mio. Euro will die Hongkonger „3“-Mutter Hutchison nach dem Orange-Kauf Frequenzen, Infrastruktur und die Orange-Diskonttochter „yesss!“ an A1 weitergeben.

Wenn es so weit kommt. Denn die Unterschriften der bisherigen Orange-Eigner France Télécom und Mid Europa Partners am Kaufvertrag sind kaum trocken, da wackelt der Deal schon wieder: „Ein Okay für dieses Paket ist, so wie es derzeit ausschaut, schwer vorstellbar“, sagte Stefan Keznickl, Sprecher der Bundeswettbewerbsbehörde (BWB) am Freitag. Der Rückgang von vier auf drei Anbieter reduziere den Wettbewerb in jedem Fall. Man werde mögliche Auswirkungen auf die Konsumenten „genau“ prüfen. Keznickl räumte allerdings ein, dass seiner Behörde noch keine Details zur Fusion bekannt waren.

A1 dominiert Billigsegment

Formal muss der geplante Kauf ohnedies bei der EU-Kartellbehörde in Brüssel angemeldet werden, da der weltweite Umsatz der beteiligten Unternehmen über fünf Mrd. Euro liegt. Aus der Branche ist allerdings zu hören, dass die BWB dennoch gerne ein Wörtchen mitreden will. Die Wettbewerbshüter interessieren sich vor allem für die neuen Machtverhältnisse auf dem Markt. Gemeinsam werden Orange und „3“ künftig einen Anteil von 22 Prozent erreichen. T-Mobile kommt auf 31 und A1 auf 47 Prozent. Es gilt als fix, dass die EU-Behörden eine vertiefte Prüfung durchführen werden. Das war schon so, als es hierzulande noch fünf Mobilfunker gab und Tele.ring an T-Mobile verkauft wurde. „3“ und Orange rechnen damit, dass sie noch im Sommer grünes Licht aus Brüssel bekommen. Schließlich gibt Hutchison ja große Teile von Orange an A1 ab, um Einsprüche der Konkurrenten im EU-Verfahren zu verhindern.

Genau das könnte den Unternehmen nun allerdings zum Verhängnis werden, warnt Telekomexperte Andreas Kreutzer im Gespräch mit der „Presse“: A1 erhält nicht nur ein Viertel aller Frequenzen von Orange und „3“, hunderte Basisstationen und die Rechte am Namen „One“, sondern vor allem auch die Orange-Diskont-Tochter „yesss!“ mit ihren 740.000 Kunden. Gemeinsam mit „bob“ hätte A1 dann beide Hauptkonkurrenten am Diskontsegment unter einem Dach vereint. Scheitert dieser Deal am Einspruch der Kartellbehörde, könnte der gesamte Orange-Verkauf kippen.

(c) DiePresse

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Ende für den Preiskampf?

Solange das nicht geklärt ist, ändert sich für die Orange- und „3“-Kunden nichts, sagte „3“-Chef Jan Trionow am Freitag vor Journalisten. Bis der Kauf genehmigt sei, würden beide Unternehmen eigenständig auf dem Markt agieren. Danach werde die Marke Orange schrittweise verschwinden, die Rufnummern und bestehende Verträge von Orange-Kunden würden jedoch nicht geändert. Sie würden stattdessen von deutlich verbesserter Netzqualität profitieren, versicherte Trionow.

Die Hutchison-Tochter hatte lange Zeit Probleme, am heimischen Markt Fuß zu fassen. Doch Konzernchef Li Ka-Shing pumpte viel Geld in einen gewaltigen Netzausbau und positionierte „3“ konsequent als Preisbrecher auf dem Markt, um Kunden zu locken. Trionow mühte sich, Befürchtungen, dass dieser Preiskampf mit der Übernahme ein Ende finden könnte, zu zerstreuen. „Wir werden weiter aggressiv auf dem Markt auftreten“, versicherte er am Freitag.

Auch Orange-Chef Michael Krammer, der sich nach der Fusion eine neue Aufgabe wird suchen müssen, ist überzeugt, dass die Konsolidierung den Kunden letztendlich sogar günstigere Preise bringe. Ohne diese Marktbereinigung wäre der Preiskampf auf Kosten der Netzinvestitionen und der Servicequalität gegangen. Kreutzer sieht das anders: Auch wenn er keinen abrupten Preisanstieg erwartet, sei die Wahrscheinlichkeit steigender Preise durch den Deal doch deutlich höher geworden.

500 Mio. Euro Einsparungen

Für „3“ soll die Fusion langfristig Einsparungen von 500 Mio. Euro bringen. Das wird nicht nur durch den Verkauf von überflüssiger Infrastruktur zu schaffen sein. Auch auf die 800 Orange- und 570 Hutchison-Mitarbeiter kommen unsichere Zeiten zu. Trionow betonte zwar, dass beide Unternehmen „schlank aufgestellt“ seien. Dennoch werde auch hier einiges „in Bewegung kommen“.

("Die Presse", Print-Ausgabe, 04.02.2012)

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100 Kommentare
 
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Gast: UKW
04.02.2012 14:17
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Am Ende des Tages bleibt nur mehr A1 übrig

Die benennt sich dann wieder in Österreichische Post- und Telegraphenwerwaltung zurück und verlangt 20 Euro Grundgebühr und pro Minute telefonieren zusätzliche 2 Euro. Wer einen Telefonanschluss will, muss ein Gesuch einreichen. Wartezeit 2 Monate. Mit Vitamin B geht es auch in 2 Wochen. Mindestsicherungsbezieher bekommen auf Staatskosten einen "Viertelanschluss" zugewiesen. Wartezeit 3 Jahre. Wer sich erdreistet bei der Telekomregulierungsbehörde eine Beschwerde einzulegen wartet 4 Jahre. Generaldirektor der Post- und Telegraphenverwaltung wird AK-Direktor Muhm. Sein Vize wird Fritz Neugebauer (Proporz-System). Ehrenpräsident wird Karl Marx.

Antworten fefe
06.02.2012 00:37
0 0

Re: Am Ende des Tages bleibt nur mehr A1 übrig

Telefonieren war früher einfach teurer. Es ist halt ein Unterschied ob es bemannte Wählämter gibt oder alles vollautomatisch läuft.

Mir war der Service mit den tendentiell grantigen Telefonbeamten lieber, weil die waren sattelfest in dem was sie taten und Auskünfte waren verlässlich. Heute wird man endlos weiterverbunden, hundert mal angesungen und willkommen geheißen aber keine Ahnung.

Telefonieren im Ortsgebiet hatte früher 40 ATS pro Stunde gekostet, das sind weniger als 3 Euro. So teuer war das auch wieder nicht wenn man die extrem höheren Betriebkosten früher berücksichtigt. Heute ist es ziemlich egal wie weit man innerhalb des selben Netzes telefoniert, weil man ja mit einem Telefonat nicht massenhaft Relais belegt wenn es weiter ist.

In den 1970er-Jahren hatte das Herstellen eines Telefonanschlusses durchschnittlich 160.000 ATS gekostet. Das musste ja auch irgendwie hereinkommen. Die heutigen privaten Betreiber haben das fertige Netz ja zum Spottpreis bekommen.

Im Grunde ist daher Telefonieren erheblich teuer als früher.

Antworten Antworten mein Wort
06.02.2012 05:35
0 0

Re: Re: Am Ende des Tages bleibt nur mehr A1 übrig

ein Postler in Pension postet? Die genannten technischen wie auch wirtschaftlichen Gesichtspunkte sind großteils falsch... sonst ein interessanter Text

Antworten Antworten Antworten fefe
06.02.2012 06:23
0 0

Re: Re: Re: Am Ende des Tages bleibt nur mehr A1 übrig

Postler posten, ist ja ganz normal, haben ja nichts anderes gelernt.

Freut mich, dass Ihnen der Text gefällt.

Antworten Gast: _Peter
05.02.2012 23:05
0 0

Re: Am Ende des Tages bleibt nur mehr A1 übrig

Ich wusste es schon immer:

Die Erde ist eine Scheibe.

Gast: Callcenter
04.02.2012 13:19
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Danach werde die Marke Orange schrittweise verschwinden, die Rufnummern und bestehende Verträge von Orange-Kunden würden jedoch nicht geändert.

Das wäre ihnen rechtlich auch gar nicht möglich.
Doch 3 ist bis jetzt immer noch der Mobilfunk Dienstleister mit den größten Kundenbarrieren
und diese Verschlechterung muss der Kunde erst mal akzeptieren.


Antworten kanel
04.02.2012 17:35
2 0

Re: Danach werde die Marke Orange schrittweise verschwinden, die Rufnummern und bestehende Verträge von Orange-Kunden würden jedoch nicht geändert.

Mit den größten Kundenbarrieren? Erklären Sie das bitte.

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Re: Re: Danach werde die Marke Orange schrittweise verschwinden, die Rufnummern und bestehende Verträge von Orange-Kunden würden jedoch nicht geändert.

Da gehts wahrscheinlich ums 3G Netz, weil nicht jeder ein UMTS-fähiges Handy hat.

Wobei das ja nicht so bleiben muss.

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hoffentlich scheitert der deal

österreich ist was mobiltelefonie betrifft eine insel der seeligen, so billig kommt man ws nirgendwo davon

zumindes ist mir aufgefallen dass das telefonieren in den US weitaus teurer war als in österreich, bei manchen tarifen hat man sogar 25c pro sms/minute bezahlt, verglichen mit österreich ist das ja reiner wucher, warum?
weil es in den usa meines wissens nur wenige große anbieter gibt
spirit

bleibt also zu hoffen, dass der deal scheitert, und sich die mobilfunkanbieter weiterhin eine erbarmungslose preisschlacht liefern!

1 4

Re: hoffentlich scheitert der deal

....das ist eine absolut dumme Aussage. Wäre in Österreich nicht eine derartige Preisschlacht dann könnten mehr Telekomunternehmen am Markt bestehen und es müssten jetzt nicht viele Leute um ihren Job fürchten...nachdenken und dann posten

2 0

Re: Re: hoffentlich scheitert der deal

kompletter schwachsinn was sie da schreiben

ihre logik: weniger konkurenz=mehr arbeitsplätz entbehrt jeglichem ökonomischen grundwissen

man hat ja in der jüngeren geschichte öfters gesehen wohin zu wenig wetbewerbsfähigkeit innerhalb eines marktes führt:

1)zu höheren preisen
2)zu mangelnder qualität
3)zu einer sinkenden wettbewerbsfähigkeit gegenüber internationalen wettbewerbern, sollten diese in den markt eintreten

ein gutes beispiel dafür liefert GM
wie sie noch allein am US markt waren produzierten die riesige autos die enorm viel sprit fraßen und schlecht verarbeitet waren

dann kamen die japaner mit toyota und honda, und mischten den markt auf, das hat anfangs jobs gekostet, und gm sogar an den rande des ruins gebracht, jetzt stehen sie aber wieder gut da, da sie, als sie unter konkurenzdurck standen ihre produkte verbesserten, sich von altlasten befreiten und das unternehmen schlanker machten

jetzt kann GM wieder halbwegs international konkurieren, was davor fast undenkbar war

selbiges gilt übrigens auch für ford, die haben aus dieser krise auch gelernt und ihre produkte technisch verbessert

auch bei VW war es so, wenn man sich daran erinnert wie es ihnen ging, als der käfer ein veraltertes modell war und die konkurenz ihnen um die ohren fuhr.

dann hat vw sein angebot technisch und preislich verbessert, und so den kunden bessere produkte geboten, und zig arbeitsplätze erhalten

fazit:
je mehr unternehmen desto mehr jobs!

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Re: Re: Re: hoffentlich scheitert der deal

Es ist aber eine Tatsache dass in den letzten Jahren der Umsatz pro Kunde gewaltig in den Keller gerauscht ist, währenddessen die Kosten für Entwicklung (LTE z.B.), Hardware und auch das Personal gestiegen ist.

Der Rückgang dieser Einnahmen hat dafür gesorgt dass Arbeitsplätze verschwinden und in den Netzausbau nicht das notwendige Geld investiert werden konnte. Ich frage warum?

Wenn wir als Konsumenten ein High-Tech Gerät in unseren Taschen haben wollen um mehr zu tun als zu telefonieren, dann darf das auch Geld kosten.

Diese Art Preisschlacht hat den Telekommarkt künstlich schnell wachsen lassen, dass diese Seifenblase irgendwann platzt war abzusehen.

Antworten Antworten Gast: na NOT
04.02.2012 21:22
1 0

Re: Re: hoffentlich scheitert der deal

wäre nicht so eine preisschlacht, dann wären die kosten höher, mehr anbieter müsste es trotzdem nicht geben, mehr jobs auch nicht! - die anbieter würden sich zusammenschließen bis nur mehr 1-2 übrig bleiben -> monopolistische anbieter struktur - die bestimmen den preis (hoch) und reduzieren kosten (entlassungen). am ende verlieren die konsumenten.

Luzius
04.02.2012 12:57
0 0

Davon profitiert auch Marktführer A1.

wahrlich ein nicht ungefährlicher Deal, wenn man selbst die Entwicklung von Beginn an miterleben durfte /musste.
Die Preise fiele nja nur wegen der privaten Konkurenz, welche nun (dank Fusion) verhindert werden will !

Nach welchen Kriterien eine Telekom (A1) angeblich immer noch Marktführer sein soll, würde mich auch interessieren !!

Wohl eher ist da eine gewisse Umkehr vom freien Markt hin zum Zentralisiertem wie auch im (angeblich freien Markt) Energiebereich ersichtlich, da nur so seitens des Staates sichtlich, weiterhin Beschäftigungen erfolgen können. Auch wenn das nicht stimmt; wird es derart transportiert.


1 0

Re: Davon profitiert auch Marktführer A1.

Nach welchen Kriterien? A1 hat die meisten Kunden.

Fragen Sie mich nicht, warum ;). Das Netz mag ja gut sein, aber mir ist A1 einfach viel zu überteuert.

Gast: O-Kunde
04.02.2012 11:20
0 2

Ich bin Orange-Kunde und wurde..

..nicht einaml gefragt, ob ich zu 3 wechseln wil. wo bleibt da der Kunsumentenschutz?

Antworten Gast: B.A.34
04.02.2012 11:50
5 0

Re: Ich bin Orange-Kunde und wurde..

oh mann sind sie blöd: es ändert sich ja nix, wenn 3 orange kauft. wenn sie telering kunde sind, sind sie ja auch eig t mob kunde, da telering geschluckt wurde. ihr vertrag ändert sich auch nicht. warum also sollen sie in ihren konsumentenrechten eingeschränkt sein?
klar für den wettbewerb ist es nicht vorteilhaft, aber warum sie als einzelkunde da jetzt so schwer betroffen wären erschließt sich mir nicht...

Antworten Antworten Gast: O-Kunde
04.02.2012 15:56
0 5

Mein IQ liegt bei 130

Das ist hoch genug zu wissen, dass ich 3 nicht trauen kann. Ich würde dort nie freiwillig Kunde werden und erwarte mir vom Konsumentenschutz, dass er unterbindet, dass ich es unfreiwillig werden kann.

Antworten Antworten Antworten fefe
06.02.2012 01:00
0 0

Re: Mein IQ liegt bei 130

Warum kann man 3 nicht trauen?

Antworten Antworten Antworten fefe
06.02.2012 01:00
0 0

Re: Mein IQ liegt bei 130

Warum kann man 3 nicht trauen?

1 0

Re: Mein IQ liegt bei 130

Anscheinend schützt ein hoher IQ aber auch nicht vor Verfolgungswahn.

Antworten Antworten Antworten Satori65
04.02.2012 17:50
2 0

Re: Mein IQ liegt bei 130

130???
Wurde anscheinend mit einem Tachometer gemessen...

Antworten Antworten Antworten Antworten saftPresse
06.02.2012 00:29
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Re: Re: Mein IQ liegt bei 130

haha ;)

mesche
04.02.2012 10:44
3 1

Deutsch

Das "Ende der billigen Preise". Billig ist die Ware, die man kauft, weil der Preis niedrig ist. Ein Preis kann nicht billig sein.

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Re: Deutsch

Nein, dann ist die Ware günstig.
Billig ist sie dann, wenn sie Ramsch ist.

Gast: fgu
04.02.2012 00:36
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Wenn sie unbedingt verkaufen wollen, dann sollen sie sich

einen anderen Käufer in Europa suchen, aber nicht so, dass hierzulande das Angebot reduziert wird. Das hat nichts mehr mit Markt zu tun.

 
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