Kaske: „Die Menschen mit 50 plus werden aussortiert“

31.01.2013 | 16:58 |   (Die Presse)

Der künftige Arbeiterkammer-Präsident Rudolf Kaske kritisiert den „unsinnigen Jugendkult“ und fordert Strafen für Firmen, die zu wenig Ältere beschäftigen. Die Wirtschaftskammer hält davon nichts.

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Wien/hie. Noch ist er nicht Präsident, darum hält er sich in manchen Dingen noch zurück. Aber im März wird Rudolf Kaske gewählt – und Herbert Tumpel als Chef der Arbeiterkammer nachfolgen. Theoretisch gibt es zwar eine Gegenkandidatin, praktisch steht sein Sieg fest. Denn die AK ist fest in der Hand der roten Gewerkschafter. Thematisch steckt Kaske sein Gebiet schon einmal ab. Auf dem österreichischen Arbeitsmarkt gebe es einen „unsinnigen Jugendkult“, sagte er am Donnerstag im Klub der Wirtschaftspublizisten. „Ich habe das Gefühl, dass die Menschen mit 50 plus ein bissl aussortiert werden“, so Kaske, bisher Vorsitzender der Dienstleistungsgewerkschaft Vida und derzeit Vizepräsident der AK Wien.

Dass sich daran etwas ändert, dürfe man „nicht nur dem guten Willen der Betriebe überlassen“, so Kaske. Er fordert deshalb ein Bonus-Malus-System, das sich an die Unternehmen richten soll. Wer zu wenig Ältere beschäftigt, soll mit Strafen belegt werden, wer über dem Durchschnitt liegt, einen Bonus bekommen. „Auch Menschen über 50 sind lernwillig“, so Kaske. Die Arbeiterkammer will gemeinsam mit dem Gewerkschaftsbund bis zum Sommer ein Modell vorschlagen.

Auch die Wirtschaftskammer hält etwas von Boni – aber naturgemäß wenig von Pönalen. „Konkrete Betriebe zu bestrafen ist nicht angebracht“, sagt Martin Gleitsmann, Leiter der Abteilung Sozialpolitik in der Wirtschaftskammer. Denn meistens gebe es Gründe, warum ein Unternehmen keine älteren Arbeitnehmer beschäftigt. Zum Beispiel, weil es mit „jungen“ Themen arbeitet oder die schwere körperliche Arbeit ältere Menschen überfordert. Dass Ältere „aussortiert“ werden, wie Kaske sagt, weist Gleitsmann zurück: „Weil schlicht und einfach die Arbeitskräfte knapp werden und man auf die Älteren wird zurückgreifen müssen“, so Gleitsmann.

AK beschäftigt „ein Drittel Ältere“

Laut Daten der Arbeiterkammer Wien wird sich die Anzahl der Menschen im Alter von 15 bis 49 Jahren bis 2030 um acht Prozent reduzieren, während die Altersgruppe der 50- bis 64-Jährigen im selben Zeitraum um 15 Prozent wachsen wird. Und bei der Beschäftigung älterer Arbeitnehmer hat Österreich tatsächlich Aufholbedarf. Denn in diesem Punkt liegt Österreich unter dem EU-Durchschnitt. Quer durch alle 27 Mitgliedsländer waren 2011 in der Altersgruppe 55 plus 47,4 Prozent der Menschen beschäftigt. In Österreich waren es nur 41,5 Prozent. Spitzenreiter ist Schweden mit 72,3 Prozent.

Dort gibt es auch bereits ein Bonus-Malus-System – als Anreiz für die Beschäftigten, länger zu arbeiten. Wer vor dem 67. Lebensjahr die Pension antritt, dem blühen empfindliche Abschläge. Wer länger arbeitet, wird belohnt. Der durchschnittliche schwedische Mann geht mit 66 Jahren in Pension, die durchschnittliche Frau mit 63,6. In Österreich sind es 58,9 bzw. 57,5 Jahre.

Die Arbeiterkammer selbst steht bei der Beschäftigung Älterer übrigens gar nicht schlecht da: Laut eigenen Angaben sind von 674 Beschäftigten 234 älter als 50 Jahre. Der Altersdurchschnitt liege bei 44,5 Jahren, heißt es aus der zuständigen Abteilung zur „Presse“.

("Die Presse", Print-Ausgabe, 01.02.2013)

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13 Kommentare

Kaske

sortiert die Österreichische Arbeiterschaft mit seiner Unterstützung der Ost-Zuwanderer und dem Arbeitsrecht für Asylanten aus.

In Schweden

und in der Schweiz arbeiten viele Leute, die über 60 sind. Das Pensionsalter für Frauen liegt in der Schweiz noch bei 64 Jahren und soll demnächst auf 65 erhöht werden. Auch wenn Ältere gekündigt werden, in der Schweiz gibt es keinen Kündigungsschutz, finden sie in der Regel relativ schnell eine neue Arbeit. Bei uns und auch in Deutschland herrscht jedoch der Jugendwahn und Menschen über 50 wird das Leben in vielen Betrieben schwer gemacht. Ob sich daran so schnell etwas ändern wird, wage ich zu bezeifeln.

Werte Kämmerer aus dem Arbeiterland !!


Kleiner ökon. Grundkurs :

1. mit 55 sind sie nicht 2,5 mal so gut wie ein Anfänger, das ist eine Gerwerkschaftslüge, die nur im öff. Dienst zu Lasten der Wertschöpfer bezahlt wird.

2. In Schweden ist der Senioritätsfaktor 1,7, in Ösistan 2,8 u. ALLE gehen mit 65 oder mit Abschlägen. KEINE Steuerkrone Richtung Pensionen.

3. Lesens "the road to serfdom" von A. F. von Hayek, leitens 10 Jahre einen Betrieb u. dann sind sie geheilt von LINKSKRANKEN Vorstellungen.

Werte Kämmerer aus dem Arbeiterland !!


Kleiner ökon. Grundkurs :

1. mit 55 sind sie nicht 2,5 mal so gut wie ein Anfänger, das ist eine Gerwerkschaftslüge, die nur im öff. Dienst zu Lasten der Wertschöpfer bezahlt wird.

2. In Schweden ist der Senioritätsfaktor 1,7, in Ösistan 2,8 u. ALLE gehen mit 65 oder mit Abschlägen. KEINE Steuerkrone Richtung Pensionen.

3. Lesens "the road to serfdom" von A. F. von Hayek, leitens 10 Jahre einen Betrieb u. dann sind sie geheilt von LINKSKRANKEN Vorstellungen.

Ausnahmen, aber gute...

Nun, so falsch liegt Kaske nicht;in den USA seit 1960 gibt's Strafen für Unternehmen, die 55+ bei der Jobauswahl diskriminieren oder gezielt an die frische Luft setzen. Nur; die haben die idiotische Bennialienregelung nicht. Da verdienen alle bei gleicher Leistung dasselbe, egal wie alt sie sind (und auch Gender wird anders beurteilt) Manche Österr, Unternehmen fahren derartige Modelle auch, und sieh da: die gehen erst mit 65 in Pensi, und helfen den Betrieben auch noch, Kompetenz (=Know How) zu erhalten. Dumm, wer's nicht so macht...

Re: Ausnahmen, aber gute...

... ja, von den Dummen haben wir viele!

wie schaffen es (alle) anderen laender der welt ohne arbeiterkammer???

her mit der neuen verfassung, her mit der dritten republik.

Schlägt die gesetzliche Jugendiskriminierung zurück?

Die kranken Gehirne der Gesetzgeber, der Sozialpartner, haben ein Recht geschaffen, welches durch die Biennalsprünge die reifen Mitarbeiter bevorzugen soll. Das hatte gewaltige Auswirkungen auf die Entlohnung und hat eine unglaubliche Diskriminierung von jungen Menschen zur Folge gehabt.

Aktiveinkommen nach Altergruppen (Quelle Statistik Austria)

Unselbstständig Erwerbstätige:
20-29 Jahre: 18.388.-
30-39 Jahre: 27.671.-
40-49 Jahre : 33.599.-
50-59 Jahre: 38.410.-

Vertragsbedienstete:
20-29 Jahre: 21.627.-
30-39 Jahre: 28.759.-
40-49 Jahre: 33.414.-
50-59 Jahre: 35.818.-

Beamte:
20-29: 33.641.-
30-39: 39.397.-
40-49: 47.001.-
50-59: 57.617.-

Der Gesetzgeber, die Sozialpartner, hatten mit deren Bemühungen die gleiche Arbeit / die gleiche Leistung für die Gesellschaf ungleich zu entlohnen / entlohnen zu lassen einen durchschlagenden Erfolg. Das war, auch schon von der Idee her, ein schweres Vergehen gegen die Menschenrechte.

Weil aber die Unternehmen der Realwirtschaft, welche einen freien (globalen) Wettbewerb ausgesetzt sind, so müssen die immer ums Überleben kämpfen. Die Schwachen werden ja aussortiert. Logisch, dass es ums Preis- Leistungsverhältnis geht und nicht um idyllische Posterl- oder Amterl wie bei der geschützten AK (auch WKO).

Diese Typen stehen aber so neben dem realen Leben, dass diese deren eigens Versagen kritisieren.

Das Ö Bonzentum ist inzwischen so degeneriert, dass es bald schon zum Luftholen die Hilfe von Anderen braucht.

nicht erst seit heute


die AK/ÖGB Sozialisten und SPÖ politiker agieren nur noch als lobbyisten für die finanz u.bankenmärkte. Gusi kommt auch aus der SPÖAK schmiede

Ein modernes gerechtes asvg pensionssystem für ALLE österreicher, wäre an der Zeit, aber die SPÖ belastet weiter nur die asvg versicherten arbeitnehmer u.invaliden. Die versicherten sollen souverän über ihren eigenen pensionsantritt u.den gesamtversicherungsjahren entscheiden. Die Versicherungszeiten sollen frei wählbar sein.Um sich eine pensionsleistung zu erhöhen, sollten flexible beitragsleistungen möglich sein u.vor allem sollen die versicherten über den eigenen pensionsantritt selbst entscheiden können. Aber die SPÖ Politiker u. die privilegierten pensionssysteme(ÖBB,ORF,OenB; Bauern,wiener beamte) wollen gar kein einheitliches transparentes pensionssystem. Viele journalisten (ORF) machen daher beinahe täglich stimmungsmache gegen die asvgpensionen. Es ist daher absehbar, dass man die asvg versicherten länger einzahlen lässt, um die mrd.defizite bei der öbb, bauern, OeNB,ORF u.wiener beamten auszugleichen. Daher lässt die SPÖ weiter keine transparenz zu. SPÖ Minister Hundstorfer zeigt einem fairen asvg pensionssystem daher kein interesse. die asvgler, die schon 40Versicherungsjahre haben, werden nun noch mehr belastet u. benachteiligt. Die arbeitenden u.zahlenden asvg arbeitnehmer werden mit zwangseinheitsbeiträgen u. asvg zwangspensionsantrittszeiten geradezu entmündigt u.es ist wohl eines der größten politischen verfehlungen der AK/SPÖpolitik, dass die "beitragszahlenden Asvg Versicherten" nicht über ihre eigene gesamtlebensarbeitszeit u.pensionspläne bestimmen dürfen.

Was hat dieser Bericht .....

.... in der Wirtschaftsrubrik verloren, bitte ab damit in den Samstagsteil Spectrum oder zu den Leserbriefen.

Lieber Kaske, leider haben sie dich noch aussortiert!

Du bist der unnötigste Fresser in dieser Republik!

Re: Lieber Kaske, leider haben sie dich noch aussortiert!

bitte dies schleunigst nachzuholen!

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