Baukonzern Alpine bestätigt "erhebliche Verluste"

15.10.2012 | 07:44 |   (DiePresse.com)

Der Konzern werde alle erforderlichen Maßnahmen zur Wiederherstellung einer angemessenen Eigenkapitaldecke diskutieren, heißt es in einer Pflichtmitteilung.

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Der in Turbulenzen geratene Salzburger Baukonzern Alpine hat am Sonntagabend in einer Pflichtmitteilung bestätigt, dass es im laufenden Geschäftsjahr zu einem hohen Verlust kommen dürfte. "Entgegen den bisherigen Erwartungen der Emittentin würde der Konzernabschluss für das Geschäftsjahr 2012 vor allem aufgrund der Entwicklung bestimmter Projekte einen erheblichen Verlust aufweisen", teilte der Baukonzern am Sonntagabend adhoc mit und bestätigte damit einen dementsprechenden "Bericht". "Die Presse" hatte bereits in der Vorwoche über eine Untersuchung des Wirtschaftsprüfers KPMG informiert (>>>mehr dazu).

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Der Baukonzern dürfte mit der Pflichtmitteilung nun auch einer Forderung der Finanzmarktaufsicht FMA nachgekommen sein, die eine Untersuchung wegen mutmaßlicher Verstöße gegen die Ad-hoc-Publizität und die sogenannte Prospektpflicht führen soll.

"Kritische Analyse"

Die Emittentin - also die Alpine - und ihr Alleingesellschafter würden alle erforderlichen Maßnahmen diskutieren, um eine solide Finanzlage, einschließlich insbesondere einer angemessenen Eigenmitteldecke der Emittentin wiederherzustellen, heißt es weiter in der Pflichtmitteilung. Darin wird auch bestätigt, dass der Baukonzern einen "Bericht eines von ihr zur Unterstützung der wirtschaftlichen und finanziellen Planung beauftragten externen Beraters" erhalten habe.

Der Bericht und seine möglichen Auswirkungen würden derzeit von der Emittentin "kritisch analysiert." Auf Grundlage der Unterstützung durch den Gesellschafter - die Alpine steht seit heuer zu 100 Prozent im Eigentum der spanischen FCC-Gruppe - sowie eines positiven Verlaufs der Gespräche mit den finanzierenden Banken zeigt sich die Alpine zuversichtlich, auch weiterhin alle ihre finanziellen Verbindlichkeiten zu bedienen. Mehr Details zu den erwarteten Verlusten werden nicht angeführt.

400 Mio. Euro Wertberichtigungen

Am vergangenen Mittwoch hatte Salzburger Baukonzern noch einen Berichte über Zahlungsschwierigkeiten zurückgewiesen. Der Eigentümer habe seine volle Unterstützung zugesagt, die Liquidität sei ausreichend gesichert.

Der Baukonzern soll in akuten Zahlungsschwierigkeiten stecken. Bis Ende kommender Woche benötige das Unternehmen 31 Millionen Euro, um überhaupt weiterwirtschaften zu können, die Bilanz des Unternehmens müsse möglicherweise um bis zu 400 Mio. Euro wertberichtigt werden, schrieb der Wirtschaftsprüfer KPMG in einer Untersuchung. Für 2012 werde ein negatives Ergebnis vor Steuern (EBT) in Höhe von 263 Mio. Euro erwartet. Diese Zahlen wurden von der Alpine bisher nicht bestätigt. Der Baukonzern wollte nach eigenen Angaben aber noch in der abgelaufenen Woche Gespräche mit den Gläubigerbanken aufnehmen. Offenbar sollen längere Tilgungsfristen und zusätzliche Finanzierungen ausverhandelt werden.

Der Baukonzern ist im Zuge dieser Ereignisse auch ins Visier der Finanzmarktaufsicht (FMA) geraten: Geprüft wird, ob das Unternehmen zu spät über seine missliche Lage informiert hat. Die FMA führt daher Untersuchungen wegen mutmaßlicher Verstöße gegen die Ad-hoc-Publizität und die sogenannte Prospektpflicht, bestätigte deren Sprecher Klaus Grubelnik dem Nachrichtenmagazin "profil" (Montag-Ausgabe). Konkret geht es um die Frage, ob Alpine nicht schon seit Wochen von den Problemen wisse, aber die Inhaber der drei seit 2010 platzierten Unternehmensanleihen nicht ad hoc informiert habe.

(APA)

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3 Kommentare

Es gibt min. 20 türkische Baufirmen in der grösse von Alpine!

Den türkischen Firmen geht es gut und sie bekommen auf der ganzen Welt Auftraege. Warum nicht Alpine?

Gast: Da Bese
15.10.2012 11:10
3 1

Inländer ruinieren, Ausländer subventionieren, das haben wir nun von der EU!

Zuerst unterbieten die spanischen Baufirmen österreichische Baufirmen, die deshalb in Konkurs gehen, weil sie keine Aufträge mehr von Bund, Länder und Gemeinden bekommen und dann zahlen wir den ausländischen Baufirmen über Bankkreditabschreibungen die Verluste.

So kann es aber auch nicht sein!

Das ist kein fairer Wettbewerb mehr und hat mit Marktwirtschaft gar nichts mehr zu tun.

Österreich sollte mal riskieren ausländische Bauunternehmen bzw. Bauunternehmen im Besitz von Firmen, die ihren Sitz in Sanierungsstaaten haben, bei der Auftragsvergabe zu ignorieren und eine Klage vor dem europäischen Gerichtshof durchziehen.

Andernfalls entsteht österreichischen Firmen, die praktisch die ausländische Konkurrenz via EU subventionieren doppelter Schaden.

Gast: Insola
15.10.2012 09:26
0 0

Da wird sich die Frau Aufsichtsrat Benita F.-W.

aber freuen.

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