24.05.2013 00:22 Merkliste 0

Backhausen: Al Jaber narrt Traditionshaus

24.09.2012 | 18:25 |   (Die Presse)

Der arabische Investor lässt den Stoffhersteller zappeln wie einst Kneissl. An Fristen hält er sich nicht. Sonntagabend ließ Al Jaber die gemeinsame Pressekonferenz mit der Familie Backhausen platzen-

Artikel drucken Drucken Artikel versenden Senden Merken AAA Textgröße Artikel kommentieren Kommentieren

Wien/Juk/Eid. Fällt hierzulande der Name Al Jaber, schrillen vielerorts die Alarmglocken. Die österreichischen Betriebe, mit denen der gebürtige Araber angebandelt hat, sind zahlreich – so ist Al Jaber Eigentümer der Wiener Luxushotels „The Ring“ und „Grand Hotel“, Interesse zeigte er auch an der damaligen Staats-Airline AUA und der Skifirma Kneissl. Die Vorgangsweise des Scheichs, der über ein Vermögen von mehreren Mrd. Euro verfügen soll, ist immer dieselbe. Zunächst verspricht er vollmundig Investitionen, dann zahlt er nicht.

Seine liebe Not hatte zuletzt der Masseverwalter von Kneissl: Wochenlang hoffte die Firma auf eine rettende Kapitalspritze, immer wieder ließ der Scheich ausrichten, eine Zahlung sei unterwegs. Immer wieder kam sie nicht an. Im Sommer 2011 schlitterte Kneissl in die Pleite, erst im Frühjahr 2012 zahlte Al Jaber.

Nun bekommen die Eigentümer des Traditionsunternehmens Backhausen, eines Herstellers hochwertiger Stoffe, zu spüren, was es heißt, mit Al Jaber zusammenzuarbeiten. Am Sonntagabend ließ Al Jaber die gemeinsame Pressekonferenz mit der Familie Backhausen platzen – zum zweiten Mal. Laut „Profil“ ist al Jaber Backhausen bis jetzt auch den Großteil seiner vereinbarten Zahlungen schuldig geblieben.

 

Hoffnung im arabischen Raum

Die Firma mit zwölf Mio. Euro Umsatz und 104 Mitarbeitern kennt hierzulande kaum jemand beim Namen, doch fast jeder Wiener hat wohl schon in der U-Bahn oder Straßenbahn auf einem von ihr produzierten Stoffbezug Platz genommen. Das Unternehmen stellt hochwertige Stoffe für Vorhänge und Möbel her, ist Ausstatter von Staatsoper, Burgtheater und Luxushotels. Und: Es ist eines der letzten heimischen Unternehmen, die Textilien noch in Österreich produzieren. Nun sieht es so aus, als müsste sich das traditionsreiche Unternehmen (die Gründung erfolgte 1849) dem Druck aus den Billiglohnländern beugen, in die die globale Textilproduktion verlegt wurde. Im Jahr 2010 fuhr das Unternehmen einen Nettoverlust von 647.423 Euro ein, das operative Ergebnis betrug minus 546.180 Euro. „Die Zusammenarbeit mit strategischen Partnern wird angestrebt“, merkten die Wirtschaftsprüfer von Deloitte an.

An der Bilanz 2011 werde noch gearbeitet, sagte Geschäftsführer Reinhard Backhausen, der operative Cashflow sei positiv. „Wir haben uns für Al Jaber als strategischen Partner entschieden, weil er (...) über ein großes Netzwerk im arabischen Raum verfügt, das wir für die Ausweitung unserer Geschäfte nutzen können“, erklärte er. Die Firma hofft, dem Vernehmen nach, die zahlreichen Luxushotels im arabischen Raum möblieren zu können. Mit der Aussicht auf Expansionsmöglichkeiten im Nahen Osten hat der Scheich 2008 schon die AUA geködert.

Al Jaber besitze selbst 60 Luxushotels, erklärt Geschäftsführer Backhausen: Warum er sich die Zusammenarbeit antut? „Al Jaber ist schon seit einigen Jahren mit seinen Hotels Großkunde bei uns und hat immer bezahlt.“ Die Hausbank der Firma, die Hypo Niederösterreich, habe Al Jaber als Investor empfohlen. Eine Insolvenz droht der Firma Backhausen nicht, urteilen die Gläubigerschützer von KSV und Creditreform, die Bonität sei noch in Ordnung. Al-Jaber-Sprecher Alfred Autischer war am Montag nicht für eine Stellungnahme erreichbar.

Auf einen Blick

Der saudische Investor Al Jaber hält sich erneut nicht an Fristen. Der Scheich hat die Traditionsfirma Backhausen, bei der er einsteigen will, zum zweiten Mal versetzt. Außerdem soll er vereinbarte Zahlungen nicht geleistet haben. Stoffproduzent Backhausen hat Staatsoper und Burgtheater ausgestattet, ist durch die Billigkonkurrenz aus Asien aber in arge Finanznöte geraten. Mit Al Jaber hofft der Betrieb, Aufträge aus dem arabischen Raum zu bekommen.

("Die Presse", Print-Ausgabe, 25.09.2012)

Testen Sie "Die Presse" 3 Wochen lang gratis: diepresse.com/testabo

Mehr aus dem Web

Mehr auf DiePresse.com

31 Kommentare
 
12
Gast: Erika 777
06.10.2012 18:14
0 0

Alles Lug und Trug

Liebe Presse.....Bitte einmal gscheid recherchieren, und ned immer einen so einen Blödsinn schreiben!!!!!!!!!!!!!!!!! Oder besser gesagt, lasst´s euch ned immer an Bären aufbinden!!!!!!!!!!!!!!!!!!!

Die Herren Backhausen müssen sich selbst einmal an der Nase fassen, wie es überhaupt soweit kommen hat können!!!!!!!!!!!!!!! Und ned immer der Wirtschaftslage in die Schuhe schieben!!!! Gelle Herr Präsident!!

Die Leidtragenden sind die Mitarbeiter im Waldviertel!!!!! Und sonst niemand!!!!!!!!


wer wundert sich noch

der feiste wüstensohn mit doch nicht so prallen taschen wie vorgegauckelt, sondern nur mit übervollem mund. wieder einmal verarscht der lieblingsscheich der roten österreich.

Gast: dainsider
25.09.2012 11:02
1 0

letzte Generation

Wenn man lieber Präsident des Textilverbandes ist als Firmenchef....

Re: letzte Generation

möglicherweise hat er von der ex inzersdorfer pecher noch ein paar dosen für schlechte zeiten im keller. schlimm nur für die mitarbeiter, da gibts leider keine geheimen reserven.

Moment mal!

Al Jaber ist kein arabischer Investor. Er ist wohl Österreicher!

Re: Moment mal!

Die Staatsbürgerschaft interessiert hier und regelmäßig bei der Einschätzung von Charakteren überhaupt nicht, weil in keiner Weise aussagekräftig.
Ich verstehe nicht, warum Sie diese ins Spiel bringen.

Gast: Liebstöckl N
25.09.2012 08:34
4 0

Backhausen

Was hat ihren Blick getrübt?

Wie kann man als Geschäftsmann so blauäugig sein?


Antworten Gast: gasterl
25.09.2012 10:02
1 0

Re: Backhausen

Pure Verzweiflung?

8 0

Selber schuld, wer sich mit diesem Typ einlässt.

Er ist doch seit jahren bekannt für seine Spielchen.

Da kann ich weder die Hypo-Niederösterreich, noch die Entscheidungsträger der Familie Backhausen verstehen.

4 12

der araber macht es richtig

jahrhunderte lang hat der westen die arabischenländer ausgebeutet. wie ist das gefühl lieber westen? hmmm

Antworten Gast: Tempa
25.09.2012 15:21
2 2

Re: der araber macht es richtig

Vom 16. bis zum frühen 19. Jahrhundert lebten die nordafrikanischen, arabischen Piratenstaaten hauptsächlich von Menschenraub, Sklavenhandel und Lösegelderpressung auf Kosten der europäischen Staaten. Schätzungen zufolge wurden in den Barbareskenstaaten zwischen 1530 und 1780 etwa 1,25 Millionen Menschen versklavt, die meisten davon durch Raubzüge an den Küsten Italiens, Spaniens und Portugals.
Natürlich blieb das bevorzugte Ziel der arabischen Aggression jene, die sich weniger zur Wehr setzten konnten als Europäer:
Afrikaner in der Vergangenheit, wie zb in Sansibar, wo afrikanische Sklaven in sechs mal sechs Meter großen Käfigen mit je 150 Insassen zum Verkauf angeboten wurden.
http://www.taz.de/1/archiv/archiv/?dig=2005/06/11/a0269
Und Asiaten in der Gegenwart. Wie jene Hausangestellte, die den Rufnamen „Scheiße“ von ihrer noblen arabischen Familie bekam und bis zu 18 Stunden am Tag ohne Lohn arbeiten musste:
http://www.taz.de/!99935/

Re: der araber macht es richtig

Sorry, das hätte ROT werden sollen! Die Familie Saud hat vor etwa hundert Jahren Riad mit ein paar Kamelen erobert, seither regieren sie diktatorisch mit absoluter Gewalt. Sie konnten kaum lesen und schreiben, ließen sich aber Goldene Springbrunnen in Jumbo Jets einbauen. Nicht der Westen hat sie ausgebeutet, vielmehr haben die Saudis alles an sich gerafft was nur ging, und die Bevölkerung unterdrückt wo es nur ging. Oder Glauben sie die Saudischen Scheichs sind arm? Wie naiv kann man sein?!?

Re: der araber macht es richtig

blödsinn!!

4 1

Ali Baba und die 40...


keine altlasten

Das hat unser spekulant
voll erfasst:man muss eine firma pleite gehen lassen um sich von ansprüchen wie löhne und abfertigungen zu befreien.dann erreicht man schneller wieder gewinne.die bleiben dann schön privat.

Sagt der Scheich zum Emir

'zahlen wir und gehn wir'.

Antworten Gast: Zenzine
25.09.2012 07:00
7 1

Re: Sagt der Scheich zum Emir

Sagt der Emir zu dem Scheich: "Zahl'n wir nicht und gehn wir gleich."
;)

Antworten Antworten Gast: alexz3m
25.09.2012 13:48
7 1

Re: Re: Sagt der Scheich zum Emir

..sagt der Abdull Hamid "..und des Tischtuch nehm' ma a mit"

Re: Re: Re: Sagt der Scheich zum Emir

Haha, das Sprücherl hat mein Vater auch immer gebracht!

Fallen lassen den Käufer ...

... bis der bezahlt hat man schon andere Investoren gefunden. Alles Taktik.

5 2

Araber

Ich bitte, mir meine Kleinkariertheit zu verzeihen, aber mir ist folgende Ungenauigkeit ins Auge gesprungen:

"Die österreichischen Betriebe, mit denen der gebürtige Araber angebandelt hat, sind zahlreich [...]".

Die Bezeichnung als "gebürtiger Araber" ist unglücklich. Bei der Benutzung von "gebürtig" verweist man auf das Geburtsland. "Araber" ist aber eine ethnische Bezeichnung. Araber sind etwa Syrer, (auch christliche) Libanesen, Iraker und unter anderem auch Saudis. Al Jaber wiederum ist Saudi, also geboren in Saudi Arabien. Damit ist er zwar auch ein Araber, aber "gebürtig" ist er Saudi.

Mag irrelevant erscheinen, von einem Qualitätsblatt meine ich aber erwarten zu können, dass solche Details beachtet werden.

Re: Araber

Mit "gebürtiger Araber" könnte gemeint sein, dass er als Saudi ein Ur Araber ist - von der arabischen Halbinsel aus hat ab 622 n.Chr. die Ausbreitung des Islam begonnen, und somit die Arabisierung. Ägypter waren z.Bsp. nicht immer Araber.

Tolle Empfehlung

"Die Hausbank der Firma, die Hypo Niederösterreich, habe Al Jaber als Investor empfohlen"
Es gibt nicht wenige Unternehmen, welche von ihren Hausbanken sehenden Auges in die Katastrophe geritten wurden.

Re: Tolle Empfehlung

der verlust blieb dann der firma. banken oder deren direktoren haften nicht :)

Gast: Hans B.
24.09.2012 22:55
2 1

Al-Jaber

Ein Wirtschaftsspekulant. Wer würde dem ein Auto abkaufen?

Gast: MastaBlastahasta
24.09.2012 22:37
5 1

Die Hausbank...

Solche Empfehlungen sollten zu einem schnellen Bankwechsel fuehren. Al Jaber ist so sowas wie eine Fata Morgana, die ein verdurstender Mensch wahrnimmt......

 
12

Hobbyökonom