Gutachten: AUA könnte Lufthansa teurer kommen

04.01.2013 | 18:21 |   (Die Presse)

Die Lufthansa holt in Bezug auf die AUA-Übernahme die Vergangenheit ein. Sie muss möglicherweise einigen AUA-Aktionären mehr zahlen. Die einst gebotene Zwangsabfindung sei viel zu niedrig, sagt Experte Platzer.

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Wien/Red./Eid. Die Lufthansa holt in Bezug auf die Übernahme der AUA die Vergangenheit ein. Sie muss möglicherweise einigen AUA-Aktionären mehr zahlen. Das könnten bis zu knapp zehn Mio. Euro sein, bestätigt Aktionärsschützer Wilhelm Rasinger der „Presse“.

Die Lufthansa bot im März 2009 den AUA-Aktionären 4,49 Euro je Aktie. Die meisten Aktionäre nahmen das Angebot an. Dem verbleibenden Streubesitz von 4,44 Prozent wurden dann nur 50 Cent je Aktie geboten. Die Lufthansa argumentierte den niedrigen Preis mit dem damals negativen Wert der AUA von minus 2,43 Euro je Aktie und stützte sich auf ein Gutachten von Deloitte. Die streitbaren Streubesitz-Eigner, darunter Rasinger und der Investor Rupert-Heinrich Staller, dienten ihre Papiere im Rahmen der Zwangsabfindung (Squeeze-out) nicht an und gingen zu Gericht.

Das zur Streitschlichtung eingesetzte richterliche Gremium unter Vorsitz von Manfred Mayer, das auch die Angemessenheit des Umtauschverhältnisses klären soll, hat nach mehrfacher Beratung ein Gutachten in Auftrag gegeben, wie das „Wirtschaftsblatt“ berichtet. Walter Platzer von Grant Thornton Unitreu kommt mit dem Luftfahrtexperten Christoph Brützel in der Bewertung zu einem aufsehenerregenden Ergebnis: Der angemessene Abfindungswert liegt zwischen 0,64 und 1,21 Euro.

 

Beihilfe als Kapitalerhöhung

Die Bandbreite kommt durch die unterschiedlichen betriebswirtschaftlichen Unternehmensbewertungsmethoden zustande. Die beim AUA-Verkauf vom Staat gewährte Beihilfe von 500 Mio. Euro wurde im Gutachten als fiktive Kapitalerhöhung berücksichtigt.

Der IVA ist hingegen der Ansicht, dass die Beihilfe sogar als Gesellschafterzuschuss darzustellen sei. Daraus ergäbe sich ein deutlich höherer Aktienpreis von rund 2,80 Euro.

Laut Rasinger müsste das Gremium nun einen Vergleich zustande bringen. Eine wichtige Rolle dabei könnte die Anfechtungsklage spielen, die Staller gegen den Beschluss der Barabfindung, der bei der außerordentlichen Hauptversammlung am 16.Dezember2009 gefasst worden ist, eingebracht hat. Die Klage ist beim Obersten Gerichtshof (OGH) anhängig.

("Die Presse", Print-Ausgabe, 05.01.2013)

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3 Kommentare

es wird nicht die letzte Watschn sein

welche die Hansa durch ihre Beteiligung an die AUA bekommt

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Re: es wird nicht die letzte Watschn sein

... die lufthansa ist nicht nur an der AUA beteiligt, vielmehr ist sie nun 100 - prozent eigentümer der AUA !
aber sie haben recht, dies wird nicht die einzige " watschn " für die lufthansa sein...
sagen sie mir bitte nur, warum die aktionäre einen cent mehr bekommen sollten, wenn selbst die auamitarbeiter ausgesaugt wurden bis geht nicht mehr...
man denke nur an die derzeit laufenden gerichtsverfahren...

Re: Re: es wird nicht die letzte Watschn sein

Wartens wir ab wenn die Gerichte den erzwungenen Betriebsübergang der AUA in die Tyrolean f. nichtig erklärt - DAS wird erst richtig teuer und die pensionszahlungen an die gekündigten Aua Piloten und Stewardessen- da kommen nochmals 100 Millionen dazu was die deutsche Hansa dann Blechen darf. dumm gelaufen würde ich sagen

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