Gewerkschaft zeigt dayli wegen Sonntagsöffnung an

Die neue Nachversorgerkette hofft, mit dem Betrieb eines Bistros am Sonntag öffnen zu können. Die Gewerkschaft ist allerdings anderer Meinung.

NOVOMATIC STEIGT BEI DAYLI EIN
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NOVOMATIC STEIGT BEI DAYLI EIN
APA/ROBERT JAEGER

Die Gewerkschaft hat die Handelskette dayli (ehemals Schlecker) wegen der Sonntagsöffnung der Filiale in Linz-Ebelsberg angezeigt. Es wurden Anzeigen beim Magistrat Linz und beim Arbeitsinspektorat eingebracht, sagte GPA-djp-Geschäftsführer Karl Proyer. Außerdem werde noch eine Klage wegen unlauterem Wettbewerb abgeschickt. Mitte Jänner hatte dayli zwei Testfilialen in Pöggstall (Niederösterreich) und Linz-Ebelsberg mit dem neuen Nahversorgerkonzept aufgemacht ("DiePresse.com" berichtete). In den kommenden Monaten will dayli weitere 100 Filialen mit dem neuen Konzept eröffnen.

Die Gewerkschaft habe dayli mehrfach darauf hingewiesen, die Filialen nicht am Sonntag aufzusperren, erklärte Proyer. An mehreren Sonntagen wurden nun Probekäufe gemacht und dies dem Magistrat übermittelt. Die Gewerkschaft werde "alle rechtlichen Möglichkeiten ausschöpfen", um die Sonntagsöffnung bei dayli zu bekämpfen. Die Handelskette dürfe nur das Bistro am Sonntag aufsperren, aber keine anderen Supermarktprodukte verkaufen, betonte GPA-djp-Geschäftsführer.

"Gewerkschaft fällt Betriebsrat in den Rücken"

dayli hofft, mit dem Betrieb eines Bistros der Sonntagsöffnungsregelung ein Schnippchen zu schlagen: "Wir sehen uns nicht dem Einzelhandel zugeordnet, sondern der Gastronomie", sagte dayli-Geschäftsführer Peter Krammer kürzlich dem Fachmagazin "Regal". "Alle Shops werden durch das neue Gastronomie-Konzept am Sonntag aufsperren können." Auch Einkaufszentrumsbetreiber Richard Lugner versucht mit  ähnlichen "Tricks" die Regeln zu umgehen ("DiePresse.com" berichtete).

"Wir haben nichts ungesetzliches gemacht", sagte dayli-Miteigentümer Rudolf Haberleitner am Freitag. Sonst müssten auch alle Tankstellenshops zusperren, die Lebensmittel verkaufen. Auch der dayli-Betriebsrat hat sich laut Haberleitner für die Sonntagsöffnung ausgesprochen. Er verstehe nicht, warum die Gewerkschaft dem Betriebsrat nun in den Rücken falle.

Die Sonntagsöffnung sei aber noch nicht fix. Derzeit befinde man sich noch in der Konzeptphase für die 885 dayli-Filialen in Österreich. Am 21. oder 22. Februar werde die Handelskette weitere Details zur Geschäftsstrategie vorstellen. Bei zu wenig Kundeninteresse könne die Sonntagsöffnung auch wieder gekippt werden.

(APA)

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