Bank Austria sperrt mehr als 100 Filialen zu

22.02.2013 | 12:35 |   (DiePresse.com)

100 der 350 Filialen in Österreich werden bis 2015 geschlossen. "Daran kommt keiner vorbei", prophezeit Bankchef Cernko der Konkurrenz.

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Die zum italienischen UniCredit-Konzern gehörende Bank Austria strafft ihr österreichisches Filialnetz drastisch, weil immer weniger Kunden in die Filialen kommen und ihre Bankgeschäfte lieber elektronisch erledigen. Bankchef Willibald Cernko wird in den kommenden zwei bis drei Jahren etwa ein Drittel der jetzigen Niederlassungen auflassen. Das kündigte er Donnerstagabend vor Journalisten an. Zur Zeit hat die Bank im Inland rund 350 Filialen. Demnach machen bis 2015 mehr als 100 Niederlassungen dicht.

Die gesamte Bankbranche wird um eine Welle von Filialschließungen nicht herumkommen. Österreich sei "overbanked" und "overbranched". Hierzulande kämen nur 2000 Kunden auf eine Filiale. Zur Wirtschaftlichkeit bräuchte es aber größere Einheiten und 4000 bis 5000 Kunden pro Zweigstelle, sagte Cernko. Das Kundenverhalten ändere sich substanziell. Mit den Filialschließungen "sind wir ohnehin schon Nachzügler", sagte Cernko. "Schauen Sie sich die Post und die Tankstellen an."

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"Realer Marktplatz" wird nicht mehr frequentiert

Studien besagten, dass in den nächsten fünf Jahren ein Drittel des Bankstellennetzes in Österreich nicht zu halten sein werde, weil viele Menschen den "realen Marktplatz" nicht mehr frequentierten. Die Banken müssten reagieren. Auch die Bank Austria baut deshalb massiv ihr Internetbanking (inklusive Videobanking im Schichtdienst bis 22 Uhr am Abend) aus, für einfache Kontogeschäfte auch die Selbstbedienungsstellen. "Wir werden aber immer Filialen brauchen."

Die Einschnitte dürften laut Cernko in seinem Haus noch weniger scharf ausfallen als bei anderen, weil die Bank schon heute in Ballungszentren stark vertreten ist und sie hier auch künftig ihren Schwerpunkt hat. Dennoch werde es auch bei der Bank Austria eine "signifikante" Zahl von Bankstellen treffen.

Keine Kündigungen trotz Filialschließungen

Leute kündigen will die Bank trotz der Schalterstellenschließungen nicht. Es soll wie bisher beim Nichtersatz freiwerdender Stellen bleiben. Seit zwei Jahren läuft ein Personalabbau, der bis 2015 die Reduktion des Mitarbeiterstands im Inland um 800 auf 10.000 Stellen vorgab. Mittlerweile wurden schon 400 Stellen eingespart, bis 2015 sind die weiteren 400 dran. Einige hundert Mitarbeiter habe man auf neue Positionen gebracht. Auch auf Tätigkeiten, die ihnen einst nicht vorschwebten, was am Anfang "sicher nicht einfach" gewesen sei, wie Cernko einräumte. Für Nach- und Umbesetzungen gibt es einen "internen Arbeitsmarkt", diese "Jobbörse" sei ein Erfolg.

Bis 2020 gehen in der Bank Austria 40 Prozent der Mannschaft - also rund 4000 Menschen - in Pension (Regelpension). Damit sollte der Abbau weiter sozialverträglich erfolgen können, sagte Cernko.

"Wir müssen einen Neubau riskieren"

Quer über alle Banken in Österreich dürfte der Strukturwandel 10.000 bis 15.000 der jetzt 80.000 Jobs kosten. "Unausweichlich", wie Cernko sagt, "weil es das Geschäft nicht trägt." Das Retailgeschäft brachte für die Geldhäuser (2011) im Schnitt fünf Prozent Rendite, bei Kapitalkosten von zehn Prozent und mehr. Weil sich die Banken auf das risikoärmere "Brot-und-Butter-Geschäft" konzentrierten, müssten sie und ihre Investoren mit viel weniger Rendite arbeiten können. Dazu kämen hohe regulatorische Kosten. "Aber wir müssen Gewinne machen. Wir müssen ja weiter Kapital aufbauen."

Damit stehe die Bankbranche vor einem radikalen Umbau. "Da reicht es nicht aus, die Wände neu zu färben. "Wir müssen einen Neubau riskieren, die Geschäftsmodelle überdenken." Und diese Geschäftsmodelle würden mit deutlich weniger Mitarbeitern bespielt. Nicht die Direktbanken forderten die Filialbanken heute heraus, sondern alle Zahlungsverkehrsanbieter, "die Googles und Amazons dieser Welt", die das Verhalten ihrer Kunden "mitschreiben".

IT-Umstieg soll helfen

Dem massierten Auftritt auf dem virtuellen Marktplatz soll auch der vorjährige - von spektakulären Pannen begleitete - IT-Umstieg der Bank Austria helfen. Bis die Onlinekunden im neuen System alles so haben, was sie im alten System hatten, wird es allerdings Sommer werden.

(APA)

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149 Kommentare
 
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Nichtnachbesetzung

Das find ich eine vernünftige Lösung. Dadurch wird keiner gefeuert. Das war aber eh klar das es langfristig in die Richtung gehen wird. Weg von Filialen hin zu ausgebautem Online Banking/Businessbanking verbunden mit Videokonferenzen. Ich kann mir gut vorstellen, dass es in 20 Jahren schon sehr viel weniger Filialen geben wird als ein Drittel.

Der Herr Cernko hat gemeint, dass er künftig mehr in die IT stecken wird, was auch ein guter Zug ist, wenn man sich die Probleme ansieht, die es im Online Banking gegeben hat Aber jetzt geht es zum Glück wieder mit dem Online Banking bergauf.

Ich muss sagen: Das Design ist zwar nicht so meins, aber die elektronischen Kontoauszüge sind definitv ein Plus.

N i e d e r g a n g

Von der stolzen Creditanstalt bis zur ruinösen Unicredit. Das ist ein Fall vm freien Fall. Schande über Euch!

WER AUF ONLINE BANKING SETZT, MUSS ZUMINDEST FUNKTIONIEREN

Liebe Bank Austria. Mit eurem katastrophalen onlinebanking Dienst ist es illusorisch auch nur halbwegs im geschäft zu bleiben. Also. Macht endlich eure Arbeit ordentlich und hört auf mit grossen Ankündigunfen. Niemand mehr nimmt euch ernst. das aber ist das mindeste was man von einer Bank erwartet.

Höchste Zeit!

Höchste Zeit, dass auch einmal im System der Bankster, Top-down, die Vernunft einkehrt und die aufgeblähten und komfortablen Personalaufwendungen reduziert werden.

Wenn jetzt die fetten Gewinne aus den ehemals gepflogenen Spakulationsgeschäften ("Investmentbanking") weg sind von denen bis zum Portier alle mit profitiert hatten - eben den Personalaufwand "anpassen". Wie das in der Realwirtschaft - von der sich das Bankstertum längst abgekoppelt hat - ganz normal ist. Von Baufirmen bis zu Autoproduzenten, Hotelketten bis Lkw-Flotten...Sogar die einstigen EVU haben unter Wettbewerb schon mächtig abgespeckt - mit Ausnahme natür in Wien, wo wegen des Genderismus neue Posterl geschaffen wurden...

Dass das natürlich die Gewerkschaftsfuzzis, die ansonst immer gegen die angeblich so "gewinnorientierten Kapitalisten" aufheulen, ist verständlich. Schließlich gehört die Banksterklasse, von oben bis unten zu den Spitzenverdienern und komfortabelsten "Nebengeräuschen".

Na endlich!

Nachdem eben die schönen "Erträge" aus den großen Spekulationsgeschäften der Ösi-Bankster weg gefallen sind, kann auch in den Banken der große Personalüberhang nicht mehr finanziert werden. Na und?

Wenn in der Autoindustrie, bei einem Sägewerk oder einer Baufirma eben die Aufträge weg brechen bauen die auch Personal ab - oder? Nur die Top-down überhebliche Banksterklasse vermeinte, die "Anpassung" der Personal(kosten)stände an die veränderte "Auftragslage" ginge an ihr vorüber. Alllein mit immer neuen Erfindungen bzw. Erhöhung aller (un)möglichen Spesen, Gebührten usw. stößt man angesichts des Online-Bankings auch schon an Grenzen der ZUmutbarkeit.
Allein noch die Abzocke bei den Sparern, dienen man "Dank" der politisch handelnden EZB für die Einlagen miserabelste Zinsen zahlt (weil man schließlich sich komfortabel ansonst ja bei der EZB um 1 Prozent bedienen darf wie an einem Bankomaten) werden noch geschoren und können kaum aus...

Massiver Personalabbau...

...erscheint vernünftig, wenn man in einer BA-Filiale schaut, was die Angestellten so treiben, während ihrer recht kurzen Arbeitszeit bis 15 Uhr: Auf den Bildschirm glotzen, während an der einzigen Kasse lange Warteschlangen stehen, privat telefonieren und auch sonst viel Privates erledigen, das allerdings bei guten Bezügen. Also da braucht sich niemand wundern, wenn solche Angestellten abgebaut werden. Sie bringen zu wenig ein...

Vielleicht

erklärt jemand diesem Voll.rottel, dass man Kundenbindung nicht durch unpersönliches austauschbares Internetbanking erreichen kann.

Die Sparkassen, Raiffeisenkassen und Volksbanken zeigen es vor wie es geht.

Re: Vielleicht

Und zwar ohne dass der Staat jemals mit Geld oder Haftungen einspringen muss.

Re: Re: Vielleicht

aber im Traum nicht... die Ba hat als einzige KEIN Geld vom Staat gebraucht.....

Re: Re: Re: Vielleicht

diepresse.com/home/wirtschaft/eurokrise/722416/UniCredit_Groesster-Kurssturz-in-25-Jahren


Re: Re: Re: Re: Vielleicht

sie hat aber nie eines genommen.
....auch die Unicredit nicht...

Eine italienische Bank

Nicht unsere Baustelle.

Die Wiener haften für diese Bank mit 9,6 Milliarden

Die müssen mal wieder die Gebühren erhöhen...

Re: Die Wiener haften für diese Bank mit 9,6 Milliarden

Na ja, weil die Wiener Sozen damals in den 1990-ernm mit Gewalt verhinderten, das sich der Rechnungshof in der gemeindeeeigenen Zentralsparkasse bzw. Z-Länderbank umschaut und die in den tollen Ostgeschäften nach 1989 eines Genossen Vak die 11 Milliarden Schilling Miese entdecken könnte. Darum wurde der Laden an die Bayernhypo weg "privatisiert" - nur die alten Haftungen aus der Z- Gemeindezeit blieben beim Wiener Stadtsowjet....

Unlogisch

Die sollten das Onlineportal schließen und im Gegenzug mehr Filialen eröffnen. Onlinebanking sollten diese Profis den Mitbewerbern überlassen, die das wirklich können.

Re: Unlogisch

Na klar, so kundenorientiert, dass die schon um 15 oder höchstens 16 Uhr den Laden dicht machen - weil es ja sooo viel "backoffice"-Tätigkeiten zu erledigen gälte.

Welches Kraut rauchst du?

das ıst denen egal !

hauptsache pro fılıalre fallen gehaelter zahlungen weg ! wenn man betrachtet das ım schnıtt ın eıner fılıale 1 bankdırektor 3 angestellte eıne putzfrau bezahalt werden so kommen wır auf kost von brutto 25000 euro ca

dann noch dıe ganze hardware strom etc etc

spart sıch der chefe pro fılıale 25 000 bıs 30 000 euro sehr mager kalkulıert aber mınumum dsa sınd beı 100 fılıalen ? 3 mıo euro ? ım 36 mıo ? warum sollte er auf dıe famılen vaeter und mütter denn rücksıcht nehmen ???
wısst ıhr wır lachten all dıe jahre über dıe usa aber wır sınd bald dort bald herrscht das selbe wıe dort auch hıer !

das selbe machen ja schon versıcherungen
und bald werden sowıeso vıele banken fusıonıeren versıcherungen etc etc

vıelleıcht nıcht ın 10 oder 20 aber ın 30 bıs 40 jahren ıst alles sch....e !

Re: das ıst denen egal !

Unglaublich dass so jemand wie sie ein aktives Wahlrecht hat.

25-30.000 für eine 4-köpfige Filiale plus Putzfrau ohne Gebäudekosten ohen EDV anzusetzen zeigt wie absolut weltfremd Sie sind. Sind Sie vielleicht Grüner? Dann würde ich es verstehen. Aber nicht wenn sie ein Erwachsener Mensch sind.

Re: Re: das ıst denen egal !

??? ob nun mehr oder wenıger fakt ıst das beı 100 fılıalen das 500 leute arbeıtslos werden fakt ıst das der chefe sıch kosten spart !

fakt ıst noch eın schrıtt mehr ın saubere arbeıt auflösung der mıttelschıcht !

fakt !

da braucht man nıcht groschal genau rechnen


Bank Austria schließt mehr als 100 Filialen

Ich denke, dass das der falsch Weg ist.
Bisher haben Zentralisierungen von österreichischen Banken einen Rückgang der Geschäfte gebracht und sämtliche Insitute haben geplante Schließungen von Filialen wieder abgebrochen. Automaten sind gut, aber die Nähe zum Kunden und Kundenkontakt sind für die Ge-
deihung von Erfolg besser.

Re: Bank Austria schließt mehr als 100 Filialen

geh bitte, wer geht heute noch zum schalter?
pensionisten (die aber langsam wegsterben) und personen der eher sozialen unterschicht (die aber keine sonderlich gewinnbringenden kunden sind).
wozu braucht man bankangestellte?
ein- und auszahlungen kann man am automaten machen.
beraten darf man sich von denen sowieso nicht lassen, sonst zahlt man eh nur drauf.
die zeiten des geldwechsels sind auch schon vorbei.
zum wertpapierhandel braucht man sie auch nicht mehr.
kontoeröffnungen können online gemacht werden, da müssens nur noch die unterschrift prüfen was in 10sec passiert ist.
wozu sind die also da?!

Re: Re: Bank Austria schließt mehr als 100 Filialen

Natürlich für jene Personen, die doch nicht so gescheit sind wie Sie und auch noch von Beratungen von der Bank-
angestellten sich ein Bild machen. Deshalb müssen diese alten Leute ja nicht gleich mit der Meinung dieser Mitarbeiter einverstanden sein.

Re: Re: Re: Bank Austria schließt mehr als 100 Filialen

Na ja, der gelangweilten Omi muss schon das Tratscherl mit dem "lieben Fräul'n" am Bankschalter eben wert sein, bei den Zinsen und den Gebühren ordentlich geschoren zu werden :-)

Die hat ja auch fürs Hundviehfressen 100 Euro im Monat und dann noch ein paar weitere Hunderter für den Tierarzt locker. Nur halt für die GIS Gebühren, die Repezpgebühren, die Krankenscheingebühr usw. hat sie kein Geld... Und für das Heizen erst recht nicht - weil da ist die 14. Monatspension schon für Computermüll des Enkerls vorgesehen...

Re: Re: Re: Re: Bank Austria schließt mehr als 100 Filialen

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Angeblich steht das Geldinstitut

knapp vor seiner Insolvenz.
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