Finanzwissen: Österreich Schlusslicht, Türkei auf Platz 1

25.05.2012 | 12:33 |   (DiePresse.com)

Der Finanzkonzern ING hat Kunden aus 11 Ländern getestet: Nur jeder vierte Österreicher schnitt gut ab, in der Türkei war es mehr als jeder Dritte.

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Der niederländische Finanzkonzern ING hat das Finanzwissen von Bankkunden in elf europäischen Ländern abgefragt. Österreich landete gemeinsam mit Polen auf dem letzten Platz. Nur 26 Prozent der 1000 Österreicher, die am Test teilnahmen, haben mindestens vier der fünf Fragen richtig beantwortet. "Klassenbester" war die Türkei - 37 Prozent der Türken schafften vier richtige Antworten. Deutschland ist mit 30 Prozent Erfolgsquote Viertbester. Der Konzern ortete am Freitag in einer Aussendung Nachholbedarf bei der Finanzkompetenz in allen elf Staaten.

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ING fragte beispielsweise: "Wenn die Zinsen steigen, was geschieht dann typischerweise mit den Kursen von Anleihen?" - Diese Frage bereitete den "Prüflingen" das meiste Kopfzerbrechen. Nur jeder vierte konnte die Testfrage richtig beantworten. Im europäischen Durchschnitt wurden die Fragen zu Sparen und Inflation von mehr als drei Viertel korrekt beantwortet. Die Frage zu Krediten und Darlehen haben 54 Prozent verstanden.

93 Prozent fordern Finanzbildung in Schulen

Die Vergleichsstudie zeige auf, dass die Finanzkompetenz durchwegs eher unterdurchschnittlich sei, heißt es in der Presseaussendung. Laut ING wünscht sich die Mehrheit aller Befragten mehr Finanzbildung in Schulen. In Österreich seien 93 Prozent der Meinung, dass "Financial Education" eine Aufgabe für die Schulen wäre.

31 Prozent der befragten Österreicher gaben an, ihr Finanzwissen aus dem Schulunterricht zu haben. 27 Prozent wurden von Familie und Freunden über die Geheimnisse der Finanzwelt aufgeklärt und 41 Prozent haben sich ihr Wissen den Angaben zufolge selbst angeeignet.

IIS-Studie
Die ING International Survey (IIS) ist eine Studienserie, die vierteljährig verschiedene Aspekte rund um die Themen "Umgang mit und Wissen über Geld" beleuchtet. Dazu werden in den teilnehmenden Ländern jeweils 1.000 Konsumentinnen und Konsumenten über 18 Jahren online befragt. Die aktuelle Studie zum Finanzwissen wurde in den Niederlanden, Belgien, Luxemburg, Deutschland, Österreich, Frankreich, Großbritannien, Spanien, Italien sowie in Polen und der Türkei durchgeführt.

(Ag.)

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66 Kommentare
 
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Was sagt uns dass ?

Soll ich jetzt froh sein dass ich ein
Türke bin !?

Gast: Markus Trullus
28.05.2012 09:29
3

Das lles hat EINEN Grund:

Das ist die Saat der sozialistischen Prägung vom roten Kindergarten bis zur Einheitsschule: Kinder, Geld ist Gaga! Finanz ist etwas vom Klassenfeind! Kredite hat man, um eine Gemeindebauwohnung zu bekommen (von der gewerkschaftseigenen Bawag; ach so, die ist ja ín Konkurs gegangen.) Und Lebensmittel nicht vom bösen Kaufmann, sondern von guten Konsum, ja leider, auch Konkurs! Und die Preistreibenden Gewerbetreibenden wie Elektriker und Installateure, ach so, die Löhne derer Arbeiter müssen wieder mal nach oben gepresst werden. Was, diese Schweine von Unternehmen legen die Lohnerhöhungen auf die Preise um? Diese Abzocker, Bankster.....

Was kann uns das sagen?

Praktisch alle Regierungsmitglieder und Abgeordneten, sind über Beamtenschaft und Parteien in diese Rolle gekommen. D.h., sie werden damit in der Praxis ebenfalls dem Niveau des Befragtenkreises entsprechen.

Und schon ist die Erklärung betreffend seltsamer Entscheidungen und gänzlich fehlender, nachvollziehbarer Argumentationen, betrefffend Finanzkrise und Budget gefunden.

Gute Nacht Europa. Das Licht braucht nicht abgeschalten werden. Das Energieversorgungsunternehmen schaltet, mangels Bezahlung der Rechnungen, danach selbst ab.

"Wenn die Zinsen steigen, was geschieht dann typischerweise mit den Kursen von Anleihen?"

Dass das in Österreich sehr viele nicht wissen, kann ich mir vorstellen.

Viele beherrschen nicht einmal das Prozentrechnen!

Gast: Be-obachter
26.05.2012 11:33
2

Auch die Griechen

haben bei diesem Test sicher gut abgeschnitten:
sich von der EU laufend unterstützen und finanzieren zu lassen, setzt schon ein profundes Finanzwissen voraus!
Und natürlich sind die Nettozahler die Blöden. Somit ist der Test bestätigt.

Wäre das anders,

hätte kaum jemand für die EU gestimmt!

Re: Wäre das anders,

Für die EU als Wirtschaftsunion doch ein JA, für den EURO, spätestens nach den zugehörigen Vertragsbrüchen, ein NEIN.

Naja,

wie man möglichst effektiv Finanzleistungen aus den westeuropäischen Sozialsystemen lukriert, davon versteht die am Siegertreppchen stehende Gruppe sicher etwas.

Re: Naja,

oh ist das der Neid! dumm wie die Nacht schwarz u darum den wissenden den sieg madig machen!! wahnsinnig intelligente Strategie!!

ja, leider richtig

wie man an den postings erkennen kann - keine ahnung!



Gast: Gast Helmut
25.05.2012 20:37
1

AUA- Piloten sollen Kommen..

http://www.youtube.com/watch?v=DLDiZ-fLUcs

Platz 1

Die Tükei auf Platz 1? Ich dachte Griechenland!

Gast: Schamott
25.05.2012 19:33
3

wundert nicht

wenn man sich das Presse-Forum anschaut.

Antworten Gast: Meine Wette
25.05.2012 21:33
1

Re: wundert nicht

Ich wette mal, das jedem USER hier 1 Million auf den Tisch gelegt, diese besser versteht in die Wirtschaft zu stecken, als Finanzminister und Bankdirektoren. Grob geschätzt 1/3 bis 1/4 wird Schiefbruch erleiden, in Summe aber garantiert innerhalb eines Jahres mehr herausschauen als Investiert wurde.

Das ganze allerdings mit einer Zusatzklausel, das Rechtsanwälte sich um die Rechte kümmert, wie Urheberrecht, Leistungsschutz, etc. diese Dinge können das Leben in der Wirtschaft sehr versalzen!

Re: Re: wundert nicht

Die meisten würden damit wohl US- oder D- Staatsanleihen kaufen. Die bringen derzeit deutlich negative Realzinsen und sind bei zukünftig steigenden Zinsen ein garantierter Kaufkraftverlust.


Re: Re: Re: wundert nicht

Man darf die Leute nicht in den so genannten gleichen Topf (korrekt wäre "identen Topf") werfen.

Mal von einigen mit "Investments in Sportwagen", etc., abgesehen, sind die meisten vom Leben so erzogen worden, Risiken wo Verluste entstehen können, möglichst zu vermeiden. U.a. mit ein Grund, warum sehr viele bei Begriffen wie "Zocker", etc., immer nur die Gewinner verstehen, die welche damit Verluste machen aber überhaupt nicht im Blickfeld haben.

Diesen Menschen kann man aber deren anerzogene Vorsicht und Verhalten nicht wirklich zum Vorwurf machen.

Wen wundert dieses Ergebnis,

wenn unser früherer Finanzminister öffentlich die Meinung vertrat, dass die übernommenen Haftungen für die maroden Staaten ein Geschäft für Österreich wären, wenn jeder Bürger mit etwas Hausverstand zum umgekehrten Ergebnis gekommen ist? Vielleicht sollten wir einmal unsere Abgeordneten zum Besuch von betriebs- und volkswirtschaftlichen Vorträgen vergattern damit diese zumindest nicht in Unkenntnis eine weitere Verpfändung der Zukunft unserer Kinder und Enkelkinder vornehmen. Letzten Endes kommen gesamtwirtschaftlich gesehen die Hochrisikospekulationen der Regierung Österreich immens teuer, womit dann das notwendige Geld für Bildung bzw. Ausbildung fehlt. Aber vielleicht wird dies auch bewußt gemacht, da ja ansonsten die Bevölkerung die falschen Entscheidungen der Machthaber sofort erkennen könnte. In früheren Zeiten gab es auch Bücherverbrennnungen usw. weil die Machthaber Angst vor dem Wissen der Bevölkerung hatten. Je besser informiert die Bevölkerung ist, desto eher begehrt sie gegen die Obrigkeit auf.

http://www.wienerzeitung.at/meinungen/gastkommentare/455425_Der-groesste-Betrug-bzw.-Selbstbetrug-in-der-Geschichte-der-2.-Republik.html

Re: Wen wundert dieses Ergebnis,

Inhaltlich stimme ich ihnen grosso modo zwar zu, aber bitte vergessen Sie diese "Studie". Das ist ein simpler Marketinggag und die Medien stellen sich auch noch zur Verfügung und produzieren ein paar Gratisschlagzeilen und Artikel für die ING-Gruppe.

1. Die Studie besteht lediglich aus 5 Fragen.

2. 1 Frage davon beschäftig sich mit der Frage welches Lotteriespiel (!) den höheren Gewinn verspricht. Lottospielen als Finanzgeschäft...

3. Es ist keine repräsentative Studie und wurde ja nur online den Kunden bzw. Besuchern der Homepage angeboten. Allenfalls lässt das den Schluss zu, dass die Kunden der ING-Gruppe nicht allzu hell sind oder dass Niki Lauda nur intellektuelle Tiefflieger als Kunden anzieht.

Gast: surveyer
25.05.2012 16:56
0

eines ist sicher

"Deutschland und Österreich schaffen sich ab" - und "Wir kommen". Es ist alles bereits publziert und bereits im Gange. Also.

Antworten Gast: vor dem arlberg
25.05.2012 18:14
0

Re: eines ist sicher

So ist es, und dank Herrn Sarrazin auch publik gemacht. Ein EU-Beitritt wäre für die Türkei mittlerweile wohl eher ein Bumerang.

Gast: Gast4711
25.05.2012 16:55
3

Musste nicht die ING

durch milliardenschwere Beihilfen gerettet werden? ;-)

Soviel zur Wirtschaftskompetenz der ING-Mitarbeiter.

Und der Lauda wirbt noch brav dafür. ;-)

Antworten Gast: strelnikov
25.05.2012 18:47
3

Re: Musste nicht die ING

Er hat ja nichts zu verschenken. Und mittlerweile hat er ja schon 2 Airlines "retten" lassen. Die erste durch die AUA (unser Steuergeld), die zweite durch Air Berlin.

Die Studienautoren müssen wahnsinnig sein zu glauben mit diesen Fragen Rückschlüsse auf das Finanzwissen der Bürger ziehen zu können


Falls es sich hier tatsächlich um diese 5 Fragen handelt, treibt das einen die Zornesröte ins Gesicht:

http://www.ezonomics.com/ing_international_survey/financial_competence/

Insbesondere die 5. Frage ist eine Frechheit. Was hat das mit FINANZWISSEN zu tun?

Hier soll man doch tatsächlich beurteilen welche Lotterie besser ist: Entweder Lotterie A bei der 200$ mit einer Wahrscheinlichkeit von 5% gewonnen werden können oder B die einen Gewinn von 90.000$ mit einer Wahrscheinlichkeit von 0,01% verspricht.

Solche Fragen sind doch für die gesamte Finanzindustrie rufschädigend. Kasinokapitalismus neu gedacht.

Antworten Gast: dik
25.05.2012 18:28
1

Re: Die Studienautoren müssen wahnsinnig sein zu glauben mit diesen Fragen Rückschlüsse auf das Finanzwissen der Bürger ziehen zu können

Die Frage ist keine Frechheit, aber trotzdem invalide.

 
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