Meinl-Razzia: Justiz interessiert Dividende von 2008

30.11.2012 | 19:17 |   (DiePresse.com)

Bei der Hausdurchsuchung in der Meinl Bank ging es einem Medienbericht zufolge um die Ausschüttung von 212 Mio. Euro an Julius Meinl V.

Drucken Versenden AAA
Schriftgröße
Kommentieren

Mehr zum Thema:

Bei ihrer Hausdurchsuchung in der Meinl Bank am gestrigen Donnerstag habe die Justiz vor allem die Dividende von 2008 interessiert, schreibt der "Standard". Man sehe in der Ausschüttung von 212 Millionen Euro an Julius Meinl V Untreue der Organe. Unter anderem sei es laut Durchsuchungsbeschluss um Geldflüsse an die Oryx Investment Ltd. auf Cayman Island gegangen. Denn hinter der damaligen Sachdividende sei eine Beteiligung an dieser Gesellschaft gestanden, deren Verkehrswert damals 212 Millionen Euro betragen habe.

Mehr zum Thema:

Durch die "ungewöhnlich hohe" Ausschüttung sei die Eigenkapitalbasis der Bank stark reduziert worden, meinte die Notenbank schon früher in einem Prüfbericht. Diesen Vorwurf hat Meinl-Bank-Vorstand Peter Weinzierl wiederholt zurückgewiesen.

Im Durchsuchungsbefehl heißt es nun laut "Standard", die Bank hätte in der Bilanz für 2008 Rückstellungen für potenzielle Haftungsrisiken von 350 Millionen Euro bilden müssen. So hoch sei Anfang 2009 das Haftungsrisiko der Bank gewesen, "weil mit der Beendigung der Geschäftsbeziehung zur MEL de facto die einzige Einnahmequelle der Bank weggefallen war und kein annähernd gleichwertiges Gewinnmodell bestand". Auch habe man bereits gewusst, dass die Hauptversammlung eine Gewinnausschüttung (Sachdividende) von 212 Millionen Euro beschließen werde.

(APA)

Testen Sie "Die Presse" 3 Wochen lang gratis: diepresse.com/testabo

Lesen Sie hier weiter zum Thema:

  • Neuerliche Razzia in der Meinl Bank

    Bild: APA Nach fünf Jahren Ermittlungen kam es zur zweiten Hausdurchsuchung in der Bank. Vorstand Peter Weinzierl findet das für einen Rechtsstaat „unfassbar".

Mehr aus dem Web

3 Kommentare

"Kleinkriminelle berauben eine Bank,

große Verbrecher gründen eine Bank."

Dieser Spruch hatte noch nie mehr Gültigkeit als in den letzten 5 Jahren.....

Die Liste an Verbrechen, Korruption, Untreue, Anlegerbetrug, Verlustübertrag auf den Staat/Steuerzahler etc., die von Top-Bänkstern in den letzten 5 Jahren begangen, sprengt mittlerweilen alle Vorstellungen.

Sollte nur ein Teil davon richtig sein,


dann bitte ab mit ihm und seinen Handlagern ins Reich der gesiebten Lüfte!

Neoliberalismus

in Reinkultur. Erste Reihe fussfrei!!

» Jetzt unter mehr als 6.000 Jobs
die perfekte Stelle finden.

AnmeldenAnmelden