Zinsmanipulation: Aufseher werden aktiv

28.01.2013 | 18:47 |   (Die Presse)

Die deutsche Finanzaufsicht BaFin macht in der Affäre um Zinsmanipulationen Ernst. Banken, die den Euribor-Zinssatz festlegen, werden jetzt genau durchleuchtet.

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Frankfurt/Reuters. Die BaFin führe seit vergangenem Jahr Sonderprüfungen bei mehreren deutschen Banken durch, die an der Erhebung des europäischen Referenzzinssatzes Euribor beteiligt sind, sagte ein Sprecher der Aufsichtsbehörde am Montag.

Die „Süddeutsche Zeitung“ berichtete, dass es wegen der Euribor-Erhebung Sonderprüfungen bei der Deutschen Bank, dem WestLB-Nachfolger Portigon und zwei weiteren deutschen Instituten gebe. Die Deutsche Bank und Portigon wollten sich dazu nicht äußern. Bei der Deutschen Bank läuft seit einiger Zeit eine Sonderprüfung wegen der Erhebung des Londoner Interbankenzinses Libor. Dabei wurde Finanzkreisen zufolge von Anfang an auch der Euribor beleuchtet.

Ähnlich wie beim Libor, der im Zentrum des Manipulationsskandals steht, beruht der Euribor auf den Angaben der Banken zu ihren Refinanzierungskosten. Sie melden einmal täglich die Zinsen, zu denen sich Banken untereinander Geld leihen. Auf dieser Basis wird dann der Euribor-Referenzzins ermittelt, an dem sich die Preise für viele Finanzprodukte wie Hypotheken oder Tagesgeld orientieren. Der Libor ist zwar der weltweit bedeutendere Satz, in Europa spielt der Euribor jedoch für einige Produkte eine wichtigere Rolle.

("Die Presse", Print-Ausgabe, 29.01.2013)

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1 Kommentare

und die FMA

pennt bzw traktiert Österreichische Schuproduzenten. Das ist ja auch einfacher als gegen Großbanken vorzugehen. vor allem, wenn man später mal bei einer dieser banken einen gut dotierten job haben will.

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