T-Mobile-Chef verärgert über Telekom-Kommission

Österreich setze nicht genug Anreize für Investitionen in LTE, meint Chvátal. Die Ausschreibung der dringend benötigten Handyfrequenzen sei zu knapp vor dem Termin verschoben worden.

T-mobile Austria CEO Chvatal reacts after presenting the business report for 2011 in Vienna
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T-mobile Austria CEO Chvatal reacts after presenting the business report for 2011 in Vienna
(c) REUTERS (Herwig Prammer)

T-Mobile-Chef Robert Chvátal ist verärgert. Eigentlich hätten Ende April die Bedingungen für die Vergabe dringend benötigter Handyfrequenzen im September veröffentlicht werden sollen. Knapp eine Woche davor hat die zuständige Telekom Kontroll Kommission (TKK) den Termin für die Vergabe auf einen unbestimmten Zeitpunkt verschoben. "Das ist frustrierend", sagt Chvátal im Gespräch mit DiePresse.com. 

Die Begründung der TKK: Derzeit wird die Übernahme von Orange durch 3 noch geprüft und der Ausgang des Deals ist noch nicht besiegelt. Die Ausschreibung könne erst danach erfolgen, um keine Wettbewerbsverzerrung zu riskieren. Das sieht auch T-Mobile ein, die als einziger Mobilfunker in Österreich nicht an dem Deal beteiligt ist. Aber die Übernahme ist bereits seit Monaten bekannt und die TKK hätte die Verzögerung bereits früher bekannt geben können. 

Warum nicht in Polen investieren?

Österreich setze nicht ausreichend Anreize für T-Mobile ausgerechnet hier und nicht etwa zuerst in Polen in das LTE-Netz zu investieren, erklärt Chvátal seine Verärgerung. "Dafür braucht man Planungssicherheit".  T-Mobile fürchtet, dass durch die Verschiebung die Vorbereitungszeit auf das Vergabeverfahren zu kurz sein könnte. Investitionen in dieser Größenordnung müssen international abgesprochen werden und das brauche eben seine Zeit, meint Chvátal. Durch die verschiedenen Laufzeiten der Frequenzbereiche sei die Auktion zudem sehr komplex. 

Auktion in Deutschland schon 2010

Bei der Vergabe geht es um die auslaufenden Lizenzen für die Bereiche 900 Megahertz und 1800 Megahertz und die "Digitale Dividende", den 800-Megahertz-Bereich, die durch die Abschaltung des analogen Fernsehens zur Verfügung steht. Besonders die 800 Megahertz sind für die Aufrüstung der Handynetze auf die neue Mobilfunkgeneration LTE ("Long Term Evolution") notwendig, aber auch die anderen Frequenzen sollen im Zuge des "Refarming" umgewidmet werden. In Deutschland wurde die Digitale Dividende bereits 2010 versteigert. 

 

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