Telekom-Prozess: Fischer will teilweise gestehen

Der ehemalige Vorstand will nicht im Sinne der Anklage seine Schuld bekennen, sondern "einen Teil" der Verantwortung übernehmen.

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Telekom-Prozess: Fischer will teilweise gestehen
Telekom-Prozess: Fischer will teilweise gestehen – (c) APA

Der frühere Vorstand der Telekom Austria, Rudolf Fischer, will sich in dem am Montag beginnenden Prozess wegen Untreue gegen fünf Personen teilweise geständig zeigen. "Er wird sich nicht im Sinne der Anklage schuldig bekennen, aber für einen Teil die Verantwortung übernehmen" zitieren die "Oberösterreichischen Nachrichten" (OÖN) Fischers Verteidiger Wolfgang Brandstetter. Fischer sei sich nun bewusst, damals in wenigen Minuten eine strafbare Entscheidung getroffen zu haben.

Ende Februar 2004 wurde laut Anklage der Aktienkurs der Telekom Austria künstlich hochgetrieben, was Bonuszahlungen an 95 Manager auslöste.

Laut Verteidiger Brandstetter hat Fischer damals 500.000 Euro für die Dienstleistung von Broker Johann Wanovits genehmigt, weil "er dachte, im Interesse des Unternehmens zu handeln". Laut Anklage hat Wanovits letztlich mehr als eine Million Euro für die Kursmanipulation bekommen.

Rückzahlungen an Telekom Austria

Fischer habe an die Telekom Austria in den vergangenen Wochen 300.000 Euro und voriges Jahr 200.000 Euro gezahlt und so den von ihm eingestandenen Schaden beglichen.

Ex-Telekom-Austria-Generaldirektor Heinz Sundt werde sich hingegen nicht schuldig bekennen, schreiben die OÖN unter Berufung auf seinen Anwalt Martin Nemec. Sundt habe von den Zahlungen an Wanovits nichts gewusst.

Wanowits, Fischer und Sundt würden aber die Kursmanipulation an sich als "Kurspflege" verteidigen. Das sei bei börsenotierten Unternehmen absolut nichts Ungewöhnliches. In Wahrheit hätten andere den Kurs der Telekom-Aktie gedrückt, meinen die Beschuldigten.

(APA)

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