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Kursmanipulation: Deutsche Erfolge gegen Börsenbetrug

01.09.2011 | 18:08 |  ALEXANDER WEBER (Die Presse)

Die österreichischen Behörden haben einen Kanadier nach Deutschland ausgeliefert. Er gilt als einer der Hintermänner in der Affäre. Ihm wird vorgeworfen, eine wertlose Goldmine hochgejubelt zu haben.

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Wien. Die deutschen Behörden haben bei ihren Ermittlungen in einem der größten Verfahren wegen Marktmanipulation einen Erfolg erzielt. Wie jetzt bekannt wurde, wurde im Verfahren um die Aktie der De Beira Goldfields ein Kanadier, der in Österreich festgenommen wurde, kürzlich nach Deutschland überstellt. Er gilt als einer der Hintermänner in der Affäre um das – wie sich herausstellte– wertlose Rohstoffunternehmen mit Sitz in Kanada. Er soll den Kurs von De Beira zusammen mit Komplizen nach oben gejubelt haben.

(c) DiePresse

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Verdächtige erlösten 47 Mio. Euro

Im Visier der Behörden sind in dieser Sache drei Beschuldigte. Einer ist der Salzburger PR-Berater Pascal Geraths, der die Falschmeldungen über De Beira vertrieben haben soll. Er wurde zwar im März in Salzburg verhaftet, wurde aber wieder auf freien Fuß gesetzt. Der Grund: Hierzulande gilt die Manipulation von Aktienkursen nicht als Straftat, sondern nur als „Verwaltungsübertretung“. Nicht genug, um Geraths nach Deutschland auszuliefern. Der PR-Unternehmer wies die Vorwürfe stets zurück, für ihn gilt die Unschuldsvermutung. Für die „Presse“ war er am Donnerstag nicht zu erreichen.

Der zweite Beschuldigte, ein Journalist, der bis Mitte 2006 für „Focus Money“ geschrieben und dort auch die Aktien von De Beira empfohlen hat, saß kurzzeitig in Untersuchungshaft. Nach Informationen der „Financial Times Deutschland“ (FTD) wurde im August nun der dritte Verdächtige, ein Kanadier, in Österreich festgenommen und nach Deutschland überstellt (für beide gilt die Unschuldsvermutung). Die Stuttgarter Staatsanwältin Claudia Krauth bestätigte dies der „Presse“.

Warum sich der Kanadier in Österreich aufhielt, konnte Krauth nicht sagen. Dass er von Österreich nach Deutschland ausgeliefert werden konnte, Geraths (der deutscher Staatsbürger ist) aber nicht, liegt laut Krauth am Ermessensspielraum der Beamten. „Da wurden die Gesetze offenbar unterschiedlich ausgelegt.“

Die Beschuldigten sollen mit der Manipulation des Kurses zusammen 47 Mio. Euro erzielt haben – zulasten gutgläubiger Anleger. Mitte 2006 stieg der Wert des De-Beira-Papiers in wenigen Wochen von einem auf zwölf Euro, woraufhin er wieder auf seinen Ursprungswert zurückfiel. Zuvor war die Aktie in verschiedenen Börsenbriefen beworben worden. In Pressemitteilungen verkündete die Firma neue Vorhaben, etwa in Lateinamerika. „Das Unternehmen wird Anfang August ein Bohrprogramm auf dem Titiribi-Gold-/Kupfer-Projekt in Kolumbien starten“, heißt es etwa in einer Mitteilung vom 19.Juni 2006. Später stellte sich heraus, dass die Firma gar kein operatives Geschäft besaß.

Auch in einem zweiten Verfahren verzeichnen die deutschen Ermittler laut FTD Fortschritte. Dabei geht es um ein Netzwerk von 30 Personen, unter ihnen zahlreiche Börsenbriefschreiber und Mitglieder der Schutzgemeinschaft der Kapitalanleger (SdK). Sie sollen die Aktienkurse von mehr als 20 Unternehmen manipuliert haben. Im Fokus der Behörden stehen Transaktionen rund um den Biotechwert Nasacell sowie das Rohstoffunternehmen Petrohunter. Nach Angaben des Blatts rückt hier die Anklageerhebung näher.

Deutschland gilt seit Jahren als Dorado für Börsenbetrüger. Penny-Stocks, also Papiere mit niedrigem Börsenwert, werden dabei aggressiv beworben. Steigt der Kurs, verkaufen die Altaktionäre und realisieren hohe Gewinne. Gelingt die Anklage gegen den nun verhafteten Kanadier, könnte erstmals ein Drahtzieher aus dem Ausland in Deutschland zur Verantwortung gezogen werden.

("Die Presse", Print-Ausgabe, 02.09.2011)

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11 Kommentare

Gast: kanha
02.09.2011 18:34
0 0

nachricht?

scheint eine verspätete nachricht zu sein:
genau der gleiche artikel erschien in der wiwo bereits im mai:
http://www.wiwo.de/finanzen/weitere-festnahmen-wegen-kursmanipulationen-und-betrugs-466184/" target="_blank">http://www.wiwo.de/finanzen/weitere-festnahmen-wegen-kursmanipulationen-und-betrugs-466184/

Gast: pennyy
02.09.2011 16:03
0 0

Penny-Stocks

Commerzbank ist auch schon bald ein Penny-Stock.
Auch so eine goldene Bank-mine die mit Wasser vollgelaufen ist.

Kostet gerade noch 1 Euro und 92 Cent. Vor einigen Jahren mußte man noch 30 Euro dafür hinlegen.

Wer wird denn dafür zur Verantwortung gezogen?


Antworten Gast: Zurveranztwortungezogen
02.09.2011 18:03
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Re: Penny-Stocks

Sie selber?!

Gast: Ulrich_L
02.09.2011 12:08
0 1

Darwin

Wer so blöd ist auf diesen Schmäh hereinzufallen, hat es nicht besser verdient. Wer kauft eine No-Name kanadische Goldmine weil sie ihm in einem Fax angeboten wurde?

Das fällt unter Charles Darwin: survival of the fittest.

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In Europa

gibt es für Venture Kapital keine Kultur.

Hier tummeln sich fast auschließlich Betrüger, weil hierzulande die Gesetze, im Vergleich zu Amerika, viel zu schwach sind.

Gibt es diese Aktie eigentlich nicht mehr?

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...

sicherlich die kleinste Unkorrektheit in den Maerkten hier...aber man darf dem Artille nicht glauben... das was ueblich ist ist Legion an Betrug... ich lehne das ab...

Gast: ani1
02.09.2011 08:22
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Bild- Textzusammenhang

In welchem Zusammenhang steht das Bild links oben mit dem Text?

Gast: kontimban
01.09.2011 20:16
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Auslieferung wegen einer Verwaltungsübertretung?

Ist das nicht illegal?

Re: Auslieferung wegen einer Verwaltungsübertretung?

Auch der Ankauf der Steuerhinterzieher-CDs war nicht ganz legal. Aber die Deutschen gehen zumindest gnadenlos gegen Steuerbetrüger und Kursmanipulatoren hart vor. In Österreich läuft ein Hochegger immer noch frei herum, obwohl der Name bei zu vielen dubiosen Machenschaften auftaucht. Ein wenig deutsche Illegalität könnte uns nicht schaden ;-)

Re: Re: Auslieferung wegen einer Verwaltungsübertretung?

OK, dann sollte man Sie beim nächsten Strafmandat (Verkehr = Verwaltung) einsperren, denn jeder hat Dreck am Stecken.....

Dann werden Sie schon was gestehen und Sie haben doch sicher auch irgend was gegen Beamte ... also ist das terroristischer Hintergrund .... die finden schon was ...

morgen stehts dann in allen Zeitungen ... und sie verlieren den Job .... sind Sie verheiratet ? .... hehe - bald nicht mehr ...

Kinder ? Die sehen Sie dann bald auch nicht mehr ....

+++