Der Chef der Euro-Gruppe und luxemburgische Premierminister, Jean-Claude Juncker, hat Bedingungen für weitere Finanzhilfen für Griechenland gestellt. "Griechenland muss die Haushaltsziele für 2011 erreichen, davon ist es im Moment ein Stück weit entfernt - trotz größter, bewundernswerter Anstrengungen", sagte Juncker dem "Münchner Merkur" (Wochenendausgabe). "Griechenland wird in Sachen Privatisierung auf jeden Fall zulegen müssen, damit die dritte Tranche der 110 Milliarden Euro oder weitere Hilfen ausgezahlt werden können."
Treffen: Unbekannt, aber nicht geheim
Juncker sagte zudem, er rechne nicht damit, dass Griechenland sich nächstes Jahr wieder eigenständig mit Geld versorgen könne. Er verteidigte außerdem das überraschende Treffen einiger Euro-Finanzminister vor einer Woche. "Es gab kein Geheimtreffen zur Euro-Rettung, weil der Euro nicht in Gefahr ist." Auf die Frage, warum das Treffen nicht angekündigt wurde, antwortete Juncker: "Weil es alle möglichen Wahnvorstellungen an den Finanzmärkten auslöst, wenn sich vier Finanzminister, ein Euro-Gruppen-Chef und der EZB-Präsident freitags um 17 Uhr treffen. Als das Treffen dann doch bekanntwurde, musste ich es dementieren lassen. Nicht weil ich Spaß an der ehrlichen Lüge hatte, sondern, weil die Börse in New York noch offen war."
Die Euro-Finanzminister wollen am Montag den Milliardenhilfen für das vor der Pleite stehende Portugal zustimmen. Die Ressortchefs werden auch über mögliche neue Hilfen für Griechenland sprechen, aber laut Diplomaten keine Entscheidungen treffen.
(Ag.)
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