Analysten: Gold steigt heuer auf 1800 Dollar

Der Preisanstieg der vergangenen Tage macht nun auch die Experten zuversichtlich. Gold soll heuer um 15 Prozent zulegen. Spekulationen auf Konjunkturmaßnahmen von den USA bis China heizen die Nachfrage an.

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(c) REUTERS (YURIKO NAKAO)

Frankfurt/Bloomberg. Der Goldpreis befindet sich wieder auf Erholungskurs. War er in den vergangenen Wochen stets bei 1600 Dollar je Feinunze herumgegrundelt, bewegt er sich nun deutlich in Richtung 1700 Dollar. Das stimmt auch die Analysten wieder zuversichtlich. Einer Bloomberg-Umfrage zufolge soll das glänzende Edelmetall heuer um 15 Prozent zulegen; im Vorjahr waren es etwa zehn Prozent.

Gold zur sofortigen Lieferung könnte bis Jahresende auf 1800 Dollar je Feinunze steigen, ergab eine Umfrage unter 15 Händlern und Analysten bei einer Konferenz im südindischen Hyderabad. Spekulationen auf Konjunkturmaßnahmen von den USA bis China heizen die Nachfrage nach dem Edelmetall an.

Dass der Anstieg so deutlich ausfallen könnte hat seine Ursache auch in der Goldpreisschwäche zu Jahresbeginn. Nachdem der Preis im September des Vorjahres auf mehr als 1900 Dollar emporgeschnellt war, stürzte er danach ab. Zum Jahreswechsel lag er nur bei knapp über 1500 Dollar. Derzeit sind es etwa 1670 Dollar. Anleger aus der Eurozone sind glimpflicher davongekommen: Eine Feinunze kostet derzeit 1333 Euro, das liegt nur geringfügig unter dem nominellen Allzeithoch von etwa 1360 Euro.

Zentralbanken als Käufer

Spekulationen auf weitere Zentralbankschritte – darunter die Möglichkeit einer dritten Runde der quantitativen Lockerung der US-Notenbank Fed – steigert die Nachfrage nach dem Edelmetall als sicherem Hafen. Auch die niedrigen Zinsen machen das unverzinste Gold relativ zu anderen Anlageformen attraktiver.

Auch Zentralbanken treten als Goldkäufer auf. Nach Angaben des World Gold Council werden die Zentralbanken in diesem Jahr knapp 500 Tonnen Gold erwerben. In der ersten Jahreshälfte stockten die Notenbanken den Angaben zufolge ihre Bestände um 254,2 Tonnen auf.

("Die Presse", Print-Ausgabe, 28.08.2012)

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